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Druck im Yasni Exposé von Wieland von Hodenberg

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Kriege weltweit ächten! Atomwaffen abschaffen! Alle AKW stilllegen!
Homepage: hodenberg.de
Spitzname: "Einstein", Land: Deutschland, Sprache: Deutsch
Ich biete: Friedensaktivist und Autor, auch verantwortl. für Pressearbeit - / Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Bleiberecht für Flüchtlinge, Schutz für Deserteure vor Verfolgung und Einsatz für die universellen Menschenrechte. Außerdem Liebhaber klassischer Musik, Barockmusik, Jazz und Literatur. Sportlich: Tourenradler mit viel Langstreckenerfahrung - und Frischluftfanatiker!
Wieland von Hodenberg @ Solidarische Hilfe e.V., 28277 Bremen

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Wieland von Hodenberg - Wieland von Hodenberg
Juni 08  1
Wieland von Hodenberg - Wieland von Hodenberg
Okt 10  2

829 Informationen zu Wieland von Hodenberg

8. Mai 1945 - Tag der Befreiung, Chance für Frieden und Demokratie in Europa

Am 8. Mai wurde ganz Europa von der Geißel des Faschismus befreit. In Deutschland erlebten in erster Linie die überlebenden Verfolgten und Widerstandskämpfer_innen diesen Tag als Befreiung. Aber auch wir alle, die wir heute leben, verdanken die Grundlagen unseres Lebens in Frieden, Freiheit und Vielfalt den Siegern des 8. Mai. Die alliierten Streitkräfte, unter denen die Rote Armee mit Abstand die größte Last des Krieges in Europa zu tragen hatte, sind und bleiben auch unsere Befreier.   Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir an den Beitrag, den der deutsche antifaschistische Widerstand in Deutschland, in der Emigration, als Teil von Partisanenverbänden und in den Streitkräften der Anti - Hitler - Koalition geleistet hat. Mehr als 55 Millionen Menschen fielen Nazi - Terror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer. Sie bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid und ihrem Leben. Die deutsche Wirtschaft, allen voran Chemie - und Rüstungsindustrie und Banken waren die Gewinner von „Arisierung“, Krieg und der Ausbeutung von KZ - Häftlingen und Zwangsarbeiter_innen. Diese Gewinne bildeten die Grundlage des „Wirtschaftswunders“ in der Bundesrepublik, während die Opfer um jede Mark Entschädigung kämpfen mussten und bis heute kämpfen müssen.   In nahezu allen ehemals von Nazi - Deutschland besetzten Ländern wurden der 8. und/oder 9. Mai gesetzliche Feiertage, das war auch in der DDR der Fall. Genau 40 Jahre hat es gedauert, bis ein Präsident der Bundesrepublik an einem 8. Mai von Befreiung gesprochen hat. Bis dahin hatte die Sicht der Nazis, der Deutsch - Nationalen, der „Frontkämpfer“, der Profiteure und Mitläufer das offizielle Vokabular geprägt: Zusammenbruch, Kapitulation, Besatzer. Mit Weizsäckers Rede wurde die Perspektive der Verfolgten des Nazi - Regimes „gesellschaftsfähig“.   Damit das so bleibt, fordern wir, dass der 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg endlich auch in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag wird. Wir wissen, dass die Früchte des 8. Mai stets gefährdet sind. Rassismus, Chauvinismus, Antisemitismus und Antiziganismus, Islamfeindlichkeit – alle möglichen Ideologien zur Begründung sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung haben Konjunktur. Wir wissen, die soziale Spaltung der Gesellschaft hat ein Ausmaß erreicht, in dem die Angst vor dem Abstieg Anpassungsdruck und Ausgrenzungsbereitschaft erhöht. Wir erleben, dass Grundrechte immer weiter eingeschränkt werden. Wir sehen mit Sorge, wie unbarmherzig unsere Gesellschaft Flüchtlingen gegenübertritt und gewaltsame Übergriffe duldet.   Der rasante Aufstieg neofaschistischer und rechtspopulistischer Kräfte in nahezu allen europäischen Ländern verlangt entschiedene Gegenwehr. Der Wiedereintritt Deutschlands in die Reihe der Krieg führenden Länder stellt einen Bruch mit dem Nachkriegskonsens „Es soll nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen“ als wichtigste Lehre aus der jüngeren deutschen Geschichte dar. In vielen Ländern der Welt, im Irak, in Syrien, in der Ukraine und in weiten Teilen Afrikas toben Kriege. Wieder sind deutsche Waffen - und oft auch deutsches Militär - überall beteiligt. Die Bereitschaft, „deutsche Interessen“ erneut mit militärischen Mitteln durchzusetzen ist gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung in Regierung und Bundestag wieder politische Praxis geworden.   Gerade darum wollen wir den Tag zum Feiertag machen, den die Überlebenden als „Morgenröte der Menschheit“ erlebt haben, wie es der als Jude und Kommunist verfolgte Résistance - Kämpfer Peter Gingold ausgedrückt hat. Wir wollen am 8. Mai vor allem an die Hoffnung der Befreiten auf eine Welt ohne Kriege, Elend und Unterdrückung erinnern und diese als Impuls nehmen, weiter an der Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit zu arbeiten, so wie es die befreiten Häftlinge von Buchenwald geschworen haben. In diesem Sinne rufen wir auf: Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!   Diesen Beitrag habe ich von der VVN/BDA übernommen.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 07.12.14  +  

Hat unser Land ein totaliäres Arbeitsmarkt- und Armutsregime?

Am 1. Januar 2015 werden die Hartz-IV-Gesetze zehn Jahre alt. Ein Grund zu feiern? Nein, meint Armutsforscher und FOCUS-Online-Experte Christoph Butterwegge. Die „Reformen“ hätten zur Spaltung der Gesellschaft geführt und tiefe seelische Verwundungen hinterlassen. Der frühere Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement hat das im Volksmund als Hartz IV bezeichnete "Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" seinerzeit die „Mutter aller Reformen“ genannt. Tatsächlich hat sich Deutschland in den zehn Jahren seit Einführung der Arbeitsmarktreform am 1. Januar 2005 tiefgreifend verändert: Sowohl die von dem Gesetzespaket unmittelbar Betroffenen wie auch ihre Angehörigen und die mit ihnen in einer „Bedarfsgemeinschaft“ zusammenlebenden Personen werden stigmatisiert, sozial ausgegrenzt und isoliert. Für alle übrigen Gesellschaftsmitglieder hat sich die soziale Fallhöhe durch Hartz IV ebenfalls vergrößert. Arbeitnehmer, Betriebsräte und Gewerkschaften stehen unter einem stärkeren Druck, geringere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, seit die Furcht vor dem materiellen Absturz sogar in der Mittelschicht um sich greift. Die mit den Hartz-Reformen in Gang gesetzte, soziale Abwärtsspirale erschwert den normalen Alltag vieler Durchschnittsbürger/innen, beeinträchtigt jedoch auch ihren aufrechten Gang. Deutschland wird zur Hartz-IV-Gesellschaft Deshalb, und weil der Arbeitslosengeld-II-Bezug bis ins Zentrum der Gesellschaft ausgreift, lässt sich von der Bundesrepublik als Hartz-IV-Gesellschaft sprechen. Zeitweilig lebten fast 7,5 Mio. Personen, darunter etwa 5,5 Mio. Alg-II-Bezieher und rund 2 Mio. Sozialgeldempfänger – meistenteils Kinder unter 15 Jahren – in über 4 Mio. „Bedarfsgemeinschaften“. Das waren mehr als ein Zehntel der Gesamtbevölkerung unter 65 Jahren, für die Hartz IV eine bloße Grundsicherung schuf. Erst nach etlichen Verschärfungen des Gesetzespaketes nahm die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften seit dem Juni 2006 kontinuierlich ab. Was auch für die Anzahl der unmittelbar von Hartz IV betroffenen Personen gilt, die jedoch im Gefolge der Banken-, Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09 erneut anstieg. Gegenüber dem statistischen Gipfel im Mai 2006 ist die Anzahl der Grundsicherungsempfänger zwar um ca. 20 Prozent auf rund 6 Mio. gesunken, dafür ist mittlerweile allerdings fast jeder zweite von ihnen im Dauerbezug (vier oder mehr Jahre). Hartz IV braucht Vergleich mit Weltkriegen nicht zu scheuen Mit der Zeit hat sich auch das Verhältnis von Staat und Leistungsberechtigten sowie von Bürgern zu Leistungsbeziehern gewandelt. Mehr noch: Die Hartz-Gesetzgebung hat Deutschland mitsamt seinem Wohlfahrtsstaat, seiner (sozial)politischen Kultur und seinem jahrzehntelang auf Konsens orientierten gesellschaftlichen Klima viel stärker verändert als manche parlamentarische Weichenstellung der Nachkriegszeit.   Ein totalitäres Arbeitsmarkt- und Armutsregime Totalitär ist das Hartz-IV-System insofern, als es sämtliche Poren der Gesellschaft durchdringt und die Betroffenen nicht mehr loslässt, ihren Alltag völlig beherrscht und sie zwingt, ihr gesamtes Verhalten danach auszurichten. Wie sehr der Staat sich anmaßt, über die Lebensweise von Grundsicherungsbeziehern zu entscheiden, zeigte die einstweilige Verfügung, mit der das Landgericht Köln im März 2011 den Lotto-Annahmestellen in Nordrhein-Westfalen untersagte, Hartz-IV-Empfängern eine Sportwette zu verkaufen. Hartz IV bezeichnet heute die Grenze eines akzeptierten Lebensstandards und der bürgerlichen Seriosität in einem sozial fragmentierten und polarisierten Land. Jenseits davon beginnt eine Zone der Verachtung gegenüber Transferleistungsbeziehern, mit denen die „Leistungsträger“ der Gesellschaft nichts mehr zu tun haben wollen. So wie sich die „Hartzer“ umgekehrt immer harscher von den „besseren Kreisen“ absetzen. Pfandpflicht als Begleiterscheinung Längst gibt es, was man als „Hartz-IV-Welt“ bezeichnen kann, und eine Armutsökonomie sowie eine ausgeprägte Subkultur in dem Bereich, den nach Millionen zählende Arbeitslosengeld-II-Empfänger samt ihrer Familien bilden. Sie reicht von Hartz-IV-Kochbüchern über Sozialkaufhäuser bis zu Hartz-IV-Kneipen, wo Leistungsbedürftige unter sich bleiben und ihr Bier zu Niedrigpreisen trinken. Praktischerweise galt ab 1. Januar 2003 zusammen mit den ersten beiden Hartz-Gesetzen auch die Pfandpflicht. Wodurch die rot-grüne Koalition dafür gesorgt hat, dass Transferleistungsbezieher und Niedriglöhner ebenso wie Altersrentner ihr karges Haushaltseinkommen durch das Sammeln und die Rückgabe von Pfandflaschen und Getränkedosen aufbessern können. Seither gehören Dosen- und Flaschensammler, die Mülltonnen und Abfalleimer durchwühlen, vielerorts zum normalen Stadtbild. „Hartzer“ als soziale Parallelwelt Wer die brisante Mischung von berechtigter Empörung, ohnmächtiger Wut und blankem Hass auf „die Etablierten“ kennt, wie sie wohl nur in Hartz-IV-Beratungsstellen und Versammlungen von Erwerbsloseninitiativen existiert, sofern die Betroffenen nicht schon resigniert und sich ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben, kommt zu dem Schluss, dass innerhalb der Bundesrepublik zwei Welten oder „Parallelgesellschaften“ existieren. Die Brücken dazwischen sind abgebrochen worden. Beltz Juventa Christoph Butterwegge zieht in "Hartz IV und die Folgen" (Beltz Juventa) Bilanz Auf der einen Seite entstehen Luxusquartiere, in denen sich die „Superreichen“ hinter den hohen Mauern ihrer Villen verschanzen und von privaten Sicherheitsdiensten bewachen lassen. Auf der anderen Seite konzentrieren sich die Armen in despektierlich als „soziale Brennpunkte“ oder euphemistisch als „Stadtteile mit besonderem Erneuerungs-“ bzw. „Entwicklungsbedarf“ genannten Elendsquartieren der Großstädte. Dichter und Denker werden Stifter und Schenker Hier besuchen die „Abgehängten“ jene Suppenküchen, die sich heute nobel „Lebensmitteltafeln“ nennen, erhalten Wäsche in Kleiderkammern der Wohlfahrtsverbände, holen sich Einrichtungsgegenstände aus Möbellagern und beschaffen sich vieles, was sie darüber hinaus zum Leben benötigen, in Sozialkaufhäusern. Seit dem Hartz-IV-Start boomen diese Einrichtungen geradezu. Wenn aus dem „Land der Dichter und Denker“ ein Land der Stifter und Schenker wird, die für Arme und Bedürftige sorgen, zieht sich der Staat mit Hinweis auf seine karitative Tätigkeit und den expandierenden Markt der Barmherzigkeit am Ende ganz aus der Verantwortung für die soziale Sicherung seiner Bürger zurück. Zivilgesellschaftliches bzw. bürgerschaftliches Engagement kann, so wichtig es sein mag, die im Grundgesetz verankerten, sozialen (Staats-)Bürgerrechte aber nie vollwertig ersetzen. Über den Experten Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Soeben ist sein Buch „Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik?“ bei Beltz Juventa erschienen.  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 02.12.14  +  

Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im Dezember

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu (kaum, dass es begonnen hat) und es beginnt die besinnliche Zeit. Ein Konzert haben wir noch im November, am heutigen Sonnabend können Sie die kammermusikalische Fassung der 4. Mahler Sinfonie hören mit dem Detmolder Kammerorchester, Im Dezember dann unter anderen ein besinnliches Konzert im Dunkeln mit Stimme und Shakuhachi, oder auch das "Leise Zeit"-Konzert des Duos Fjarill. Unten finden Sie sämtliche Konzerte für Dezember näher vorgestellt. Ich freue mich auf Ihren Besuch und wünsche Ihnen schon jetzt im Namen des Vereins Freunde des Sendesaales und unserer Mitarbeiter eine frohe und friedliche Weihnachtszeit. Ihr Peter Schulze Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt Gutschein gefällig? 29.11. Detmolder Kammerorchester 04.12. konzert im dunkeln: Duo Kairos 06.12. Saltarello: Karol Gajda 07.12. DuoKlavitarre 11.12. Russische Abende II: Anna Gorbachyova, Sopran, Evgeny Cherepanov, Klavier 13.12. Fjarill: Leise Zeit 14.12. Komponistenpolyphonie: Fabian Panisello 21.12. residenz@sendesaal: Süssmann Trio Gutschein gefällig? Konzert-Gutschein zu Weihnachten Die Gelegenheit ein Konzert freier Wahl in stilvoller Atmosphäre im Sendesaal zu verschenken! Gutscheine erhalten Sie über unsere Website www.sendesaal-bremen.de, dort können Sie unter Konzerte einen Konzert-Gutschein auswählen, der gewünschte Betrag wird dann von Ihrem angegebenen Konto abgebucht und der Gutschein an Ihre Postadresse versendet. Auch an der Kasse der Konzertabende können Sie Gutscheine erwerben, die Sie dort bar bezahlen können. ... und dann kann der Gutschein zu einem beliebigen Konzert im Sendesaal eingelöst werden! 29.11. Detmolder Kammerorchester Samstag, 29. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das renommierte Detmolder Kammerorchester unter Alfredo Perl ist bereits zum dritten Mal im Sendesaal. Solistin der auf Kammermusikstärke reduzierten 4. Sinfonie von Gustav Mahler ist die Sopranistin Catalina Bertucci. Detmolder Kammerorchester Leitung: Alfredo Perl Catalina Bertucci - Sopran Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur Arnold Schönberg: 6 Orchesterlieder op. 8 Beim dritten Gastspiel des DKO im Sendesaal ist die chilenische Sopranistin Catalina Bertucci die Solisten des Abends, in dem das Detmolder Ensemble erneut ein sinfonisches Werk von Gustav Mahler in einer Bearbeitung für Kammerorchester aufführen wird. Die 4. Sinfonie schwankt im Ausdruck zwischen kindlicher Heiterkeit, groteskem Humor und verstörender Klage. Catalina Bertucci hat dieses Werk kürzlich für das New Yorker Label „Mode records" auf CD eingesungen. Die den Abend ergänzenden Orchesterlieder mit Schönbergs frühem opus 8 stehen noch unter dem harmonischen und melodischen Einfluss Richard Wagners und sind hier in der Fassung für Gesang und Kammerensemble zu hören.   Mitschnitt Deutschlandradio Kultur und Radio Bremen     04.12. konzert im dunkeln: Duo Kairos Donnerstag, 04. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Nach dem konzert im dunkeln mit dem Kairos Quartett im Oktober kommt nun ein zweites Projekt mit dem Namen Kairós in das Dunkel des Saales. Als richtiger Zeitpunkt der Entscheidung zielt Kairos auf den Moment und nicht auf die Dauer. Der Obertonsänger Reinhard Schimmelpfeng und der Shakuhachi-Spieler Dieter Weische haben ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Reinhard Schimmelpfeng - Obertongesang Dieter Weische - Shakuhachi Die Frage, wie sich die Klänge der japanischen Bambusflöte mit chinesischer Windharfe, australischem Didgeridoo, indischer Tambura, tibetischem Muschelhorn und Obertongesang verbinden, beantworten Dieter Weische und Reinhard Schimmelpfeng gleich im ersten Ton ihres Zusammenspiels. Im rauschigen Klang der Shakuhachi spielt der Atem als eigenständiges Klangelement eine zentrale Rolle. Jeder Ton eine Kostbarkeit, geschmeidig, variabel, erfühlt und erfüllt in einer Dynamik, die von gehauchter Tongebung bis zu aufbrausenden Episoden reicht. Die Obertonlinien von Reinhard Schimmelpfeng beeindrucken durch ihre strahlende Leuchtkraft. Dabei reicht die Variabilität seiner Stimme von mittelalterlichen Gesängen bis zu tibetischem Untertongesang. Wir spüren, wie der Künstler tief in die Klänge hineinlauscht, sich mit ihnen verbindet und ihr Wesen in eine musikalische Aussage formt. Kairos ist ein Begriff aus der griechischen Mythologie und meint den günstigen Augenblick, das rechte Maß für eine Entscheidung, für die Erledigung einer Aufgabe und den Moment des Seins - im Unterschied Chronos, der die vergängliche Zeit misst. Unsere Musik möchte die Hörer einladen, mit den Klängen mitzuschwingen und dabei etwas von der lebendigen Atemkraft dieses kairos zu erfahren. Dieter Weische studierte Querflöte und erlernte die traditionelle Spielweise der Shakuhachi in der Schweiz, in Japan und Deutschland. Er arbeitet als Musiker und Musikpädagoge. Reinhard Schimmelpfeng arbeitet als freier Obertonkünstler, Komponist und Klangtherapeut. Umfangreiche Konzert- und Seminartätigkeit in Deutschland und dem benachbarten Ausland. „Als ich vor 27 Jahren bei einem der ersten Obertonkonzerte überhaupt mit Obertönen in Berührung kam, öffnete sich mir eine bis dahin völlig neue Klangwelt, die sich durch ihre Kraft und Reinheit, ihre Tiefe und Energie sowie durch ihre Ausbreitung im Raum und in mir selbst von all dem, was ich bislang gehört hatte, vollkommen unterschied. Seit meinem fünften Lebensjahr mache ich Musik und hatte doch bis dahin diese tiefe innere Verbindung mit den Klängen nicht gefunden, blieb meist äußerer Betrachter und Kritiker, auch beim Musizieren selbst. In meinem Instrumentalunterricht überwogen die technischen Aspekte. Und dann dieses Erlebnis, das eine bis dahin ungeahnte Sehnsucht in mir berührte – Kommunion mit Klang, Einverstandensein, Stimmigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass diese Klänge mir zuhörten und nicht umgekehrt. Seitdem erlebe ich Musik nicht nur als Folge von Tönen, sondern vor allem als Anordnung von Räumen, die zu durchschreiten, zu durchgleiten sind – geladene und entspannte, intensivst gefüllte oder auch leere, vibrierende, plastische, formbare Klangräume, die zwischen den Tönen zu entdecken sind. Musik, die atmet, die mich atmen lässt und einlädt, auch meine inneren Räume zum Schwingen zu bringen." Mit freundlicher Unterstützung der Waldemar Koch Stiftung Foto © Frank Pusch 06.12. Saltarello: Karol Gajda Samstag, 06. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Erstmals bei der Konzertreihe mit Ausnahmetalenten im Sendesaal ein Posaunist als Solist: der junge polnische Musiker Karol Gajda. Karol Gajda - Posaune Mariya Kim - Klavier Programm: Paul Hindemith - Sonata Johann Georg Albrechtsberger - Konzert B-Dur für Altposaune Folke Rabe - Basta für Posaune solo Pause Launy Gröndahl - Concerto Zygmunt Stojowski - Fantasie Jacques Castérède - Sonatina Karol Gajda Der 1991 in Polen geborene Karol Gajada studierte zunächst in Krakau und zur Zeit in Hannover.  Der Stipendiat des polnischen Kulturministeriums ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe; so gewann er erste Preise 2011 beim Internationalen Wettbewerb „Citta di Porcia“ und 2010 beim Internationalen Wettbewerb Markneukirchen, einen dritten Preis beim Prager Frühling 2011 sowie weitere Auszeichnungen. Mit dem Gustav Mahler Jugendorchester und dem Schleswig-Holstein-Festivalorchester sammelte er Orchestererfahrungen, und schon am Anfang seiner jungen Karriere trat Karol als Solist auf mit dem Prager Kammerorchester, der Vogtland Philharmonie, der Chursächsischen Philharmonie, dem Baltic Philharmonic und dem Jupiter Chamber Orchestra. Mit Solo-Recitals, wie er es im Sendesaal spielen wird, präsentierte er sich u.a. in Hannover, Texas und Paris. Mariya Kim Geboren in einer Musikerfamilie in Sevastopol (Ukraine), erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht in Sevastopol und studierte später in Hannover und Warschau. Sie erhielt erste Preise bei Internationalen Wettbewerben in der Ukraine, in Frankreich, Polen, Italien, Griechenland, China, Korea, den USA... Konzertengagements führten sie durch viele weitere Länder sowohl als Solistin mit namhaften Orchestern als auch mit Klavierabenden. Ihre Debüt-CD mit Werken von Schumann ist bei Naxos erschienen. 07.12. DuoKlavitarre Sonntag, 07. Dezember 2014 | 18:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aus Polen stammt das Duo von Klavier und Gitarre, das sich Bearbeitungen polnischer und südamerikanischer Musik widmet. DuoKlavitarre Jolanta Ziemska - Klavier Maciej Ziemski - Gitarre Programm: Astor Piazzolla (1921 - 1992) -  Oblivion     Astor Piazzolla (1921 – 1992)  - Adios Nonino     Astor Piazzolla (1921 – 1992)   -  Libertango Claude Debussy (1862 – 1918) -   Golliwogg’s  cake–walk     Owen Middleton (1941) -    Variations on a Nursey Luigi Boccherini (1743 – 1805)  -  Introduction and Fandango   Vittorio Monti (1868-1922)  - Czardas                                         * Pause * Johann Kaspar Mertz (1806 – 1856)  - Divertissement über Motive der Oper "Rigoletto" von Giuseppe Verdi Op. 60 Fryderyk Chopin (1810 – 1849)  – Walc cis-moll     Op. 64 nr2        Fryderyk Chopin (1810 – 1849) –  Nokturn Es-Dur  Op. 9 nr 2      Fryderyk Chopin (1810 – 1849) – Mazurek g-moll Paulo Bellinati (1950)  - Jongo          Stanley Myers (1933 – 1993) -  Cavatina Gerhard Schwertberger (1941 - 2014) -   Cuatro piezas para dos         Roland Dyens (1955)   Tango en skai Nicht nur ein Ehepaar, sondern auch ein erfolgreiches Duo sind die aus Polen stammenden Musiker Jolanta Ziemska (Klavier) und Maciej Ziemski (Gitarre). Das Duo Klavitarre existiert seit zwölf Jahren. Beide Künstler absolvierten mit Auszeichnung die Musikakademie in Lodz, wo sie ihre Liebe und die Liebe zum gemeinsamen Spiel entdeckten. Jolanta Ziemska hat mit viel Erfolg an Wettbewerben und Festivals teilgenommen (u. a. bekam sie eine Auszeichnung beim Chopinwettbewerb in Lodz ( 2000). Die Künstlerin gibt Solokonzerte und spielt auch in Kammerensembles sowohl in Polen als auch in mehreren Ländern Europas: Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark, Italien, Bulgarien, und auch in Kanada und in den USA. Maciej Ziemski war während der Studienzeit Stipendiat des polnischen Ministers für Kultur und Kunst. Fortsetzend studierte er an der Hochschule für Künste in Bremen in der Meisterklasse von Jens Wagner und absolvierte sein Konzertexamen bei Prof. Bernard Hebb. Er machte etliche Aufnahmen für Radio und Fernsehen, darunter einige Uraufführungen der Modernen Musik ( Z. Szostak, S. Zamuszko, J. Bauer, C. Atilano, M. Bialas, R. Dantello…) Maciej ist nicht nur Konzertgitarrist sondern unterrichtet als Dozent gegenwärtig an der Hochschule für Künste in Bremen. Jolanta und Maciej haben die Internationalen Festivals in Grotniki und Jaroslaw (Polen) geleitet. Außerdem haben sie in Bremen die eigene Musikschule (ConTakte) gegründet. Als Duo Klavitarre bieten sie instrumentale Virtuosität, gepaart mit Spontaneität und traumhaft sicherem Zusammenspiel. Die ungewöhnliche Kombination ihrer Instrumente sowie überraschende Arrangements versprechen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Das Repertoire umfasst Barock, Klassik, Romantik und Moderne. 11.12. Russische Abende II: Anna Gorbachyova, Sopran, Evgeny Cherepanov, Klavier Donnerstag, 11. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Am zweiten Russischen Abend erleben Sie Romanzen und Lieder zusammen mit der russischen Sopranistin Anna Gorbachyova und dem Pianisten Evgeny Cherepanov am Klavier. Russische Abende II Anna Gorbachyova - Sopran Evgeny Cherepanov - Klavier Auf dem Programm stehen u.a. 6 Romanzen von Sergei Rachmaninow op. 38 und ausgewählte Romanzen von Peter Tschaikowski Anna Gorbachyova (Sopran) wurde im sibirischen Schuschenskoje geboren, studierte an der Royal Academy Opera in London bei L. Watson und A. Hyland. Schon während ihres Studiums debütierte sie erfolgreich als Musetta in Puccinis „La Bohème“ in der ungarischen Staatsoper, als Zhou bei der Weltpremiere von Davies „Kommilitonen!“ und als Königin der Nacht in Mozarts „Die Zauberflöte“ in der Royal Academy Opera, als Calisto in Cavallis „La Calisto“ bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, als Nymphe bei der Weltpremiere von Auerbachs „Gogol“ im Theater an der Wien und in der Hauptrolle in Strawinskis „Le Rossignol“ in der Lyon Oper. Gorbachyova ist die Gewinnerin der Gesangswettbewerbe in Innsbruck und Karlsbad und interessiert sich leidenschaftlich für Kammermusik. Sie trat beim internationalen Kammermusikfestival in Nürnberg, sowie beim Festival „Vier Jahrhunderte der französischen Musik“ im Moskauer Kreml auf. Evgeny Cherepanov (Klavier) wurde in Sverdlovsk Russland geboren, studierte am Ural Staatskonservatorium und an den Musikhochschulen in Hannover und Berlin bei den Professoren Arie Vardi und Gabrielle Kupfernagel. Seit 2010 lebt er mit seiner Familie in Bremen. Nachdem Evgeny Cherepanov den 2. Preis beim G. Enescu internationalen Musikwettbewerb und den 1. Preis beim L. Janacek internationalen Musikwettbewerb gewonnen hat, ist er nach Frankreich, Japan, Österreich, Rumänien und weiteren Ländern eingeladen worden und ist unter anderem unter Dirigenten wie Misha Katz, Nicholas Carthy und Emil Simon aufgetreten. Eine Veranstaltung von Evgeny Cherepanov 13.12. Fjarill: Leise Zeit Samstag, 13. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel, diesmal wieder als Duo im Sendesaal, treffen die vorweihnachtliche Stimmung perfekt: Leise Zeit. Fjarill Aino Löwenmark - Gesang, Flügel Hanmari Spiegel - Violine, Gesang Leise Zeit Tour Nach der rhythmischen Tiden-Tournee Anfang des Jahres 2014, die sie auch in den Sendesaal führte, lässt Fjarill das Ende des Jahres ganz besinnlich ausklingen mit dem Leitgedanken „Leise Zeit“. Sehr intim und sanfter denn je spielen Hanmari Spiegel (Südafrika) und Aino Löwenmark (Schweden) sowohl unveröffentlichte als auch bekannte Fjarillsongs, wie die Fans sie lieben. Es geht um die Ruhe, sphärische Klänge und den Blick nach innen. „Das Wesen ist an und es spürt sich selbst“, wie die Schwedin Aino Löwenmark die innere Wahrnehmung beschreibt. „Das Wesen kann die Seele, aber es kann auch ein Schmetterling sein. Wenn Hanmari und ich zusammenspielen, sind wir ganz nah bei uns selbst, so wie wir sind, ganz ohne Ablenkung. Mit unserer Musik kommen wir unserem Inneren näher.“ In feinen Arrangements wird das Publikum in der träumerische Klangwelt von Fjarill auf eine harmonische zeitlose Reise mitgenommen. www.fjarill.com Foto © Tristan Ladwein 14.12. Komponistenpolyphonie: Fabian Panisello Sonntag, 14. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das jährliche Porträtkonzert des Instituto Cervantes, in dem ein zeitgenössischer spanischer Komponist vorgestellt wird. In diesem Jahr ist es Fabian Panisello. Es spielt das Plural Ensemble Leitung: Fabian Panisello Iwona Sobotka - Sopran (als Gast) Rui Borges - Flöte Carmen Domínguez - Klarinette Ema Alexeeva - Violine Ana Maria Alonso - Viola David Apellaniz - Violoncello Alberto Rosado - Klavier Programm: Fabián Panisello Responsoriales für Violine und Klavier Fabián Panisello Cadenza  für Violine solo Fabián Panisello Canciones de Silvia  für Stimme und Klavier Fabián Panisello Cinco piezas métricas für Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Violoncello Pause Fabián Panisello Moment Hebel  für Violine, Cello und Klavier, Chaos’ Dream für Violoncello und Klavier Fabián Panisello Estudios für Klavier Fabián Panisello Poemas de Alejandra Pizarnik für Stimme, Viola und Klavier   Fabián Panisello L’ ineluttabile destino di ogni cosa für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier Fabián Panisello wurde 1963 in Buenos Aires geboren und wuchs dort auf. Er studierte am Mozarteum in Salzburg. Heute lebt und arbeitet er in Madrid. Zu seinen Lehrern zählen Francisco Kröpf, Boguslaw Schaeffer, Elliott Carter, Franco Donatoni, Brian Ferneyhough und Luis de Pablo. Durch Peter Eötvös kam er zum Dirigieren; Fabián Panisello gründete sein eigenes Ensemble, das Plural Ensemble. Als Komponist erhielt er u.a. Aufträge durch das Orquesta Nacional de España, das Orchester der Comunidad de Madrid und das Arditti Quartet. Sein Stück Cuadernos para Orquesta erhielt 2004 den Rodolfo Halffter Preis. Heute zählt Panisello zu den führenden Persönlichkeiten in Madrids Musikleben; er ist Akademischer Direktor der Escuela Superior de Música Reina Sofía und des Instituto Internacional de Música de Cámara. Panisello ist außerdem Mitglied der Gruppe Música Presente, die herausragende Komponisten und Interpreten zusammenbringt, um die zeitgenössische Musik zu fördern und in der Gesellschaft präsenter zu machen. Mitschnitt Radio Bremen/Nordwestradio 21.12. residenz@sendesaal: Süssmann Trio Sonntag, 21. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Für dieses vorweihnachtliche Konzert holen sich Tanja Tetzlaff und Florian Donderer ihre langjährige Kammermusikfreundin, die norwegische Pianistin Gunilla Süssmann, als Partnerin. Florian Donderer - Violine Tanja Tetzlaff - Violoncello Gunilla Süssmann - Klavier Programm: Lili Boulanger: Deux pièces en trio (Piano Trio) (1918) Frank Martin: Klaviertrio über irische Volkslieder (1925) Felix Mendelssohn-Bartholdy: Trio d-Moll für Violine, Violoncello und Klavier, op. 49 (1839) Kurz vor Weihnachten sind wir sehr glücklich, unsere liebe Freundin  Gunilla Süssmann wieder im Sendesaal zu Gast zu haben, und das mit einem uns sehr ans Herz gewachsenen Trioprogramm, das wir immer wieder, auch in ihrer Heimat Norwegen, gern gespielt haben. Die zwei Stücke der hochbegabten, leider viel zu früh verstorbenen Lili Boulanger waren für uns echte Entdeckungen und führen einen von tiefster Verzweiflung zu der Fröhlichkeit eines unbesorgten Frühlingsmorgens. Das Trio von Martin basiert auf Themen und Rhythmen irischer Volksmusik und macht dementsprechend einen Riesenspass beim Spielen (endlich Fiddelmusik spielen dürfen!) und Zuhören ...Und wie so oft bei Mendelssohn rührt auch das d- Moll Trio auf ganz besondere Weise  an und drückt tief menschliche und verletzliche Seelenzustände aus. Wie wünschen allen  mit diesem Abend einen abwechslungsreichen Übergang in die Weihnachts- und Winterzeit !! Tanja Tetzlaff und Florian Donderer Mit freundlicher Unterstützung der Heinz-Peter und Annelotte Koch Stiftung
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 30.11.14  +  

