Druck in Yasni Exposé of Wieland von Hodenberg

Visitors
(31277 since 13.06.2008)
Save as document

Person-Info

198
Kriege weltweit ächten! Atomwaffen abschaffen! Alle AKW stilllegen!
Homepage: hodenberg.de
Nickname: "Einstein", Country: Germany, Language: German
I offer: Friedensaktivist und Autor, Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Bleiberecht für Flüchtlinge, Schutz für Deserteure vor Verfolgung, sowie für die universellen Menschenrechte. Klassisch: Barockmusik, Jazz, Literatur. Sportlich: Tourenradler mit viel Langstreckenerfahrung - und Frischluftfanatiker!
Wieland von Hodenberg @ Solidarische Hilfe e.V., 28277 Bremen

2 Images of Wieland

Loading...
1 - 2 from 2
Wieland von Hodenberg - Wieland von Hodenberg
June 08  1
Wieland von Hodenberg - Wieland von Hodenberg
Oct 10  1

506 results for Wieland von Hodenberg

Freiheit für alle inhaftierten und verfolgten Kriegsdienstverweigerer!

15. Mai: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung Weitere Infos unter www.Connection-eV.org/article-1832   "Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerer (15. Mai) macht Connection e.V. exemplarisch auf inhaftierte und verfolgte Kriegsdienstverweigerer und –verweigerinnen aufmerksam", so heute Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk. "Die Kriegsdienstverweigerung ist zwar eine individuelle Entscheidung. Sie weist aber weiter. Kriegsdienstverweigerer sind Sand im Getriebe eines Militärs, das in vielen Ländern für die Ziele der Herrschenden Krieg führt. Sie wenden sich mit ihrer Entscheidung gegen den Kreislauf der Gewalt." Connection e.V. setzt sich seit nunmehr 20 Jahren für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure weltweit ein. Der Verein fordert die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht und asylrechtlichen Schutz für verfolgte Verweigerer und Deserteure. Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung Seit 1985 finden am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung weltweit Aktionen für ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung statt. Es ist ein Aktionstag gegen Wehrpflicht, Militär und Zwangsdienste, mit dem gegen die Verfolgung und Inhaftierung von Kriegsdienstverweigerern in vielen Ländern protestiert wird. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Aktionen liegt in der Türkei. Dort setzen sich Gruppen und Organisationen der Kriegsdienstverweigerer mit Demonstrationen, Veranstaltungen und Aktionen in İstanbul, İzmir, Eskişehir, Muğla, Diyarbakır und anderen Städten für die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung ein. Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht "Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte", so Rudi Friedrich, "hat bereits 2011 in einem Urteil zu Armenien eindeutig festgestellt, dass die Kriegsdienstverweigerung ein Menschenrecht ist. (...mehr) Weitere Urteile des Europäischen Gerichtshofes zur Türkei bestätigten diese höchstrichterliche Rechtsprechung. (...mehr) Beispiele aus unserer Arbeit zeigen jedoch, dass in vielen Ländern Frauen und Männer, die sich dem Militärdienst verweigern, diskriminiert und verfolgt werden." Ägypten: Bürgerlicher Rechte beraubt In Ägypten erklärte Emad El Dafrawi am 12. April 2012 seine Kriegsdienstverweigerung, der 23-jährige Mohamed Fathy Abdo Soliman folgte am 20. Juli 2012. Beide betonten gegenüber offiziellen Stellen, dass der Militärdienst ihrem Glauben an Frieden widerspricht und sie alle Formen von Gewalt und das Tragen von Waffen verweigern. Sie baten um Entlassung aus dem Militärdienst und um die Möglichkeit, stattdessen einen zivilen Dienst ableisten zu können. In Ägypten gibt es kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Das Militär hat ihr Anliegen bislang ignoriert. Damit wurden Emad El Dafrawi und Mohamed Fathy Abdo Soliman zwar nicht angeklagt, sie sind aber fast aller ihrer bürgerlichen Rechte beraubt. Sie dürfen nicht arbeiten, studieren oder reisen und können keinen Pass erhalten. (...mehr) Armenien: 30 Kriegsdienstverweigerer in Haft Zuletzt wurden in Armenien im November 2012 die Kriegsdienstverweigerer Anania Grigoryan und Artsrun Khachatryan inhaftiert, nachdem ihre Berufungen gegen Urteile von 24 und 30 Monaten Haft zurückgewiesen worden waren. Damit stieg die Zahl der inhaftierten Verweigerer auf 31 an. Alle wurden zu Haftstrafen von zwei bis drei Jahren verurteilt. Weitere 15 Kriegsdienstverweigerer werden wahrscheinlich nach der Abweisung ihrer Berufungen gegen bereits ergangene Urteile inhaftiert werden. (...mehr) Als Europaratsmitglied ist Armenien dazu verpflichtet, Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte umzusetzen. Dieser hatte im Falle des armenischen Kriegsdienstverweigerers Vahan Bayatyan bereits am 7. Juli 2011 festgestellt, dass "die Ablehnung des Militärdienstes unter die Garantien des Artikels 9", der Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, der Europäischen Menschenrechtskonvention fällt und damit als Menschenrecht geschützt ist. Der von Armenien eingeführte "alternative Dienst" steht jedoch unter der Aufsicht des Verteidigungsministeriums, was von den meisten Kriegsdienstverweigerern nicht akzeptiert wird. Der Umgang mit Kriegsdienstverweigerern in Armenien wurde von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und des Menschenrechtskomitees der Vereinten Nationen 2012 in Beschlüssen kritisiert. (...mehr) Aserbaidschan: Versprechen gegenüber Europarat ignoriert Mit dem Beitritt zum Europarat sagte Aserbaidschan die Einführung eines alternativen Dienstes für Kriegsdienstverweigerer zu. Die Verfassung Aserbaidschans sieht das auch vor, es gibt jedoch bislang dazu kein Ausführungsgesetz. So wurde der 19-jährige Kriegsdienstverweigerer Fakhraddin Mirzayev am 25. September 2012 von einem Gericht in Gyanja zu einem Jahr Haft verurteilt. (...mehr) Eritrea: Tausende verweigern den Militärdienst In Eritrea sind Frauen und Männer vom 18. bis 40. Lebensjahr wehrpflichtig. Alle haben einen 18-monatigen "Nationaldienst" abzuleisten. Das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung wird verwehrt. Einige Zeugen Jehovas sind seit über 15 Jahren in Haft, weil sie den Kriegsdienst verweigerten. Seit dem Krieg gegen Äthiopien (1998-2000) wurde kaum ein/e SoldatIn entlassen. So sind sie weiter Militärangehörige, in der Armee oder im Arbeitsdienst. Yohannes Kidane von der in Deutschland aktiven Eritreischen Antimilitaristischen Initiative berichtete 2011 auf der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation in Jamaika: "Kriegsdienstverweigerer werden vom Regime als Feiglinge und unpatriotisch gebrandmarkt. Folgen bei Kriegsdienstverweigerung und Desertion sind schwere Folter, lange Haftzeiten an unbekannten Orten oder sogar der Tod. Nach dem Ende des Grenzkrieges mit Äthiopien stieg die Zahl der Kriegsdienstverweigerer. Heute sind es jedes Jahr Tausende, die den Militärdienst und das Militär verweigern. Trotz des Risikos fliehen sie ins Exil. Eine beträchtliche Zahl von ihnen ist in Europa, in Libyen, Israel, Äthiopien und Sudan, wo sie politisches Asyl suchen." (...mehr) Finnland: Widerstand gegen die Wehrpflicht Der 20-jährige Kriegsdienstverweigerer Joonas Norrena wurde am 26. November 2012 wegen seiner "Wehrpflichtverweigerung" zu 179 Tagen Hausarrest verurteilt. Er hatte im Juli 2012 die Ableistung des Militärdienstes verweigert und deutlich gemacht, dass er nichts mit dem Militär zu tun haben wolle und nicht verstehe, warum Finnland weiterhin die Wehrpflicht aufrecht erhält: "Der einzige Weg, um dauerhaft Frieden zu erreichen, ist die Reduzierung des Militärs und der Waffen". Er erklärte, dass er bereit sei, einen zivilen Dienst abzuleisten, wenn dieser nicht länger als die kürzeste Militärdienstzeit sei und nicht im Zusammenhang stehe mit der Militärdienstpflicht und der nationalen Verteidigung. Zur Zeit dauert in Finnland der Ersatzdienst 362 Tage, die kürzeste Militärdienstzeit 180 Tage. Jedes Jahr werden einige Dutzend Totalverweigerer, die sich mit ihrer Weigerung auf Beschlüsse der UN-Menschenrechtskommission stützen können, zu Haft- oder Hausarreststrafen verurteilt. Beim Hausarrest hat der Verurteilte eine elektronische Fußfessel zu tragen und darf während der Strafe nur zum Studium oder zur Arbeit das Haus verlassen. (...mehr) Griechenland: Wiederholte Anklagen gegen Kriegsdienstverweigerer In den letzten Monaten ging das griechische Militär erneut gegen Kriegsdienstverweigerer vor, die bereits in früheren Verfahren verurteilt wurden. Der 44-jährige Nikolaos Karanikas, der 1995 wegen seiner Kriegsdienstverweigerung verurteilt worden war, wurde zwar am 8. März 2013 in einem Verfahren vor dem Militärgericht in Thessaloniki freigesprochen. Kurz zuvor war ihm jedoch eine erneute Einberufung zum 21. März 2013 zugestellt worden. Damit droht ihm ein erneutes Verfahren wegen Desertion. (...mehr) Der 37-jährige Charalabos Akrivopoulos wurde am 19. März 2013 verhaftet, um vor dem Militärgericht in Piräus wegen Befehlsverweigerung angeklagt zu werden. Er war bereits 2011 wegen Befehlsverweigerung zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. (...mehr) Israel: Kein Ende der Strafverfolgung in Sicht Der israelische Kriegsdienstverweigerer Natan Blanc wurde am vergangenen Sonntag, den 12. Mai, zum zehnten Mal vom Militär verurteilt: dieses Mal zu 28 Tagen Haft. Er ist seit dem 19. November 2012 bereits neun Mal verurteilt worden, weil er sich weigert, den dreijährigen Militärdienst in der israelischen Armee anzutreten: "Ich verweigere, weil ich nicht in einer Armee dienen will, die regelmäßig die Menschenrechte verletzt. Ich verweigere, weil ich nicht als Werkzeug dienen will, um die Besatzung aufrechtzuerhalten. Ich verweigere, weil es meine moralische Pflicht ist, es zu tun." Mit der nun erfolgten Verurteilung summieren sich die Haftstrafen auf sechs Monate. (...mehr) Südkorea: Bis zu 800 Kriegsdienstverweigerer in Haft Seit 1939 sind in Südkorea mehr als 15.000 Kriegsdienstverweigerer im Gefängnis gewesen, vor allem Zeugen Jehovas. Derzeit befinden sich schätzungsweise bis zu 800 Verweigerer in Haft, die in aller Regel zu 18 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt wurden. So zum Beispiel Yoonjong Yoo. Er wurde im November 2011 zur südkoreanischen Armee einberufen, erklärte jedoch seine Kriegsdienstverweigerung: "Es war mit 15, als ich begann, eine kritische Sicht zu Nationalismus und Totalitarismus zu entwickeln. Es begann in der Schule, als sie mich zwangen, eine Uniform zu tragen, als sie mich zwangen, die gleiche Frisur zu tragen, es nur eine Standard-Ausbildung gab und Individuen ignoriert wurden. Ich dachte, dass der Staat für die Bevölkerung da ist, und dass Anforderungen des Staates gegenüber den Staatsbürgern auf ein Minimum reduziert sein sollte. Es ist absurd, von mir zu verlangen, mich aufzuopfern oder von mir patriotisches Handeln zu erwarten, wenn ich nicht damit einverstanden bin. Wir sind kein Zubehör des Staates." Im Januar 2012 wurde ein Verfahren gegen ihn eröffnet. Am 25. April 2012 wurde er wegen Kriegsdienstverweigerung zu 18 Monaten Haft verurteilt. Eine Woche später trat er seine Haft an. (...mehr) USA: Rückkehrer aus Kanada in Haft Im März und April 2013 wurden die US-KriegsgegnerInnen Kimberly Rivera und Justin Colby von Militärgerichten zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Kimberly Rivera war nach Kanada geflüchtet, weil sie aus moralischen Gründen nicht erneut am Irakkrieg teilnehmen wollte. Sie kehrte aufgrund einer Ausreiseverfügung in die USA zurück und wurde am 20. September 2012 an der Grenze verhaftet. Am 29. April 2013 verurteilte das Militärgericht in Fort Carson die Mutter von vier Kindern zu einer 14-monatigen Haftstrafe. Aufgrund einer Vereinbarung im Vorfahren muss sie zehn Monate in Haft bleiben. (...mehr) Justin Colby, der ebenfalls in Kanada Schutz gesucht hatte, war bereits am 22. März zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Aufgrund einer Vereinbarung im Vorverfahren muss Justin Colby neun Monate in Haft bleiben. Er war vor seiner Flucht nach Kanada von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt worden, keinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen. Justin Colby ging freiwillig zurück in die USA, weil er die Verantwortung für seine Desertion übernehmen wollte. (...mehr) Türkei: Fehlende Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung Mehrmals verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei aufgrund der Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern, wie bei den Kriegsdienstverweigerern Osman Murat Ülke, Halil Savda, Feti Demirtaş oder Yunus Erçep. (...mehr) Die Türkei führt die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern jedoch weiter. Da in der Türkei die Wehrpflicht erst dann als erfüllt gilt, wenn der Militärdienst abgeleistet wurde, besteht die Gefahr der Rekrutierung und Strafverfolgung praktisch ein ganzes Leben lang. Das betrifft auch diejenigen, die bislang nicht einberufen wurden und sich in einem Zustand der Illegalität im eigenen Land einrichten mussten. Sie alle müssen jeden Kontakt mit den Behörden vermeiden. Bei jeder Polizeikontrolle können sie verhaftet werden. Sie können keinen Pass erhalten, keine Wohnung anmieten, keinen offiziellen Job annehmen, nicht heiraten, ihre eigenen Kinder nicht anerkennen. (...mehr) Turkmenistan: Verfolgung der Familien In Turkmenistan sind derzeit neun Fälle von Kriegsdienstverweigerern bekannt, die zu Haftstrafen zwischen ein und zwei Jahren im Arbeitslager Seydi verurteilt wurden. Zudem wurde bei der Familie eines Verweigerers, Navruz Nazyrlaev, eine nächtliche Hausdurchsuchung durchgeführt und die Festgenommenen bedroht und misshandelt. Die Betroffenen gehen davon aus, so ihr Anwalt, dass die Hausdurchsuchung der Polizei und die Brutalität "offensichtlich mit der Absicht verbunden war, die Familie von Nasyrlaev wegen der zehn am 7. September 2012 beim UN-Menschenrechtskomitee eingereichten Beschwerden von Kriegsdienstverweigerern gegen Turkmenistan zu bestrafen und einzuschüchtern." (...mehr) Kriegsdienstverweigerer und Deserteure brauchen Asyl Trotz der drohenden Verfolgung in ihren Herkunftsländern erhalten Kriegsdienstverweigerer und –verweigerinnen in der Europäischen Union in der Regel kein Asyl. Ihre Verfolgung wird nicht als politische Verfolgung anerkannt. Deutsche Behörden billigen anderen Staaten das Recht zu, Männer und Frauen zu verfolgen, die sich der Ableistung des Militärdienstes widersetzen. Seit nunmehr über vier Jahren wartet z.B. der US-Deserteur André Shepherd auf seine Anerkennung durch die deutschen Behörden. Der heute 35-jährige berief sich in seinem Asylantrag auf die Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union, mit der diejenigen geschützt werden sollen, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen. André Shepherd war 2004 zur US-Armee gegangen und sechs Monate als Mechaniker für den Apache-Hubschrauber im Irak eingesetzt. Nachdem er zurück zu seiner Einheit nach Katterbach (Bayern) gekommen war, setzte er sich intensiv damit auseinander, wie das US-Militär im Irak gegen die Zivilbevölkerung vorgeht. Schließlich verließ er das Militär und beantragte in Deutschland Asyl. Das Bundesamt für Migration lehnte seinen Asylantrag am 31. März 2011 ab. André Shepherd reichte hiergegen Klage ein. Das Verwaltungsgericht München entschied im Januar 2013, ein Vorabentscheidungsersuchen an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu richten. Das Verfahren von André Shepherd ist weiter anhängig. (...mehr) Kriegsdienstverweigerer brauchen Unterstützung "Die Kriegsdienstverweigerung ist eine Entscheidung", schloss heute Rudi Friedrich, "die oft höchsten Mut erfordert, angesichts der drohenden Repressionen, die von Haft über Folter bis hin zum Tod reichen. Obwohl die Europäische Menschenrechtskonvention und der Internationale Pakt für bürgerliche und politische Rechte die Länder dazu verpflichtet, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen, ist dies bislang nicht oder nur unzureichend geschehen. Connection e.V. fordert heute, die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern einzustellen, ihre Entscheidung anzuerkennen und ihnen die vollen bürgerlichen Rechte zu garantieren. Zugleich müssen deutsche Behörden denjenigen Kriegsdienstverweigerern Schutz und Asyl geben, die nach wie vor in ihren Herkunftsländern verfolgt werden."   gez. Franz Nadler ******************************* Beit rag Weiterempfehlen im SocialNetwork --- Facebook --- Google --- Linkedin --- StudiVZ --- Twitter --- ******************************* Connect ion e.V., Von-Behring-Str. 110, 63075 OffenbachTel.: 069-82375534, Fax 069-82375535eMail: office@Connection-eV.org, Website: www.Connection-eV.org ********************** ********* Fördern Sie die internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure Spenden Sie online oder auf Konto 70 85 700 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 20 500. Spenden sind steuerlich absetzbar. *******************************
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
7x
yasni 15.05.13  +  

Zug der Erinnerung eV.: Für das Gedenken an die Sobibór-Opfer

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, seit Monaten arbeitet der "Zug der Erinnerung" für das Gedenken an die Kinderdeportationen nach Sobibór vor 70 Jahren. Diese "Reichsbahn"-Transporte kamen aus den besetzten Niederlanden und gingen nach Ostpolen. Die Massentransporte mit tausenden Kindern in hunderten Waggons führten durch Deutschland. Wir müssten das Gedenken absagen, würden wir uns auf öffentliche Förderer verlassen oder auf die Unterstützung privater Unternehmen. Die DB AG zahlt die uns entzogenen Gelder aus "Trassen-" und "Stationsgebühren" nicht zurück. Auf uns kommen neue "Trassen-" und "Stationsgebühren" in fünfstelliger Höhe zu. Davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir setzen auf die Unterstützung der deutschen Öffentlichkeit. Wir bitten Sie um Verbreitung des beigefügten Aufrufs, den wir auch gedruckt zur Verfügung stellen können (anbei). Und sollten Sie sich selbst beteiligen wollen, wäre ein guter Anfang gemacht. Wir danken für Ihre Hilfe! Mit freundlichen Grüßen Hans-Rüdiger Minow Vorstandssprecher Zug der Erinnerung e.V. Mohrenbach 1 D-51598 Friesenhagen Tel: +49.2297.1649 Tel: +49.2297.1010 Fax: +49.2297.7248 www.zug-der-erinnerung.eu info@zugde.eu Spendenkonto: Kreissparkasse Köln - BLZ 370 502 99 - Konto 0352 550 392 Der Verein ist gemeinnützig.  Spenden sind steuerlich absetzbar.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
18x
yasni 10.05.13  +  

Droht bald die totale Finanzdiktatur? -- EZB bestätigt: Die Bankguthaben in Europa sind nicht sicher

Der niederländische EZB-Mann Klaas Knot bestätigt: Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben wird künftig Teil der „europäischen Liquidierungs-Politik sein“. Die EZB will, dass die Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Der einfache Sparer sollte sich nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will. Themen: Asmussen, Bank-Einlagen, Dijsselbloem, Draghi, Einlagen-Sicherung, Enteignung, EZB, Haircut, Klaas Knot, Schäuble, Zentralbanken, Zwangs-Abgabe Die Zentralbanken übernehmen nun das Kommando bei der Neuordnung des europäischen Banken-Systems. Das niederländische EZB-Mitglied und Notenbank-Präsident seines Landes, Klaas Knot, bestätigte in einem Vortrag am Donnerstag, was der niederländische Euro-Gruppenführer Jereon Dijsselbloem vergangene Woche verkündet hatte: Die Restrukturierung der europäischen Banken wird nach dem Vorbild Zyperns erfolgen. Alle Bank-Guthaben werden, falls notwendig, enteignet. Dijesselbloem hatte gesagt, der Zypern-Deal sei eine Blaupause für Europa. Danach hatte er das wieder zurückgenommen. Dann sagte der EZB-Mann Benoit Coeuré, dass Zypern ein Einzelfall sei. Nun hat Knot für Klarheit gesorgt, wie die Zeitung Het Financieele Dagblad berichtet: „Es gibt an den Aussagen von Dijesselbloem nichts auszusetzen. Der Inhalt seiner Bemerkungen bezieht sich auf einen Weg, der schon länger in Europa diskutiert wird. Dieser Weg wird Teil des Prozesses sein, wie in Europa Banken liquidiert werden.“ Die Banken müssten ihre Bilanzen in Ordnung bringen. Dazu müsse Transparenz geschaffen werden im Bankensektor. Danach müssten sich die Banken von ihren Verlustbringern trennen. Reuters hat von Klots Sprecherin die Bestätigung, dass die Aussage dieses Niederländers definitiv kein Missverständnis ist. Die internationalen Medien sind vorsichtig geworden, seit Dijsselbloem versucht hatte, die FT und Reuters auszutricksen. Damit trägt Klot die neue Doktrin der EZB offiziell vor: Zypern ist die Blaupause geworden. Dies gilt in Bankenkreisen mittlerweile als neue Lage: Die vielbeschworene Einlagen-Sicherung ist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt ist (mehr dazu hier). Dies bedeutet konkret: Der einfache Bank-Kunde kann sich in der gesamten Euro-Zone nicht mehr in Sicherheit wiegen, wenn er sein Geld auf die Bank bringt (mehr dazu hier). Er muss sich über den Zustand seiner Bank erkundigen, indem er ihre Bilanzen studiert oder versucht, sich einen Überblick über das hochexplosive, geheime und nicht bilanz-pflichtige Derivaten-Geschäft der Bank zu verschaffen. Um es klar zu sagen: Beides ist vollkommen aussichtslos. Denn selbst bei größter Fachkenntnis ist es heute unmöglich, das Risiko einer Bank abzuschätzen. Die meisten Bilanzen sind längst raffinierte Lügengebäude, die keiner mehr versteht und die auch keiner verstehen soll. Insoweit ist es gut, dass die EZB nun endlich Klartext spricht. Vermutlich gibt es auch keine Alternativen, als die Banken bei lebendigem Leibe gesundzuschrumpfen. Für Anleger, Inhaber von Sparbüchern und Unternehmen bedeutet die Ankündigung von Knot eine Aufforderung zur sofortigen Neu-Orientierung. Denn wenn es seit Zypern noch Zweifel gegeben haben sollte, dass die Bank-Einlagen nicht mehr sicher sind, mit Knots trockener Erklärung ist es amtlich. Für mittelständische Unternehmen ist dies eine besonders schlechte Nachricht, weil sie aus praktischen Gründen kaum Alternativen zu einem Bank-Konto haben. Sie müssen jedoch, wie alle anderen, damit rechnen, über Nacht enteignet zu werden – und zwar dort, wo es sie am empfindlichsten trifft: Bei der Liquidität. Wenn der Staat kommt wie der Dieb in der Nacht, dann kann ein Unternehmen die Gehälter nicht mehr auszahlen und gerät in akute Insolvenz-Gefahr (wie das konkret aussieht, hat ein IT-Unternehmer dokumentiert – hier). Unter Umständen müssen die Unternehmen nun überlegen, wieder größere Bar-Bestände im Unternehmen selbst zu horten. Vielleicht gibt es sogar die Rückkehr der klassischen „Lohntüte“ – wo den Mitarbeitern das Geld bar ausbezahlt wird. Die kalte Entschlossenheit der Zentralbanken, nun auf Kosten der Bank-Kunden aufzuräumen, macht jedenfalls deutlich: Das Geld, das man sich erarbeitet hat, und das man für den Betrieb eines Unternehmens braucht, gehört überall hin – bloß nicht auf die Bank. Bezeichnenderweise kommt Knots Aussage am Gründonnerstag: Die Osterferien haben begonnen, kaum einer nimmt Notiz von der Botschaft. Wie sagte doch Wolfgang Schäuble? „Bankeinlagen sind eine sensible Sache. Daher macht man das am Wochenende.“ Die Lage ist offenbar so ernst, dass dies nun auch schon für die Ankündigung der Enteignung gilt. http://deutsche-wirtschafts-nachrichte n.de/2013/03/30/ezb-bestaetigt-die-bank-gutha ben-in-europa-sind-nicht-sicher/    
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
14x
yasni 04.05.13  +  

US-Kriegsdienstverweigerin zu 14 Monaten Haft verurteilt - Zwei Verweigerer in den USA in Haft

Die US-Kriegsdienstverweigerin Kimberly Rivera wurde gestern vom Militärgericht in Fort Carson zu 14 Monaten Haft und unehrenhafter Entlassung wegen Desertion verurteilt. Aufgrund einer Vereinbarung im Vorfahren muss sie zehn Monate in Haft bleiben. Kimberly Rivera war nach Kanada geflüchtet, um nicht wieder im Irakkrieg eingesetzt zu werden. "Wieder einmal geht die US-Militärjustiz mit besonderer Härte gegen diejenigen vor, die sich einem Kriegseinsatz entzogen, der für viele US-SoldatInnen fragwürdig war", erklärte Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. heute. "Gerade bei denjenigen, die versuchten, in einem anderen Land Schutz zu finden, werden Exempel statuiert." Kurz vor der Verlegung ihrer Einheit in den Irak im Oktober 2006 waren Kimberly Rivera Zweifel an dem Einsatz gekommen. Bei einem Heimaturlaub in den USA im Januar 2007 beschloss sie, nicht länger am Krieg im Irak oder einem anderen Konflikt teilzunehmen. "Als ich mit dem Militärpfarrer über meine moralischen Gründe sprach", schilderte sie vor wenigen Tagen ihre Situation im Militär, "wurde mir keine Alternative und keine Hilfe angeboten. Ich wusste nichts von der Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung, weil die Informationen dazu nicht zur Verfügung standen, zumindest nicht für mich. Ich erhielt trotz meiner Bedenken keine Frist – und nun, da ich von der Dauer eines Verfahrens zur Kriegsdienstverweigerung weiß und wie viel später eine Anerkennung oder Ablehnung ausgesprochen wird, muss ich sagen, dass dies jeden entmutigen würde." Im Februar 2007 ging Kimberly Rivera mit ihrer Familie nach Kanada und beantragte dort Asyl. Nach Ablehnung des Asylantrages wurde sie am 20. September 2012 aus Kanada in die USA abgeschoben und damit auch von ihren vier Kindern und ihrem Ehemann getrennt. An der Grenze wurde sie umgehend von den US-Militärbehörden inhaftiert und einige Tage später in das Militärgefängnis in Fort Carson, Colorado, überstellt. Weiterer Verweigerer in Haft Bereits am 22. März 2013 war ein weiterer US-Kriegsdienstverweigerer, der ebenfalls in Kanada Schutz gesucht hatte, zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Aufgrund einer Vereinbarung im Vorverfahren muss Justin Colby neun Monate in Haft bleiben. Er war vor seiner Flucht nach Kanada von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt worden, keinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen. So schrieb er vor seinem Prozess: "Ich wollte einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. Mein Hauptfeldwebel ließ mich daraufhin Liegestütze machen, bis ich völlig fertig war. Er erzählte mir, ich könnte ‚dies‘ die ganze Befehlskette hoch melden, wenn ich das wünsche, aber ich würde dann nur als ‚einheimischer Terrorist‘ angesehen werden. Diese Einschüchterung wirkte." Um einem zweiten Einsatz im Irakkrieg zu entgehen, entschied sich Justin Colby daher wie Kimberly Rivera, nach Kanada zu fliehen und dort Asyl zu beantragen. Er kehrte freiwillig in die USA zurück, weil er die Verantwortung für seine Desertion übernehmen wollte. Kriegsdienstverweigerung muss auch für Soldaten möglich sein "Gerade in einer Kriegssituation ist es entscheidend, dass ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung Soldaten und Soldatinnen zugänglich ist und sie sich sicher sein können, nicht in den Krieg geschickt zu werden", so Rudi Friedrich. "Immer wieder zeigt sich aber, dass das US-Militär hier gegenüber denjenigen, die aufgrund ihrer Erfahrungen im Krieg keine Waffe mehr in die Hand nehmen wollen, restriktiv vorgeht und sie unter Druck setzt. Connection e.V. fordert daher die unverzügliche Haftentlassung von Kimberly Rivera und Justin Colby." Connection e.V. bittet um Unterstützung von Kimberly Rivera und Justin Colby über www.Connection-eV.org/aktion   gez. Rudi Friedrich *******************************  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
13x
yasni 01.05.13  +  

Lobbyisten an Schulen, wem stinkt das nicht??

LobbyControl e.V. - Aktions-Newsletter vom 30. April 2013 --------------------------------------------- --------------------------- Lobbyisten an Schulen - protestieren Sie mit uns dagegen! --------------------------------------------- --------------------------- Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, Lobbyismus macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. In den letzten Jahren haben Lobbyisten Schülerinnen und Schüler als Ziel von Meinungsmache entdeckt. Sie erstellen Unterrichtsmaterialien, veranstalten Schulwettbewerbe oder bilden Lehrer fort. Mit einem offenen Brief an die Bildungsminister protestiert LobbyControl gegen diese Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche. Unterstützen Sie unseren Protestbrief mit Ihrer Unterschrift! http://www.lobbycontrol.de/schulaktion Wir haben untersucht, mit welchen Methoden Lobbyisten Einfluss auf den Unterricht nehmen und welche Motive dahinter stecken. Das Ergebnis haben wir heute in unserem Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ veröffentlicht. Es zeigt: Die Entwicklung ist alarmierend. Ganze Lerneinheiten werden von Unternehmen bereit gestellt; private Stiftungen sind an der Erarbeitung von offiziellen Schulbüchern beteiligt; einseitige „Experten“ gestalten an Stelle des Lehrers einzelne Unterrichtsstunden. Und die Politik schweigt dazu oder fördert sogar zweifelhafte Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen. Wir wollen den Lobbyismus an Schulen zurückdrängen. Helfen Sie uns: 1) Unterzeichnen Sie unseren offenen Protestbrief an die Bildungsminister und -ministerinnen der Länder: http://www.lobbycontrol.de/schulaktion Wir fordern darin die Minster/innen auf, das Problem der Einflussnahme von Lobbyisten an Schulen anzugehen und Maßnahmen gegen Meinungsmache und Manipulation im Unterricht zu ergreifen. 2) Lesen und verbreiten Sie unser Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“: Die Inhalte in Kürze lesen: http://www.lobbycontrol.de/?p=14845/ Als PDF kostenlos herunterladen: https://www.lobbycontrol.de/wp-content/upload s/Lobbyismus_an_Schulen.pdf Als gedrucktes Exemplar kostenlos bestellen: http://www.lobbycontrol.de/?p=14822/ Den Lobbyismus wieder aus den Klassenzimmern zu drängen kann nur gelingen, wenn sich alle beteiligen. Seien Sie dabei! http://www.lobbycontrol.de/schulaktion Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung. Felix Kamella --------------------------------------------- --------------------------- Weitere aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus: Newsletter abonnieren: www.lobbycontrol.de/unterstutzen/newsletter/ Twitter: http://www.twitter.com/lobbycontrol/ Facebook: https://www.facebook.com/lobbycontrol Google+: http://www.lobbycontrol.de/g+ --------------------------------------------- --------------------------- Impressum. Dieser Newsletter wird herausgegeben von LobbyControl - Initiative für Transparenz und Demokratie e.V. Friedrichstr. 63 50676 Köln http://www.lobbycontrol.de Bestellen oder Abbestellen können Sie den Newsletter über die Webseite http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/lob bycontrol Verantwortlich für alle Inhalte des Newsletters: Heidi Bank Rechtlicher Hinweis: Für den Inhalt von Websites, auf die in diesem Newsletter hingewiesen wird, ist LobbyControl nicht verantwortlich. _____________________________________________ __ LobbyControl Mailingliste JPBerlin - Politischer Provider LobbyControl@listi.jpberlin.de https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/lo bbycontrol
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
13x
yasni 01.05.13  +  

Sendesaal: Unsere Konzerte im Mai

Liebe Freunde des Sendesaales, ein ereignisreicher April liegt (fast) hinter uns, ein ebeso ereignisreicher Mai vor uns. In den letzten Apriltagen haben wir noch während der jazzahead clubnight 2 hervorragende Ensembles aus Kanada (Trifolia) und Norwegen (Denada Ensemble) zu Gast, sowie am 29. aus Argentinien Lily Dahab. Von dort stammen auch Tango Crash, mit denen es im Mai gleich weitergeht. Für das Deutschlandradio Kultur werden wir bei uns am 15. die US-Sängerin Patricia Barber aufnehmen. Der Monat wird beschlossen mit dem letzten residenz@sendeaal-Konzert der Saison: mit Christian und Tanja Tetzlaff sowie Florian Donderer. Was ansonsten noch in dem Monat passiert, finden Sie weiter unten. Seit kurzer Zeit ist übrigens auch der Kauf von online-Tickets leichter. Sie müssen nicht mehr für jedes Ticket immer wieder neu alle Bankangaben eintragen sondern können bequem per Sofortüberweisung bezahlen. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten der Bestellung. Auch hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie über unsere website www.sendesaal-bremen.de oder an der Abendkasse, telefonische Vorbestellungen unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 27.04. jazzahead! skoda clubnight: Trifolia (CND) Ensemble Denada (NOR) 29.04. Lily Dahab 08.05. Tango Crash 15.05. Patricia Barber Quartet (USA) 21.05. HfK: Sinfonia Insieme 23.05. Boi Akih (NL) 25.05. Pacheco Family Reunion 30.05. residenz@sendesaal: Tetzlaff-Donderer-Tetzlaff 27.04. jazzahead! skoda clubnight: Trifolia (CND) Ensemble Denada (NOR) Samstag, 27. April 2013 | Beginn 20:30 Uhr | Einzelticket 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) oder mit Clubnight Ticket für alle Clubs 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) Bereits im dritten Jahr findet die jazzahead! skoda clubnight auch im Sendesaal statt. Dieses mal mit 2 record release Konzerten Helge Sunde's Ensemble Denada aus Norwegen und Marianne Trudel's Trifolia aus Kanada. 20:30 - 21:15 Uhr Marianne Trudel TRIFOLIA (Canada) Marianne Trudel - piano, accordion Étienne Lafrance - bass Robbie Kuster - percussion 21:30 - 23:00 Uhr Helge Sunde's Ensemble Denada (Norway) Marius Haltli, Anders Eriksson, Frank Brodahl - trumpets Frode Nymo, Börge-Are Halvorsen, Atle Nymo, Nils Jansen - saxophones Helge Sunde, Arild Hillestad, Erik Johannesen - trombones Jens Thoresen - guitar Peter Baden - electronics Olga Konkova -piano Per Mathisen - bass Håkon M. Johansen - drums Für beide Bands ist dies ein record release Konzert ihrer neuesten Produktionen. Denada's neue CD wurde letzten September sogar im Sendesaal aufgenommen. Beide Bands haben mit Marianne Trudel und Helge Sunde jeweils erstklassige Komponisten für ihr eigenes Repertoire mit naturgemäß unterschiedlichen Freiheitsgraden der Improvisation und Möglichkeiten der Interaktion. 29.04. Lily Dahab Montag, 29. April 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 14 Euro) Die argentinische Sängerin Lily Dahab auf release Tour für ihre neue CD Huellas. Lily Dahab - voc Bene Aperdannier - piano, rhodes, melodica, glockenspiel Jo Gehlmann - guitar Andreas Henze - double bass Daniel „Topo“ Gioia - percussion Die musikalischen Pole argentinischer Klänge liegen weit auseinander, Tango und Folklore, tiefgehende Songwriterpoesie, nationaler Rock und Pop – all diese Stile haben ihre Spuren (span.“huellas“) in der Musik von Lily Dahab hinterlassen. In einer erfrischenden Verbindung mit Jazz findet die argentinische Sängerin und Wahlberlinerin auf ihrem neuen Album zu ihrer Heimat Buenos Aires zurück, und dies mit einer Stimme, die die Badische Zeitung als „leuchtenden Honig“ pries. 2010 entsteht das Debütalbum nómade, welches gleich für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ nominiert wird. Mit diesem Album gastierte Lily Dahab im April 2011 auch im Sendesaal. Auf Huellas nun breitet sich ein stimmiges, feinsinniges und schichtenreiches Spektrum argentinischer Farben aus. Der reiche Schatz der Folklore des Landes wird mit Einflüssen der europäischen Musik und den Farben des Jazz zu einem Amalgam verbunden, zu dem das Komponistenteam Dahab/Aperdannier wahre Perlen der songwriting Kunst beisteuert. 08.05. Tango Crash Mittwoch, 08. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 14 Euro) Hinter Tango Crash stehen die Argentinier Daniel Almada und Martin Iannaccone. Ihr Tango sucht seine Spielgefährten im Jazz, in der modernen Klassik, in der Elektronik, in skurrilen Geschichten und ist dabei vor allem immer dem eigenen musikalischen Kompass treu geblieben. Daniel Almada - Piano Martin Iannaccone - Cello, E-Bass, Vocals Christian Gerber - Bandoneon Gregor Hilbe - Schlagzeug/Perkussion Martin Klingeberg - Trompete Die beiden Argentinier Daniel Almada und Martin Iannaccone sind mit ihrer Band Tango Crash von Beginn an konsequent ihren eigenen Weg im Tango gegangen. Mit ihrer Mischung aus Tango, Jazz und zeitgenössischer elektronischer Musik waren sie Pioniere des elektronischen Tango. Nach dem mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichneten dritten Album mit dem Titel „Baila Querida“ (Tanz, meine Liebe) ist ihr aktuelles Album „Accidente de Tango“ (Tango-Unfall) ein klares Statement, dass Tango weitaus mehr als Tanzmusik ist. Die Elektronik und die digitalen Medien waren dabei Patron für den Titel der neuen Platte. Ihr langjähriger Mitstreiter und Saxophonist Rodrigo Dominguez, mit dem die Band ein Konzert für den NDR spielte, ließ sich von einer Suchmaschine die Kritik ihres Auftritts in Hamburg übersetzen. Die nahm den Bandnamen wörtlich und übersetze ihn mit „Accidente de Tango“ (Tango-Unfall). Der Titel ist mit dem Bezug auf den Bandnamen ein starkes Statement und eine wichtige musikalische Standortbestimmung. Tango Crash sucht konsequent seit der Gründung nach neuen Ausdrucksformen im Tango und hat dabei nie Konzessionen in Richtung kommerzieller Strömungen im Tango gemacht. Die Tanzbarkeit spielt dabei keine Rolle, vielmehr ist die Musik von Tango Crash der klare Beweis, dass der Tango als Stil und Ausdrucksform universell ist und unendliche Möglichkeiten in der Adaptation neuer Formen und Ausgestaltung ist. „Accidente de Tango“ bezieht seine Einflüsse unter anderem auch aus dem Jazz-Rock der 70er Jahre um Miles Davis, Weather Report und Joe Zawinul, einem der ersten prominenten Fans der Band. Martin Iannaccone wechselte für viele Stücke vom Cello zum E-Bass und der Sound der Band wurde dadurch weniger elektronisch und mehr elektrisch, was der Band vor allem auch für die Live-Präsentation mehr Spielraum und Dynamik offenbart. „Accidente de Tango“ will keinesfalls dem Tango-Tänzer ein Bein stellen, aber deutlich machen, dass die von Astor Piazzolla angefangene Revolution im Tango keinesfalls beim Tango Electrónico endet sondern unendliche Möglichkeiten für Veränderungen und Neuschöpfungen bietet. 15.05. Patricia Barber Quartet (USA) Mittwoch, 15. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 14 Euro) Mit Patricia Barber kommt eine der wohl profiliertesten Pianistinnen und Singersongwriterinnen der USA zu einem ihrer wenigen Europäischen Konzerte in den Sendesaal - obwohl sie sich selbst weder in erster Linie als Poetin noch als Jazzpianistin sieht. PATRICIA BARBER, vocals and piano DAVE MILLER, guitar LARRY KOHUT, bass JON DEITEMYER, drums Patricia Barber stammt aus Chicago, wo sie auch heute noch - wenn sie nicht gerade auf Tour ist - jeden Montag im legendären Club Green Mill auftritt. Nach Studien der Klassischen Musik und der Psychologie entschied sie sich 1984 doch, dem Weg ihres früh verstorbenen Vaters zu folgen und der eher brotlosen Kunst der Jazzmusikerin nachzugehen. Fünf Tage pro Woche trat sie in dem winzigen Chicagoer Club Gold Star Sardine Bar auf, und das brachte sie auf die nationale Jazz-Landkarte. Ihr Ruf verbreitete sich schnell und nachhaltig unter Kennern und führte zu Auftritten vom Chicago Jazz Festival (1988) bis zum North Sea Jazz Festival (1989) und zu ihrem ersten Plattendeal. Trotzdem machte sie noch ihren Master als Jazzpädagogin und gibt bis heute international masterclasses. Nach mehreren Platten für das kleine Premonition label, die sich zum Teil mehr als hundertausendfach verkauften und gerade erst einen Grammy für Patricia's CD Modern Cool erhielten, nahm das Blue Note Label sie unter Vertrag, für das sie unter anderem Gedichte des Römischen Dichters Ovid bearbeitete und vertonte (CD Mythology). Ihre neueste CD Smash ist gerade im Januar 2013 beim Label Concord erschienen. Als Ausschnitt daraus hören Sie nebenstehend "The Wind Song". Nähere Informationen finden Sie auf ihrer website 21.05. HfK: Sinfonia Insieme Dienstag, 21. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 10 Euro (Ermäßigt 5 Euro) Sinfonia insieme – Die Konzertreihe der Hochschule für Künste Bremen, welche die großen Orchesterprojekte des Fachbereichs Musik noch um eine Facette erweitert. In den Konzerten der Reihe sinfonia insieme stehen die Professoren nicht nur als Dirigenten am Pult, sondern musizieren auch gemeinsam mit ihren Studentinnen und Studenten im Orchester. Orchester der Hochschule für Künste Bremen Leitung: Thomas Klug / Marco Thomas Programm: Antonín Dvořák: Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22 Arthur Lourie: A little chamber music Antonín Dvořák: Tschechische Suite D-Dur op. 39 Thomas Klug ist Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und unterrichtet seit 1995 als Professor an der Hochschule für Künste Bremen Violine und Kammermusik. Als Dirigent arbeitete Thomas Klug bereits u. a. mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Dresdner Philharmonie, dem Chamber Orchestra of Cambridge und verschiedenen Ensembles für Neue Musik. Marco Thomas lehrt seit 2000 als Professor für Klarinette an der Hochschule für Künste Bremen. 2005 gründete er die Norddeutschen Klarinettentage, deren künstlerischer Leiter er ist. Er war Soloklarinettist bei den Berliner Philharmonikern sowie Solist und Gründungsmitglied des Mahler Chamber Orchestra und spielte unter anderem als Soloklarinettist im Chamber Orchestra of Europe in der Deutschen Oper Berlin, im MDR Sinfonieorchester Leipzig, im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, bei den Bamberger Symphonikern und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Weitere Informationen: www.hfk-bremen.de 23.05. Boi Akih (NL) Donnerstag, 23. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (Ermäßigt 14 Euro) Mit Boi Akih kommt eine der spannenden und beständigen Formationen aus Holland in den Sendesaal (auf dem Weg zum Elbjazz Festival). Besetzung: Monica Akihary: voice, Niels Brouwer: guitars, computer Kim Weemhoff: drums Yedo Gibson: tenor saxophone Die Basis von Boi Akih bilden seit 1996 die molukkische Sängerin Monica Akihary und der Gitarrist Nieis Brouwer. Das Duo hat ein sehr eigenständiges Repertoire entwickelt, das die verschiedenen kulturellen Wurzeln der Spieler berücksichtigt. Traditionen von den Molukken, Bali, Holland, Jazz und Improvisierte Musik, klassische Indische und Afrikanische Musik bilden den Grund für Kompositionen, Improvisationen und Texte. Die Sprache, in der Monica Akihary meist singt und ihr Texte verfasst, ist Haruku, die eingeborene Sprache ihrer molukkischen Vorfahren, die von Linguisten als aussterbend betrachtet wird. Das Duo Akihary/Brouwer bezieht immer wieder führende Musiker der holländischen Jazzszene ein, wie Wolter Wierbos, Ernst Reijseger oder Ernst Glerum ein. Boi Akih tourt seit Jahren weltweit und ist auf allen großen Festivals der Welt aufgetreten. 25.05. Pacheco Family Reunion Samstag, 25. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 14 Euro) Die Pianistin Marialy Pacheco ist seit Jahren gern gesehener Gast im Sendesaal. Dieses Mal bringt sie ihren Bruder Jorge Luis Pacheco und den kubanischen Chor Vocal Leo mit, der von ihrer Mutter Corina Campos geleitet wird. Vocal Leo Leitung Corina Campos Marialy Pacheco - Piano Jorge Luis Pacheco - Piano Vocal Leo ist ein kubanischer Kammerchor, den die erfahrene Chorleiterin Corina Campos 1995 als Homage an den kubanischen Gitarristen, Komponisten und Dirigenten Leo Brouwer gegründet hat. Das Repertoire ist weit gefächert, es reicht von Monteverdi Madrigalen bis zu zeitgenössischen Kubanischen Chorwerken. Vocal Leo hat an großen internationalen Chorfestivals in Spanien, Mexiko, Guatemala und Deutschland teilgenommen. 2004 gewann Vocal Leo bei der Chorolympiade in Bremen 2 Goldmedaillen im Bereich Populäre Musik und a capella Musik mit einem komplexem Repertoire sowohl kubanischer Komponisten wie Compay Segundo, Miguel Matamoros und Roberto Valera als auch anderer wichtiger Komponisten wie Randall Thompson oder Einojuhani Rautavaara. Nach 9 Jahren kommt Vocal Leo als Sextett zurück für ein einziges exklusives Konzert im Sendesaal. Diesmal als Gäste mit dabei die beiden Kinder von Corina Campos: Marialy Pacheco (Siegerin beim Montreux Piano Solo Competition 2012) und Jorge Luis Pacheco (Finalist bei der 2010 Ausgabe des Montreux Jazz Solo Piano Competition). 30.05. residenz@sendesaal: Tetzlaff-Donderer-Tetzlaff Donnerstag, 30. Mai 2013 | Beginn 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (Ermäßigt 15 Euro) Aboticket 4 Konzerte residenz@sendesaal 80 Euro (Ermäßigt 50 Euro) Das Abschlusskonzert der residenz@sendesaal Saison 2012/13 gestalten: Christian Tetzlaff, Violine Florian Donderer, Viola Tanja Tetzlaff, Violoncello Christian Tetzlaff, Florian Donderer und Tanja Tetzlaff in der eher seltenen Besetzung als Streichtrio. Sie werden das Mozart Divertimento in Es-Dur aufführen. Dieses ausgewachsene Kammermusikwerk voller Finessen gilt als bedeutendstes Werk für diese Besetzung. Seine Aufführung ist ein Herzenswunsch der drei Musiker, für die das Werk das »tollste Kammermusikwerk überhaupt« ist. Zudem werden sie an diesem Abend das Streichtrio op. 45 (1946) von Arnold Schönberg zu Gehör bringen. Dieses Spätwerk entstand kurz, nach einer Nahtod-Erfahrung Schönbergs, dessen Eindrücke sich hier widerspiegeln: »Das Trio, von dem ich vielen Leuten erzählt habe, dass es eine ›humoristische‹ Darstellung meiner Krankheit ist, habe ich bald nachdem ich aus dem Ärgsten heraus war, angefangen« (Arnold Schönberg, »Mein Todesfall«). Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
15x
yasni 29.04.13  +  