Von Uri Avnery, dem israelischen Friedenspreisträger: >> "Wein, Blut und Benzin"

    Uri Avnery, 15.11.14 KAFR KANNA, ein Dorf in der Nähe von Nazareth, ist wahrscheinlich der Platz, wo Jesus – gemäß dem Neuen Testament – Wasser in Wein verwandelt hat. Nun ist es das arabische Dorf, wo die israelische Polizei Steine in Blut verwandelt. An dem verhängnisvollen Tag wurde die Polizei mit einer Gruppe junger Araber konfrontiert, die gegen die israelischen Bestrebungen protestierte, den Status Quo auf dem Tempelberg (von den Muslimen „das edle Heiligtum“ genannt) zu verändern. Derartige Demonstrationen fanden an diesem Tag in vielen arabischen Städten und Dörfern überall in Israel statt, insbesondere im besetzten Ostjerusalem. Laut der ersten Polizeiaussage hat der 22-jährige Araber, Kheir-a-Din Hamdan, die Polizei mit einem Messer angegriffen. Sie hatten keine andere Wahl, als auf ihn zu schießen und ihn zu töten. Wie so häufig bei Polizeiberichten, so war auch dies ein Bündel Lügen. UNGLÜCKLICHERWEISE (für die Polizei) wurde der Vorfall von Sicherheitskameras aufgenommen. Die Bilder zeigten deutlich, wie Hamdan sich einem Polizeiauto nähert und mit einem Gegenstand gegen dessen Fenster schlägt, möglicherweise mit einem Messer. Als er sah, dass dies keine Wirkung zeigte, drehte Hamdan sich um und begann, fortzugehen. In diesem Moment sprangen die Polizisten aus dem Auto und schossen direkt auf den Rücken Hamdans, der getroffen zu Boden fiel. Die Polizisten stellten sich um ihn herum und begannen, nach einigem Zögern – offensichtlich eine kurze Beratung – den verletzten Jugendlichen über den Boden in Richtung des Patrouillenautos zu schleifen, als ob er ein Sack Kartoffeln sei. Sie warfen ihn auf den Boden des Autos und fuhren davon (zu einem Krankenhaus, wie es schien) mit ihren Füßen auf oder neben dem sterbenden Jungen. Die Bilder zeigten für jeden deutlich erkennbar, dass die Polizisten die für die Feuereröffnung bestehenden Polizeibefehle missachtet hatten: Sie befanden sich in keiner unmittelbaren tödlichen Gefahr, riefen keine Warnungen, schossen nicht zuerst in die Luft, zielten nicht auf den unteren Teil des Körpers und riefen keinen Krankenwagen. Der Junge verblutete. Es war ein kaltblütiger Mord. Es gab einen Aufschrei. Arabische Bürger randalierten vielerorts. Unter diesem Druck leitete das polizeiliche Untersuchungskomitee (das zu dem Justizministerium gehört) eine Untersuchung ein. Die erste Untersuchung deckte bereits mehrere Fakten auf, die den Vorfall sogar noch schwerwiegender machten. Bevor die Kameras die Szene aufgezeichneten hatten, hatte die Polizei anscheinend Hamdans Cousin verhaftet und in das Auto gezogen. Offenbar wollte Kheir-a-Din, dass sie seinen Cousin freilassen und schlug deshalb gegen das Auto. Der Cousin sah, wie er erschossen und auf den Boden des Autos geworfen wurde, in dem er selbst saß. Die erste Reaktion des Polizeikommandos war, das Verhalten der Polizisten zu rechtfertigen, deren Namen und Gesichter geheim gehalten wurden. Sie wurden schnell zu einer anderen Polizeieinheit versetzt. ICH BESCHREIBE den Vorfall ausführlich, nicht, weil dieser einmalig ist, sondern im Gegenteil – weil er so typisch ist. Das, was daran besonders war, war, dass niemand von dem Vorhandensein der Kamera wusste. Mehrere Kabinettminister lobten das beispielhafte Verhalten der Polizei bei diesem Vorfall. Dies kann als Schlagzeilenjagd extrem rechter Demagogen abgetan werden, die glauben, dass ihre Wähler jegliches Schießen auf Araber befürworten. Das sollten sie ja wissen. Jedoch eine öffentliche Äußerung kann nicht so einfach abgetan werden: die vom Minister für Heimatsicherheit. Ein paar Tage vor dem Vorfall erklärte Minister Yitzhak Aharonowitz, ein Protégé von Avigdor Lieberman und selbst ehemaliger Polizeioffizier, dass er nicht wolle, dass irgendein Terrorist einen Anschlag überlebe. Das ist eine deutlich illegale Aussage. In der Tat ist dies eine Aufforderung zu Verbrechen. Nach dem Gesetz dürfen Polizisten keine, „Terroristen“ oder irgendjemanden anderen einfach erschießen, nachdem sie sie verhaftet haben, besonders dann nicht, wenn sie verwundet sind und keine „tödliche Gefahr“ darstellen. Aharonowitz erscheint immer als netter Kerl. Er hat ein seltenes Talent, nämlich, bei jedem berichtenswerten Vorfall vor den Kameras aufzutauchen, ob bei einem schweren Straßenunfall, einem politischen Verbrechen oder einem Feuer. Gott weiß, wie ihm dies gelingt. In Wahrheit hat der Minister für Heimatsicherheit (vorher als Polizeiminister bekannt) praktisch keine Funktion. Seit den Tagen des britischen Mandats ist der Kommandeur der Polizei der Generalinspektor, ein uniformierter Berufsoffizier. Die einzige Polizeifunktion des Ministers ist, der Regierung die Ernennung eines neuen Kommandeurs zu empfehlen. Aber für gewöhnliche Polizisten klingt eine Aussage des Ministers wie ein Befehl. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit war die verantwortungslose Äußerung des Ministers eine direkte Anstiftung zu dem Verbrechen von Kafr Kanna, insbesondere, weil weder der Generalinspekteur, noch der Premierminister diese verurteilt hat. All das erinnert einen an die verhängnisvolle Äußerung des damaligen Premierministers, Yitzhak Shamir, 1984. Auch er hatte gesagt, dass nach einem Anschlag kein Terrorist am Leben bleiben solle. Das direkte Ergebnis war die „Bus-Linie 300“-Affäre, bei der vier arabische Jungen, die keinerlei Waffen bei sich trugen, einen israelischen Bus entführt haben. Sie wurden angehalten, zwei wurden während der Rückeroberung erschossen und die beiden anderen überlebten und wurden verhaftet. Einer von ihnen wurde vom Chef des Shin Bets, Avraham Shalom, persönlich ermordet. Er hat seinen Schädel mit einem Stein zertrümmert. Als die Bilder veröffentlicht wurden (zuerst von mir), wurden Shalom und seine Kollegen begnadigt. Shamir leugnete jegliche Verantwortung. ZURÜCK ZU den Vorfällen der Gegenwart. Ist das nun die seit langem erwartete „Dritte Intifada“? Ja? Nein? Armee und Polizeioffiziere, Politiker und besonders Medienkommentatoren versuchen eifrig, diese Frage zu beantworten. (Intifada bedeutet wortwörtlich: „abschütteln“) Das ist nicht nur ein semantisches Spiel. Die Definition bringt operative Konsequenzen mit sich. Tatsache ist, dass das gesamte Land nun in Flammen steht. Ostjerusalem ist bereits zum Kampfgebiet geworden, mit täglichen Demonstrationen, Unruhen und Blutvergießen. In Israel selbst nehmen nach dem Mord in Kafr Kanna tägliche Streiks und Demonstrationen zu. In der Westbank gab es einige Demonstrationen, eine jüdische Frau wurde erstochen und ein Araber erschossen. Mahmoud Abbas tut alles in seiner Macht stehende, um einen allgemeinen Aufstand zu verhindern, der mit ziemlicher Sicherheit sein Regime gefährden könnte. Aber der Druck von unten her steigt. Der Volksmund hat bereits einen Namen für die Situation gefunden: „Die Intifada der Einzelpersonen.“ Für die israelischen Sicherheitschefs ist dies ein Albtraum. Sie sind auf eine organisierte Intifada vorbereitet. Sie wissen, wie sie diese mit Gewalt niederdrücken können - wenn es sein muss, mit noch mehr Gewalt. Aber, was macht man mit einer Intifada, die gänzlich von unabhängigen Einzelpersonen durchgeführt wird, ohne Befehle von irgendeiner Organisation, ohne Gruppierungen, die von Kollaborateuren des Informationsnetzes des Shin Bet infiltriert werden können? Ein individueller Araber hört die Nachrichten, gerät in Wut wegen der letzten Verletzung der Heiligtümer und rast mit seinem Auto in die nächste Gruppe israelischer Soldaten oder Zivilpersonen. Oder er nimmt ein Messer aus der Küche des israelischen Restaurants, wo er das Geschirr abwäscht und sticht wahllos auf Menschen auf der Straße ein. Keine vorherige Information. Kein Netzwerk, das infiltriert werden muss, ziemlich frustrierend. Das Zentrum des Sturms ist der Tempelberg. Die Al-Aqsa Moschee („ die weit entfernte“) der drittheiligste Ort des Islams steht unter Belagerung. Einmal betraten israelische Soldaten - mit ihren Stiefeln! - die Moschee bei der Verfolgung Steine werfender Demonstranten. WOHIN GEHEN wir? Bereits seit Jahrzehnten ist eine Gruppe israelischer Fanatiker damit beschäftigt, einen neuen jüdischen Tempel zu planen, der an Stelle der Al-Aqsa-Moschee und dem fantastischen Felsendom erbaut werden soll. Sie bereiten Gewänder für Priester vor und treffen die notwendigen Vorbereitungen für Tieropfer. Bis vor kurzem wurden sie als Kuriosum betrachtet, doch jetzt nicht mehr. Mehrere Kabinett-Mitglieder und Knesset-Mitglieder haben die heilige Anlage betreten, um zu beten, unter Missachtung des etablierten Status Quo. In der gesamten islamischen Welt löste dies Alarm aus. Palästinenser in Ostjerusalem, der Westbank, im Gazastreifen und im eigentlichen Israel sind außer sich vor Wut. Netanjahu verspricht, die Ruhe wieder herzustellen. Aber er tut genau das Gegenteil. Jesus hat Wasser in Wein verwandelt. Netanjahu verwandelt Wasser in Benzin und gießt es in die Flamme. (Aus dem Englischen: Inga Gelsdorf, vom Verfasser autorisiert)  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 26.11.14  +  

Eine andere Republik - Hartz IV und die Folgen

Der frühere Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement hat das im Volksmund als „Hartz IV“ bezeichnete Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt seinerzeit die „Mutter aller Reformen“ genannt. Tatsächlich hat sich Deutschland in den zehn Jahren seit Einführung der Arbeitsmarktreform am 1. Januar 2005 tiefgreifend gewandelt: Sowohl die von dem Gesetzespaket unmittelbar Betroffenen wie auch ihre Angehörigen und die mit ihnen in einer „Bedarfsgemeinschaft“ zusammenlebenden Personen werden stigmatisiert, sozial ausgegrenzt und isoliert. Auch für alle übrigen Gesellschaftsmitglieder hat sich die soziale Fallhöhe durch Hartz IV erheblich vergrößert, weshalb die Furcht vor dem materiellen Absturz sogar in der Mittelschicht um sich greift. Die mit den Hartz-Reformen in Gang gesetzte soziale Abwärtsspirale erschwert den normalen Alltag vieler Durchschnittsbürger/innen, beeinträchtigt jedoch auch deren aufrechten Gang. Von Christoph Butterwegge. Aufgrund der damit verbundenen Abkehr von einer aktiven Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik war Hartz IV ein gesellschaftlicher Wendepunkt. Gleichzeitig wiesen die sog. Hartz-Gesetze jedoch auch den Weg in eine andere Republik. Neben den materiellen Einbußen, die Arbeitnehmer/innen (vor allem solche im Niedriglohnsektor) und Erwerbslose hinnehmen mussten, werden die mentalen und psychischen Verletzungen, die man ihnen zufügte, oft übersehen. Vielleicht noch stärker vernachlässigt man im Allgemeinen den aus Hartz IV resultierenden Schaden für die Demokratie. Mit den Hartz-Gesetzen, vornehmlich dem Vierten, hat sich Deutschland stärker sozial, aber auch politisch gespalten. Unterschätzt werden gewöhnlich seine Konsequenzen für die politische Repräsentation von Armen und (Langzeit-)Erwerbslosen bzw. deren bürgerschaftliche Partizipation und die Qualität der parlamentarischen Demokratie. Demokratie und Sozialstaat stehen nämlich in einem Wechselverhältnis zueinander: Ohne demokratische Verfasstheit, eine lebendige Selbstverwaltung und konstruktive Kritik funktioniert das System der sozialen Sicherung nicht, und ohne einen Wohlfahrtsstaat, der seine Bürger/innen durch Sicherung ihrer materiellen Existenz wie durch Gewährleistung eines Mindestmaßes an sozialer Sicherheit zur kontinuierlichen Teilnahme an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen befähigt, stirbt die Demokratie. Gerhard Schröders Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze haben den Armen einerseits zusätzliche materielle Probleme beschert und andererseits den auf ihnen lastenden Druck hinsichtlich verschärfter Kontrollmechanismen und Sanktionsdrohungen nach der Leitnorm „Fördern und Fordern“ erhöht, sie auch soziokulturell gedemütigt und politisch weitgehend entmündigt. Unter den Hartz-IV-Betroffenen dürfte sich der Eindruck mangelnder politischer Repräsentation seither noch verstärkt haben. Dies gilt aber nicht bloß für das parlamentarische System und Wahlen, sondern in vergleichbarer Form auch für andere Formen der politischen Partizipation, etwa die Betätigung in Parteien. Hartz IV – ein Pfahl im Fleisch der Demokratie Die rot-grünen Arbeitsmarktreformen haben das Leben von Millionen Erwerbslosen, Geringverdiener(inne)n und ihren Familien erschwert, aber auch deren Partizipationsmöglichkeiten beeinträchtigt und die politische Kultur unseres Landes beschädigt. Von einer angemessenen politischen Repräsentation der Transferleistungsbezieher/innen kann immer weniger die Rede sein, wohingegen die Interessen der „Leistungsträger“, bedingt durch nur Wohlhabenden, Reichen und Superreichen zur Verfügung stehende Einflussmöglichkeiten, signifikant überrepräsentiert sind. Wenn die Finanzmärkte zum politischen Souverän avancieren, wird das durch Hartz IV auf den Verkauf seiner Arbeitskraft um fast jeden Preis zurückgeworfene Individuum entmündigt und die moderne Demokratie entkernt. Das – bei vielen Bürger(inne)n im Schwinden begriffene – Vertrauen zu den etablierten Parteien und Politikern hängt stark von der Schichtzugehörigkeit ab. Mangels besser geeigneter Indikatoren ist die Wahlbeteiligung ein aussagekräftiges Maß für die politische Partizipationsfähigkeit bzw. -bereitschaft der Bürger eines Landes. Obwohl es noch in keinem Bundestagswahlkampf zuvor ähnlich viele Werbekampagnen und Mobilisierungsaktionen mit dem Ziel einer Steigerung der Wahlbeteiligung gab, fiel diese am 22. September 2013 mit 71,5 Prozent enttäuschend niedrig aus. Zugleich hat sich die soziale Schieflage bei der Wahlabstinenz verschärft: Während die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundestagswahl 2013 etwa in Köln-Chorweiler, einer Hochhaussiedlung mit ganz wenigen Einfamilienhäusern, nicht einmal mehr 42,5 Prozent erreichte, betrug sie in Köln-Hahnwald, einem noblen Villenviertel, fast 89 Prozent. Ähnlich große Differenzen zeigten sich auch in anderen Großstädten der Bundesrepublik. Wahlabstinenz ist häufig die Konsequenz einer prekären Existenz, wie sie der Arbeitslosengeld-II-Bezug darstellt. Bei der seit geraumer Zeit zunehmenden „Politikverdrossenheit“ sozial Benachteiligter handelt es sich um eine Folge der Repräsentationskrise, die mit einer sich im Hinblick auf die Verteilung von materiellen Ressourcen, Finanzmitteln und begehrten Gütern manifestierenden Ungerechtigkeit zusammenhängt. Wenn der Sozialstaat durch zahllose Reformen in seiner Substanz ausgezehrt wird, sinkt bei den Verlierer(inne)n das Vertrauen in die Institutionen des parlamentarisch-demokratischen Repräsentativsystems. Hartz-IV-Betroffene fühlen sich oft wie Fremde im eigenen Land. Wie den meisten Zuwanderern bleibt ihnen eine politische Repräsentation, die den Namen verdient, verwehrt. Vielen direkt Betroffenen drängt sich das ungute Gefühl auf, von der Gesellschaft, in der sie leben, nicht gebraucht, sondern verachtet zu werden. Zwar gewährt man den Armen heute – anders als im Wilhelminischen Kaiserreich, wo sie noch das preußische Dreiklassenwahlrecht benachteiligte und der Bezug staatlicher Fürsorgeleistungen mit dem Wahlrechtsentzug verbunden war –, die vollen Staatsbürgerrechte, enthält ihnen aber die für deren Wahrnehmung erforderlichen finanziellen Mittel vor. Um auf die Entwicklung des Landes, in dem sie leben, Einfluss nehmen zu können, müssen Bürger/innen die Möglichkeit zur Teilnahme an Demonstrationen und Kundgebungen haben. Wie soll dies jedoch ein Arbeitslosengeld-II-Bezieher tun, dessen Regelleistungsanteil für Mobilität nicht einmal ausreicht, um sich innerhalb der eigenen Stadt fortzubewegen, also etwa eine Monatsfahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr zu bezahlen? Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Heute erscheint Butterwegges neues Buch „Hartz IV und die Folgen. Auf dem Weg in eine andere Republik?“ (290 Seiten; 16,95 Euro) bei Beltz Juventa. Das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt trat am 1. Januar 2005 in Kraft und wird demnächst 10 Jahre alt. Thesen zum Buch [PDF - 98 KB] http://www.nachdenkseiten.de/?p=23972#mo re-23972  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 19.11.14  +  

Solidarität mit Kobane und Sengal !