Vernetzt Euch - Stuttgart 21 ist überall !

Seit mehr als drei Jahren wehrt sich in Baden-Württemberg eine große, vielschichtige außerparlamentarische Protestbewegung gegen das Immobilien- und Bahnprojekt Stuttgart 21. Diese Bürgerbewegung ist mit ihren regelmäßigen Aktionen und ihren schlagkräftigen Bündnissen dauerhaft effektiv. Diese politische Kraft wendet sich nicht – wie ständig behauptet – allein gegen den geplanten Tiefbahnhof und die Folgen. Sie engagiert sich vielmehr für eine Gesellschaft, in der nicht länger die Profit-Interessen von Banken und Konzernen die Verhältnisse bestimmen – sondern die Bürgerinnen und Bürger über eine lebenswerte Gegenwart entscheiden. "Stuttgart 21" ist längst ein Politikum und ein Symbol für hartnäckigen Bürgerprotest gegen die Stadtzerstörung. Das technische Großprojekt steht für ein politisch-ökonomisches Prinzip, das die Lebensqualität angreift. "Stuttgart 21" ist ein Synonym für eine antidemokratische, rein profitorientierte und destruktive Stadtplanung. Im Kampf dagegen geht es darum, das Recht der Bürger/innen auf die Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse durchzusetzen. Denn : · Die Methode, das Prinzip "S 21" zerstört die Städte. Durch immer größer dimensionierte Bauprojekte, durch die Vereinnahmung unserer Kommunen durch Konzerne und Immobilienspekulanten verteuert sich das städtische Wohnen enorm. Der Mietwucher greift um sich. Menschen werden aus ihren Städten hinausgebaut. Die Zahl der Armen wächst extrem und unbemerkt. - Wir fordern deshalb unser Recht auf Stadt: die Gestaltung des urbanen Lebensbereichs durch die Bürger/innen in demokratischen Prozessen! · Das Prinzip "S 21" verteilt Steuermilliarden von unten nach oben. Sinnlose Großprojekte, die den Profit einiger weniger steigern, werden auf Kosten der Allgemeinheit finanziert. Die Folge: Es fehlt an allen Ecken und Enden Steuergeld. Die Bahnanlagen in Deutschland verkommen, das Bahnnetz wird ausgedünnt, die Züge verkehren immer unzuverlässiger. Politiker streichen das Geld für dringend notwendige soziale und kulturelle Einrichtungen. - Wir fordern deshalb den vernünftigen, nachvollziehbaren und sozialen Einsatz öffentlicher Gelder für alle! · Das Prinzip "S 21" ist Teil einer gefährlichen Privatisierungswelle im Kontext der neoliberalen Ökonomisierung. Während die privaten Vermögen wachsen, sinken die Löhne. Teile des Mittelstands verarmen. Die soziale Schere öffnet sich weiter. Die Zahl von Luxuswohnungen in den Städten steigt extrem. Bezahlbarer Wohnraum wird rücksichtslos wegsaniert. Der Druck auf die Sozialsysteme und die Daseinsfürsorge nimmt zu. - Wir fordern einen Stopp des Privatisierungs- und Zockerwahns und einen Erhalt und Ausbau der öffentlichen Güter! · Die Methode, das Prinzip "S 21" steht für ein staatliche Politik manipulierter Mehrheitsbeschaffung. Verfassungsmäßig basiert das System der Bundesrepublik auf seiner Legitimierung durch die Mehrheit der Bürger. Heute aber werden Mehrheitsmeinungen manipuliert und produziert: durch aggressive Marketingpsychologie, durch Propaganda und gezielte Falschinformationen. Im Fall von "Stuttgart 21" haben wir inzwischen die historisch neue Situation, dass die Bevölkerung ein Großprojekt wieder mehrheitlich ablehnt - und sogar die Wirtschaftlichkeit nicht mehr bejaht wird. Dennoch treiben regierende Politiker das Projekt im Dienst der Wirtschaft und mithilfe der Medien voran. - Wir fordern deshalb: Entscheidungsverfahren auf der Basis von Transparenz! Aufklärung statt Werbelügen und Propaganda! · Das Prinzip "S 21" steht für Politik durch Parteien, die sich nur noch als Vollzugsorgane der Wirtschaftslobbyisten verstehen. Die Auseinandersetzung um "Stuttgart 21" zeigt, dass Parteien überwiegend auf die Manipulation von Mehrheitsmeinungen und Machterhalt ausgerichtet sind. Existenzielle Sachfragen sind bedeutungslos. Beispiel: Die 4,5-Millarden-Marke, die in der Volksabstimmung das Ja gebracht hat, ist inzwischen weit überschritten. Dennoch betrachten die Politiker diese Abstimmung als absolut bindend. - Wir fordern: Eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, von Bürgern, für Bürger! · In der Folge steht das Prinzip "S 21" für Politikverdrossenheit: in Wahrheit eine POLITIKER-Verdrossenheit. Immer mehr Menschen merken, dass sie zum Spielball der Manipulationsmaschinerie gemacht werden sollen und wenden sich von den etablierten Politikern ab. Dies führt dazu, dass sich die Opposition in den Bürgerbewegungen formiert. - Daher fordern wir: Transparente, direktdemokratische Entscheidungsprozesse – und neue, außerparlamentarische Gremien! Durch von Lobbyisten gesteuerte Parlamentarier ist die Politik zur Farce verkommen. Wir müssen sie uns zurückerobern. Dazu braucht es eine überregionale, mächtige außerparlamentarische Bewegung. Mächtig in dem Sinne, dass sich Menschen zusammenfinden und für die Belange des Gemeinwohls streiten, gegen Korruption, Konkurrenzdenken und unmenschliche Leistungsprinzipien. Wir, die Aktivist/innen aus Stuttgart gegen S 21, rufen zu bundesweitem Engagement und Widerstand gegen die Methode, das Prinzip "Stuttgart 21" auf. Dieses Prinzip spiegelt sich nicht nur in bundesweiter Verwahrlosung und dem Rückbau von Schieneninfrastruktur, sondern auch im Terror des Fluglärms gegen die Anwohner des Frankfurter Flughafens, in der Vertreibung von Mietern aus ihren Wohnungen in Berlin, Hamburg und anderswo. Wir kämpfen gegen die ausufernde Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, gegen den massenhaften sozialen Abstieg, gegen die Ausgrenzung und die zunehmende Armut der Menschen in unseren Städten. Dafür schlagen wir eine zunehmende Vernetzung vor. Dabei soll deutlich werden: "Das Prinzip Stuttgart 21" ist überall. Wir bitten euch - die Initiativen, Bündnisse und Akteure in anderen Städten -, dieses Prinzip eurer Situation und eurer Erfahrung entsprechend auszuformulieren und gemeinsam mit uns aktiv zu werden. Dazu könnten wir wie folgt vorgehen: - Am 15.6. soll in Stuttgart eine Großdemonstration stattfinden, zu der wir Vertreter von Initiativen anderer Städte, auch als Redner, einladen möchten. Ideal wäre, wenn gleichzeitig in anderen Städten Demonstrationen stattfinden könnten. - Am nächsten Tag, dem 16.6., soll in Stuttgart ein Treffen mit den Vertreter/innen der eingeladenen Akteure und uns stattfinden, um uns über weitere gemeinsame Aktivitäten zu verständigen und eine bundesweite politische Plattform zu begründen. - Im Herbst, so unser Vorschlag für einen zweiten, gemeinsamen großen Schritt, könnten in verschiedenen Städten gleichzeitig Großdemonstrationen stattfinden. Wir haben dafür in Stuttgart den Samstag vor der Bundestagswahl anvisiert. Gegen die Zerstörung der Lebensqualität in unseren Städten - für das Recht auf Gegenwart und eine lebenswerte Zukunft ! Oben bleiben ! Stuttgart, 15.4.2013
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
15x
yasni 26.04.13  +  

Kurdische Frauen beschließen Aktionsplan zur Unterstützung des Friedens- und Demokratisierungsprozesses in der Türkei

Pressemitteilung Die kurdische Frauenbewegung diskutiert intensiv über ihre Rolle und Aufgaben im Rahmen des Dialogs, der zwischen der türkischen AKP-Regierung und dem inhaftierten kurdischen Repräsentanten, Abdullah Öcalan, im November 2012 begonnen hatte. Während die Verhandlungen weiter andauern, wurden bereits einige konkrete Schritte für die Lösung der kurdischen Frage im Rahmen einer grundlegenden Demokratisierung der Türkei gemacht. So verkündete die Gemeinschaft der Kommunen Kurdistans (KCK) am 21.03.2013 einen Waffenstillstand der kurdischen Guerillakräfte. Anfang April wurden eine Kommission zur „Bewertung des Lösungsprozesses“ im türkischen Parlament sowie ein „Rat von Weisen“ zur Einbeziehung und Anhörung verschiedener Gesellschaftskreise in den Friedens- und Demokratisierungsprozess gegründet. Die Frauenbewegung DÖKH sowie progressive Kräfte in der Türkei kritisierten die Zusammensetzung des „Rates der Weisen“, in dem Frauen sowie AKP-kritische unabhängige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens stark unterrepräsentiert sind. Demgegenüber ist die kurdische Frauenbewegung entschlossen, in dieser Phase eigene Initiativen für die Verwirklichung demokratischer Rechte, für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und allen Bevölkerungsgruppen voranzutreiben. Auf dem 2. Treffen kurdischer Frauen des „Kongresses für eine demokratische Gesellschaft“ (DTK) am 14. April 2013 wurde beschlossen, einen „Rat weiser Frauen“ für den eingeleiteten „Lösungs- und Verhandlungsprozess“ zu gründen. Außerdem sollen Frauen bei der Erstellung einer neuen Verfassung in der Türkei maßgeblich mitwirken. In der Abschlusserklärung des Treffens heißt es: „Im Gebiet Kurdistan wird die Geschichte der Befreiung neu geschrieben. Als kurdische Frauen sind wir Zeuginnen eines Neubeginns. Das kurdische Volk kämpft seit 40 Jahren und musste in diesem Kampf einen hohen Preis zahlen. Beim Aufbau einer demokratischen Moderne als Gegenpol zur bestehenden kapitalistischen Moderne nimmt es eine Führungsrolle ein. Gleichzeitig keimt durch die kurdischen Frauen im Mittleren Osten die Aussicht auf ein Jahrhundert der Frauen. Ebenso wie die kurdische Frage eine internationale Angelegenheit ist, kann sie nicht unabhängig von den politischen Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart im Mittleren Osten betrachtet werden. Beginnend mit den Volksaufständen in Tunesien bis zur Revolution in Syrien-Südwestkurdistan, die Ergebnis eines 40-jährigen Kampfes ist, ist in Nordkurdistan zuletzt durch den von 10.000 Gefangenen geleisteten Widerstand im Hungerstreik und vor allem durch das Epos, welches seit 14 Jahren auf Imrali geschrieben wird, eine Phase der demokratischen Befreiung und eines freien Lebens eingeleitet worden. Diese neue Zeit, in der Ideen, Ideologie und demokratische Politik im Vordergrund stehen, bedeutet, wie auch der kurdische Volksvertreter Herr Abdullah Öcalan in seiner Botschaft an die Newrozfeier in Amed erklärt hat, „nicht das Ende, sondern einen Neubeginn“. Das zweite Treffen kurdischer Frauen des DTK hat auf Aufruf der Demokratischen Freien Frauenbewegung und des Frauenrats des Kongresses für eine demokratische Gesellschaft mit der Zielsetzung stattgefunden, die neuen Entwicklungen aus Frauensicht zu diskutieren und aktiv daran mitzuwirken. Teilgenommen haben 64 Frauen von 34 Einrichtungen, die ihre Meinung und ihre Vorschläge eingebracht haben. Unsere Versammlung begann mit einer Gedenkminute für die revolutionären Gefallenen. Zugleich wurden ein weiteres Mal die Morde in Paris [am 9. Januar 2013], die am 14. April 2009 begonnenen KCK-Operationen, der Enfal-Genozid [gegen KurdInnen durch das Saddam-Regime] und das Massaker in Roboski [durch die türkische Armee] verurteilt, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die Geschichte der Frauen noch nicht geschrieben sei. Nach einer Einleitung unserer Co-Vorsitzenden Aysel Tugluk begann die Diskussion zum Thema „Die Rolle von Frauen in Verhandlungsprozessen und Beteiligung von Frauen bei der Ausarbeitung einer demokratischen Verfassung“. Gründung eines „Rates weiser Frauen“ als Alternative Auf der Versammlung bildete sich zunächst ein Konsens darüber, dass der von Herrn Abdullah Öcalan eingeleitete Prozess, bei dem wir noch ganz am Anfang stehen, nicht unter gleichberechtigten Bedingungen stattfindet. In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass die AKP nach eigenem Gutdünken einen Lösungs- und Verhandlungsprozess vorantreiben will und Frauen aktiv in die Entwicklungen eingreifen sollten. Wie die AKP an diesen Prozess herangeht, wird aus Frauensicht an der mangelnden Vertretung von Frauen in der Kommission weiser Menschen deutlich, [die die Zivilgesellschaft in den Friedensprozess einbeziehen soll]. Desweiteren verdeutlichen die andauernden Militäroperationen, der Bau neuer Gefängnisse und Militärposten, neu eingestellte DorfschützerInnen, die steigende Anzahl von Frauenmorden und die Deckung der Mörder, die Umweltzerstörung, die Vertuschung von Massakern wie in Roboski oder dem Mord an Ceylan Önkol, bei denen die Täter längst bekannt sind, die Haltung der AKP. Die Teilnehmerinnen des Treffens betonten, dass wir Frauen das größte Leid im Krieg erfahren haben und folglich auch Garantie für einen würdevollen Frieden sind. Deshalb ist es für uns grundlegendes Prinzip, dass Frauen an der Erstellung einer neuen Verfassung beteiligt werden, dass eine gleichberechtigte Vertretung gewährleistet wird und dass eine Frauenpolitik, die gegen eine geschlechterdiskriminierende, militaristische und sexistische Politik kämpft, gesetzlich gesichert wird. Weiterhin ist es angesichts des Entwicklungsstandes, an dem wir uns befinden, zwingend notwendig, dass kulturelle Identitäten anerkannt, das Recht auf Muttersprache gesetzlich festgelegt und die Kommunalverwaltungen gestärkt werden. Auf unserer Versammlung wurde die Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, den gegenwärtigen Entwicklungsprozess als kurdische Frauen parteilich zu lenken, voranzutreiben und zu kontrollieren. Durch den Krieg und die Vertreibung aus den Dörfern wurden zahllose Menschen in eine Notlage gebracht; Produzierende wurden zu KonsumentInnen gemacht. Auf unserer Versammlung wurde festgehalten, dass die Verantwortung für die Aufhebung dieser Notlage der betroffenen BürgerInnen beim Staat liegt, während die Initiative für die Leitung des Prozesses bei den Frauen sein muss. Weiterhin wurde diskutiert und beschlossen, dass Frauen bei einem möglichen Rückzug der Guerilla für die Sicherheit sorgen, dass zur Bekämpfung von möglicherweise auftretenden Problemen bei der Dorfrückkehr Beobachtungskommissionen gegründet werden und - wenn notwendig - Aktionen geplant werden. Außerdem wurde an das Gewissen aller Dorfschützer und insbesondere an die Dorfschützerinnen in Dersim appelliert, die Waffen niederzulegen und die Regierung dazu aufgerufen, das Dorfschützersystem aufzulösen.“ Auf der Versammlung wurden folgende Beschlüsse gefasst: 1.      Die Bildung einer Abordnung weiser Frauen für den Lösungs- und Verhandlungsprozess sowie im Rahmen eines gemeinsamen Programms die Zusammenarbeit von Frauen aus Kurdistan und der Türkei; das Arbeitsprogramm der Abordnung weiser Frauen umfasst die Gründung von A-     Beobachtungskommissionen B-      Parallelkommissionen C-      Zeuginnenkommissionen D-     Beratungskommissionen sowie E-      die parteiliche Beteiligung von Frauen im Erstellungsprozess einer neuen Verfassung. 2.      Auf der Versammlung wurde eine Kommission zusammengestellt, die die Dorfrückkehr beobachtet und überwacht sowie die kommunale Wirtschaftspolitik von Frauen umsetzt; diese Kommission beginnt sofort mit ihrer Arbeit. 3.      In den zu gründenden Kommissionen sind Angehörige von GuerillakämpferInnen und Soldaten, vertriebene Familien, die Samstagsmütter, die Familien aus Roboski, LGBT-Individuen, Frauen und Frauenbewegungen als aktive Subjekte des Prozesses definiert worden; es wurde die Bildung einer gemeinsamen Kampflinie von Frauen aus Kurdistan und der Türkei sowie deren Organisierung unter einem Dach beschlossen. 4.      Die Delegierten für die Frauenkonferenz der „Fraueninitiative für Frieden“ am 4. Mai wurden festgelegt. Die Fraueninitiative wird dazu aufgerufen, Delegierte zum 3. Kurdischen Frauentreffen zu entsenden, zu dem die Demokratische Freie Frauenbewegung DÖKH und der Frauenrat des DTK noch aufrufen werden. 5.      Es wurde ein Komitee gebildet, das für die Beteiligung an den aktuell stattfindenden Treffen der verschiedenen ethnischen und Glaubensgruppen in Kurdistan zuständig ist. Mit der Bildung dieses Komitees wurden die Frauenräte von DTK und [des Demokratiekongress der Völker] HDK sowie SKM [Sozialistische Frauenräte] und [das Kulturzentrum] Tango Med beauftragt. 6.      Es wurde die Bildung einer Frauendelegation für einen Besuch in Rojava [Südwestkurdistan/Syrien] beschlossen. 7.      Es wurde ein eintägiger Solidaritätsbesuch bei den Familien [der Opfer des Massakers] in Roboski beschlossen. 8.      Um die Dorfschützerinnen in Dersim davon zu überzeugen, ihre Tätigkeit einzustellen, wird eine Frauenabordnung, in der u. a. die Friedensmütter und [der Angehörigenverein] Meya-Der vertreten sind, nach Dersim fahren. 9.      Es wird eine Frauenkommission gegründet, die zu den Erfahrungen von Frauen in Friedensverhandlungen weltweit recherchiert. 10.   Die militaristische Denkweise betrachtet Frauen als Kriegsbeute. Die in diesem Rahmen stattgefundenen Übergriffe, Vergewaltigungen und alle Frauenmorde werden als Kriegsverbrechen behandelt. 11.   Es wurde beschlossen, sich an der Tagung des BDP-Frauenrats am 28. April 2013 sowie an der Konferenz des HDK-Frauenrats am 11. und 12. April 2013 zu beteiligen. (Quelle: ANF, AMED 15.04.2013) CENÎ Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. Kurdish Women's Office for Peace Buroya Aşitîyê ya Jinên Kurd Corneliusstrasse 125 D - 40215 Düsseldorf Germany Tel.: +49 (0)211 598 92 51 Fax: +49 (0)211 598 92 53 E-mail: ceni_frauen@gmx.de www.ceni-kurdistan.com
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
17x
yasni 24.04.13  +  

Früher hieß das "Wehrmachtstournee"

Wo, bitte, geht’s denn hier zur Front?, fragen immer mehr Stars und Sternchen der Unterhaltungsindustrie - Von SUSANN WITT-STAHL, 2. April 2013 - Wenn die NATO ihre Bombenteppiche über die Welt ausbreitet, bietet nicht nur der Schauspieler Til Schweiger seine Dienste als „Schutzengel“ für die kämpfende Truppe an. Auch viele Prominente aus dem Musik- und Showbusiness haben entdeckt, dass die Teilnahme am Propagandafeldzug für den „ethischen“ Imperialismus durchaus lukrativ sein kann. „Give Peace a Chance“ war einmal – heute stehen sie Schlange für einen Transall-Flug nach Kabul oder Kunduz. Sogar Punkbands finden „Antifa heißt Luftangriff“, engagieren sich an der Heimatfront für den guten Zweck der völkerrechtswidrigen Angriffskriege Werben fürs Sterben: Actionstar Til Schweiger auf Propagandatour für die Bundeswehr des Westens und freuen sich, wenn endlich einmal „zurückgeballert“ wird. „Ein gut geführter Krieg ist wie eine große Symphonie“, sagte Hitlers General Friedrich von Boetticher. Heute ist der „Vater aller Dinge“ wieder so tief in die „Eingeweide der Gesellschaft“ (Paul Virilio) vorgedrungen, dass das Stakkato einer M16 als virtuose Darbietung goutiert wird.Fette Beats wummern aus einer Halle im Camp Marmal bei Mazar-i Sharif am Fuße des Hindukusch. „Den Alltag in Afghanistan vergessen. Einfach mal abschalten!“, heißt das Motto des Megaevents mit dem Technomusiker und -produzenten Paul Kalkbrenner. Vor seinem DJ-Pult raven mehr als tausend Soldaten in Kampfanzügen und mit Knicklichtern in ihren Händen.Kalkbrenner findet seinen Auftritt total „exciting“. (1) Er gehört zu den deutschen Stars, die für Kriege rocken, tanzen, singen und blödeln – selbstverständlich nur wegen der humanitären „responsibility to protect“. Die Band Karat und die Girl-Group No Angels waren im Kosovo, Xavier Naidoo 2004 in Bosnien und, weil’s so schön war, 2010 in Afghanistan. „Dass er vor 20 Jahren den Wehrdienst verweigert hat, kann er sich heute gar nicht mehr vorstellen“, lobt Aktuell – die Zeitung für die Bundeswehr den Soul-Sänger. Naidoo hat sogar, auf den Spuren Ernst Jüngers („Während des Tanzes über dem Abgrunde lernt man das Blut schätzen und die dürftigen Geister verachten“), den Krieg als Extremsportart und Abenteuer entdeckt. Wer seinen drastischen Bedingungen ausgesetzt sei, philosophiert der Gründer der Söhne Mannheims, genieße jeden Moment und würde auch intensiver leben. „Wenn ein Krieg die Menschen nicht kaputtmacht, dann macht er aus ihnen bessere Menschen.“ (2) Comedy in der WolfshöhleIm Juni vergangenen Jahres leistete der Berliner Komiker Kurt Krömer – auch er hatte als Wehrpflichtiger den Dienst an der Waffe verweigert – bei den deutschen Kriegern im Camp Warehouse in Kabul in der Betreuungseinrichtung „Wolfshöhle“ mit Stand-Up-Comedy Wiedergutmachung. „Getragen wurden die kurzweiligen Auftritte von Geschichten aus dem Leben und Lästereien gern auch jenseits der ,political correctness‘“, freut sich der Berichterstatter der Bundeswehr, verrät aber nicht, für welche Menschengruppe Krömers Lustigkeiten kein Pardon kannten. (3)Auch Daniela Katzenberger, Dampfschwätzerin bei VOX, wollte sich nicht lumpen lassen und bewarb sich 2011 darum, die Soldaten mit Blondsein und ihren anderen, bislang noch unentdeckten Talenten zu unterhalten. (4) Überraschend wurde sie aber abgewiesen. Die sensible Sicherheitslage lasse ihren Auftritt bis auf Weiteres nicht zu, so die offizielle Begründung der Bundeswehr: Viele Soldaten seien außerhalb der Feldlager eingesetzt – eine No-go-Area für Katzenberger – und sollen derzeit nicht von der Aufstandsbekämpfung abgelenkt werden. (5)Anders erging es Superstar Til Schweiger ein Jahr später. Er flog auf Kosten der Bundeswehr, also des Steuerzahlers, mit einem siebenköpfigen Kamerateam plus Spiegel-Reporter nach Usbekistan – die Folterdiktatur hat als Verbündete der westlichen Mächte keine Militärintervention in Sachen Menschenrechte zu fürchten – und Mazar-i Sharif. Dort wurde der geschäftstüchtige Schauspieler für die Promotion seines Films „Schutzengel“ stets ins rechte Licht gerückt: Er posierte in Kampfmontur vor den „Jungs“, die als Statisten herhalten mussten, um ihn als Heroen zu inszenieren, und zur „Belohnung“ mit ein paar Autogrammen und einem gemeinsamen Kantinenessen abgespeist wurden. Aber damit war die Reise nicht zu Ende. Schweiger gab auch noch publikumswirksam den deutschen Patrioten, besuchte ein Militärkrankenhaus sowie den Ehrenhain für die gefallenen Soldaten und fuhr mit dem Schützenpanzer Marder.„Da ist auch Burger King und Pizza Hut“, berichtete ein Bundeswehrangehöriger Schweiger ganz stolz vom hohen zivilisatorischen Niveau der Esskultur im deutschen Militärcamp. Der Schauspieler präsentierte sich nicht nur davon zutiefst beeindruckt und bewegt. „Den Kindern zu erklären, dass der Papa irgendwo hingeht, wo es auch böse Leute gibt oder so – das kann ich mir nicht vorstellen“, philosophierte Schweiger. (6) Und er ist einfach fassungslos, wie „clever“ die „bösen Leute“ sind, „wenn’s darum geht, sich noch perfidere Tötungsmechanismen auszudenken“ – „da läuft’s dir eiskalt den Rücken runter“, gruselte er sich während einer Vorführung sichergestellter Sprengsätze der fiesen Taliban-Dämonen. Aber glücklicherweise gibt es ja gute Menschen, die da „rausgehen“ und versuchen, „das unschädlich zu machen“. (7)Für die „kleinen Leute“ im BendlerblockNoch bis in die 1990er-Jahre hinein blieb die deutsche Unterhaltungsprominenz stets auf Mittelstreckenraketendistanz zur Bundeswehr. Als der historische Imperativ „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ von der rot-grünen Regierung endgültig entsorgt, Kriege nicht nur trotz, sondern wegen Auschwitz geführt wurden und Deutschland sich erstmals wieder militärisch an einem Angriffskrieg beteiligte, wagte sich im Jahr 2000 auch der erste (ehemalige) Star aus der Deckung der deutschen Schlagerparade: Der Sängerbarde Gunter Gabriel näherte sich der kämpfenden Truppe sogar auf Männerschweißriechweite und folgte einer Einladung der Bundesregierung für zwei Konzerte in den Kosovo.„In einem – für die meisten von uns – unwirklichen Szenario von zerbombten Häusern, verängstigten Menschen und von Minenfeldern, in denen jeder Spatenstich tödlich sein kann, schrieb Gunter Gabriel den Song: Es steht ein Haus im Kosovo“, heißt es auf dem Cover der Studio-CD-Einspielung, die wenige Monate später erschien: „Ladies and Gentlemen, dieser Song ist für alle Soldaten around the world, speziell für die hier im Kosovo, die im Namen von Frieden und Freiheit ihren Arsch hinhalten!“, kündigte eine Anheizerin auf der CD das Machwerk an – eine schaurige Entstellung des alten Folksongs „The House of the Rising Sun“. „Sie sind zum Schutz im Kosovo, das multinationale Team, genannt KFOR, und die, die früher einmal Feinde warn, tun jetzt zusammen ihren Dienst im Friedenscorps“, lautete Gabriels zeitgemäße Version (Krieg heißt heute „Frieden“) des alten Schlachtrufes „Serbien muss sterbien!“. Sein Front-Repertoire enthielt neben nationalistischem Schmalz („Hier ist mein Land“) inklusive Huldigung des Nazis und Kriegsverbrechers Wernher von Braun, auch eine Verstümmelung von Pete Seegers Antikriegshymne „Where Have All the Flowers Gone“. Gabriel, der auf seinen Konzerten auch gern einmal über arbeitsscheue Arbeitslose herzieht („Und deshalb ist Hartz IV verdammt noch mal endlich mal notwendig“) (8), „hat sich von Anbeginn seiner Karriere für die Belange der ,kleinen Leute‘ eingesetzt“, so die Begründung für seinen tönenden Balkan-Feldzug. Immer nur für Trucker und Stahlkocher – warum nicht auch einmal für die „kleinen Leute“ im Bendlerblock? i(9)  Auf die „humanitäre Arbeit“ aufmerksam machenGefragt nach der Motivation und Bewertung ihrer Einsätze, reagieren die meisten Unterhaltungskünstler mit höflichen Phrasen. Sie vermeiden politische Aussagen und geben – getreu der Ideologie des Menschenrechtsimperialismus – lieber den netten Kumpel, der gern einmal guten Freunden unter die Arme greift, wenn sie Hilfe brauchen. „Mein Respekt vor dem Dienst hier ist noch mal gestiegen. Ich würde sofort wieder für die Truppe im Einsatz auftreten. Einfach um ihnen ein Stück Heimat zu vermitteln“, sagt Paul Kalkbrenner. (10)Etwas mutiger ist Peter Maffay – es war Sommer 2005, als er es ebenfalls dort, wo „Deutschlands Freiheit verteidigt wird“, das Die Unterhaltungsindustrie als integraler Bestandteil der Feldzüge des Westens - Peter Maffay bespaßt deutsche Soldaten in Afghanistan, Kabul, 24. Juni 2005. erste Mal im Leben tat –, der sich offenbar in der Rolle des Sonderbotschafters für die Mission „Enduring Freedom“ gefällt: „Zu wissen, was die Streitkräfte in Afghanistan tun, ist wichtig für das Verständnis in Deutschland“, erklärte Maffay auf einer Pressekonferenz mit dem damaligen Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Ob der rockende Schlagersänger mit dem „Tun“ des Militärs die Bombardierung von Zivilisten oder Brunnenbohren meinte, erfuhr die Öffentlichkeit leider nicht.Ralf Möller hingegen weiß ganz genau, dass die Bundeswehr „für den Frieden kämpft“ und lehnte sich etwas weiter aus dem Schützengraben. 2008 reiste der Obergefreite der Reserve, Guttenberg-Fan („Wenn Frau Merkel keine Lust mehr hat, dann wäre er schon einer, der das machen könnte“), Bodybuilding-Weltmeister und Action-Star („Hai-Alarm auf Mallorca“) mit Fitnessgeräten im Gepäck nach Kabul und ließ sich ausgiebig beim Armdrücken mit Soldaten fotografieren. Er forderte mehr Unterstützung für die Bundeswehr. Dass der deutsche Landser bei der gewaltsamen Durchsetzung der Pax Americana mitmischen muss, ist für Möller keine Frage: „Wir gehören der NATO an. Dort sterben Amerikaner, Engländer, Franzosen, Kanadier, und auch wir haben unsere Aufgabe, unseren Verbündeten dort zu helfen. Wir müssen da hin.“ (11) Das findet auch Popsängerin Sarah Connor („Ich bin Pazifistin durch und durch“), die 2009 auf dem Truppenstützpunkt Maszar-i-Sharif ein Konzert gegeben hat und der es „ein Anliegen ist, auf die humanitäre Arbeit der Bundeswehr vor Ort aufmerksam zu machen“.Richtig krachen ließ es Til Schweiger. In der Talkshow 3 nach 9 protestierte er lauthals gegen den „disrespect“ vor den Militärs. „Die sind ganz wichtig. Genauso ganz wichtig ist die Polizei. Wir schaffen es nicht, verfassungsfeindliche Parteien zu verbieten. Aber wir brauchen die Polizei, und wir brauchen die Armee. Denn es gibt Nationen, und es gibt Feinde, die unsere Gesellschaftsform, die Demokratie, total verachten und bekämpfen und abschaffen wollen. Dafür brauchen wir die, und dafür brauchen die mehr Respekt“, appellierte Schweiger für mehr Solidarität mit der bewaffneten Staatsmacht und eine härtere Gangart gegenüber allen, die er als „böse Leute“ ausgemacht hat. Talkmeister Giovanni di Lorenzo war völlig überwältigt von so viel selbstlosem Engagement und drückte mächtig auf die Tränendrüse. „Es ist schon etwas Absurdes und zutiefst Verstörendes, dass wir deutsche Soldaten dort hinschicken, die ihren Kopf riskieren, jeden Tag, und an den Sinn dieser Mission glaubt hierzulande kaum noch jemand“, lamentierte di Lorenzo mit gebrochener Stimme. (12) Ein „Kuhhandel“Für ihre Abstecher an die Orte, wo „die Maschinengewehre ihre tödliche Melodie spielen“ (Ernst Jünger), dürfen die Stars stets auf intensive Schützenhilfe der neoliberalen Medien hoffen. Bild dankte Sarah Connor mit einer bilderreichen Hindukusch-Story. Das sei „gut für das Image (es ist ja wieder sehr still geworden ...) und erweitert zudem die Zielgruppe zum möglichen Kauf ihrer Alben“, kommentierte ein Leser, der Böses dabei denkt. Die Kabarettisten Hans Werner Olm und Dietmar Wischmeyer wurden für ihre Auftritte in Mazar-i-Sharif, Kunduz und Camps Termez in Usbekistan mit einem Sperrfeuer der Sympathie gegen potentielle Kritiker belohnt. „Wehrkraftzersetzung durch Satire? Nein, Truppenstärkung durch Lachsalven!“, jubelte der Tagesspiegel. „Die Show für die Truppen ist so alt, wie es Truppen gibt“ – was es schon immer gab, kann gar nicht schlecht sein. „Wer Krieg führt, braucht nicht nur den berühmten Rückhalt in der Bevölkerung, sondern auch Spaß: als Ablenkungsmanöver vom harten Soldatenjob und als Zeichen eben jener Zivilität, die im Krieg nicht selten verteidigt wird.“ Wer Militäreinsätze organisiere, müsse auch für „erotischen Ausgleich“ sorgen, meint die Autorin. „Party als psychologische Kriegsführung, ein Stück Normalität mitten im permanenten Ausnahmezustand.“ Wenn das immer noch nicht überzeugt, dann muss eindringlich daran erinnert werden, dass Hits damals gegen Hitler geholfen haben: „Marlene Dietrichs Besuch der gegen Hitlers Wehrmacht kämpfenden US-Truppen ist Legende.“ (13) Das war Zarah Leanders Auftritt für Hitlers Wehrmacht mit „Davon geht die Welt nicht unter“ auch. „Früher hieß das ,Wehrmachtstournee‘“, was Til Schweiger in Afghanistan veranstaltet hat, meint der Filmkritiker Hanns-Georg Rodek und verweist darauf, dass die sich aus dem Stelldichein zwischen Muse und Mörser ergebenden Synergieeffekte schon andere für sich entdeckt hatten, die das Entertainment auf den Schlachtfeldern für einige Jahrzehnte in Verruf gebracht hatten (Goebbels hatte es verstanden, scheinbar tendenzlose Unterhaltung als Propaganda für die Kriegspropaganda einzusetzen). „Ein solcher Kuhhandel zwischen Schaugeschäft und Militär ist nicht neu.“ Im Zweiten Weltkrieg hätte es kaum einen deutschen Star gegeben, von Marika Rökk bis La Jana, der an der Front „nicht die Moral der Truppe gestärkt“ habe, zeigt Rodek eine peinliche Parallele auf. Schweiger instrumentalisiert also nicht nur die Bundeswehr und den Afghanistankrieg in eigener Sache als PR-Kulisse – auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière saugt Honig aus dem bizarren Auftritt des Schauspielers. De Maizière sieht sogar den größeren Nutzen für das Militär: „Nicht wir werben für Herrn Schweiger. Sondern Herr Schweiger macht Werbung für die Bundeswehr!“, kann er sein Glück über die Rekrutierung des „Schutzengels“ gar nicht fassen. Rodek würde sich „gern mit dem Minister in ein Kino begeben“ und „dann sein Gesicht betrachten: wenn er den Afghanistan-Rückkehrer Til Schweiger sieht, einen klaren Fall von posttraumatischer Belastungsstörung, von seinen Kriegserlebnissen aufs Furchtbarste geprägt, beziehungsunfähig, mit fatalen Rambo-Tendenzen.“ Und am Ende von „Schutzengel“ würde er ihn fragen, „ob das nun Werbung für die Bundeswehr war“. (14)Dass viele Veteranen der modernen Kriege hochgradig psychisch deformiert sind, einige als tickende Zeitbomben heimkehren und unzählige Morde und andere Gewaltverbrechen verübt haben, wird nicht nur in den USA und Großbritannien, sondern auch in Deutschland verdrängt. Schließlich stehen die deutschen ISAF-, EUFOR- und KFOR-Soldaten auf der Seite des (vorläufigen) historischen Siegers im gerechten Krieg (für Öl, Uran und neue Märkte) gegen „die Hitlers“ dieser Welt. Auch die taz bezieht Stellung im Kampf um die Herzen und Köpfe: „Man macht es sich mit einer Verdammung jeglicher künstlerischen Unterstützung des Afghanistaneinsatzes zu einfach“, findet Kulturredakteur Tim Caspar Boehme. Denn dass „bei einem sofortigen Rückzug die (nicht gerade als Musikliebhaber bekannten) Taliban wieder an die Macht kommen würden, dürfte höchstwahrscheinlich sein“ (15) – bösen Menschen, die keine Lieder kennen, müssen halt die Flötentöne beigebracht werden.Aus den Niederungen der Jagdhorn-Bläsergruppen zum Olymp der SuperstarsZuständig für die Demoralisierung des Feindes, mehr aber für die seelische Erbauung der eigenen Truppen ist das Einsatzführungskommando der Bundeswehr im Sachgebiet „Betreuung im Einsatz“, das seinen Sitz in der Potsdamer Henning-von-Tresckow-Kaserne hat. Von dort aus bucht und organisiert ein vierköpfiges Team die Touren der Stars. Einige der Auftritte werden von den Kameratrupps des Bereiches Dezernat „Einsatzkamera der Operativen Information“, einer eigenen Truppengattung, die für psychologische Kriegsführung zuständig ist, abgefilmt und zu PR-Videos verarbeitet. Die Bundeswehr nutzt mittlerweile nicht nur eigene Medien, wie den 1974 gegründeten und ebenfalls zur Operativen Information gehörenden Truppenbetreuungssender Radio Andernach. Sie verbreitet ihr Propagandamaterial auch mehr und mehr im Web 2.0 über freie Videoportale wie Youtube oder MyVideo. Ein eigenes Budget hat die Sondereinheit Truppenbetreuung offiziell nicht. Laut eigener Auskunft zahlt die Bundeswehr keine Gagen. Sie kommt lediglich für den Transport der wertvollen Fracht und deren Unterhalt an der Front auf. Das könnte der Grund sein, warum die deutschen Soldaten immer noch viel Unterhaltung der Güteklasse B und C, Cover- und Revivalbands, bisweilen gar das Esslinger Polizeiorchester oder eine Jagdhorn-Bläsergruppe über sich ergehen lassen müssen. Über solche vergleichsweise jämmerlichen Bedingungen können ihre Kameraden von der US-amerikanischen Booking United Service Organisation (USO) und der britischen Combined Services Entertainment (CSE) nur mitleidig lächeln. Sie verfügen über schier unbegrenzte Summen und können im Olymp des Showbusiness einkaufen.Geschlossene Front Am 11. September 2001 sind alle Dämme der Zurückhaltung in der Popwelt – seit Woodstock galt sie als pazifistisch – gebrochen und viele, vor allem US-amerikanische Stars üben sich demonstrativ in militantem Westliche-Welt-Patriotismus. Bereits zehn Tage nach der WTC-Tragödie wurde eine stabile Heimatfront geschmiedet: Bei der „Tribute to Heroes“-Gala in New York boten die Troubadoure der „freien Welt“, darunter Bruce Springsteen und U2, den Feinden der Zivilisation musikalisch die Stirn und bekundeten aufrichtigen Durchhaltewillen. Ein einsamer Defätist, der Schauspieler und bekennende Buddhist Richard Gere, handelte sich auf der Bühne für seinen leise geäußerten Wunsch nach „Peace“ deftige Flüche, Buhrufe und Drohungen von einem nach Rache dürstenden und unentwegt „USA!, USA!“ skandierenden Lynchmob ein. 4. Dezember 2001 - Mariah Carey sucht die Nähe zur Truppe - hier in Camp Bondsteel im Kosovo während einer USO-Tour. Bei dem „United We Stand“-Konzert in Washington einen Monat später versprachen  der Veranstalter und der Clear-Channel-Entertainment-Vorstand Brian Becker Präsident Bush offiziell die Unterstützung der Mitwirkenden für die Militärs, weil „die ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren“.  Neil Young, während des Vietnamkrieges noch einer der musikalischen Galionsfiguren der Massendemonstrationen, mittlerweile strammer Republikaner, schickte „Satan“ im November 2001 ein unmissverständliches „Lets Roll“ nach Afghanistan („We‘ve got to get inside there, before they kill somemore“). Mariah Carey und Geri Halliwell ließen sich in den Armen von stiernackigen Elite-Fightern ablichten. Andere zog es direkt ans Tor zur Hölle: Jennifer Lopez forderte in einer US-Basis in Pakistan von einer enthusiasmierten Masse von Soldaten „Let’s get loud“ und tänzelte im Combat-Oufit über die Bühne – „Life is meant to be big fun, you’re not hurting anyone“. Rapper Coolio, Hardrockerin Joan Jett, Reggae-Sänger Shaggy, Soul-Legende Ruth Pointer tourten von Militärstützpunkt zu Militärstützpunkt. Die australische Sängerin Kylie Minogue trat bei den britischen Soldaten in der Golfregion auf. USO organisierte zusammen mit dem Sender MTV das Megaspektakel „For the Troops“ mit Kid Rock und Ja Rule, gesponsert von Multis wie Yahoo und Coca Cola („Coke follows thirst everywhere“) – für die Vermarktung der US-amerikanischen Kriege bildeten große Konzerne, wie Fox Home Entertainment und The Walt Disney Company, eine geschlossene Front.Allgegenwärtigkeit von Militär und KriegIm Spätkapitalismus wird selbst die unmittelbare Kriegserfahrung lückenlos vermarktet und vom Warenkonsum kolonisiert. Wie ein  Tourismusunternehmen sorgen die westlichen Armeen dafür, dass die Kombattanten  nichts vermissen müssen, was sie in ihrer Heimat täglich konsumierten:  Lebensmittel, Zeitschriften, Sportveranstaltungen und eben auch Popmusik.„They sent us Playboy, they gave us Bob Hope.“ (Billy Joel) Auf den modernen Schlachtfeldern habe ein „Durchbruch einer neuen Normalität“ – von dem, „was wir heute Konsumgesellschaft nennen“, stattgefunden, stellen der Kulturwissenschaftler Tom Holert und der Psychologe Mark Terkessidis in ihrer Studie „Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert fest“. (16) Allein deshalb werde die Forderung nach Frieden heutzutage als ebenso gemeingefährlich eingestuft wie die nach Abschaffung der Warengesellschaft, deren Kulturindustrie unentwegt die Aufrüstung des Bewusstseins vorantreibt. Diese ist notwendig, um die Alltagsmoral zu neutralisieren, vor allem die Empathie, den natürlichen Impuls, der Treibstoff für die Genese einer friedlichen menschlichen Gesellschaft ist. Es geht darum, wie es der Theologe Peter Bürger in seiner Analyse der totalitären Militarisierung der Filmindustrie Kino der Angst drastisch ausdrückt, ihren Mitgliedern „die Wahrheit zu verschleiern, dass Krieg Massenmord ist“. (17) Um Feldzüge erfolgreich führen zu können, müssen nicht nur „abgrundtiefer Hass auf den Gegner, eine Lust an der Gewalt und die Hoffnung auf Belohnungen in materieller und ideeller Hinsicht erzeugt, sondern überdies alle eigentlichen Anlässe und Impulse des Krieges verheimlicht werden“, schreibt der Filmkritiker Georg Seeßlen. So werde eine „zweite Wirklichkeit“ geschaffen, die sich durch „eine delirierende, rauschhafte Wahrnehmung der Geschehnisse ausdrückt“. Diese wiederum korrespondiere mit einer gesteigerten Produktion von Unterhaltung und Show-Bbusiness. (18) Popmusik, die von ihrer Anlage her sensualistisch-berauschend ausgerichtet ist, hat das Potenzial,  –  eingebettet in Mythen –  Kulte um ihre Stars, die Fetischisierung des Krieges und seiner Symbole zu fördern. Denn eine gesteigerte Wahrnehmung ist mit der Überbewertung von Details, mit der Fetischisierung von Objekten verbunden. So entsteht ein Teufelskreis, der keine Opposition und kein Außen mehr zulässt. Dieser Eindimensionalisierungsprozess hat längst die Gegen- und Subkultur erfasst. Viele ihrer Repräsentanten begnügen sich inzwischen nicht mehr damit, sich des Einspruches gegen Krieg und Militarismus zu enthalten. Nicht selten fungieren Musiker, die sich der Independentszene zuordnen, als (objektive) Verbündete der politischen Klasse und Rüstungsindustrie. Die Punkband The Vandals „rockte“ 2004 die US-amerikanischen Besatzungstruppen im zerbombten Irak und heizte die Stimmung mit Slogans wie „Come Out Fighting!“ an. Deutsche Musikmagazine und -Internetportale wie Spex und Beatpunk, die für sich mit den Attributen „kritisch“ und „unkommerziell“ werben, diffamieren Kriegsgegner und Antiimperialisten als „antiamerikanisch“ und „antisemitisch“.Die Elektropunkband Egotronic huldigt nicht nur der Spaßgesellschaft und dem neoliberalen Mythos vom „freien Individuum“ – das in Wahrheit eine lethargische Geldmonade ist, deren Freiheit nichts anderes als die Freiheit des Konsumenten ist – und Ziemlich Mainstream: Auch die Elektro-Subkultur hat den Militarismus für sich entdeckt (Plakat der Berliner Kombo Egotronic) verteufelt den ausgemachten Feind, das (sozialistische) Kollektiv. Egotronic unterstützt auch, ganz auf Linie der Merkel-Regierung (die eisern an der Adenauer-Doktrin des „Whitewashing of the Yellow Badge“ festhält, wie der Historiker Frank Stern die wahre Motivation des postnazistischen Deutschland für seine bedingungslose Solidarität mit Israel nannte), aus sicherer Entfernung die Kriegs- und Besatzungspolitik des „gelobten Landes“: Es „bleibt nichts anderes übrig, als da einzumarschieren und zurückzuballern“, feuerte die Band 2008 die Operation „Cast Lead“ der israelischen Armee im Gaza-Streifen im Radio an. (19) Außerdem findet Egotronic-Frontmann Torsun, der Friedenspolitikerin Inge Höger, die das Gemetzel kritisiert hat, fehle „ein Einschussloch in der Stirn“ und widmete ihr den Song „Hetzjagd auf Nazis“ – ein unmissverständlicher Aufruf an seine ergebene Fangemeinde. (20)„Noch nie gab es eine solche Allgegenwärtigkeit von Militär und Krieg“, so die bittere Diagnose von Peter Bürger.  (21) Auf dem Wege der Kulturindustrie vollziehe sich eine „quasi-spirituelle Gleichschaltung“ der westlichen Gesellschaften, die eine „Ruhigstellung menschlicher Lebendigkeit durch Banalität und Konsum“ und eine Haltung zeitige, die Krieg ganz unbekümmert mit Spaß und Unterhaltung in Verbindung bringe.  (22) Wird der Ausnahmezustand, in dem die Waffen sprechen, zur Regel, dann schweigen die Musen nicht – sie stimmen lieber ein in den „eintönigen Gesang der Granatbahnen“ (Ernst Jünger). Faschisierungsprozesse machten sich nicht nur durch die Ausbreitung autoritärer Denk- und Verhaltensmuster bemerkbar, hatte der marxistische Philosoph Walter Benjamin 1935 vergeblich gewarnt, sondern auch durch totalitäre (Massen-)Kulturkonzepte – eine „Ästhetisierung der Politik“, durch die die Selbstentfremdung der Menschen jenen Grad erreicht, „der sie ihre eigene Vernichtung als ästhetischen Genuss ersten Ranges erleben lässt“. Anmerkungen und Quellen(1) http://www.youtube.com/watch?v=Ny_s9enQ3_M(2) http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Arti kel/2010/06/2010-06-28-eine-extrem-intensive- zeit.html?__site=Mauerfall(3)  Bundeswehr Berichterstattung zum Frontbesuch von Kurt Krömer(4) Den Impuls für dieses Engagement hatte Katzenbergers Management offenbar von SPD-Chef Sigmar Gabriel bekommen. Der hatte 2010 gegen die ebenso glamouröse wie durchinszenierte Afghanistan-Reise des damaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Gattin und dem Talkmaster Johannes B. Kerner kurz vor Weihnachten polemisiert. Es fehle nur noch der Truppenbesuch von Daniela Katzenberger, lästerte Gabriel. „Da hätten wenigstens die Soldaten was davon.”(5) http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebers icht/Katzenberger-darf-nicht-zu-Soldaten-nach -Afghanistan(6) http://www.youtube.com/watch?v=0PffBKWsiwE(7) http://www.youtube.com/watch?v=MtnQjOwOO1Y(8 ) Indiepedia Artikel Als Gunter Gabriel sich mit Eisleben anlegte und Adolf Noise einen Song daraus machte(9) Gunter Gabriel, Es steht ein Haus im Kosovo. Der K-FOR Song. Limitierte Auflage, Hamburg 2000(10) Bundeswehr Bericht: Paul Kalkbrenner sorgt für gute Stimmung(11) http://www.n24.de/mediathek/krieg-in-afghanis tan-im-gespraech-ralf-moeller-action-star_148 25.html(12) http://www.youtube.com/watch?v=UlcaEC1Vh6E(13 ) http://www.tagesspiegel.de/kultur/truppenbetr euung-good-morning-afghanistan/3621876.html(1 4) http://www.welt.de/kultur/kino/article1093062 74/Ein-Fall-von-posttraumatischer-Belastungss toerung.html(15) http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?r essort=ku&dig=2011%2F02%2F05%2Fa0032&cHash=ce 98ce4c136cc1cc3ac718292aa009f5(16) Tom Holert, Mark Terkessidis, Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert, Köln 2002, S. 30(17) Peter Bürger, Kino der Angst. Terror. Krieg und Staatskunst aus Hollywood, Stuttgart 2005, S. 12(18) Georg Seeßlen, Von Stahlgewittern zur Dschungelkampfmaschine. Veränderungen des Krieges und des Kriegsfilms, in: Kino und Krieg. Von der Faszination eines tödlichen Genres, Frankfurt a. M. 1989, 19f.(19) http://www.podcast.de/episode/1167573/Bandint erview%20Egotronic(20) http://torsun.blogsport.de/2011/06/08/sehr-ge ehrte-die-linke/(21) Peter Bürger, Kino der Angst. Terror. Krieg und Staatskunst aus Hoolywood, Stuttgart 2005, S. 13(22) Ebenda, S. 18  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
24x
yasni 23.04.13  +  