Nachdem die Terrmormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und im Irak Gebiete erobert hat, sind seit mehreren Monaten die Stadt Kobanê und die Region Şengal stark umkämpftes Gebiet. Bei den Angriffen in Şengal wurden Tausende, überwiegend yesidische Kurd_innen vom IS ermordet und hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Aktuell drohen weitere Massaker.   In Kobanê leisten die lokalen Selbstverteidigungskräfte YPG und YPJ gemeinsam mit der PKK und verbliebenen Bewohner_innen der Stadt seit Wochen verzweifelt Widerstand. Sollte der IS die Stadt Kobanê einnehmen, droht die ganze Region Rojava zu fallen und damit das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher kultureller und religiöser Gruppen vom Terror des IS zerstört zu werden. In Rojava hat sich in den letzten Jahren ein basisdemokratisches Selbstverwaltungsmodell entwickelt, dessen Grundlagen eine gemeinschaftliche Wirtschaftsweise, Ökologie und Gleichberechtigung sind. In Rojava wird versucht, ein alternatives menschlicheres und gerechteres Zusammenleben zu gestalten, das nun in höchster Gefahr ist.   Die Türkei spielt dabei ein doppeltes Spiel: Obwohl sie offiziell Teil der Anti-IS-Allianz ist, blockierte sie wochenlang militärische und humanitäre Hilfe für die bedrohte Stadt Kobanê. An der Grenze werden Flüchtlinge durch türkische Sicherheitskräfte angegriffen. IS-Kämpfer_innen können hingegen die Grenzen ungehindert passieren und nutzen die Türkei als Rückzugs- und Anwerbegebiet. Proteste in der Türkei gegen diesen Kurs der Regierung werden äußerst brutal niedergeschlagen; es gibt bereits zahlreiche tote Demonstrant_innen.   Erdogan will ein unabhängiges, selbstverwaltetes Rojava verhindern. Die türkische Regierung setzt die demokratischen Verteidiger_innen von Rojava offen mit den faschistischen Kämpfer_innen des IS gleich.   Auch in der Bundesrepublik ist die PKK bis heute verboten und Unterstützer_innen werden auch hierzulande juristisch verfolgt. Die Kriminalisierung der PKK, die eine progressive und demokratische Entwicklung in der Region propagiert, wirkt geradezu absurd. Stattdessen verkaufen deutsche Unternehmen Waffen an Saudi Arabien und Katar. Beide Staaten haben den IS finanziert.   Eine Unterstützung durch Bodentruppen der NATO oder der Türkei lehnen die Kämpfer_innen in Kobanê ab. Stattdessen fordern sie eine Ende der Unterstützung des IS durch die Türkei und einen Korridor über die türkische Grenze nach Kobanê für humanitäre und militärische Hilfsgüter.   Noch ist der Widerstand in Kobanê und Şengal nicht gebrochen und es liegt an uns allen, uns solidarisch zu zeigen und alle vom IS-Terror Betroffenen bestmöglich zu unterstützen. Erhöhen wir den Druck – auch hier in Deutschland. Es gilt auch hier IS-Sympathisant_innen und Salafisten entschlossen entgegen zu treten. Genauso stellen wir uns gegen die rassistischen Mobilisierungen gegen den IS, wie aktuell durch rechte Hooligans in Köln, die das Thema für ihre menschenfeindliche Ideologie instrumentalisieren.   Am 1. November werden alle Menschen, die sich mit dem Widerstand von Kobanê und Şengal solidarisieren, dazu aufgerufen, im Rahmen des weltweiten Aktionstages „Global Rally for Kobanê“ auf die Straße zu gehen. Am 1. November soll überall auf der Welt gezeigt werden, dass der Widerstand gegen den IS-Faschismus nicht alleine ist.   Solidarität mit den Menschen in Rojava und Şengal! Unterstützung der basisdemokratischen selbstverwalteten Strukturen in Rojava! Stoppt die Unterstützung des IS! Für die Aufhebung des PKK-Verbotes!
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 29.10.14  +  

Minijobs: 30 Jahre falsche Beschäftigungspolitik und eine fatale Weichenstellung

„Zahl der Minijobber hat sich verdoppelt“, so titelte Der Tagesspiegel und mit ihm eine Reihe anderer Zeitungen am vergangenen Freitag. Gemeint war, das Ende 2013 rund 2,35 Millionen Menschen einem Minijob als zusätzlichem Nebenjob nachgegangen waren, doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Die Zahl der insgesamt geringfügig Beschäftigten habe im Dezember 2013 bei knapp 7,65 Millionen gelegen. Die vorab veröffentlichten Zahlen stammen aus einer noch nicht allgemein zugänglichen Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen zur Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung. Was für ein Aufreger. Als wären die Minijobs plötzlich wie Pilze aus dem Boden geschossen. Dabei ist die geringfügige Beschäftigung nicht erst seit heute die nach der Teilzeitbeschäftigung am weitesten verbreitete „atypische“ Beschäftigungsform in Deutschland. Von Markus Krüsemann. Schon seit 2011 gehen mehr als 7,4 Millionen Menschen einer geringfügigen Beschäftigung nach, für über 2,5 Millionen von ihnen ist der Minijob ein Zweitjob, Tendenz steigend. Das ist zwar lange bekannt, aber das Thema ist in der an Amnesie leidenden Presse ein medialer Wiedergänger ersten Ranges, auch wenn der Neuigkeitswert gegen Null tendiert – meldete doch zum Beispiel die Saarbrücker Zeitung online bereits am 05.10.2012 und auch kürzlich (25.03.2014) erst, dass die Zahl der Beschäftigten mit einem Minijob als Nebenjob sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt habe. Solche regelmäßig wiederkehrenden Rekordmeldungen sorgen allenfalls kurzfristig für Empörung. Der eigentliche Skandal wird indes nicht thematisiert. Er liegt darin, dass die ständig steigende Zahl der Minijobber die Folge einer seit mehr als dreißig Jahren verfehlten Beschäftigungspolitik– und, ganz besonders, das Resultat einer fatalen Weichenstellung im Jahr 2003 ist. Die Geschichte der geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse beginnt im Jahr 1977. Mit Einführung des Sozialgesetzbuches SGB IV wurde die Möglichkeit geschaffen, einer abgabenbegünstigten geringfügigen Beschäftigung nachzugehen: wer weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitete, der wurde von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen befreit. Auf die schnell wachsende Nachfrage nach solchen Jobs wie auch auf die bald einsetzende Kritik an dieser Beschäftigungsform reagierte die Politik in den 1980er und 90er Jahren mit einer Reihe von Gesetzesinitiativen. 1981 etwa wollte die damalige sozialliberale Regierungskoalition die Minijobs gleich ganz abschaffen, scheiterte damit jedoch am Widerstand der Verbände-Lobby und konnte am Ende nur eine Verdienstobergrenze von 390 DM durchsetzen. Erst 1999 brachte die rot-grüne Bundesregierung die nächste, wieder nur halbherzige Reform mit dem Ziel durch, eine zu große Ausweitung der Minijobs mit einer Reihe von Auflagen zu begrenzen. So wurde u.a. die Ausübung eines Minijobs als Nebenjob unterbunden, und neben die prinzipiell weiterbestehende Sozialversicherungsfreiheit trat die Erhebung einer Pauschalsozialabgabe. Die Politik der zaghaften Eindämmung war allerdings kaum erfolgreich, die Zahl der Minijobber stieg. Wurden 1987 noch ca. 2,8 Mio. geringfügige Beschäftigungsverhältnisse registriert, so überschritt ihre Zahl im Sommer des Jahres 2000 erstmals die Vier-Millionen-Marke. Eine ebenso gravierende wie fatale Änderung trat 2003 ein, als die damalige rot-grüne Bundesregierung meinte, die Probleme auf dem Arbeitsmarkt durch Beschäftigungsausweitung im Niedriglohnbereich „lösen“ zu können. Das Agenda-Vorhaben, mehr Menschen um jeden Preis in irgendeine Form von Job zu bringen, führte zu einem radikalen Politikwechsel. An die Stelle der Eindämmungspolitik trat die offensive Förderung geringfügiger Beschäftigung. Mit dem 2. Gesetz für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt wurde die sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Behandlung der Minijobs ab dem 01.04.2003 weitgehend liberalisiert. So wurde nicht nur die Verdienstobergrenze von 325 auf 400 Euro angehoben, auch die nach altem Recht geltende Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 15 Stunden wurde abgeschafft. Zudem wurde auch wieder die Ausübung einer geringfügig entlohnten Beschäftigung neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ermöglicht. Rot-Grün hatte damit einen bis heute anhaltenden Boom bei den Minijobs ausgelöst. Bereits im ersten Jahr nach der weitrechenden Deregulierung stieg die Zahl der Minijobber im Haupt- und Nebenerwerb von ca. 4,83 Mio. im März 2003 um etwa. 1,37 Mio. bzw. 28 Prozent auf 6,21 Mio. im März 2004. Mittlerweile gibt es mehr als 7,5 Millionen Minijobber, und das Ende des Wachstums ist noch nicht erreicht. Eine politische Kehrtwende der Großen Koalition ist nicht in Sicht, obwohl längst nicht mehr nur den Kritikern klar geworden sein dürfte, dass Minijobs zu Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zulasten der Beschäftigten führen, dass sie falsche Beschäftigungsanreize setzen, dass sie die Ausweitung von Niedriglohnbeschäftigung befördern, und dass sie, vor allem für Frauen, eine beschäftigungspolitische Sackgasse darstellen. Dass sich jetzt ausgerechnet die Grünen in Gestalt ihrer arbeitsmarktpolitischen Sprecherin, Brigitte Pothmer, für eine „Reform“ (nicht Abschaffung) der Minijobs stark machen, das ist selbst ein starkes Stück, hat die Ökopartei doch zusammen mit der SPD die heute kritisierte Misere erst verursacht. Frau Pothmer selbst kann kein Wendehals-Vorwurf gemacht werden. 2003 saß sie noch für die Grünen im niedersächsischen Landtag. Erst mit der Wahl 2005, bei der die Grünen in die Opposition geschickt wurden, ist sie Mitglied des Bundestages und zugleich Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Bundestagsfraktion geworden. Als solche hält sie jetzt eine Reform der Minijobs für dringend erforderlich. Ihre staatliche Förderung, die den Trend zu immer mehr Kleinst-Jobs unterstützt, müsse beendet werden. Auch im eingangs erwähnten Tagesspiegel-Artikel warnt sie vor einer „Niedriglohnfalle“ bei den Minijobs und fordert eine „umfassende Reform“. Über die Fehlentwicklung bei den Minijobs hat Frau Pothmer lange Zeit geschwiegen. Erst im Januar 2010, als vielen wohl nicht mehr so präsent war, wer für die Deregulierung der Minijobs verantwortlich ist, bezieht sie erstmals Stellung: Minijobs gehören abgeschafft, jede weitere Lockerung der Grenzen für Minijobs sei Wahnsinn, sagt sie. Was man von ihr aber auch gerne gehört hätte, das wäre ein Statement, in dem die Grünen sich selbstkritisch zu ihrer Verantwortung bekennen. Quellen: Der Tagesspiegel online vom 25.10.2014 Saarbrücker Zeitung online vom 05.10.2012 Saarbrücker Zeitung online vom 25.03.2014 Geringfügige Beschäftigung. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Beate Müller-Gemmeke, Markus Kurth, Corinna Rüffer, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Kerstin Andreae, Ekin Deligöz, Britta Haßelmann, Sven-Christian Kindler und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, BT-Drucksache 18/2949 (Okt. 2014) [noch nicht veröffentlicht]. Pressemeldung von Brigitte Pothmer vom 14.01.2010 http://www.nachdenkseiten.de/?p=23742
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 29.10.14  2  

Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im November

Auch im kommenden Monat ist im Sendesaal Hochsaison. 15 Konzerte erwarten Sie: u.a. das renommierte Amaryllis Streichquartett, das bei uns eine neue eigene Konzertreihe beginnt (herzlich willkommen!), auch der Pianist Evegeny Cherepanov hält den ersten von 3 Russischen Abenden. Der Cellist Stephan Schrader gibt an einem Tag sämtliche Bach Solosuiten. Freunde Neuer Musik kommen auf ihre Kosten: es steht der 90. Geburtstag des Komponisten Klaus Huber mit 2 Konzerten an, und auch 2 Konzerte des Festivals der projektgruppe neue musik (pgnm) finden im Sendesaal statt. Ein eigenes kleines Festival gönnt sich Songs & Whispers zum 5-jährigen Bestehen der Tourneereihe. Uli Beckerhoffs International Škoda Allstar Band macht bei uns Station, ebenso wie der holländische Pianist Rembrandt Frerichs, der norwegische Fiddler Gjermund Larsen und die kubanische Pianistin Marialy Pacheco mit ihren Trios u.a. Einzelheiten finden Sie weiter unten. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 05.11. amaryllis 3x3: Rauschende Klänge 06.11. Russische Abende I: Evgeny Cherepanov, Klavier 07.11. Rembrandt Frerichs Trio (NL) 08.11. Songs & Whispers Pure & Acoustic Special #3 09.11. Geburtstagskonzert zu Klaus Hubers 90. 12.11. International Skoda Allstar Band 13.11. Gjermund Larsen Trio (NO) 16.11. Stephan Schrader spielt sämtliche Bach Cello-Solosuiten 18.11. Sinfonia Insieme 19.11. Triosence 21.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik I 22.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik III 27.11. Marialy Pacheco Trio feat. Joo Kraus 28.11. Lutz Görner: Beethoven - sein Leben, seine Musik 29.11. Detmolder Kammerorchester 05.11. amaryllis 3x3: Rauschende Klänge Mittwoch, 05. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 25 Euro / 10 Euro) amaryllis 3x3, heißt die neue Streichquartett-Reihe, die das renommierte Amaryllis Quartett im Sendesaal macht, das bisher immer nur nicht-öffentlich bei uns seine CDs aufgenommen hat. Amaryllis Quartett Gustav Frielinghaus - 1. Violine Lena Wirth - 2. Violine Lena Eckels - Viola Yves Sandoz - Violoncello "Rauschende Klänge" Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett KV 499 "Hoffmeister" György Ligeti: Streichquartett Nr. 1 Claude Debussy: Streichquartett g-Moll Ganz im Zeichen der rauschenden Klänge, des Klang-Rausches, steht das erste Konzert des Amaryllis Quartetts im Sendesaal. Den Anfang macht Mozarts sogenanntes Hoffmeister-Quartett, das in seiner Harmonik schon auf Schubertsche Wendungen vorausweist. Die Klänge in Ligetis wildem, aufregendem erstem Streichquartett wirken oft orchestral, sind geprägt von Clustern und Glissandi und illustrieren die Orientierung des jungen Komponisten an Bartok und Berg. Debussys Streichquartett, ein impressionistisches Klanggemälde, in dem die Themen in harmonischer Mehrdeutigkeit schillern und ständigen Veränderungen unterworfen sind, das aber auch voller rhythmischer Finessen steckt, beschließt den Abend. Veranstalter: Freunde des Amaryllis Quartetts e.V. 06.11. Russische Abende I: Evgeny Cherepanov, Klavier Donnerstag, 06. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) In drei Russischen Abenden wird Ihnen Evgeny Cherepanov vor allem die Stücke von russischen Komponisten präsentieren, die man in Konzerten eher seltener erleben kann. Den Anfang macht er in einem Klavierabend mit Stücken von Skrjabin, Borodin und Rachmaninow. Russische Abende I Evgeny Cherepanov - Klavier Programm Alexander Skrjabin: 24 Präludien op. 11 Klaviersonate No. 4 op. 30 Pause Alexander Borodin: Aus Petite Suite Sergei Rachmaninow: Klaviersonate No. 2 op. 36 (1. Fassung, Jahr 1913) Evgeny Cherepanov (Klavier), wurde in Sverdlovsk Russland geboren, studierte am Ural Staatskonservatorium und an den Musikhochschulen in Hannover und Berlin bei den Professoren Arie Vardi und Gabrielle Kupfernagel. Seit 2010 lebt er mit seiner Familie in Bremen. Nachdem Evgeny Cherepanov den 2. Preis beim G. Enescu internationalen Musikwettbewerb und den 1. Preis beim L. Janacek internationalen Musikwettbewerb gewonnen hat, ist er nach Frankreich, Japan, Österreich, Rumänien und weiteren Ländern eingeladen worden und ist unter anderem unter Dirigenten wie Misha Katz, Nicholas Carthy und Emil Simon aufgetreten. Eine Veranstaltung von Evgeny Cherepanov 07.11. Rembrandt Frerichs Trio (NL) Freitag, 07. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Nach seinem eindrucksvollen Konzert im Dunkeln im letzten Jahr ist das Trio des holländischen Pianisten Rembrandt Frerichs nun im Hellen zu hören. Rembrandt Frerichs Trio Rembrandt Frerichs - Piano Guus Bakker - Bass Vinsent Planjer - Schlagzeug Rembrandt Frerichs ist ein Pianist mit weitem Horizont. Er ist vertraut mit der amerikanischen Jazztradition, will aber ausgetretene Pfade vermeiden. Es inspiriert ihn sowohl die klassische europäische Musik als auch seine Leidenschaft für arabische Musik, die er in einem 2-jährigen Ägyptenaufenthalt entwickelte. Der jetzt 34-jährige machte mit 23 sein Debut beim North Sea Festival und studierte sowohl in New York als auch in Holland. Bereits sein Debutalbum 2007 wurde für den Edison Award nominiert. 08.11. Songs & Whispers Pure & Acoustic Special #3 Samstag, 08. November 2014 | 16:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro) Zu 5 Jahre Songs & Whispers gibt es dieses kleine Festival, in dem ab 16:00 Uhr einige der Protagonisten der Reihe an einem Abend auftreten werden. Line-Up (alphabetisch): AIREENE ESPIRITU  (US) AXEL KRUSE  (GER) BREMER UKULELENORCHESTER (GER) DAISY CHAPMAN  (UK) JAIMI FAULKNER  (AU) OLLY WILLS (THE EPSTEIN)  (UK) RICHARD NEUBERG (VIAROSA)  (UK) SOMEDAY JACOB  (GER) TOM CORBETT (US) Die Songs & Whispers-Konzerte im Bremer Sendesaal sind längst kein Geheimtipp mehr und zählen zu den jährlichen Höhepunkten des Musiknetzwerks. Anlässlich seines fünf-jährigen Bestehens macht das Musiknetzwerk Songs & Whispers ein ganzes Festival. In der dritten Ausgabe unter dem Motto „Pure and Acoustic“ werden sowohl Künstler auftreten, die seit der Gründung im Jahr 2009 Teil des Netzwerks sind, aber auch jene, die in den letzten ein oder zwei Jahren hinzugekommen sind. Allen gemeinsam sind Bestrebungen nach zukünftigen Projekten mit Bremens Ausnahme-Kulturprojekt. „Das Programm ist so bunt, wie das Regenbogen-Logo von Songs & Whispers - eine Mischung aus alten Songs & Whispers-Hasen und neu dazugekommenen Künstlern aus verschiedenen Musikrichtungen!“, so Veranstalter Heiko Grein über das Geburtstags-Festival. "Fünf Formationen - vom Duo bis hin zum Ukulelenorchester - aus drei Kontinenten werden handgemachte Musik aus den Bereichen Folk, Indie, Bluegrass und einem Hauch Country präsentieren.“ Die selbsternannte „Sinner-Songwriterin“ DAISY CHAPMAN in Begleitung ihrer Violinistin Sue Lord sind in Deutschland längst keine Unbekannten mehr, so blicken beide auf ausverkaufte Konzerte im Sendesaal, aber auch in anderen renommierten Spielstätten zurück. Derartige Erfolge mündeten unlängst in einer Nominierung für die American Songbirds und Guests im März 2015. Ein Heimspiel haben die Bremer AXEL KRUSE und Jörn Schlüter alias SOMEDAY JACOB, die beide ihre Bandmitgleider aus ganz Deutschland zusammen trommeln. Someday Jacob, der einst das allererste Songs & Whispers Konzert bestritt, bekommt Besuch auf der Bühne; zwei weitere Musiker aus der Anfangszeit haben sich als Special Guests angekündigt: Richard Neuberg alias VIAROSA und Olly Wills, Bandleader von THE EPSTEIN. Kruse knüpft mit seiner Performance an seinen Sendesaal-Auftritt aus dem November 2013 an und kündigt an: „Es wird noch mehr krachen als beim letzten Mal!“. Die gebürtige Filipina und Ukulelen-Virtuosin AIREENE ESPIRITU staunte nicht schlecht, als sie in ihrer Wahlheimat USA die Worte „Songs & Whispers“ in einem Vortrag von TOM CORBETT hörte. Der Mandolinen-Spieler Corbett und Espiritu waren unabhängig voneinander in Deutschland auf Tour und fanden in der Ferne dank ihrer gemeinsamen Erfahrung zusammen. Nun haben sie speziell für das Konzert am 8. November gemeinsame Songs eingeübt, die sogar das Interesse des Bremer Ukulelenorchesters geweckt haben, das zusammen mit den beiden Musikern auf der Bühne stehen wird. 09.11. Geburtstagskonzert zu Klaus Hubers 90. Sonntag, 09. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Q3G dreigenerationenquartett spielt zum 90.Geburtstag des Komponisten Klaus Huber. Q3Gdreigenerationenquartett Egidius Streiff - Violine Daphné Schneider - Violine Mariana Doughty - Viola Walter Grimmer - Cello Programm: Klaus Huber - „Von Zeit zu Zeit“ 2. Streichquartett (1985)   Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartett in C, KV465 „Dissonanzenquartett“ *************** Klaus Huber . Moteti – Cantiones, 1. Streichquartett (1963) Klaus Huber (geb. 30.11.1924 in Basel) ist einer der wichtigsten lebenden Komponisten und vor allem Kompositionslehrer. Generationen von heute prägenden Komponisten sind durch seine Schulen in Basel, Boswil und Freiburg  gegangen. Ein weiteres Konzert zu Klaus Hubers 90. Geburtstag findet am 18. November bei uns statt. Das Q3Gdreigenerationenquartett wurde von Walter Grimmer ins Leben gerufen: Der Doyen unter den Schweizer Cellisten spielt zusammen mit dem Geiger Egidius Streiff, der Solobratschistin des Kammerorchester Basel Mariana Doughty sowie mit der jungen Daphné Schneider, die gegenwärtig bei Adelina Oprean ihr Masterstudium abschliesst. Grimmer beschreibt das Vorhaben so: „Über die Generationen hinweg suchen wir einen neuen Zugang zu Klaus Hubers Musik als Geburtstagsgeschenk –  für ihn wie für uns!“ Walter Grimmer studierte in Bern bei Richard Sturzenegger. Bern war auch sein erster Wirkungsort, zuerst als Solocellist des Berner Symphonieorchester und der Camerata Bern,  sowie als Professor der Musikhochschule und später als Cellist im Berner Streichquartett und im Trio mit Igor Ozim und Ilse von Alpenheim. Ebenso wichtig war sein Einfluss als Pädagoge in Bern und später an der ZHdK in Zürich, liest sich seine Schülerliste doch wie ein Who’s who der Schweizer Celloszene: Demenga, Rosenfeld, Schneider, Singer, Nyffenegger u.v.a.m. Seine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Holliger, Yun und insbesondere Klaus Huber führte zu gefeierten Uraufführungen, so z. B. mit "...die Seele muss vom Reittier steigen“ in Donaueschingen. www.waltergrimmer.com Mariana Doughty wurde in Cornwall geboren spielte schon früh Geige und seit ihrem zwölften Lebensjahr Bratsche.  Sie erhielt ihre Ausbildung in der Chethams School of Music in Manchester und erwarb einen MA in Cambridge. Sie ist jetzt in Basel zu Hause und genießt die Abwechslung zwischen zeitgenössischer und alter Musik, sowie zwischen Orchester- und Kammermusik. Mit dem Streiff Trio und dem Ensemble Antipodes war sie an den meisten wichtigen Festivals zu hören. Mariana ist seit zehn Jahren Solobratschistin des Kammerorchesters Basel und unterrichtet an der Musik Akademie Basel. Daphné Schneider (1991) erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von 4 Jahren an der Musik-Akademie Basel. Gegenwärtig absolviert sie einen Master of Performance bei Prof. Adelina Oprean an der Hochschule für Musik Basel, welchen sie im Frühjahr 2014 abschliessen wird. Zugleich studiert sie Barockvioline an der Schola Cantorum Basiliensis bei David Plantier. Daphnés besondere Liebe fliegt zur Kammermusik, so hat sie in verschiedenen Formationen gewirkt, u.a. im La Strada Quartett. Sie gewann mehrere Preise beim schweizerischen Jugendmusikwettbewerb und nahm an diversen Meisterkursen teil, so erhielt sie wichtige musikalische Impulse u.a. von Rainer Schmidt, Gerhard Schulz, Ernst Kovacic, John Holloway und Silvia Simionescu. Egidius Streiff studierte bei Hansheinz Schneeberger. Seither hat er unzählige zeitgenössische Werke zur Uraufführung gebracht, so Wang Xilings Violinkonzert op. 39 mit dem China National Symphony Orchestra in Beijing, Lothar Voigtländers Violinkonzert „Emphasis“ in Dresden, oder auch im September 2012 das zweite Violinkonzert von Harry Crowl mit dem Orquestra de Parana in Curitiba. Bis 2007 war er künstlerischer Leiter des Ensemble Antipodes (ISCM Ensemble in residence2006) und Kurator der international beachteten Ausstellung „Adolf Busch in Riehen“ (2009). Er ist Gründer der mongolischen Chuluun Stiftung für den zentralasiatischen Austausch und Initiant des innerkoreanischen Begegnungsprojekt „parallel worlds“ unter dem Patronat der Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey: Unvergesslich bleibt die Aufführung von Schoecks Violinkonzert mit dem YII-Orchester Pyöngyang in 2005, und das daraus resultierende Projekt pyongyangklang.ch vom November 2008 gilt als Meilenstein der kulturellen Zusammenarbeit mit Nordkorea. 2012 gründet er mit dem inhaltsorientierten Genossenschaftslabel streiffzug.com einen Gegenentwurf zur rein gewinnorientierten CD-Produktion. www.streiffzug.com Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens-Stiftung und Pro Helvetia 12.11. International Skoda Allstar Band Mittwoch, 12. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Spiritus rector der International Škoda Allstar Band, die seit Jahren in wechselnden Besetzungen namhafter Europäischer Jazzmusiker auftritt, ist der Trompeter Uli Beckerhoff. Als Gast dabei diesmal die Sängerin Norma Winstone. Besetzung: Uli Beckerhoff – Trompete / Deutschland Matthias Nadolny – Saxofon / Deutschland Peter O`Mara – Gitarre / Australien Glauco Venier – Piano / Italien Ingo Senst – Bass / Deutschland Bruno Castellucci – Schlagzeug / Belgien als Gast:  Norma Winstone – Gesang / England Die Musiker der International Škoda Allstar Band kennen sich untereinander schon seit vielen Jahren und haben in den unterschiedlichsten Besetzungen miteinander gearbeitet. In dieser Besetzung trafen sie sich zum ersten Mal beim internationalen Workshop des Jazzclubs Eurocore in Trier, der sie dreizehn Jahre lang als Dozententeam verpflichtet hat. Bei den alljährlichen Dozentenkonzerten in Trier entstand die Idee, mit dieser Band weitere Konzerte in Deutschland zu geben. So traten in den vergangenen Jahren die Musiker gemeinsam bei mehr als 90 Konzerten auf Festivals, Fernsehkonzerten und in Theatern, Philharmonien und auch mit dem Symphonie-Orchester der Stadt Trier beim europäischen Kulturstadt-Jahr 2007 in Luxemburg und Trier mit großem Erfolg auf. Mit Unterstützung des Kulturpartners Škoda Auto Deutschland gibt die Band im November wieder Konzerte in Deutschland. Nach vielen renommierten Stars der internationalen Jazzszene wie John Taylor, Maria Pia DeVito, Ack van Rooyen, Sonnica Yepes, Rosani Reis und Charlie Mariano konnte für die Tournee im Jahre 2014 die Sängerin Norma Winstone als Gaststar gewonnen werden. Die Musik der International Škoda Allstar Band ist so vielfältig wie die unterschiedlichen musikalischen und kulturellen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder. Sie bezieht ihre Quellen aus dem zeitgenössischen Jazz, der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts und dem „american songbook“.  Das Programm besteht überwiegend aus Kompositionen der einzelnen Musiker und wird in den unterschiedlichsten Besetzungen vom Duo bis zum Septett dargeboten. Da alle Gruppenmitglieder vom Publikum und den Journalisten als große Persönlichkeiten und Stilisten auf ihren Instrumenten angesehen werden, kann man diese Formation durchaus als ein musikalisches Großereignis ansehen. So erwartet das Publikum  bei den Konzerten dieser außergewöhnlichen Gruppe ein Abend von großer musikalischer Ausdruckskraft, Intensität und Kreativität, stupenden instrumentalen Fähigkeiten, großer musikalischer Vielfalt, Spielfreude und Humor. Als diesjähriger Gast ist dabei:
 Norma Winstone - Gesang Norma Winstone ist die erste Europäerin, die eine weltweite Karriere als Jazzsängerin gemacht hat. Sie ist die erste. Die die Voraussage ihres berühmten Kollegen Jon Hendricks in die Tat umgesetzt hat: „ Eines Tages wird ein/e Sänger/in zugleich über Lyrics und Musik improvisieren können.“ Sie hat einen unverwechselbaren Sound und Ausdruck mit Ihrer Stimme entwickelt, der die Kritiker weltweit zu Lobeshymnen hinreißt und den das Jazzjournal International schreiben lässt: „ Norma Winstone`s voice is one oft he glories of contemporarry jazz ! „ Norma Winstone studierte am Trinity College in London Piano und Orgel und gegann gleichzeitig eine Karriere als Jazzsängerin. Durch Auftritte im berühmten Ronnie Scott`s Club machte sie sich schnell einen Namen in der englischen Jazzszene. So arbeitete sie u.a. zusammen mit Musikern wie Michael Garrick, Mike Westbrook, John Taylor, Michael Gibbs und John Surman. Sehr schnell führte sie dann die die Listen der besten Jazzsängerinnen in Jazz-Polls internationaler Magazine an. Gemeinsam mir Kenny Wheeler und John Taylor gründete sie die Gruppe Azymuth, die weltweit, unterstützt durch viele Veröffentlichungen auf dem renommierten Label ECM, Konzerte gab. Ihr eigenes, legendäres Album   „ Somewhere called home „ , ebenfalls auf ECM, gilt mittlerweile als Klassiker. Ihre Stimme wurde ein wichtiger Klang in der Musik des Trompeters Kenny Wheeler, was besonders auf der CD „ Music for small and large ensemble „ (ECM) von Kenny Wheeler deutlich wird. Darüberhinaus hat Norma Winstone mit ausdrucksstarken und poetischen Lyrics für Kompositionen von u.a. Ralph Towner, Egberto Gismonti, Kenny Wheeler, Ivan Lins und Steve Swallow zum weltweiten Erfolg vieler Titel beigetragen. Sie arbeitete zusammen u.a. mit Dave Holland, Peter Erskine, John Abercrombie, Fred Hersch, Gary Burton sowie vielen Radio Big Bands in Europa. Mit Colin Towns  und der NDR Big Band verbindet sie eine äußerst erfolgreiche Produktion „ It is later than you think „ , die bei vielen Live-Konzerten in Deutschland und Europa aufgeführt wurde. Im Jahr 2007 war sie Solistin bei einer  großen Produktion von Michael Gibbs und der INTERNATIONAL SKODA ALLSTAR BAND mit dem Sinfonieorchester der Stadt Trier anläßlich der europäischen Kulturhauptstadt Luxembourg 2007. Im gleichen Jahr wurde Norma Winstone als erste Musikerin  von der englischen Königin persönlich mit dem MBE Award ausgezeichnet. Seit vielen Jahren arbeitet sie im Trio mit dem italienischen Pianisten Glauco Venier und dem deutschen Saxophonisten Klaus Gesing zusammen und hat drei Alben bei ECM veröffentlicht. Mit diesem Trio erhielt sie 2009 eine Grammy Nominierung. Im Jahr 2012 war sie Solistin gemeinsam mit Uli Beckerhoff, Matthias Nadolny und Glauco Venier bei Veniers Kompositionen für Sinfonieorchester und Big Band. Diese wurden aufgeführt im Theater in Udine und sind 2014 als DVD und CD erschienen. Mehr Infos unter: www.normawinstone.com Uli Beckerhoff - Trompete/Flügelhorn Seit über 30 Jahren gehört Uli Beckerhoff zu den namhaftesten Trompetern in Europa. Als Trompeter und Komponist ist er auf mehr als 40 LPs / CDs vertreten, viele davon unter eigenem Namen. Er spielte auf nahezu allen großen Festivals in Europa und gastierte für das Goethe-Institut in elf afrikanischen Staaten und ganz Europa. Zusammenarbeit u.a. mit Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano, John Scofield, Norma Winstone, John Taylor, Maria João, Adam Nussbaum, Marilyn Mazur, Arild Andersen, Anders Jormin, John Abercrombie, Dave Liebman und Michael Gibbs. Er komponiert Film-, Theater- und Hörspielmusik für diverse Ensembles, Big Bands und Sinfonieorchester. Er arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Werner Schroeter, Hans Kresnik und Rudolf Thome zusammen. Er ist Professor für Jazztrompete an der renommierten Folkwang Hochschule in Essen und Dozent bei nationalen und internationalen Jazzworkshops. Er war künstlerischer Berater bei der Kulturhauptstadt Europas (Weimar 1999) und ist "artistic director" von jazzahead!, dem großen internationalen Festival und Forum für Jazz in Bremen. www.ulrich-beckerhoff-jazz.com Matthias Nadolny -  Tenorsaxofon   Tourneen, Konzerte und Festivalauftritte führten ihn durch ganz Europa. Als Solist in Bands verschiedenster Stilistiken arbeitete u.a. zusammen mit Toto Blanke, John Taylor, Eje Thelin, John Abercrombie, Trilok Gurtu, Benny Bailey, Lee Konitz, Norma Winstone, Glauco Venier und Maria de Fátima. Er ist Dozent an der renommierten Folkwang Hochschule in Essen und bei diversen Jazzworkshops in Italien, Holland und Deutschland. Immer wieder rühmt die Kritik seinen rauchigen, sonoren und unverwechselbaren Tenorsound, der auf vielen CD-  und Rundfunkproduktionen u.a. mit Gunnar Plümer, Silvia Droste, Maria de Fátima und Uli Beckerhoff zu bewundern ist. Im Duo mit Gunnar Plümer produzierte er die CD "You`ll never walk alone" und trat mit großem Erfolg beim Jazzfest Berlin 1996 auf. In den letzten Jahren trat er auch im Duo mit den Pianisten John Taylor und Glauco Venier auf. Peter O’Mara - Gitarre Peter O`Mara gehört zu den gefragtesten Gitarristen in Europa. Geboren in Sydney, Australien, ging er nach New York, von wo aus er 1981 nach München übersiedelte. Er war und ist als Gitarrist und Komponist beteiligt an mehr als 30 CD-Produktionen, bei den meisten davon als Bandleader. Unter seinem Namen spielten Musiker wie Dave Holland, Adam Nussbaum, Anthony Jackson, Russel Ferrante, Henning Sieverts, Kenny Wheeler, Joe Lovano und Alex 