Zehn Jahre Agenda 2010: Auf dem Weg nach unten

Hartz IV brachte die Armut in die Mitte der Gesellschaft und vertiefte die Spaltung zwischen Arm und Reich. Die Agenda 2010 hat letztlich nur gezeigt, wie schnell es für Menschen abwärts gehen kann - auch wenn sie zum Jubiläum wochenlang gefeiert wurde. Ein Gastbeitrag von Christoph Butterwegge Jubiläen sind dafür berüchtigt, dass die Gratulanten es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen. Schließlich gilt es, den Jubilar mit Komplimenten zu überhäufen und ihn angesichts seiner Hochleistungen glänzen zu lassen. So war es auch vor drei Wochen, als sich Gerhard Schröders unter dem Titel "Agenda 2010" bekannt gewordene Regierungserklärung zum zehnten Mal jährte. Angesichts der von sämtlichen Agenda-Befürwortern hervorgehobenen Triumphmeldungen auf wirtschaftlichem Gebiet ist die Legende fast schon zum Gemeinplatz geworden, Schröders Reform sei die Mutter der heutigen Erfolge der Bundesrepublik auf dem Weltmarkt. Dabei hatte Deutschland, als Schröder seine Agenda-Rede hielt, die USA bereits als Exportweltmeister abgelöst. Erst im Krisenjahr 2009 fiel es hinter China wieder auf den zweiten Platz zurück. "Europas kranker Mann", wie vielfach behauptet, war die Volkswirtschaft der Bundesrepublik jedenfalls nie, sondern immer die stärkste des Kontinents. Zwar ist die Zahl der Erwerbstätigen gestiegen und die der registrierten Arbeitslosen zurückgegangen, seit das Reformprogramm wirksam wurde. Das war allerdings hauptsächlich der anziehenden Weltkonjunktur zu verdanken. Außerdem wurden Stellen aufgespalten, weshalb das Arbeitsvolumen gar nicht zunahm, und mehr Frauen kehrten als Teilzeitkräfte in den Beruf zurück. Selbst wenn die im Vergleich zu anderen europäischen Volkswirtschaften größere Krisenresistenz der Bundesrepublik tatsächlich auf die Agenda-Politik zurückginge: Der Preis wäre zu hoch, den das Land und vor allem seine unterprivilegierten Bewohner dafür zahlen müssen. Besonders für die Bezieher niedriger Einkommen sind die Reallöhne gesunken. Unter dem Trend zur Prekarisierung von Arbeits- und Lebensbedingungen leidet die Qualität der Jobverhältnisse: Millionen Menschen haben kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, das ihnen Schutz vor elementaren Lebensrisiken bieten würde. Sofern dieser gegeben ist, leisten sie vielfach nur Leiharbeit oder befinden sich in (Zwangs-)Teilzeit. Drohkulisse und Disziplinierungsinstrument Neben der Agenda 2010 ist Hartz IV die Chiffre für den tiefsten Einschnitt in das deutsche Sozialmodell seit 1945. Dass die Gesamtzahl der Transferleistungsempfänger zuletzt ebenso abgenommen hat wie die relative Höhe der Zahlbeträge, liegt nicht etwa an einem Rückgang der Armut beziehungsweise der materiellen Bedürftigkeit, sondern primär an den durch die Agenda-Reformen drastisch verschärften Voraussetzungen, Kontrollen und Repressalien der Jobcenter und Sozialämter. Sowohl die Agenda 2010 als auch Hartz IV als ihr Herzstück fungierten als Drohkulisse und Disziplinierungsinstrument. Unterschlage n werden meist die psychosozialen, gesundheitlichen und soziokulturellen Folgen der Reformagenda. Es verletzte das Gerechtigkeitsempfinden der Mehrheit, dass jahrzehntelang tätige Arbeitnehmer nach einer kurzen Schonfrist auf das Fürsorgeniveau von Menschen herabgedrückt wurden, die noch nie gearbeitet haben. "Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt" Die hierfür von Gerhard Schröder gegebene Begründung, die "Zusammenlegung" von Arbeitslosen- und Sozialhilfe (auf dem Niveau der letzteren) solle Arbeitswillige von den Arbeitsscheuen trennen, musste ihnen als Hohn erscheinen. Denn nicht bloß fehlten damals die erforderlichen Stellen. Mit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe wurde auch das für den Wohlfahrtsstaat bis dahin konstitutive Prinzip der Sicherung des Lebensstandards außer Kraft gesetzt. Das als Ersatz eingeführte Arbeitslosengeld II orientiert sich nicht mehr am früheren Nettoverdienst eines Langzeitarbeitslosen. Es lässt vielmehr selbst Angehörige der Mittelschicht wie Facharbeiter und Ingenieure, wenn sie nicht bald wieder eine neue Stelle finden, nach einer kurzen Schonfrist auf das Sozialhilfe-Niveau abstürzen. Aus der Sozialhilfe wurde auch das für Hartz IV typische Konstrukt der "Bedarfsgemeinschaft" entlehnt. Dieses ermöglichte es, Einkommen und Vermögen von Personen, die mit dem Antragsteller weder verwandt noch ihm zum Unterhalt verpflichtet sind, aber mit ihm in einer Wohnung leben, bei der Prüfung von Bedürftigkeit anzurechnen. Das rigidere Arbeitsmarktregime erhöht auch den Druck auf Belegschaften, Betriebsräte und Gewerkschaften, niedrigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. So ist es zu einem Haupteinfallstor für Erwerbs- und die ihr zwangsläufig folgende Altersarmut geworden. Armut, in der Bundesrepublik lange Zeit eher ein Randgruppenphänomen, drang durch Hartz IV zur gesellschaftlichen Mitte vor. Ein Fahrstuhleffekt, bei dem alle Gesellschaftsschichten gemeinsam nach oben fahren, blieb aus. Stattdessen gibt es einen Paternostereffekt: Während die einen nach oben fahren, fahren die anderen zur selben Zeit nach unten. Letztlich hat das Reformprogramm die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich vertieft. Denn niedrige Löhne ermöglichten hohe Gewinne. Außerdem entlastete die Steuerreform, die Bestandteil der Agenda 2010 war und in ihrer verteilungspolitischen Bedeutung oft unterschätzt wird, vornehmlich Kapitaleigentümer und Spitzenverdiener. Leistung und Konkurrenz im Mittelpunkt Neben schmerzhaften materiellen Einschnitten für Millionen Menschen brachte die Agenda-Politik auch schwere mentale Wandlungsprozesse mit sich. Sie verschlechterte das soziale Klima und beeinträchtigte die politische Kultur der Bundesrepublik. Erwerbslose, Arme und ethnische Minderheiten stoßen auf noch größere Ressentiments, wohingegen Markt, Leistung und Konkurrenz zentrale Bezugspunkte der Gesellschaftsentwicklung geworden sind. Heute findet die Maxime "Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt" erheblich mehr Widerhall als zu einer Zeit, da man die SPD noch für die Interessenvertreterin der kleinen Leute hielt. Überhaupt ist die Distanz zwischen Regierenden und Regierten erheblich gewachsen, weil von den Reformen unmittelbar Betroffene nicht ohne Grund befürchten, mit ihren Interessen und Bedürfnissen im Parlament nicht (mehr) vertreten zu sein. Dies kann, wenn dem nicht politisch begegnet wird, zu einer Krise der Demokratie führen. Das Ziel der Agenda 2010, Deutschlands ökonomische und politische Vormachtstellung in Europa zu sichern, wurde erreicht. Umso leichter müsste es der Bundesrepublik fallen, mehr als bisher für die Verlierer der Reformpolitik zu tun. Statt nach einer Agenda 2020 zu rufen, wie es viele Gratulanten taten, sollte man daher den sozialen Ausgleich und Zusammenhalt ins Zentrum aller Bemühungen rücken. http://www.sueddeutsche.d e/politik/zehn-jahre-agenda-auf-dem-weg-nach- unten-1.1638856
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
23x
yasni 23.04.13  +  