Acuña. Er war Mitglied des Jazz und Rock Ensembles und ist Gitarrist der aktuellen Band Passport von Klaus Doldinger. Er ist Professor an der Anton-Bruckner-Hochschule in Linz und am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Er unterrichtet bei verschiedenen Jazzwork-shops in Australien, Deutschland, Italien und Österreich und ist Verfasser von Schulen für Jazzgitarre und Improvisation. Glauco Venier - Piano Er ist einer der bekanntesten Pianisten und Komponisten in Italien. Er bestreitet Konzerte in Europa, Südamerika und Asien und wurde als Pianist mit diversen Preisen bei Wettbewerben in Paris, Washington und Vienne ausgezeichnet. Er war an diversen CD-Produktionen beteiligt und arbeitete u.a. mit Kenny Wheeler, Paolo Fresu, Dave Liebman, Charlie Mariano, Enrico Rava und Eric Vloeimans. Er komponiert Film- und Ballettmusik und ist Professor am Konservatorium in Triest. Als Dozent unterrichtet er bei internationalen Jazzworkshops in Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien. Rundfunk- und Fernsehproduktionen u.a. in Italien, England, Russland, Österreich und Deutschland. Im Trio mit der englischen Sängerin Norma Winstone und dem deutschen Saxophonisten Klaus Gesing kam im Frühjahr  2008 die neue CD bei dem renommierten Label ECM auf den Markt. Mit diesem Trio war er 2009 für einen Grammy in Los Angeles nominiert. Bruno Castellucci - Schlagzeug Bruno Castellucci ist einer der meist beschäftigten und vielseitigsten Drummer der europäischen Jazzszene. Schon in jungen Jahren mit Preisen ausgezeichnet, wurde er sehr schnell zu einem der europäischen Stars am Schlagzeug. Die Namen der Musiker, mit denen er zusammen arbeitete, liest sich wie ein "who is who " der internationalen Musikszene: Johnny Griffin, Joe Pass, Jan Akkerman, Niels-Henning Ørsted-Pedersen, Bobby McFerrin, Jaco Pastorius, Lee Konitz, Toots Thielemans, Chet Baker, Freddie Hubbard, Richard Galliano, John Taylor, Quincy Jones, Chaka Khan und viele mehr. Er spielte mit den Big Bands von Bob Mintzer, Peter Herbolzheimer sowie BRT Radio Jazzorchestra, NDR Big Band u.a. 
Er ist Professor am Conservatoire de Bruxelles und unterrichtet bei Jazzworkshops weltweit. Ingo Senst - Bass Er ist einer der vielseitigsten und meistbeschäftigten Bassisten in Deutschland. Er begann mit einer klassischen Ausbildung am Kontrabass in Braunschweig und studierte danach in Holland  an der Jazzabteilung des Konservatorium der Stadt Hilversum. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: in Deutschland mit dem Jazzförderpreis und Solistenpreis der Stadt Celle sowie als Preisträger des Jazzpodiums des Landes Niedersachsen. In Holland bekam er den Großen Preis der Niederlande mit der Gruppe "Raise the Roof " und war Sieger im Heineken Crossover Award, der mit einer Konzertreise nach New York verbunden war. Er ist festes Mitglied der Gruppen Triosence, Cologne Concert Big Band, des Glenn Miller Orchestras sowie Interzone und Raise the Roof. Zusammenarbeit u.a. mit Benny Bailey, Ramesh Shotham, Tony Lakatos, Philip Catherine, Ack van Rooyen, Stefan Bauer und dem Modern String Quartet. 13.11. Gjermund Larsen Trio (NO) Donnerstag, 13. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Zum zweiten Mal im Sendesaal zu Gast: das sensibel elegische Folktrio des norwegischen Fiddlers Gjermund Larsen. Gjermund Larsen Trio Gjermund Larsen - Fiddle Andreas Utnem - Piano, Harmonium Sondre Meisfjord -   Kontrabass Manchmal könnte man meinen, dass man in den weiten Fjordlandschaften Norwegens nicht viel von dem, was in der Welt vor sich geht, mitbekommt. Und tatsächlich machen die Norweger nicht jeden Trend mit und besinnen sich lieber auf ihre eigenen reichen Traditionen. Trotzdem treibt gerade die norwegische Folkmusikszene eine ungeheure Neugier an, verbunden mit der bezaubernden Fähigkeit, verschiedene Einflüsse in ihre Musik einzubauen. Gjermund Larsen ist das beste Beispiel dafür. In seiner bedachten, gefühlvollen Musik findet der Geiger eine Balance zwischen Klassik, Jazz und den Volksliedern seiner Heimat. Die norwegische Musik klingt für mitteleuropäische Ohren vertraut und fremd zugleich. Manchmal möchte man an irische oder schottische Melodien denken, nur um im nächsten Moment durch eine neue Wendung überrascht zu werden. Gjermund Larsen ist Preisträger des „FolkFidel Awards“ und des „Spellemanprisen“, dem norwegischen Grammy. Er ist mit seinem Trio bereits zum zweiten Mal im Sendesaal zu Gast. Hier geht's zur website der Künstler 16.11. Stephan Schrader spielt sämtliche Bach Cello-Solosuiten Sonntag, 16. November 2014 | 18:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Stephan Schrader, Cellist der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Sendesaalaktivist der ersten Stunde, spielt an einem Abend sämtliche 6 Bach Solosuiten für Violoncello. „Wie ein Fest!“ - J.S. Bach: Alle sechs Cello-Suiten an einem Tag Stephan Schrader - Violoncello Stephan Schrader, der vielseitige Cellist der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, erfüllt sich einen alten Wunsch und tourt mit diesem außergewöhnlichen Programm durch Litauen, Schweden, Dänemark und verschiedene deutsche Städte. Die sechs Cello-Suiten von Bach in ihrer Reihenfolge hintereinander zu hören, eröffnet auch Kennern dieser wunderbaren Musik neue Perspektiven. Jede Suite wird eingeordnet in den Kontext eines Zyklus', die Entwicklung von der recht kurzen ersten Suite mit ihrem heiter idyllischen Grundcharakter zu der langen sechsten Suite, die (für ein 5saitiges Instrument geschrieben) mit ihrem erweiterten Tonumfang ein Höhepunkt der Virtuosität und des Jubels ist, wird zu einem sogartigen Erlebnis: jede Suite bietet einen Kontrast zur vorhergehenden, Umfang und Komplexität nehmen stetig zu. „Jede Suite hat eine eigene Persönlichkeit“, sagt Stephan Schrader, „jedes Präludium und die darauf folgenden fünf Tänze zeigen uns verschiedene, aber zusammengehörende Aspekte eines Grundcharakters. Und die sechs Grundcharaktere ergänzen sich wie die Mitglieder einer Familie!“ Stephan Schrader spielt ein Cello von Pieter Rombouts, Amsterdam ca. 1710. Das überlange Konzert hat zwei Pausen, in denen Gelegenheit für einen Imbiss im benachbarten Restaurant Geerdes besteht. Ablauf des Abends: 18:00 Suiten 1 (G), 2 (d), 3 (C) 19:30 Suiten 4 (Es), 5 (c) 21:00 Suite 6 (D) 18.11. Sinfonia Insieme Dienstag, 18. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 10 Euro (ermäßigt 8 Euro / 5 Euro) Auch das Hochschulorchester der HfK Bremen widmet sein Herbstkonzert in Kooperation mit dem Atelier Neue Musik dem 90. Geburtstag des Komponisten Klaus Huber. Orchester der Hochschule für Künste Bremen Leitung: René Gulikers und Marco Thomas Programm Anton Webern: Fünf Stücke für Orchester op. 10 (1913) W. A. Mozart: Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 595 (1791) Patrick O’Byrne - Klavier Klaus Huber: Intarsi - Kammerkonzert für Klavier und siebzehn Instrumente (1994) Hwa-Kyung Yim - Klavier Dieses außergewöhnliche Konzert, das die Fachgruppe Orchester der HfK gemeinsam mit dem Atelier Neue Musik zum neunzigsten Geburtstag des Komponisten Klaus Huber veranstaltet, umfasst drei herausragende Werke unterschiedlicher Epochen, denen im wesentlichen der Verzicht auf äußerliches Auftrumpfen gemein ist, Werke ohne lautstarke Reklame für sich selbst, ohne „Event-Charakter“, Musik, die aber gerade deshalb um so intensiver aus ihrem Innern heraus leuchtet. Weberns radikal reduzierte musikalische Signale eines solistisch besetzten Orchesters heben den Unterschied zwischen Orchester- und Kammermusik auf. Mozart verzichtet in seinem letzten Klavierkonzert auf alle bloß äußerlichen Effekte zugunsten einer quasi ins Innere gerichteten Virtuosität. Klaus Huber schließlich bezieht sich in seinem Kammerkonzert direkt auf dieses Mozartsche Konzert und stellt damit bewusst gewisse Klischees „avantgardistischer“ Klaviermusik in Frage. 19.11. Triosence Mittwoch, 19. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das Trio des zur Zeit in Bremen lebenden Pianisten Bernhard Schüler feiert den release seiner neuen CD One Summer Night mit einem Konzert bei uns. Triosence Bernhard Schüler - Piano     Matthias Nowak - Bass     Stephan Emig - Schlagzeug Seit Entstehung der Band im Jahr 1999 hat triosence in Deutschland so ziemlich alles abgeräumt, was es an Jazzpreisen zu gewinnen gibt. Nach dem ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ folgte der Ostsee-Jazz-Förderpreis, der Studiopreis des Deutschlandfunks, der Kulturförderpreis der Stadt Kassel und viele andere, bis hin zur Nominierung zum Preis der deutschen Schallplattenkritik und dem besten Neueinstieg in die Internationalen Jazzcharts in Deutschland. In Japan zählt die Band seit ihrer Debüt-CD „First Enchantment“ sogar zu den besten Jazz-Newcomern und „der Band die den Eindruck vom steifen deutschen Jazz weggewischt hat.“ (Swingjournal, Japan 2005) Was die Musik des Trios neben der Gleichberechtigung der Instrumente vor allem auszeichnet sind die Stärke und Klarheit ihrer Melodien. Zu einem hohen Grad lyrisch und poetisch bilden sie den Kern aller Kompositionen. In Kombination mit der stilistischen Bandbreite, die von Jazz über Fusion, Folk, Pop und Worldmusic reicht, definiert die Band dadurch einen ganz eigenen Stil, den sie selbst als „songjazz“ bezeichnet. Die „Trio-Essenz“ liegt in der Gleichberechtigung von Klavier, Bass und Schlagzeug; sie wird erreicht durch die Kompositionen von Bernhard Schüler und die starke Individualität der drei Musiker. Jedes Instrument kann in den Vordergrund gerückt werden, wodurch ein wesentlich größeres Klangspektrum entsteht als bei traditionellen Trios dieser Art. Das begeistert nicht nur Kenner, sondern auch jene, die mit Jazz bislang wenig anfangen konnten. 21.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik I Freitag, 21. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik Ausführende: Nadar Ensemble (Belgien) MAM. Manufaktur für aktuelle Musik (Deutschland) idm theft able (USA) Musiker/Performer Programm: Luigi Nono: Omaggio a Vedova (1960) für Tonband Michael Beil: exit to enter (2013) für Ensemble mit Live-Audio & Live-Video Mark Andre S1 (2012) für zwei Klaviere id m theft able Stimme und Elektronik Alexander Schubert: Point Ones (2012) für erweiterten Dirigenten, kleines Ensemble und Live-Elektronik escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik escape fast gleich enter. Eine Bewegung, die „fast“ an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt. Zwei Computerbefehle – verbunden durch ein mathematisches Zeichen – ergeben den Titel des diesjährigen Festivals. Zusammen mit dem ergänzenden Untertitel „reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik“ stellt das Festival Strömungen aktuellen Komponierens vor: Bereits vorhandenes Material wird aufgegriffen, kopiert, umgeformt und rekombiniert, so dass sich die Klangphänomene und ihre Kontexte ändern. Welches Selbstverständnis der KomponistInnen ergibt sich daraus und wie ändert sich das Komponieren, wenn das Material selbst nicht mehr neu sein muss und wenn alles Material werden kann? Wie wandelt sich die Rolle der Interpret/innen durch die genutzten Medien? Ist die Eigengesetzlichkeit der Klänge als Maßgabe für die Kunstmusik infrage gestellt? Wie verhält es sich mit Musik, die nicht auf bereits vorhandenes Material zurückgreift? In den Konzerten korrespondieren Kompositionen aus diesem aktuellen Spektrum des „Neuen“ mit älteren Werken der instrumentalen und elektronischen Musik, deren bahnbrechende Neuerungen heute noch spürbar sind. Das Konzert wird von Radio Bremen/Nordwestradio mitgeschnitten Eine Veranstaltung der projektgruppe neue musik (pgnm) 22.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik III Samstag, 22. November 2014 | 20:30 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik Ausführende: Nadar Ensemble (Belgien) Mark Knoop (England) - Klavier MAM.Manufaktur für aktuelle Musik (Deutschland) Thomas Hummel (Deutschland) - Komponist/Klangregie Programm: Valdimir Gorlinsky: Beiklang III.Sun.Disc.Minotaurus (2010) für Ensemble und Elektronik Steven Kazuo Takasugi: Die Klavierübung: 1st Movement (2007/09) UA  Live-Version for Solo Pianist and Electronic Playback (2014) Thomas Hummel: Sinaida Kowalenko(2014) UA für 6 Instrumente und ePlayer-Orchester Steven Kazuo Takasugi: Die Klavierübung: 3rd+4th Movement (2007/09) Johannes Kreidler: Der Weg der Verzweiflung (Hegel) ist der chromatische. (2011/12) für 9 Instrumente, Audio und Video Playback Eine Veranstaltung der projektgruppe neue musik (pgnm) Das Konzert wird von Radio Bremen/Nordwestradio mitgeschnitten 27.11. Marialy Pacheco Trio feat. Joo Kraus Donnerstag, 27. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Marialy Pacheco, immer wieder gern gesehener Gast im Sendesaal, mit ihrem aktuellen Trio und dem Trompeter Joo Kraus als Gast. Marialy Pacheco - Piano Juan Camilo Villa Robles - Bass Miguel Altamar de la Torre - Schlagzeug. special guest: Joo Kraus -Trompete In diesem Konzert wird die wunderbare kubanische Pianistin Marialy Pacheco ihre neue CD "Introducing" vorstellen, auf der sie mit ihren beiden kolumbianischen Triokollegen kubanische Komponisten wie wie Eliseo Grenet, Moises Simons, Felipe Rosario Goyco und Antonio María Romeu vorstellt. Neben ihrem Trio ist auf der CD und im Konzert auch der Trompeter Joo Kraus zu hören. Mal wieder eine neue Besetzung, mit der sie im Sendesaal auftritt nach diversen anderen Konstellationen. In der Zwischenzeit hat sie nicht nur als erste Frau den Montreux Jazz Solo Piano Competition gewonnen. Sie hat im August 2014 auch in Australien als klassische Pianistin debütiert mit dem Queensland Symphony Orchestra und einem Klavierkonzert von J.S. Bach. Immer für Überraschungen gut. 28.11. Lutz Görner: Beethoven - sein Leben, seine Musik Freitag, 28. November 2014 | 19:30 Uhr | Tickets 28 Euro Lutz Görner präsentiert Ludwig van Beethoven - und Nadia Singer Lutz Görner - Rezitation Nadia Singer - Piano Seit drei Jahren begeistert ‘die lyrische Stimme Deutschlands‘, wie die FAZ Lutz Görner nennt, sein Publikum, mit den von ihm erfundenen Klavierabenden. Diese Abende sind immer eine Mischung aus Literatur und Musik. Literatur von und über den Komponisten, dessen Musik Sie hören. Lutz Görner vertieft durch seine Textauswahl das Verständnis für diese Musik, die ja nie aus heiterem Himmel gefallen ist, sondern immer an eine bestimmten Zeitgeschmack und eine Lebensepoche des jeweiligen Komponisten gebunden ist. Was für Welten liegen zum Beispiel zwischen dem C-Dur Rondo des 12-jährigen Ludwig und dem C-Dur Rondo aus der Waldstein-Sonate des 32-jährigen van Beethoven! Lutz Görner fragt nach, versucht in seinen Programmen eine solche Entwicklung für sein Publikum nachvollziehbar und verständlich zu machen. Und so ist aus dem ‘poetischen Staubwedel‘, wie ihn der ‘Spiegel‘ auf Grund seiner ‘Lyrik für alle‘-Serie bei 3sat nannte, die Woche für Woche siebzehn Jahre lang ausgestrahlt wurde, der ‘musikalische Staubwedel‘ geworden, der ein wenig frischen Wind in die Klavierabende bringen will, um sie für viele Menschen genussreicher zu machen. In seinem neuesten Programm erzählt Lutz Görner Beethovens Leben anhand der Briefe des Komponisten und zahlreicher Zitate über ihn. Zitate von Liszt, Chopin, Czerny, Grillparzer, Bettine Brentano und Goethe. Auf diese Weise spürt der Rezitator den Menschen hinter dem Jahrtausend-Komponisten auf und macht die große Schere sichtbar zwischen Beethovens musikalischem Genie und seinem elenden, tagtäglichen Leben, das schon mit sechsundfünfzig Jahren ein von langer Krankheit geprägtes Ende fand. Theodor W. Adorno sagt über ihn: „Beethoven war ein Kraftgenie. Launisch, ungestüm, sonderbar, bengelhaft, roh, unbescheiden, stolz, eitel, wankelmütig, heute fremd und kalt, morgen der wärmste Freund. Aber dabei dennoch auch gutmütig, edel und empfindsam.“ Nadia Singer ist die Entdeckung des Sommers 2014! Jung, dynamisch, lebensfroh und mit unglaublicher Technik und Spielsicherheit ausgestattet, wird Nadia Singer das Publikum zum Staunen, zum Lächeln und zum Jubeln bringen. Wie schon bei den wenigen Voraufführungen, als die Presse über sie schrieb: „ Ihre ausgeprägte Musikalität verbindet Nadia Singer mit technischer Perfektion. Sie spielt kraftvoll, sinnlich, bildhaft, frech-frivol, spannungsreich, anregend, fantasievoll und virtuos.“ Nadia Singer, die seit knapp zwei Jahren in Weimar lebt, kommt aus Rostow am Don, wo sie auch studierte und ihr Konzertexamen abgelegt hat. Sie entstammt einer deutschen Familie die vor langer Zeit nach Russland ging. Mit drei Jahren begann sie mit dem Klavierspielen und schnell schon wurde ihr Talent sichtbar und dementsprechend, seit sie fünf war, gefördert.Doch als Teenager ging sie lieber in die Clubs der Millionenstadt Rostow, um dort Jazz-Standards zu singen. Vielleicht hat ihr diese kurze Phase geholfen, locker zu bleiben und die so genannte Klassik nicht mit allzu strengen Augen anzuschauen und dadurch ihre eigene Individualität und das Ihr-Gemäße zu finden.Betreut wird sie vom berühmten St. Petersburger Pianist und langjährigem Professor an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, Grigory Gruzman, der sie innerhalb eines Jahres zum ersten Preis beim internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt/M. geführt hat. Eine Veranstaltung der Konzertagentur Karin Kulmer Foto Lutz Görner und Nadia Singer © Felix Hüsch-Waligura 29.11. Detmolder Kammerorchester Samstag, 29. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das renommierte Detmolder Kammerorchester unter Alfredo Perl ist bereits zum dritten Mal im Sendesaal. Solistin der auf Kammermusikstärke reduzierten 4. Sinfonie von Gustav Mahler ist die Sopranistin Catalina Bertucci. Detmolder Kammerorchester Leitung: Alfredo Perl Catalina Bertucci - Sopran Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur Arnold Schönberg: 6 Orchesterlieder op. 8 Beim dritten Gastspiel des DKO im Sendesaal ist die chilenische Sopranistin Catalina Bertucci die Solisten des Abends, in dem das Detmolder Ensemble erneut ein sinfonisches Werk von Gustav Mahler in einer Bearbeitung für Kammerorchester aufführen wird. Die 4. Sinfonie schwankt im Ausdruck zwischen kindlicher Heiterkeit, groteskem Humor und verstörender Klage. Catalina Bertucci hat dieses Werk kürzlich für das New Yorker Label „Mode records" auf CD eingesungen. Die den Abend ergänzenden Orchesterlieder mit Schönbergs frühem opus 8 stehen noch unter dem harmonischen und melodischen Einfluss Richard Wagners und sind hier in der Fassung für Gesang und Kammerensemble zu hören.   Mitschnitt Deutschlandradio Kultur und Radio Bremen     Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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Geplantes Gesetz bedrohnt medizinische Versorgung in Bremen: Wegfall von 350 Praxen befürchtet

Bremen. Ein geplantes Gesetz könnte dazu führen, dass künftig bis zu 350 Arzt- und Psychotherapeutenpraxen in Bremen schließen müssen. Davor warnt die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) und fordert den Gesundheitssenator auf, dagegen einzuschreiten. © dpa Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen warnt vor drohenden Praxenschließungen in Bremen. „Wenn dieses Gesetz so kommt, müssen in Bremen und Bremerhaven nach und nach bis zu 350 Ärzte und Psychotherapeuten aus der Versorgung verschwinden, das wäre jeder fünfte Arztsitz“, sagt Günter Scherer. Was den stellvertretenden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (KVHB) so verärgert, ist ein Arbeitsentwurf für ein Gesetz, das gestern aus dem Bundesgesundheitsministerium an die Öffentlichkeit gelangt ist. Darin wird der Abbau von Arztpraxen in überversorgten Gebieten gefordert. „Als überversorgt gilt eine Region dann, wenn sie den Höchstwert von 110 Prozent beim Versorgungsgrad erreicht hat“, erklärt Scherer. Wie die meisten anderen Großstädte und Ballungszentren im Bundesgebiet wird dieser Wert nach der aktuellen Statistik der KVHB in fast allen Arztgruppen erreicht. Geht ein Mediziner aus Altersgründen in den Ruhestand oder wird die Praxis aus anderen Gründen aufgegeben, soll es keinen Nachfolger mehr geben, so sieht es der Entwurf aus dem Ministerium vor. Gesetz soll 2015 in Kraft treten Die Absicht dahinter: Mehr Ärzte sollen sich künftig anstatt in den lukrativeren und attraktiveren Städten in unterversorgten ländlichen Gebieten niederlassen. Für Scherer der falsche Lösungsansatz: „Dieses Gesetz bedeutet eine drastische Verschlechterung der medizinischen Versorgung für die Menschen in Bremen und Bremerhaven.“ Besonders absurd sei, dass der Entwurf gleichzeitig den Abbau von Wartezeiten auf Arzttermine vorsieht. Hierfür sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen einen Service einrichten, der Patienten einen Termin bei einem Facharzt binnen vier Wochen garantiert. „Das funktioniert nicht. Denn sollte das Gesetz so kommen, entfielen in Bremen jährlich 1,2 Millionen Arzttermine, weil es die Ärzte schlicht und ergreifend nicht mehr gibt“, so Scherer. Zum 1. Januar 2015 solle es in Kraft treten. Besonders betroffen wären die Psychotherapeuten, fast 160 Praxen müssten wegfallen. „Das wäre eine Katastrophe für die Patienten“, sagt Karl Heinz Schrömgens, Präsident der Bremer Psychotherapeutenkammer. „Diese rein rechnerische Überversorgung spiegelt nicht den tatsächlichen Bedarf wieder. Die Wartezeit auf ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten liegt derzeit bei neun Wochen, die auf Therapiebeginn bei 20 Wochen.“ Zudem versorge Bremen auch das Umland mit. Auch bei den Kinder- und Jugendärzten ist der Schock groß. Ihr Vorsitzender Stefan Trapp kritisiert, dass die „am grünen Tisch ermittelten Zahlen die tägliche Versorgungsrealität nicht widerspiegeln“. Trapp: „Angesichts brechend voller Praxen dürften Eltern und Großeltern kaum den Eindruck haben, dass es viel zu viele Kinderärzte gibt.“ Eine Umsetzung des Entwurfs würde bedeuten, dass in Bremen jeder dritte Arzt bereits in naher Zukunft verschwinden würde. Laut Trapp ist das Durchschnittsalter bei den Kinder- und Jugendärzten hoch, sodass in den nächsten fünf bis zehn Jahren in vielen Praxen ein Wechsel anstünde. Für die tägliche Versorgung würde der Wegfall bedeuten, dass die Ärzte deutlich weniger Zeit für die Patienten hätten und beispielsweise nur noch chronisch und schwerkranke Kinder und Jugendliche betreuen könnten. „Das Gesetz droht, große Löcher in die Versorgung zu reißen, ohne damit tatsächlich Lösungen für unterversorgte Gebiete zu schaffen“, warnt der Mediziner. Die Kassenärztliche Vereinigung fordert die Landespolitik und damit Gesundheitssenator Hermann Schulte-Sasse (parteilos) auf, sich auf Bundesebene für eine Veränderung des geplanten Gesetzes einzusetzen. Der Senator reagiert in einer Stellungnahme mit Unverständnis auf die Forderung der KV. „Kein Arzt muss durch das neue Gesetz befürchten, seine Praxis zu verlieren, und kein Patient muss ab dem nächsten Jahr auf seinen bekannten Arzt verzichten“, heißt es. Die tatsächlichen Folgen des ersten Arbeitsentwurfs aus dem Bundesministeriums ließen sich derzeit nur schwer abschätzen. „Auch aufgrund der Tatsache, dass die KV Bremen bislang nicht von ihren gesetzlichen Möglichkeiten zu einer kleinräumigeren Bedarfsplanung für bestimmte Arztgruppen Gebrauch gemacht hat“, so Schulte-Sasse. Es sei durchaus denkbar, dass in Bezug auf das gesamte Stadtgebiet eine Überversorgung errechnet werde, die Betrachtung für einzelne Arztgruppen jedoch weitaus differenzierter sei, wenn die Berechnungen auf einzelne Stadtteile heruntergebrochen würden, so der Gesundheitssenator. http://www.weser-kur ier.de/bremen_artikel,-Wegfall-von-350-Praxen -befuerchtet-_arid,966194.html
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 15.10.14  +  

Es geht um 23.000 - und um eine Entscheidung

.ausgestrahlt hat sich schon immer große Ziele gesetzt und Großes erreicht: Als 2010 die Idee einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den AKW Brunsbüttel und Krümmel entstanden war, wurden wir von vielen MitstreiterInnen für verrückt erklärt. Am Ende kamen 120.000 Menschen und die Kette war geschlossen. Als wir direkt nach Beginn der Fukushima-Katastrophe dazu aufriefen, die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung mit Massenprotesten so unter Druck zu setzen, dass die Atomkanzlerin möglichst viele AKW vom Netz nimmt, glaubte fast niemand, dass innerhalb von drei Monaten acht Reaktoren stillgelegt werden. Als 2012 die ersten Entwürfe für ein neues Atommüll-Gesetz kursierten, war überhaupt nicht absehbar,  dass es am Ende gelingen könnte, den Stopp aller Castor-Transporte nach Gorleben und einen Baustopp im dortigen Bergwerk durchzusetzen. Als wir Anfang diesen Jahres damit begonnen haben, den lauter werdenden Rufen nach einer Laufzeitverlängerung für das bayerische AKW Grafenrheinfeld etwas entgegenzusetzen, da meinten viele, CSU und Eon würden sich davon nicht beeindrucken lassen. Jetzt geht das Kraftwerk sogar früher als geplant vom Netz. All das haben wir natürlich nicht alleine erreicht, aber .ausgestrahlt hatte einen nicht unwesentlichen Anteil daran.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 12.10.14  +  

Die Militarisierung ist in allen Bereichen voll im Gange

n Berlin fand am Wochenende vom 3. bis 5. Oktober 2014 im Haus der Demokratie und Menschenrechte die Antikriegskonferenz statt. Rudolph Bauer hat die Konferenz im Wesentlichen konzipiert und organisiert. Viele Organisationen haben die Konferenz ideell und materiell unterstützt. 80 - 100 Teilnehmer hatten sich eingefunden, um am sehr umfangreichen und vielfältigen Programm teilzunehmen. Es referierten: Jörg Wollenberg, Bremen: "Flammenrausch des Vaterlandes": Von den „Ideen von 1914“ zum nationalen Sozialismus – Historischer Beitrag mit Parallelen zur Gegenwart; Susann Witt-Stahl, Hamburg: Krieg und (Populär-)Kultur); Matthias Jochheim, Frankfurt/Main: Regime Change in der Ukraine – die Rolle Deutschlands, der EU und der NATO; Rudolph Bauer, Bremen, und Franz Hamburger, Mainz: Die Schaffung imperialer Normalität. Zum Erlernen des hegemonialen Habitus in der Sekundarstufe – eine Schulbuchanalyse; Werner Rügemer, Köln: „Freihandel“ und Krieg; Thomas Barth, Hamburg: Die Privatisierung der Kriege: Stichwort Blackwater; Rolf Gössner, Bremen: Der Informationskrieg der Geheimdienste und die Militarisierung der ‚Inneren Sicherheit’: Stichwort Heimatschutz; Wolfgang Bittner, Göttingen: Die Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung - am Beispiel der Ereignisse in der Ukraine; Hans-Jörg Kreowski, Bremen: Die unheilvolle Verquickung von ziviler und militärischer Sicherheit aus Sicht der Informatik – Mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik wird Krieg zum Cyberkrieg; Michael Schulze von Glaßer, Kassel: Das virtuelle Schlachtfeld – Kriegs-Videospiele und die Verbindung zwischen Militär, Rüstungsindustrie und Videospielbranche; Otto Jäckel, Berlin: ‘Realpolitische’ Konfrontation oder kollektive Sicherheit im Rahmen von Verfassung und Völkerrecht? Friedenspolitische Forderungen; Ulla Jelpke, Berlin und Dortmund: Mobilisierung gegen Krieg und Militarisierung; Volker Eick, Berlin: Überwachen, Kontrollieren und „Intervenieren“ durch Polizei und Militär: Drohnen als Waffe; Sönke Hundt, Bremen: Militär, Kriege und ökonomische Interessen der BRD in der EU; Peter Herrmann, Rom: Die soziale Mobilmachung Europas durch Jugendarbeitslosigkeit, Rassismus und modernisierten Arbeitsdienst; Julian Firges und Claudia Holzner, Kassel: Forschung, Lehre und Studium zwischen Campus, Industrie und Militär. Kunst und Kultur kamen ebenfalls zu ihrem Recht. Vor Beginn fand Freitag eine Ossietzky-Matinée statt und am Sonnabend eine Performance mit kleinen Werken von Karl Valentin bis zu Ernst Jandl. Bei der Fülle der Beiträge ist es schwer, auf einzelne besonders einzugehen. Ich will dennoch drei hervorheben, weil sie auf großes Interesse stießen. - Das war einmal Hans-Jörg Kreowski von der Universität Bremen, der vor den absehbaren Entwicklungen in der Drohnentechnologie warnte. Die USA würden planen, dass in zukünftigen Kriegen ein Drittel der Bewaffnung auf unbemannte Militärvehikel umzustellen. - Susan Witt-Stahl, die jetzige Chefredakteurin von "Melodie & Rhythmus", referierte eindrucksvoll über die Militarisierung und die allgemeine Rechtsentwicklung in der Populärmusik. Entsprechende Musik würde für die Emotionalisierung von Soldaten eine große Rolle spielen und immer mehr gezielt entsprechend eingesetzt werden. Eine linke, oppositionelle, fortschrittliche Musik, anders als in den 60er und 70er Jahren, wäre kaum noch vorhanden. Um so mehr wäre es notwendig, solche Tendenzen zu fördern und zu unterstützen. - Michael Schulze von Glaßer gab mit vielen Videobeispielen in den gigantischen Markt für Computerspiele, hier besonders für die Kriegsspiele. Dabei wäre eine ganz erschreckende Tendenz sichtbar: im Zuge einer Verschmelzung von realer und virtueller "Welten" käme es zu einer immer engeren Zusammenarbeit zwischen Spieleentwicklern, Waffenhersteller und und Spielfilmproduzenten. Was so weit ginge, dass Games-Firmen ein Gefechtszentrum als kostengünstige virtuelle Übungsmaschine für die Bundeswehr entwickeln und im Gegenzug reale Waffensysteme optisch und akustisch in ihre Games einbauen. Eine Veröffentlichung der Beiträge der AKK-Berlin 2014 ist in Vorbereitung. Weitere Informationen sind auf der Website http://www.antikriegskonferenz einzusehen.
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yasni 11.10.14  +  