Die Würde des Menschen ist unauffindbar (Stefan Selke)

Zur Reise eines öffentlichen Soziologen durch das Land der Tafeln und Suppenküchen Was haben der Genfer See, Castrop-Rauxel, ein Sammellager für Asylbewerber in Bayern, eine Suppenküche in Thüringen und ein Sozialkaufhaus an der belgischen Grenze gemeinsam? Es sind Stationen innerhalb der Entstehungsgeschichte des Buches Schamland - Die Armut mitten unter uns, das am 12. April erscheint. 20 Jahre Tafeln und keine Fakten Die Entwicklung der Tafeln ist Ausdruck eines schleichenden gesellschaftlichen Wandels. 1993 wurde die erste bundesdeutsche Tafel in Berlin gegründet. Die Adressaten der damals noch "Mahlzeitnothilfen" genannten Einrichtungen waren zunächst wohnungslose Menschen. Erst einige Jahre später gründete sich der Bundesverband Deutsche Tafel e.V., der heute als die Lobbyvertretung der "Markentafeln" gilt. Schamland beschreibt die Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Im Mittelpunkt steht dabei die Tafelbewegung, die gerade ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Kaum ein anderes zivilgesellschaftliches Phänomen rückte in den vergangenen Jahrzehnten stärker ins öffentliche Bewusstsein, wobei die Tafelbewegung weitgehend unkritisch gesehen und meist als Erfolg gefeiert wird. Grund genug, einige liebgewonnene Mythen zu hinterfragen. Die Erforschung der Tafeln erfolgte bislang weitgehend anhand qualitativer Fallstudien. Repräsentative quantitative Strukturdaten fehlen noch immer. Diese Lücke kann von den selbstgemachten "Tafelumfragen" des Bundesverbandes nicht geschlossen werden. Auch wenn der Bundesverband immer wieder eindrucksvolle Zahlen über die Anzahl der Tafelnutzer veröffentlicht - diese Zahlen basieren auf intransparenten Hochrechnungen und dienen eher der Legitimation der Tafelbewegung als der sachgerechten Information der Öffentlichkeit. Diese aber wird immer stärker angezweifelt, denn erste Forschungsprojekte stellen Paradoxien, Dissonanzen und Folgekosten für die Betroffenen und die Gesellschaft insgesamt heraus.   Soziologie im Außendienst Auch 20 Jahre nach Gründung der ersten Tafel durch Sabine Werth in Berlin sind die Wissenslücken über Tafeln in Medien und Öffentlichkeit noch gravierend. Meist lassen sich Journalisten und Leser von der offiziellen PR-Perspektive abspeisen. Wer sich gegen die affirmative und scheinbar selbstverständliche Sichtweise der Tafeln stellt, muss lernen, dicke Bretter zu bohren. Zudem wird die öffentliche Debatte zumeist aus der Perspektive freiwilliger Helfer und der Anbieter von Tafeln geführt. Immer häufiger fiel mir auf, dass die Menschen, um die es eigentlich geht, keine Stimme haben. Man sprach über sie, nicht mit ihnen. Als Verfechter einer pluralistischen Gesellschaftsordnung wollte ich diese Definitionshoheit der Tafeln und ihrer Anhänger brechen. Dafür war es unerlässlich, dass ich mich direkt mit den betroffenen Menschen traf - abstraktes Wissen hilft an dieser Stelle nicht weiter. Das war der Beginn meiner "Soziologie im Außendienst", einer Reise in Etappen durch das Land der Tafeln, Sozialkaufhäuser und Suppenküchen. Zwischen 2009 und 2012 reiste ich von Castrop-Rauxel bis nach Berlin, von München bis nach Cuxhaven. Ich besuchte Tafeln, Suppenküchen, Kleiderkammern, Möbelshops, Sozialkaufhäuser und Wärmestuben in vielen Teilen des Landes. In meiner vorlesungsfreien Zeit war ich immer wieder für zwei oder drei Wochen unterwegs, um ein Buch ganz konsequent aus der Perspektive von Armutsbetroffenen zu schreiben. Stefan Selke Erzählerische Wahrheit Während meiner Reise erkannte ich, dass ich den Anspruch auf Objektivität über Bord werden muss, wenn ich meinen Gesprächspartnern gerecht werden wollte. Ich hörte Lebensgeschichten, die sich in aller Unterschiedlichkeit in einem Punkt glichen: Leben ist nicht das, was man erwartet, sondern das, was passiert. Ich akzeptierte, dass zum Verständnis des Schamlands nicht Realismus, sondern erzählerische Wahrheiten beitragen. Ich erkannte, dass die wesentlichen Fragen und Antworten in dieser Welt nicht an Fakten und Beweisen, sondern an Biografien und Geschichten hängen. Und diese Geschichten folgen alle einer ähnlichen Dramaturgie: Für viele ist Hartz-IV die existentielle Entlassungsurkunde aus der Mehrheitsgesellschaft. Früher oder später überschreiten sie eine magische Grenze, hinter der sich die Tafeln als vermeintlich letzte Lösung aufdrängen. Gerne werden deshalb Hartz-IV-Empfänger von Behörden auf die Tafeln verwiesen. Doch allein beim Gedanken an eine Tafel legen die meisten einen inneren Schalter um. Das eigene Leben rattert durch die imaginäre Rechenmaschine des sozialen Vergleichs. Am Ende wird ein tristes Ergebnis ausgespuckt: versagt! Die Tafeln mögen ein logistisches Erfolgsmodell sein, weil sie es schaffen, Lebensmittel von A nach B zu transportieren und auszugeben. Aber trotz all dieser Bemühungen wird konsequent übersehen, dass Tafeln zu einem Symbol des sozialen Abstiegs geworden sind, das den gesellschaftlichen Misserfolg derjenigen schonungslos offenlegt, die bei Tafeln euphemistisch "Kunden" genannt werden. Und diese Menschen überlegen sich dann, was eigentlich mit ihnen passiert ist. Immer wieder hörte ich diese Klage: Wir stehen vor der Tafel, aber wir stehen auch vor dem Abgrund unseres eigenen Lebens. So haben Tafeln für viele einen bitteren Beigeschmack, denn das dort Erlebte wiegt das Erhaltene nicht auf. Bei Tafeln haben viele das Gefühl, nicht im Mittelpunkt zu stehen, sondern eher im Weg. Tafeln sind schambesetzte Stressräume, in denen um kleinste Gaben konkurriert wird. Sozial ist das alles nicht. Sozial ist etwas, auf das ein Anspruch besteht. Almosen sind, auch bei aller Freundlichkeit und Nettigkeit, gerade nicht sozial. Letztlich sind Tafeln eine wirtschaftliche und politische, aber keine soziale Lösung. Tafeln sind nichts anderes als gesellschaftlich arrangierte Bedürftigkeit. Sie sind Verharmlosungsagenturen, die nicht für Gerechtigkeit sorgen, sondern das Bedürfnis nach Verdrängung bedienen.   Wütende Wissenschaft Der große Philosoph John Searle bietet eine fast perfekte Anleitung zur Öffentlichen Soziologie: "Wenn du es nicht klar sagen kannst, verstehst du es selbst nicht; und wenn du es im Rahmen öffentlicher Debatten nicht erfolgreich verteidigen kannst, solltest du es nicht veröffentlichen." Das auf meiner Reise Gesehene und Gehörte machte mich zu einem wütenden Wissenschaftler, der die Öffentlichkeit sucht. Denn mich schmerzte diese fehlgeleitete Energie bei Tafeln. Wenn etwa die Tafel in Singen eine eigene Nudelfabrik aufbaut und damit das Almosensystem verstetigt, anstatt sich überflüssig zu machen. Unsere Demokratie leidet zunehmend unter den Grenzverschiebungen zwischen einer Ökonomie der Schmeichelei und einer Ökonomie des Mitleids. Ich wollte mich aber nicht der scheinbaren Überlegenheit eines normativen Optimismus' beugen, der in freiwilligem Engagement und immer neuen Kampagnen sowie kreativen Marketingideen die allumfassende Lösungsformel für die soziale Frage sieht. Bild: © Stefan Selke Krisenbewusstsein gehört zum grundlegenden Handwerkzeug eines Soziologen. Dabei mache ich mir - anders als diejenigen, die das sog. Werturteilspostulat naiv auslegen - durchaus die von Max Weber geforderten Gedanken darüber, "wo der denkende Forscher aufhört und der wollende Mensch anfängt". Wie aber schreibt man über Armutserfahrungen zwischen den Polen objektiver Forschung und subjektivem Veränderungswillen? Aldous Huxley unterschied folgendermaßen: "Die Literatur macht Aussagen über eher private Erfahrungen, die Wissenschaft über intersubjektiv zugängliche Erfahrungen." Wissenschaft versuche in formalisierter Sprache verbindliche Definitionen auszudrücken, Literatur hingegen solle das Unwiederholbare sprachlich artikulieren. Warum aber müssen dies eigentlich immer noch zwei getrennte Sphären sein? Ich wollte auf die polierte Optik überflüssiger Sprachspiele verzichten, um Menschen zu erreichen. Mir ging es darum, die mit Tafeln verbundenen Eigendynamiken des gesellschaftlichen Wandels offen zu legen und in Zeiten grassierender Markttyrannei das Soziale im Interesse der Humanität zu verteidigen. Und das in einer Sprache, die sich an alle richtet. Der Ethnologe und Schriftsteller Hubert Fichte schreibt in seinen Ketzerischen Bemerkungen für eine neue Wissenschaft vom Menschen: "Die Sprache des wissenschaftlichen Weltbildes hat sich die Welt ähnlich gemacht, und die Verkrüppelung unserer Welt." Dieser Verkrüppelung durch Glasperlenspiele und Fremdwortakrobatik wollte ich nicht länger Vorschub leisten. Ähnlich wie für die Ethnologie gilt auch für meine Herkunftsdisziplin die Frage: Warum verleugnet die Soziologie ihre ästhetischen Möglichkeiten? Als öffentlicher Soziologe begebe ich mich damit auf eine Gratwanderung. Soziologie öffentlich und für die Öffentlichkeit zu betreiben, ist in letzter Zeit unmodern geworden, trotz einer zarten, aus den USA kommenden, Diskussion über eine "public sociology", die sich (so der Hauptvertreter Michael Burawoy) auch in politische Debatten einmischen solle. Genau das ist der Kern meiner öffentlichen Soziologie, der Drang, mich einzumischen und Haltung zu zeigen. Meine Soziologie ist eine wütende Wissenschaft. Sie nimmt die Sorgen und die Sprache der Menschen ernst. Die Nationale Armutskonferenz forderte in einem Positionspapier, dass Armen eine Stimme gegeben werden müsse. Im Buch Schamland kommen sie zu Wort.   Der Chor der Tafelnutzer Ich wollte die vielen Gespräche in eine angemessene ästhetische Form bringen und nicht nur für fachwissenschaftliche Interpretationsmodelle nutzen. Ich wusste nur nicht wie. Ich experimentierte und entdeckte das Stilmittel des vielstimmigen Chors, während ich Mozarts Ascanio in Alba hörte (dort singt immer wieder ein Chor). Von den vielen isolierten "Ichs", die ich persönlich getroffen hatte, ging ich ohne Umwege zum verbindenden "Wir" über. Der dadurch entstandene Chor ist eine Gemeinschaft von Betroffenen. Dieser Chor schildert die sich immer wieder gleichenden Erlebnisse von Tafelnutzern, indem Einzelerfahrungen überlagert, verstärkt und kontrastiert werden. Er setzt sich aus über 500 direkten Zitaten zusammen, die so unverändert wie möglich im "O-Ton" übernommen wurden. Es galt, das subjektive Erleben der Armutsbetroffenen zu objektivieren und zu einem großen Ganzen zu montieren. Oder, wie Walter Kempowski es nannte: "Wind ist nur am Kornfeld darzustellen, nicht am einzelnen Halm."   Kernthesen Schamland ist ein exemplarischer Blick in den unverstellten Rückspiegel der eigenen Gesellschaft. Es zeigt die Hinterbühne eines reichen Landes aus der Sicht der Menschen, die arm sind inmitten von Reichtum. Die Kernthese des Buches ist, dass Tafeln die Ersatzprogrammatik im sich schleichend auflösenden Sozialstaat sind, das moralische Nadelöhr der Gegenwartsgesellschaft. So charmant die Tafelidee auf den ersten Blick wirkt, so problematisch sind Tafeln. Sie sind weder sozial noch nachhaltig. Wenn Freiwillige Verantwortung in hoheitlichen Bereichen (Existenzgrundlage, Teilhabe) übernehmen, droht bei den politisch Handelnden der Sorgereflex zu erschlaffen. Durch Freiwilligkeit werden soziale Schutzfunktionen des Staates immer weiter von einer öffentlich-rechtlichen in eine privat-ehrenamtliche Sphäre verlagert. In dieser Sphäre werden Bürgerrechte durch personelle Abhängigkeiten und Schutzgarantien durch Willkür ersetzt. Bild: © Stefan Selke In den letzten 20 Jahren ist dabei etwas entstanden, das ich übergreifend Armutsökonomie nenne. Armutsökonomien verwalten das Soziale nach ökonomischen Kriterien, nicht nach sozialen. Der armutsökonomische Markt zeichnet sich dadurch aus, dass Dritte dort von der Armut Anderer profitieren und dies als "Engagement" ausweisen können. Tafeln spielen in diesem Markt eine Vorreiterrolle. Sie unterliegen einer Dauersynchronisation zwischen den Interessen der Politik, der Wirtschaft, der Medien sowie ihren eigenen Interessen. Tafeln optimieren ihren Claimholder-Value vor allem zum Nutzen von Unternehmen und deren Corporate-Social-Responsibility-Maßnahmen. P roblematisch ist nur, dass die für die Lebensmittelindustrie imagefördernde und kostensparende Entsorgung von Lebensmittelüberschüssen an Tafeln weder das Überschuss- noch das Armutsproblem ursächlich löst. Die Lebensmittelkonzerne und weitere Unterstützer erkaufen sich mithilfe der liebgewonnenen Tafeln lediglich Ruhe, damit sie ihrem Kerngeschäft, der Gewinnmaximierung, nachgehen können. "Social Washing" in Zeiten inszenierter Solidarität. Die Tafelbewegung selbst operiert umgekehrt immer mehr nach selbstbezüglichen und marktähnlichen Eigenlogiken. Tafeln schützen sich vor Kritik von außen. Sie verbreiten sich expansiv und monopolitisch. In den 1960ern hieß es bei konkurrierenden Freiwilligen Feuerwehren: "Das ist unser Feuer!" Bei den Tafeln, die sich im "Bundesverband Deutsche Tafel e.V." zusammen gefunden und gegen "wilde Tafeln" anklagen, klingt es ähnlich: "Das sind unsere Armen" (so ein Tafelvertreter auf einer Podiumsdiskussion). Sie nennen es Gebietsschutz. Insgesamt krankt die Tafelbewegung - in weiten Teilen - an ihrer überheblichen Selbstverabsolutierung innerhalb einer Gesellschaft des Spektakels. Die Helfer sind dabei mit der moralischen Pose ausgestattet, immer das Richtige zu tun; sie werden angetrieben vom Gefühl ihrer eigenen Wichtigkeit und sind vor Kritik geschützt durch ihre Lobby und das Lob aus der Politik. Am Ende wird soziales Engagement zur Sinnsuche, Sozialpolitik zur Show und Bürgerechte werden durch das Surrogat der Almosen ersetzt.   Ach ja, und der Genfer See? Die Tafeln geraten immer stärker in den Fokus von Menschenrechtsorganisationen. Die Menschenwürde wird durch zahlreiche Erfahrungen bei Tafeln beschädigt - dieses Bild zeigte ich mir auf meiner Reise eindrücklich. Das Menschenrecht auf soziale und kulturelle Teilhabe ist offensichtlich in Deutschland ebenso beschädigt, wenn Bürgerinnen und Bürger mit Sachleistungen abgespeist werden. Almosen sind keine angemessene Kompensation für Rechte. Im März 2013 hatte ich Gelegenheit auf einem "Side Event" bei der UNO in Genf zu Tafeln und Menschenrechten zu sprechen. Nimmt man eine globale Perspektive ein, so wird die Paradoxie von Armut im Reichtum schlagartig evident. Vertreter der Länder des Südens können nicht verstehen, welche Rückentwicklung in ein vormodernes Almosensystem in den letzten 20 Jahren in Deutschland vor sich ging, während im Süden Armut bekämpft und Teilhabe verbessert wurde. Die Welt steht Kopf.   Wie geht es weiter? Ein Ende der Tafelbewegung durch geplante Selbstauflösung ist nicht in Sicht. Die immer wieder bemühte Rhetorik von der eigenen "Überflüssigkeit" erweist sich lediglich als Ritual. Praktisch ist vielmehr ein hoher Verstetigungs- und Institutionalisierungsgrad ersichtlich - die Tafeln sind zu einem System geworden. Sie sind weder eine soziale noch eine ökologische Bewegung, auch wenn sie dies auf ihrer Pressekonferenz in Berlin am 23. April verkünden werden. Sie haben kein Ziel, dass auf Veränderung und Transformation zielt, sie setzen lediglich immerzu das Gleiche fort. Sie "retten" Lebensmittel, aber sie bekämpfen keine Armut. Das "Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln" verfügt über Veränderungswillen und eine Inklusionsformel, die von immer mehr Menschen als attraktiv eingestuft wird. Immer mehr Betroffenenverbände, Armutsnetzwerke, Wohlfahrtsverbände, Menschenrechtsorganisationen und kritische Beobachter treten dem im Frühjahr 2012 gegründeten Bündnis bei. Die Liste der Unterstützer wächst. Unter dem Motto "ARMGESPEIST - 20 Jahre Tafeln sind genug!" fordert das (von mir im Kontext meiner Öffentlichen Soziologie mitbegründete) Aktionsbündnis eine aktive Rolle des Staates in der Armutsbekämpfung anstatt weiterhin Ehrenamtliche als "freiwillige Armenverwaltung" zu instrumentalisieren. Der Boom der Tafeln zeigt, dass das soziokulturelle Existenzminimum mit der derzeitigen Mindestsicherung (ALG II/Grundsicherung) nicht gedeckt ist. Daher fordert das Bündnis eine armutsvermeidende, existenzsichernde und bedarfsgerechte Mindestsicherung, die soziale und kulturelle Teilhabe ermöglicht und sich an der Lebenswelt und den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert. Das Aktionsbündnis integriert dabei neue Formen öffentlicher Soziologie. Die Kernkritik wurde im Stil von Culture Jamming in drei kurzen Videoclips komprimiert, die zusammen mit Studierenden der Fakultät Digitale Medien der Hochschule Furtwangen produziert wurden. Der erste Clip "20 Jahre Tafeln sind genug" thematisiert die Instrumentalisierung der Ehrenamtlichen durch die Politik. Der zweite Clip "Sozialstaat statt Almosen" zeigt, dass soziale Gerechtigkeit zu besserem Schlaf führt. Und der dritte Clip "Armut bekämpfen statt Armut lindern" fasst das Problem der Tafeln, den schleichenden Ersatz von Bürgerrechten, noch einmal zusammen. Das Bündnis veranstaltet vom 26.-28. April 2013 ein Aktionswochenende in Berlin. Geboten wird ein Programm, bestehend aus einer Protestaktion am Brandenburger Tor, einer Podiumsdiskussion mit Prominenten, einer Stadtrundfahrt zur Berliner Armutsindustrie, Kabarett, Theater. Am Samstag, den 27. April findet um 17:30 eine Lesung zum Buch Schamland. Die Armut mitten unter uns" statt. Hier kann man schon mal reinlesen. Prof. Dr. Stefan Selke ist Soziologe und vertritt das Lehr- und Forschungsgebiet "Gesellschaftlicher Wandel" an der Hochschule Furtwangen. Er leitet u.a. das Forschungsprojekt "Tafel-Monitor" und ist Mitbegründer des Kritischen Aktionsbündnisses 20 Jahre Tafeln. Telepolis > Politik http://www.heise.de/tp/artikel/38/38915/1.h tml
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
22x
yasni 23.04.13  +  

Arm trotz Arbeit -- Reichtum durch Armut

Obwohl die Hartz-Gesetze als Wundertüte für Beschäftigung verkauft werden, haben sie sich als massives Druckmittel auf den Arbeitsmarkt erwiesen. Damit fungieren sie bestens als Zubringerdienst für die Wirtschaft, die sich nicht scheut mieseste Löhne zu zahlen. Agenda 2010 und Hartz-Gesetzgebung haben den Niedriglohnsektor aufgebläht, die Leiharbeit ausgeweitet, prekäre Beschäftigung für viele zur Normalität gemacht. Agenda 2010 und Hartz-Gesetze sind für die Unternehmen eine "Erfolgsgeschichte", für die meisten Menschen jedoch eine Armutsfalle.   Angst um den Arbeitsplatz und vor gesellschaftlichem Abstieg sind die Druckmittel, die Arbeitgeber für zunehmende Erpressung nutzen. Chronische Krankheiten sowohl bei Beschäftigten als auch bei Erwerbslosen haben deutlich zugenommen (Streßerkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Depressionen ect.). Weil jede und jeder wegen drohender Erwerbslosigkeit erpreßbar ist, kann Arbeitskraft immer drastischer schlecht entlohnt werden, und das Kapital schöpft immer schamloser die Profite ab. Darin besteht der Zusammenhang von Erwerbslosigkeit und prekärer Beschäftigung. Deshalb wird auch die Behandlung von Erwerbslosen in einer Weise praktiziert, daß sie sich möglichst demütigend auswirkt: Willkür, Sanktionen, falsche Bescheide, unsinnige Maßnahmen, und die als "Joboffensive" beschönigte Verfolgungsbetreuung.   Immer wieder schaffen es skandalöse Vermittlungsversuche in die Medien. Vom "Verschenken" Erwerbsloser auf dem Weihnachtsmarkt als Reinigungskräfte bis zur Vermittlung in Sexarbeit reicht die menschenverachtende Palette. Ein besonderer Skandal ist aber der permanente Zwang in schlecht entlohnte Arbeit mit schlechten Arbeitsbedingungen und vorprogrammierter Armut besonders im Alter.   Die etablierten Parteien (CDU/CSU, SPD und Grüne) setzen es um, und die Gewerkschaften setzen dem nichts entgegen. Ja, sie ziehen teilweise sogar mit, in dem sie eigene Niedriglohnsektoren dulden. So schaffen Agenda 2010 und Hartz-Gesetze planmäßig die Entrechtung und Armut der Erwerbslosen und NiedrigverdienerInnen - und vergrößern deren Entrechtung systematisch weiter. Die gesellschaftliche Spaltung wächst rapide. Damit muß endlich Schluß sein!
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
20x
yasni 18.04.13  1  

Verzweifelte Zuschrift an die Bremer Montagsdemo

Hier meine Erfahrungen mit Hartz IV und dem sogenannten Jobcenter (das eigentlich falsch bezeichnet ist). Nach über zwölf Jahren ungerechtem, undankbarem Leiharbeiterdasein (ohne equal pay) durfte ich als 58-jähriger hoch qualifizierter Ingenieur schuldlos und unverdient auch als Bedürftiger die noch undankbarere Hartz-IV-Armutsfalle erleben, wo ich nach über 35 Berufsjahren mit allen Arbeitslosen gleichgestellt werde. Das von der Volksmehrheit abgelehnte und in den Medien berechtigte Negativ-Fazit der unrühmlichen Agenda 2010 kann ich nur voll bestätigen. Es ist wirklich ein einseitig zulasten von wehrlosen, arbeitslosen Bedürftigen und Schwachen ohne Lobby so gewolltes unwürdiges, drangsalierendes, deprimierendes, zum Teil diskriminierendes, übles, unverdientes, unfaires, leidvolles staatlich verordnetes Zwangsverelendungsprogramm mit unakzeptabel, unzumutbar überhöhtem Druck auf Arbeitnehmer. Man wird als Bedürftiger zu einer „BG-Nummer“ und gelangt als Zwei­per­so­nen-„Bedarfsgemeinschaft“ mit zum Beispiel monatlich 570 Euro (davon circa 300 Euro für Warmmiete), weit unterhalb der Armutsgrenze, nach etwa zwei bis drei Monaten in eine finanzielle Verarmungs- und Absturzspirale, kommt in eine verzweifelte Lebenslage und regelrecht in Finanznot. Man kann vom Hartz-IV-Satz ohne Hilfe des Partners, von echten Freunden und Bekannten beziehungsweise durch Abbau von Ersparnissen, laufenden Finanzeinlagen und Einnahmen oder einem schlecht bezahlten temporären Minijob unmöglich normal überleben (es führt zu Substanzabbau). Die Kostenkalkulation ist trotz Verfassungsgericht total unrealistisch, da viele Positionen (zum Beispiel Erhaltungskosten für Mobilität, Gesundheit, Versicherungen, Zinsen) lebensfremd, unreal oder nicht erfasst sind. Viele kommen zunehmend nur mit Hilfe der Tafel monatlich über die Runden. Das Schlimmste: Mühevolle Ersparnisse zur Absicherung sind ohne Einnahmen schnell aufgebraucht. Man muss sich durch Hartz IV immer mehr verschulden und teure Zinsen zahlen und wird schon vor der Rente altersarm (die zulässigen 150 Euro pro Lebensjahr sind Augenwischerei). Neben der unangenehmen Vermögens- und Konto-Offenbarung ist es am ungerechtesten, wenn einem zum Beispiel selbst erarbeiteter Lohn oder irgendwelches Geld zum falschen Monatszeitpunkt zugeht und man die Hartz-IV-Leistung ans Amt zurückzahlen muss oder diese Leistung fiktiv gekürzt wird (was zu allem Übel bei mir schon circa 2.000 Euro waren). Aus diesem Teufelskreis kommt man nur nach einem vollen Arbeitsjahr heraus, weil man nach Kurzeinsätzen immer wieder in ALG II zurückfällt. Die stupide, inkompetente Vermittlungshilfe vom Amt ist überlastet, uneffektiv, faktisch unwirksam und bezieht sich nur auf Eingliederungsvereinbarung, Vermittlungs- und mit Glück Bildungsgutschein für zum Teil teure, aber passungenaue Kurse, auf die Abschiebung ins sogenannte Team 50 plus, das zum Teil schlecht gepflegte Arbeitsagentur-Online-Portal und die bürokratische Fahrtkostenerstattung zu Vorstellungsgesprächen mit zu langen Rücklaufzeiten (trotz gesetzlicher Fahrtkostenübernahmepflicht der einladenden Firmen halten sich nur wenige dran, was geduldet wird). Meine laufende Intensivjobsuche mit Hunderten Recherchen und Bewerbungen kann kein Amt leisten, doch sind diese durch die geringe Erfolgsquote sehr belastend und entmutigend. Man hat zu viel zu tun mit sinnloser und aufgeblähter Bürokratie, mit lästigen und absurden Anhörungsschreiben, mit der Korrektur von fehlerhaften Bescheiden, mit Anträgen und Rückzahlungen. Bei Arbeitsplatzmangel kann das Amt auch keine Vermittlungswunder vollbringen! Wie sie überleben, fragt keiner. Von „Fachkräftemangel“ für ältere Bewerber gibt es keine Spur: In Süddeutschland ist fast Vollbeschäftigung, und viele flüchten ins Ausland. Wenn man überhaupt einen Minijob bekommt (Rentner werden wegen längerer Motivation bevorzugt), muss man drei Viertel vom Minilohn demotivierend abgeben und wird praktisch zur unsozialen illegalen Schwarzarbeit gezwungen. Hauptsache, für die Erfolgsstatistik sind weniger Menschen arbeitslos! Das soll sinnvolles „Fördern und Fordern“ sein? Es ist für unser reiches Land ein Armutszeugnis, wie mit Bedürftigen umgegangen wird, wo die Reichen bekanntlich beim Reicherwerden begünstigt werden, es weder Vermögens- oder Finanztransaktionssteuer noch Mindestlohn gibt und Milliarden falsch eingesetzt werden, zum Beispiel für die Rettung nicht haftender Banken. Das ist unfassbar, skandalös, unzumutbar, ungerecht und unakzeptabel, das führt doch zu gefährlichem Wahl-, Politik- und Demokratieverdruss und ist gesellschaftsspaltender sozialer Sprengstoff! Ich bin deshalb von unserer Regierung, die so etwas zulässt, und von dieser gewollten, einseitigen, undifferenzierten, unfairen Sozialnetz-Auffang- und Verarmungspraxis in unserer angeblich den Wohlstand mehrenden und chancengerechten realen sozialen Marktwirtschaft bitter enttäuscht. Ein Lob den Helfern, den ständigen Protesten und Demos gegen Hartz IV, ohne sie wäre es noch viel schlimmer! Es gehen dagegen aber noch viel zu wenige auf die Barrikaden. In Frankreich wäre das sicher anders. Ich bin froh, unter diesen Umständen im eisigen Turbokapitalismus nur noch wenige Jahre Arbeitnehmer sein zu müssen. Gegen so viel Ungerechtigkeit muss man sich unbedingt zur Beseitigung erheben, um längeres Leid zu verhindern. Der Arbeitsplatzmangel muss logischerweise ganz anders (zum Beispiel durch gemeinsames Timesharing) gerechter gelöst werden. Ohne Korrektur dieser Zustände ist sicher kein Bundestagswahlgewinn „von Rot“ erreichbar. Nach meiner Erstrede am Offenen Mikrofon werde ich zukünftig sicher öfter Besucher der Montagsdemo in Bremen und Hamburg sein, wenn es meine Zeit zulässt und passt. Diese Ungerechtigkeiten, die keine demokratische Mehrheit im Volke haben, kann man einfach nicht mehr kampflos und inkonsequent hinnehmen. Sie müssen schnellstens beseitigt werden, damit unsere Gesellschaft im Turbokapitalismus nicht noch mehr gespalten wird. Macht weiter so mit eurer tollen Montagsdemo! Mit freundlichen Grüßen. Zuschrift von Eberhard (Der Verfasser möchte aus verständlichen und nachvollziehbaren Gründen anonym bleiben.)
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
17x
yasni 12.04.13  +  

Avaaz.org.: "Sie vertreiben uns, um Löwen zu jagen"

Liebe Avaaz-Gemeinschaft, wir sind Maasai-Älteste aus Tansania und gehören einem der ältesten Völker Afrikas an. Die Regierung hat gerade angekündigt, dass sie tausende unserer Familien von unserem Land vertreiben will, damit reiche Touristen dort Löwen und Leoparden erlegen können. Die Vertreibungen sollen unmittelbar beginnen. Als dieser Plan im vergangen Jahr zum ersten Mal ans Licht kam, sind fast eine Million Avaaz-Mitglieder sofort zu unserer Hilfe geeilt. Ihre Aufmerksamkeit hat einen Sturm ausgelöst, der die Regierung dazu gezwungen hat, den Plan abzustreiten und sie einige Monate zurückgeworfen hat. Doch der Präsident hat abgewartet, bis die weltweite Aufmerksamkeit abklingt und hat jetzt seinen Plan wieder zum Leben erweckt, um uns unser Land zu nehmen. Wir brauchen wieder Ihre Hilfe, und zwar dringend. Präsident Kikwete interessiert sich vielleicht nicht für uns, doch er reagiert auf globale Medienberichterstattung und öffentlichen Druck! Wenn Sie alle Nachrichten an die Botschaften Tansanias auf der ganzen Welt senden, wird Präsident Kikwete eine Flut von Berichten erhalten, dass sein jüngster Versuch des Landraubs auf der ganzen Welt verurteilt wird. Das ist unsere einzige Chance, ihn davon abzuhalten, unsere Lebensweise zu Grunde zu richten. Klicken Sie unten, um eine dringende Nachricht zu senden und zu fordern, dass die Vertreibungen gestoppt werden: http://www.avaaz.org/de/save_the_maasai_sam/? bUkEDab&v=23507 Teilen Sie dann die E-Mail unten mit Ihren Freunden, damit wir Millionen aus aller Welt dazu bewegen, um Präsident Kikwete aufzufordern, unser Land zu retten. Mit Hoffnung und Entschlossenheit, Die Maasai-Ältesten aus dem Ngorongoro-Gebiet Liebe Freundinnen und Freunde, In wenigen Stunden könnte Tansanias Präsident Kikwete anfangen, zehntausende Maasai von unserem Land zu vertreiben, damit Jäger dort Leoparden und Löwen erlegen können. Als Avaaz letztes Mal Alarm geschlagen hat, hat der Präsident den Plan auf Eis gelegt. Weltweiter Druck kann ihn noch einmal stoppen. Klicken Sie, um uns jetzt zu helfen: wir sind Maasai-Älteste aus Tansania und gehören einem der ältesten Völker Afrikas an. Die Regierung hat gerade angekündigt, dass sie tausende unserer Familien von unserem Land vertreiben will, damit reiche Touristen dort Löwen und Leoparden erlegen können. Die Vertreibungen sollen unmittelbar beginnen. Als dieser Plan im vergangen Jahr zum ersten Mal ans Licht kam, sind fast eine Million Avaaz-Mitglieder sofort zu unserer Hilfe geeilt. Ihre Aufmerksamkeit hat einen Sturm ausgelöst, der die Regierung dazu gezwungen hat, den Plan abzustreiten und sie einige Monate zurückgeworfen hat. Doch der Präsident hat abgewartet, bis die weltweite Aufmerksamkeit abklingt und jetzt seinen Plan wieder zum Leben erweckt, um uns unser Land zu nehmen. Wir brauchen wieder Ihre Hilfe, und zwar dringend. Präsident Kikwete interessiert sich vielleicht nicht für uns, doch er reagiert auf globale Medienberichterstattung und öffentlichen Druck! Uns bleiben womöglich nur wenige Stunden. Stehen Sie uns zur Seite, um unser Land, unser Volk und einige der anmutigsten Tiere der Welt zu beschützen und verbreiten Sie die Kampagne, bevor es zu spät ist. Sie sind unsere letzte Hoffnung: http://www.avaaz.org/de/save_the_maasai_sam/? bUkEDab&v=23507 Unser Volk lebt seit Jahrhunderten von dem Land in Tansania und Kenia. Unsere Gemeinschaften respektieren unsere tierischen Gefährten und beschützen und erhalten das empfindliche Ökosystem. Doch die Regierung ist schon seit Jahren auf Profit aus, indem sie reichen Prinzen und Königen aus dem Nahen Osten unser Land zum Töten bereitstellt. Als sie 2009 versuchten, unser Land für solche Wildjagden zu räumen, haben wir Widerstand geleistet -- hunderte von uns wurden festgenommen und verprügelt. Letztes Jahr haben reiche Prinzen von Hubschraubern aus Vögel aus den Bäumen geschossen. Diese Tötungen widersprechen allen Aspekten unserer Kultur. Jetzt hat die Regierung angekündigt, dass sie einen riesigen Teil unseres Landes räumen will, um Platz für einen angeblichen “Korridor für Wildtiere” zu schaffen. Doch viele vermuten, dass sich dahinter nur ein Trick verbirgt, der es einem ausländischen Jagdunternehmen und reichen Touristen erleichtern soll, anmutige Tiere abzuschießen. Die Regierung behauptet, dass sie uns mit dieser neuen Maßnahme entgegenkommt, doch wir rechnen mit verheerenden Folgen für die Lebensweise unserer Mitglieder. Tausende von uns könnten entwurzelt werden, ihr Zuhause verlieren oder das Land auf dem unser Vieh grast -- vielleicht sogar alles auf einmal. Präsident Kikwete weiß, dass dieser Deal eine Kontroverse unter Tansanias Touristen auslösen würde -- diese sind eine entscheidende Einnahmequelle für das Land und der Präsident will ein PR-Desaster vermeiden. Wenn wir jetzt sofort eine noch größere weltweite Empörungswelle starten als letztes Mal und die Medien dazu bringen, darüber zu berichten, können wir unseren Präsidenten dazu bewegen, es sich ein zweites Mal zu überlegen. Stehen Sie uns jetzt zur Seite und fordern Sie Kikwete auf, unser Land nicht zu verscherbeln: http://www.avaaz.org/de/save_the_maasai_sam/? bUkEDab&v=23507 Dieser Landraub könnte in diesem Teil Tansanias das Ende für die Maasai bedeuten. Viele unserer Mitglieder haben gesagt, dass sie lieber den Tod in Kauf nehmen, als aus ihren Häusern vertrieben zu werden. Im Namen unseres Volkes und der Tiere, die auf diesem Land grasen, bitten wir Sie, uns dabei zu helfen, unseren Präsidenten zum Umdenken zu bringen. Mit Hoffnung und Entschlossenheit, Die Maasai-Ältesten aus dem Ngorongoro-Gebiet MEHR INFORMATIONEN The Guardian: Maasai empört über Plan, der Touristen aus dem Arabischen Golf anlockt und ihr Land bedroht (Englisch) http://www.guardian.co.uk/world/2013/mar/30/m aasai-game-hunting-tanzania allAfrica: Landraub könnte "das Ende der Maasai" bedeuten (Englisch) http://allafrica.com/stories/201303290873.htm l The Guardian: "Tourismus ist ein Fluch für uns" (Englisch) http://www.guardian.co.uk/world/2009/sep/06/m asai-tribesman-tanzania-tourism The Guardian: Tansania leugnet Plan, Maasai für königliche Jagdgründe zu vertreiben (Englisch) http://www.guardian.co.uk/world/2012/aug/15/t anzania-evict-maasai-uae-royals TourismWatch: Jagdtourismus verdrängt Massai (Deutsch) http://www.tourism-watch.de/content/jagdtouri smus-verdr%C3%A4ngt-massai Gesellschaft für bedrohte Völker: Massai wehren sich gegen Vertreibung durch Großwildjäger (Deutsch) http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=2011
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
15x
yasni 06.04.13  +  

Umweltinstitut München: Sauwetter durch Klimawandel

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München, der Winter will einfach nicht enden. Paradoxerweise hängt dies mit der globalen Erwärmung zusammen. Denn sie begünstigt kalte Winter in Europa, wie eine jüngst erschienene Studie des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung belegt. Der Grund: Die großen Eisflächen in der Barentssee schmelzen. Dadurch bildet sich ein Hochdruckgebiet über dem Polarmeer, das Kaltluft nach Europa lenkt. Die derzeitige Wetterlage ist damit ein unangenehmer Vorbote künftiger Wetterextreme. Wir hoffen dennoch, dass Sie Ihre Ostereier nicht unter einer meterhohen Schneedecke suchen müssen und wünschen Ihnen ein frohes und gesundes Osterfest.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
13x
yasni 01.04.13  +  

Schutz für syrische Kriegsflüchtlinge!

Liebe Leserin, lieber Leser, endlich: Deutschland nimmt syrische Kriegsflüchtlinge auf. Das verkündete Innenminister Friedrich am 20. März in Berlin. Minister Friedrich reagiert damit auf den Druck von PRO ASYL, Kirchen und zahlreichen Initiativen aus der Zivilgesellschaft, der Opposition aber auch von Koalitionspolitikern. Doch geht es nach Friedrich, dürfen nur 5000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Zum Vergleich: 5000 bis 10.000 Menschen fliehen derzeit täglich vor dem syrischen Bürgerkrieg in die Nachbarstaaten. Insgesamt sind über eine Million Menschen aus Syrien geflohen. Die Lage der Flüchtlinge in den Nachbarstaaten ist katastrophal. PRO ASYL hat sich deshalb an Bundeskanzlerin Merkel gewandt. Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Engagement für die syrischen Flüchtlinge zu verstärken. Wir sind uns sicher: Deutschland kann mehr. Zur Erinnerung: Während des Kosovokriegs fanden allein in Deutschland 150.000 Kriegsflüchtlinge Zuflucht, weitere 20.000 wurden mit einer Luftbrücke nach Deutschland evakuiert. Unterstützen Sie unseren Appell „Schutz für syrische Kriegsflüchtlinge!“ Zahlreiche Syrerinnen und Syrer, die seit langem in Deutschland leben, versuchen seit Monaten verzweifelt, Angehörige aus der Krisenregion zu sich in Sicherheit  zu bringen. Doch in vielen Fällen verweigern die deutschen Behörden den Betroffenen die nötigen Einreisevisa. Zwei Beispiele: Ein in Deutschland lebender syrischer Arzt will seine drei Schwestern bei sich aufnehmen. Den Frauen ist die Flucht in die Türkei gelungen. Doch die deutsche Botschaft hat ihre Visaanträge abgelehnt. Eine syrische Mutter versucht mit ihren vier Kindern zu ihrer Schwester nach Deutschland zu fliehen. Doch die deutsche Botschaft in Bulgarien verweigert der Frau Visum und Einreise, weil sie nicht glaubhaft machen könne, vor Ablauf des Visums wieder auszureisen. Die Frau sitzt mit ihren Kindern in Bulgarien fest. PRO ASYL fordert unter anderem: - die Lockerung der Visabestimmungen, damit Familienangehörige von in Deutschland lebenden Syrern nach Deutschland einreisen dürfen – unabhängig von einem Kontingent. - ein großzügiges Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge aus Syrien. Dies ist sowohl ein Akt der Menschlichkeit als auch ein Signal gegenüber den Erstaufnahmeländern. Bitte unterstützen Sie unsere Forderungen. Unterstützen Sie unseren Appell an Angela Merkel. Mehr über die bedrückende Situation der syrischen Kriegsflüchtlinge erfahren Sie hier. Herzlichen Dank Günter Burkhardt Geschäftsführer
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
16x
yasni 28.03.13  +  

Enteignung der Sparer EU-weit schon über Ostern ?!?

EUR-OPA: Nun gut, der 1. April fällt diesmal tatsächlich auf den Ostermontag. Da wollen wir einfach mal hoffen dass unsere Mutmaßung ein absoluter Aprilscherz bleibt. Dessen ungeachtet muss man dennoch darüber nachdenken was für eine solche Aktion spricht. Zwischen Karfreitag und Ostermontag ist ein idealer Zeitpunkt alle EU-Schafe einmal so richtig einzuseifen und zu barbieren. Immerhin hat man durch dieses kalendarische Ereignis gut vier handelsfreie Tage Zeit den Betroffenen EU-Bürgern das Fell fachgerecht über die Ohren zu ziehen, ohne dass sich diese wegen geschlossener Banken beschweren könnten. Dass ein solcher Schritt irgendwann notwendig wird, kann sich inzwischen jeder Normalbegabte an fünf Fingern abzählen. Die Verschiebung der Zypern Rasur und Beweggründe Meinte man schon Zypern an einem Wochenende rasieren zu können, zeigte sich jetzt, dass offenbar mehr Probleme im Hintergrund anstehen als sich die Planer dieser kosmetischen Maßnahme das vorgestellt hatten. So musste man die Bankschließungen gleich noch um zwei Tage verlängern (sofern dies nun ausreichend sein sollte). Wir dürfen davon ausgehen, dass im Hintergrund die Drähte glühen und nicht nur die Modalitäten für Zypern ausgeschochert werden, nein, mit Sicherheit werden jetzt schon die Standards für die große Enteignungswelle in allen Euro-17 Staaten erarbeitet werden. Eine Nation nach der anderen scheren geht nicht Auch hier erzählt man uns wieder Märchen, genauso wie man die Zyprer bis zum letzten Moment in dem Glauben gelassen hat, ihr Geld wäre wenigstens bis 100.000 Euro sicher, was sich nun als Luftnummer erwies. Selbst wenn man die Zypern-Aktion in den nächsten Tagen noch erledigt, weil man dort die Rasur nicht zwischendrin abbrechen kann, wird die Nervosität in der Südschiene ins unermessliche steigen. Nicht nur Portugiesen, Griechen und Spanier werden sich überlegen ihre restlichen paar Kröten von der Bank zu holen. Natürlich bekommen wir keine Meldungen dazu, wo und an welchen Ecken möglicherweise ein Bankrun einsetzt. Hier werden die gesteuerten Medien funktionieren. Kommt kein Panik-Bericht, dann schläft auch die Masse weiter und um nichts weniger geht es derzeit. Würde nach der Aktion in Zypern eines der nächst schwächsten Länder ins Visier genommen und ähnlich behandelt werden, was ja nicht ausbleiben kann, dann dürfte die Suppe endgültig kochen. Daraus folgt, dass man sich zwangsläufig auf EU-Ebene Gedanken darüber machen muss und wird, ob man einen entsprechenden Schnitt für alle beteiligten Nationen zeitlich durchführt. Die Enteignungsquoten nach Land stehen ja mehr oder minder schon fest, es sind statistisch ermittelte Werte die seit geraumer Zeit bekannt sind. Die soziale Komponente könnte hernach darin liegen, dass man den Satz insgesamt vereinheitlicht und somit auch gleichzeitig zwischen den Nationen noch einmal kräftig transferiert, was zwar nach den EU-Verträgen als ausgeschlossen gilt, aber diese Verträge sind ja ohnehin nur noch Wandtapete. Inzwischen wird das Recht in Europa fast täglich neu geschrieben. Das System ist dem Tod geweiht Dass dieses Geldsystem nicht mehr zu retten ist, sondern sich durch den Zinseszinseffekt irgendwann selbst zerlegen muss, ist auch keine Neuigkeit. Neu ist nur, dass man die Umverteilung von unten nach oben, nach den Maßgaben des Kapitals noch einmal richtig beschleunigt und durch einen Schnitt erneut vertieft. Die richtig großen Vermögen werden auch hierbei keinen Schaden leiden, dass ist jetzt schon klar. Echter Reichtum wird nicht in Form von Barschaften gehortet. Die 500 Millionen Europäer müssen nun ihren Geldadel retten und dafür richtig bluten, ihre Geldbestände in Form von Guthaben aller Art auf den Tisch legen. Ob man sich mit einem solchen Schnitt einen Zeitraum von 1 oder 10 Jahren erkauft ist relativ belanglos. Es wird in immer kürzeren Abständen rasiert werden müssen. Vermutlich wird man das System erst dann aufgeben wenn massenhaft Tote die Straßen säumen, auch darauf ist man durchaus schon vorbereitet. Genau genommen ist es inzwischen nur noch ein Wettrennen, ob die EU ihre Diktatur alsbald vollendet bekommt oder ob die Menschen vorher vor lauter Not die Verantwortlichen zum Teufel jagen werden. Bislang liegt die EU-Diktatur mit Ihren Maßnahmen noch knapp in Führung. Frohe Ostern Schäuble höchst selbst hat ja bezüglich der Rasur der Zyprer offiziell vor der Presse verlauten lassen, dass man so etwas an einem Wochenende macht, weil doch die Spareinlagen ein sensibles Thema sind, damit darf  man an einem Montagmorgen niemanden kommen. Die Betroffenen müssen übers Wochenende abstinken können. Und wir fügen heute noch an, dass man den richtigen Schnitt in Europa auch über alle Euro 17 Staaten machen wird, weil ansonsten unkontrollierbare Bankruns drohen und womöglich harte Tumulte. Sofern die Unruhen in einem Land nicht mehr zu kontrollieren sind, würde daraus ein Flächenbrand werden. Das ist auch unseren Polit-Gangstern in Brüssel nur zu gut bekannt. Wichtig werden weiterhin Bargeldbeschränkungen sein, um das Volk immobil zu machen und im Bedarfsfall per Knopfdruck auch zuverlässig abschalten zu können. Hat niemand mehr Bargeld in der Tasche und es wäre ein Sturm auf Brüssel und Berlin angesagt, dann müsste man nur alle Plastik-Geld-Karten abschalten und schon kann sich niemand mehr bewegen, die Revolution wäre nach der Leerung des Tanks am Ende. So, genug schwarze Farbe für den Karfreitag versprüht. Alle werden sich köstlich über diesen Hokuspokus hier amüsieren. Über Ostern wird schon nichts passieren. Die Zyprer wussten auch dass ihnen am vergangenen Wochenende nichts passiert, nur kam es eben anders. Alle werden es recht schnell wieder vergessen und sich erst dann an diesen Artikel erinnern wenn sie mit ihrer Plastik-Geld-Karte, nebst Zigtausend anderen, vor einem Geldautomaten stehen und feststellen dass der keine Kohle mehr ausspuckt, wie es die Zyprer dieser Tage schon mal erleben durften. Nur eines sollte man auch getrost vergessen. Was den Tag X anbelangt, wird es für die betroffen Europäer nicht die geringste Vorwarnung geben. Die Aktion wird über Nacht kommen und ganz überraschend. Noch zehn Minuten vorher werden die Politiker Stein und Bein schwören, dass die Welt doch in Ordnung ist, die Einlagen, Guthaben und alle Werte des Volkes völlig sicher sind und sich niemand Sorgen machen braucht. Am irgendwann wieder folgenden Werktag kommt dann noch eine Ansprache mit dem großen Bedauern, aber die Werte sind dann abkassiert und weg. In diesem Sinne schon mal alle guten Wünsche zu Ostern, diesmal weniger auf die dicken Eier bezogen als auf das obligate dicke Fell, welches Michel ja bekanntlich hat, aber dennoch irgendwann über die Ohren muss … wenn es ihm drüber gezogen wird. http://qpress.de/2013/03/19/enteignung -der-sparer-eu-weit-schon-uber-ostern/  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
16x
yasni 28.03.13  +  

BUND e.V.: Energiewende nicht absägen!

gestern hatte Kanzlerin Merkel mal wieder zu einem "Energiegipfel" geladen – doch mitreden durften nur die Ministerpräsidenten. Die Bürgerinnen und Bürger, die die Energiewende seit Jahrzehnten vorantreiben, saßen nicht mit am Tisch. Dafür sammelten wir uns draußen vor den Toren, um unserer Forderung lautstark Ausdruck zu verleihen: Energiewende nicht absägen! Denn was Umweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Rösler mit der Bezeichnung "Strompreisbremse" als soziale Wohltat tarnen, würde in Wirklichkeit darauf hinauslaufen, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu zerschlagen und die Energiewende, die Bürgerinnen und Bürger im ganzen Land aktiv gestalten, abzusägen. Eine Entscheidung darüber wurde beim gestrigen Gipfel vorerst vertagt. Statt die Energiewende in die Tonne zu treten, setzen wir uns dafür ein, sie gerecht, dezentral und ökologisch zu gestalten - mit der Kampagne Die Wende - Energie in Bürgerhand! Herzliche Grüße aus Berlin, Thorben Becker, Lynn Gogolin-Grünberg und Norbert Franckfür das BUND-Klimateam  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
15x
yasni 28.03.13  +  

.ausgestrahlt-News: Das war nur die Spitze des Eisberges - Protest geht weiter

Liebe Freundinnen und Freunde, bei zum Teil widrigen Wetterbedingungen gingen am Samstag über 28.000 Menschen auf die Straße, um zu zeigen, dass aus Fukushima deutlichere Lehren gezogen werden müssen, als bisher. Es braucht mehr Tempo beim Atomausstieg, alle Atomkraftwerke gehören jetzt abgeschaltet, 2022 ist nicht schnell genug! Und doch war dies nur die Spitze des Eisberges, denn heute, am eigentlichen Jahrestag des Super-GAU, geht es an mehr als 190 Orten quer durchs Land mit Mahnwachen weiter. Alle Informationen dazu, ein Rückblick vom Samstag und einen Ausblick auf die nächsten Aktionen findest Du hier im Newsletter. Herzliche Grüße Matthias Weyland und das ganze .ausgestrahlt-Team --------------------------------------------- ----------------------------- Inhalt --------------------------------------------- ----------------------------- 1. Über 28.000 fordern Abschalten 2. Heute: Mahnwachen in über 190 Städten 3. Die Proteste unterstützen 4. Hausaufgabenheft verpasst? Neues Material nachbestellen 5. Wie es weitergeht 6. Über den .ausgestrahlt-Tellerrand --------------------------------------------- ----------------------------- --------------------------------------------- ----------------------------- 1. Über 28.000 fordern Abschalten --------------------------------------------- ----------------------------- Am Samstag forderten über 28.000 Menschen alleine auf den vier großen Protestaktionen rund um das AKW Grohnde, an der Uranfabrik Gronau, im bayrischen Günzburg und im Grün-Rot regierten baden-württembergischen Neckarwestheim, die Atomanlagen abzuschalten. Herzlichen Dank allen, die die Proteste organisatorisch, finanziell oder durch ihre Teilnahme getragen haben! Das .ausgestrahlt-Video von der Grohnde-Aktion: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushim a2013/video Hier findest Du eine Zusammenstellung von Bildern, Presseartikeln und Videos: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushim a2013 --------------------------------------------- ----------------------------- 2. Heute: Mahnwachen in über 190 Städten --------------------------------------------- ----------------------------- Am heutigen zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe werden die am Samstag begonnenen Proteste fortgesetzt! In bundesweit 190 Städten finden heute Mahnwachen statt, die Anzahl hat in den letzten Tagen nochmal rasant zugenommen. Mit den Mahnwachen wird die Verbundenheit mit den Betroffenen in Japan ausgedrückt und gleichzeitig gefordert, die deutschen AKW nicht noch bis 2022 weiterzubetreiben. Hast Du die Chance verpasst, am Samstag mitzudemonstrieren? Oder dort Energie getankt für weiteren Protest? Dann auf zur heutigen Mahnwache, eine findet bestimmt auch in Deiner Nähe statt: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushim a2013/mahnwachen-113 --------------------------------------------- ----------------------------- 3. Die Proteste unterstützen --------------------------------------------- ----------------------------- Die Proteste vom Samstag haben sowohl für die Initiativen vor Ort als auch für uns als bundesweite Organisation viel Geld gekostet. Die Produktion von U-Bahn-Spots, Großplakate, Ankündigungen, Infomaterial und Bus-Mobilisierung sind gerade in Zeiten, wo die atomkritische Stimmung unterrepräsentiert ist, enorm wichtig. Wenn Du kannst, unterstütze die Aktivitäten von .ausgestrahlt mit Deiner Spende: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushim a2013/spenden Oder spende für den bundesweiten Trägerkreis, der wiederum die Veranstalter vor Ort bei Bedarf finanziell unterstützt: http://anti-atom-demo.de/start/spenden --------------------------------------------- ----------------------------- 4. Hausaufgabenheft verpasst? Neues Material nachbestellen --------------------------------------------- ----------------------------- Am Samstag sind sie weggegangen wie warme Semmeln: Die .ausgestrahlt-Hausaufgabenhefte für mehr Tempo beim Atomausstieg. Falls Du Dein Exemplar verpasst hast, kannst Du es kostenlos im Shop nachbestellen. Ebenfalls neu: Absperrband mit der Botschaft „AKW abschalten“ oder „Sperrgebiet Super-GAU“ - äußerst praktisch für die nächste Aktion, oder der eindrucksvolle Bildband zur Ausstellung „Brokdorf-Tschernobyl: Was wäre wenn …": http://www.shop.ausgestrahlt.de/shop/neuigkei ten --------------------------------------------- ----------------------------- 5. Wie es weitergeht --------------------------------------------- ----------------------------- Die Aktionen zum Fukushima-Jahrestag waren nur der Anfang! Zu Beginn des Jahrtausends waren 19 AKW am Netz, heute sind es noch neun. Die Bundestagswahl 2013 und der Wahlkampf bieten die Chance, den schwarz-rot-grün-gelben Konsens mit dem Atomrisiko bis 2022 aufzubrechen. Die nächsten Termine und Aktionen in den kommenden Monaten stehen schon fest: Tschernobyl-Jahrestag: Am 21. April werden anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages in Brokdorf in Norddeutschland und beim ältesten am Netz befindlichen AKW Grafenrheinfeld in Süddeutschland große Demonstrationen stattfinden. Merke Dir den Termin jetzt schon vor! Im .ausgestrahlt-Shop findest Du übrigens jetzt schon Mobilisierungsmaterial, um den Termin frühzeitig weiterzusagen: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/tscherno byl2013 Katastrophenschutz-Aktionstage: Um das atomare Risiko und die Mängel des Katastrophenschutzes offenzulegen und Druck zu machen für ein schnelleres Abschalten der AKW, ruft .ausgestrahlt in der Woche vom 8. bis 15. Juni zu „Katastrophenschutz-Aktionstagen“ auf: Bundesweit soll es dann möglichst viele kleine und große Aktionen zum Thema geben. Mehr dazu demnächst unter: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/katastro phenschutz0 Mehr Tempo machen: Hier sind neun Ideen, wie wir in den kommenden Wochen und Monaten dem erst halb fertigen Atomausstieg Beine machen: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/mehr-tem po --------------------------------------------- ----------------------------- 6. Über den .ausgestrahlt-Tellerrand --------------------------------------------- ----------------------------- Eine neue Studie des BUND listet Sicherheitsmängel in allen deutschen AKW auf und fordert Sofort-Ausstieg im Wahlprogramm aller Parteien: www.bit.ly/BUND-Studie _____________________________________________ __ .ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen AtomkraftgegnerInnen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen. Mehr über .ausgestrahlt: http://www.ausgestrahlt.de/ueber-uns Von diesem Newsletter abmelden: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/newslett er-abbestellen Spenden für .ausgestrahlt: https://www.ausgestrahlt.de/spenden Oder direkt auf unser Spendenkonto 2009 306 400 bei der GLS-Bank (BLZ 430 609 67) .ausgestrahlt ist vom Finanzamt Hamburg als gemeinnützig anerkannt.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
22x
yasni 12.03.13  +  

Am Internationalen Frauentag: Heiße Samba-Rhythmen zum Einheizen auf dem Marktplatz, eine Kurdinnen-Demo, und eine verdiente Auszeichnung

Im Rathaus waren etliche Stände von Frauen-Ortganisationen aufgebaut, wobei der Andrang von Besucherinnen groß war. Auch einige Männer waren darunter. Derweil tanzten sich draußen vor dem Rathaus bei Samba-Rhythmen etwa 30 Frauen warm. Später gesellte sich auch eine kleine kurdische Frauendemo dazu, die aus Anlaß der kürzlichen Ermordung dreier kurdischer Aktivistinnen in Frankreich zusammen gekommen war. Sie hatten damit ihren Protest gegen die anhaltende staatsanwaltliche Verschleppung der Ermittlungen in Paris, sowie eine äußerst brutale Willkür gegen alle kurdische Freiheitskämpferinnen zum Ausdruck gebracht. Auch damit hatten sich einige Männer solidarisiert.   Im Festsaal des Rathauses wurde derweil die "Bremer Frau des Jahres" ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf die verdienstvolle Sozialpädagogin Christa Brämsmann. Sie ist Leiterin und Gründungsmitglied des Mütterzentrums im Bremer Stadtteil Tenever. Christa Brämsmann engagiert sich seit vielen Jahren sehr für Frauen in benachteiligten finanziellen Situationen und zerrütteten patriarchalen Familienverhältnissen. Die Besucherinnen dieser Einrichtung kommen aus vielen unterschiedlichen Kulturen, und deshalb bekämpft die Ausgezeichnete mit ihrer Arbeit auch den Fremdenhaß. Zu diesem multinationalen Mütterzentrum an der Peripherie der Stadt gehören unter anderem eine Second-Hand-Börse, ein Bildungszentrum und ein Café.   Alle diese Projekte gehen maßgeblich auf die Initiative von Christa Brämsmann zurück. Mit ihrer Auszeichnung am Internationalen Frauentag wurde eine gute Wahl getroffen.     W.v.H.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
17x
yasni 11.03.13  2  

Rate now

(152)
 152 Ratings 
5 Stars (129)
4 Stars (18)
3 Stars (5)
2 Stars (0)
1 Star (0)

Your connection to Wieland von Hodenberg

Me
Me
Wieland von Hodenberg @ Solidarische Hilfe e.V., 28277 Bremen
Wieland

You don't have an Exposé on Yasni yet.

Important people: Today - Overview / Names: Today - Overview / People searches: Today - Overview
Not on Yasni yet?
Post free Exposé now