DGB fordert Aktionsprogramm: Kinderarmut nimmt wieder zu

Steigende Kinderarmut in Deutschland: Der Anteil der unter 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen seien, hat sich erhöht. Zuvor war der Trend rückläufig. Der DGB fordert schnelles Handeln. Drucken Verschicken Empfehlen Die Kinderarmut nimmt zu: Betroffen sind laut einem Medienbericht 1,64 Millionen Jungen und Mädchen. Quelle: dpa BerlinDie Kinderarmut in Deutschland nimmt einem Pressebericht zufolge wieder zu. Der Anteil der unter 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen seien, habe sich bis Mai 2014 auf 15,7 Prozent erhöht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Betroffen seien damit 1,64 Millionen Jungen und Mädchen. 2012 lag die Hilfequote demnach noch bei 15 Prozent. Zuvor sei der Trend rückläufig gewesen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordere deshalb ein Aktionsprogramm für Eltern, die mit ihren Kindern schon länger von Hartz IV leben müssen. "Es passt nicht zusammen, über Fachkräftemangel zu diskutieren und zugleich zuzulassen, dass etwa 1,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren im Hinterhof unserer Wohlstandsgesellschaft in Hartz-IV-Armut leben müssen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Zeitung. Das Aktionsprogramm soll sich den Angaben zufolge zunächst auf die 450.000 Eltern konzentrieren, die arbeitslos gemeldet sind, Kinder im Haushalt haben, Hartz IV nicht mit einem Zusatzjob aufstocken und an keiner Maßnahme eines Jobcenters teilnehmen. Solche Eltern müssten "eine neue berufliche Perspektive erhalten, auch um ihre Vorbildrolle gegenüber ihren Kindern zu stärken", verlangte Buntenbach. Dem DGB schwebe dabei vor, mehr geförderte Arbeitsplätze zu schaffen, "sofern eine Beschäftigung anders nicht möglich ist". Das Programm müssten Jobcenter, Kommunen, der Bund, Wohlfahrtsverbände und Vereine gemeinsam tragen. http://www.handelsblatt.com/politik/ deutschland/dgb-fordert-aktionsprogramm-kinde rarmut-nimmt-in-deutschland-wieder-zu/1082508 2.html
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 11.10.14  +  

Das Freihandelsabkommen TTIP ist eine schwere Irreführung der VerbraucherInnen

heute wollten wir Sie eigentlich bitten, die Europäische BürgerInneninitiative (EBI) gegen die geplanten „Frei“handelsabkommen TTIP und CETA zu unterstützen. Sie war gründlich vorbereitet und mit Rechtsanwälten abgestimmt. Aber die Europäische Kommission hat die Annahme der von über 230 Organisationen aus 21 Ländern unterstützten Initiative abgelehnt. Das werden wir nicht hinnehmen! Schon die Geheimverhandlungen zu diesen Abkommen sind ein Musterbeispiel an Intransparenz und Politik hinter den Rücken der BürgerInnen. Diese Ablehnung setzt dem Vorgang die Krone auf: Selbst eine EBI, die die EU-Kommission lediglich dazu bewegen kann, sich mit einem Thema zu befassen, wird uns verweigert; selbst das minimalste Mitspracherecht wird uns entzogen! Nicht mit uns! Mit Ihrer Hilfe erkämpfen wir uns demokratische Mitbestimmung und können CETA und TTIP noch stoppen! Wir werden gegen diese Ablehnung angehen. Wir müssen verhindern, dass diese Abkommen gegen den Willen der BürgerInnen mit allen Tricks durchgeboxt werden. Sie haben drastische Auswirkungen auf Demokratie, Sozialstandards, ArbeitnehmerInnenrechte, Verbraucherschutz, Gentechnik-Kennzeichnungspflicht und vieles mehr. Attac ist Teil des EBI-Trägerkreises. In diesem haben wir beschlossen, gegen die Ablehnung juristisch vorzugehen. Und wir lassen uns die Möglichkeit, die Ablehnung der BürgerInnen mit einer EBI sichtbar zu machen, nicht nehmen. Europaweit werden wir gemeinsam mit allen beteiligten Organisationen eine eigene Unterschriftensammlung initiieren – ob die Europäische Kommission will oder nicht. Nur mit größtmöglichem öffentlichen Druck können wir erfolgreich sein! Neben der alltäglichen Informationsarbeit mit Materialien und Veranstaltungen quer durchs Land, den Vorbereitungen zu unserer selbst ermächtigten BürgerInneninitiative, der Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden und der Aktion „10.000 TTIP-freie Kommunen“ steht dafür auch schon der nächste große Termin an: Am 11. Oktober 2014 gehen unter dem Motto „Stop TTIP, CETA, TiSA“ AktivistInnen europaweit zum dezentralen Aktionstag auf die Straße. Auch Attacies aus über 100 Gruppen werden sich daran beteiligen! Unterstützen Sie uns jetzt unter www.attac.de/stoppt-ttip mit Ihrer Spende für die benötigten Materialien und die Protest-Aktivitäten! Mit herzlichen Grüßen aus Frankfurt Roland SüßAttac-Projektgruppe TTIP
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yasni 29.09.14  +  

.ausgestrahlt-News: Aktionswoche gegen Atom-"Bad Bank"

Schon über 34.000 Menschen haben bei der Aktion „Wir zahlen nicht für Euren Müll“ gegen die „Bad Bank“-Pläne der AKW-Betreiber mitgemacht. Doch das reicht noch lange nicht. Deswegen ruft .ausgestrahlt zu einer bundesweiten dezentralen Aktionswoche ab dem 14. Juni auf. Inzwischen wurde bekannt, dass der ehemalige Eon-Manager und Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller die Verhandlungen zwischen Bundesregierung und den Stromkonzernen führen soll. Müller hatte schon 1998 bis 2000 bei den „Atomkonsens“-Gesprächen zwischen rot-grüner Bundesregierung und der Atomwirtschaft dafür gesorgt, dass im Kleingedruckten die Interessen der AKW-Betreiber optimal verankert wurden. Alleine die Nachricht, dass Müller in Sachen „Bad Bank“ eingeschaltet werden soll, führte zu Kurssprüngen von Eon und RWE an der Börse. Die „Bad Bank“-Pläne der Stromkonzerne sind zwar vorerst von den Titelseiten verschwunden. Verhandelt wird nun im Geheimen. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt dranbleiben und den öffentlichen Druck auf die Bundesregierung verstärken. Mach mit!
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 13.08.14  3  

Digitalcourage-News: > Verleihung "Big Brother Awards", Strafanzeige & mehr....

Preiswürdig sind sie alle, die Datenkraken, die wir bald mit dem BigBrotherAwards auszeichnen werden. Ob diese auch selbst vorbeischauen, wissen wir noch nicht. Wann und wie Sie live dabei sein können, lesen Sie in diesem Newsletter. Viel Vergnügen bei der Lektüre und gerne auch beim Weiterleiten wünschen Rena Tangens und padeluun Inhalt: 1. BigBrotherAwards 2014 – Verleihung am 11. April in Bielefeld und im Live-Stream 2. For..Net-Award - diesmal sind wir Preisträger 3. NSA: Endlich Ermittlungen gegen Bundesregierung? Wir erstatten Strafanzeige. 4. Datenschutz in Europa – Deutschland mit Vollgas auf der Bremse 5. In eigener Sache: Bei Digitalcourage wird eine Stelle frei 6. Termine 1. BigBrotherAwards 2014 - Verleihung am 11. April in Bielefeld und im Live-Stream In nicht einmal drei Wochen ist es so weit: Wir verleihen die BigBrotherAwards, unsere „Oscars für Datenkraken“. Wer die Preisträger in diesem Jahr sind? Die Jury hat eine Shortlist, hält aber alle Umschläge versiegelt – wie bei der richtigen Oscarverleihung. Am 11. April 2014 werden die Umschläge geöffnet und die Preisträger enthüllt. Sicher nicht zur großen Freude der ausgezeichneten Datensünder. Wenn Sie live dabei sein wollen, können Sie in unserem Online-Shop jetzt Karten bestellen: https://shop.digitalcourage.de/bigbrotherawar ds-2014-eintrittskarte.html Wer nicht vor Ort sein kann, kann trotzdem live dabei sein. Wir streamen die BigBrotherAwards auf https://streaming.digitalcourage.de Zusätzlich können Sie auch an unserem gemeinsamen Essen im Anschluss teilnehmen. Wir freuen uns, den Abend gemütlich mit Ihnen ausklingen zu lassen: https://shop.digitalcourage.de/thema/bba/dank eessen.html Einen Eindruck der Verleihungsgala erhalten Sie mit den Videos aus dem letzten Jahr – zu sehen in unserem Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/playlist?list=PLJHQUx e-af_e2bLQEuh_Q7qUL58cpjZjw 2. For..Net-Award - diesmal sind wir Preisträger Wir verleihen nicht nur Preise. Manchmal bekommen wir sie auch selbst. Der For..Net Award wird von der Uni Passau für Innovation im Datenschutz verliehen - wir bekommen einen Sonderpreis für unser Engagement. Und den holen wir uns - anders als viele Preisträger der BigBrotherAwards - natürlich persönlich ab. "Die Jury hat vor dem Hintergrund aktueller Geheimdienstskandale entschieden, das herausragende ehrenamtliche Engagement von Digitalcourage e.V., zu honorieren.", heißt es in der Begründung. Die Preisverleihung findet am 3. April 2014 in Passau im Rahmen des 9. Internationalen Symposium der Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik statt. Wir nutzen die Gelegenheit, um dafür einzutreten, dass endlich mehr getan werden muss, damit Verschlüsselungstechnoligie ergonomisch und damit massentauglich wird. Vor den Innovationsauszeichnern wird es auch sicher lohnen, auf Datenschutzfreundliche Voreinstellungen zu drängen. ============================================= ===================== Auch Sie können Teil dieser Arbeit werden: Mit einer Mitgliedschaft bei Digitalcourage – die kostet 10 Euro monatlich und bringt das gute Gefühl, sich den Datenkraken und Überwachern entgegenzustellen: https://digitalcourage.de/mitglied Oder Sie spenden: https://digitalcourage.de/spende – auch einmalig hilft es uns bei unserer Arbeit ============================================= ===================== 3. NSA: Endlich Ermittlungen gegen Bundesregierung? Wir erstatten Strafanzeige. Edward Snowden enthüllte Unglaubliches und die Bundesregierung tut genau gar nichts. Sie kommt ihrem Schutzauftrag, nämlich uns vor Überwachung zu schützen, nicht nach und handelt somit gesetzeswidrig. Doch der Generalbundesanwalt hat noch immer keine Ermittlungen aufgenommen. Deshalb haben wir im Februar 2014 zusammen mit der Internationalen Liga für Menschenrechte und dem Chaos Computer Club Strafanzeige gegen die Bundesregierung und Geheimdienstmitarbeiter erstattet. Nun muss der Generalbundesanwalt Farbe bekennen. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir eine einfache Möglichkeit eingerichtet, die Klage als Einzelperson zu unterstützen. https://petition.digitalcourage.de/strafanzei ge/ Derzeit werden die Unterstützungsschreiben zusammengestellt, damit sie dem Generalbundesanwalt gesammelt augehändigt werden können. Bei dieser Gelegenheit erinnern wir ihn gleich daran, dass er am Zug ist und hoffentlich bald Ermittlungen aufnimmt. Eine Beteiligung an der Klage ist natürlich auch weiterhin möglich. In einer eigens dafür aufgelegten Broschüre haben wir die Strafanzeige im Volltext und begleitende Pressemitteilungen und Kurzinformationen, sowie einige Medienkommentare und Reaktionen zusammengestellt. https://shop.digitalcourage.de/store-products .php?products_id=636 Die Spähaffäre ist auch ein großes Thema der StopwatchingUs-Demonstration in Köln, die am 12. April 2014 stattfindet. Mehr Infos auf http://cologne.stopwatchingus.info/demo-12-ap ril.html 4. Datenschutz in Europa – Deutschland mit Vollgas auf der Bremse Es ist ein doppeltes Spiel: Öffentlich behauptet die Bundesregierung immer wieder, wie wichtig Datenschutz sei, in den Verhandlungen im europäischen Ministerrat bremst sie eine starke, wichtige Verordnung zum Schutz unserer Rechte aus. Auch der Branchenverband Bitkom bremst. Die Vermutung liegt nahe, dass einige Mitglieder von der Verzögerungstaktik der Bundesregierung profitieren. Ein kleiner Lichtblick: In der letzten Woche hat das Europäische Parlament in der ersten Lesung den Kompromissvorschlag angenommen und damit seine Verhandlungsposition abgesteckt. Zwar ist hier noch einiges nachzubessern, wie wir fordern, aber der Anfang ist gemacht. Nun liegt es an Innenminister Thomas de Maizière, sich im Ministerrat für einen europäischen Datenschutz stark zu machen, der den Namen auch verdient. Mehr Infos: http://digitalcourage.de/blog/2014/eu-datensc hutzverordnung-ist-ein-schrittchen-weiter 5. In eigener Sache: Bei Digitalcourage wird eine Stelle frei Unser Campaigner und Redakteur Dennis Romberg wechselt Anfang April zum Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach Berlin und wird dort im Bereich Verbraucherrechte in der digitalen Welt arbeiten. Wir danken Dennis insbesondere für seine großartige Arbeit an der Digitalcourage-Website, seine Beharrlichkeit in Sachen EU-Datenschutzgrundverodnung und seinen Einsatz, die europäischen Partnerorganisationen in Brüssel zusammenzubringen. Wir wünschen Dennis alles Gute im neuen Job und freuen uns, weiter in Verbindung zu bleiben! In Kürze werden wir eine neue Stelle ausschreiben. Interesse? Näheres demnächst auf digitalcourage.de 6. Termine 3. April 2014: Verleihung des For..Net Awards https://www.uni-passau.de/bereiche/presse/pre ssemeldungen/meldung/detail/fornet-award-fuer -engagement-im-datenschutz/ http://www.for-net.info/symposien/symposium-2 014/programm/ 11. April 2014: BigBrotherAwards https://bigbrotherawards.de 12. April 2014: StopWatchingUs Demo in Köln http://cologne.stopwatchingus.info/demo-12-ap ril.html 25. – 27. April 2014: AktiVCongreZ in Hattingen http://digitalcourage.de/blog/2014/aktivkongr ess-2014-25-27-april-in-hattingen 7. Neu im Shop Aktuell haben wir drei neue Broschüren im Shop. Zum einen die bereits oben erwähnte Dokumentation zu unserer Strafanzeige [1], im Rahmen unseres Projektes "Digitale Selbstveteidigung" eine ausführliche Broschüre des Heise Verlages zu sicherer E-Mail [2] und aus der Reihe "AttacBasisWissen" eine Broschüre zum Freihandelsabkommen (TTIP), an der Rena Tangens von Digitalcourage mitgearbeitet hat [3]. [1] link https://shop.digitalcourage.de/store-products .php?products_id=636 [2] link https://shop.digitalcourage.de/kategorie/buec herbroschueren/broschuere-sichere-e-mail.html [3] link https://shop.digitalcourage.de/buch-die-freih andelsfalle.html Wollen Sie mitkämpfen und Mitglied werden? Dann folgen Sie diesem Link: https://digitalcourage.de/mitmachen/foerdermi tglied-werden Wollen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen? 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yasni 26.03.14  +  

Foodwatch >> Ist DAS noch Demokratie?

Wenn es um den Lobby-Einfluss von Konzernen geht, nimmt die Lebensmittelindustrie, die täglich mit ihren Produkten über unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit entscheidet, einen traurigen Spitzenplatz ein. Erinnern Sie sich noch? Gammelfleisch sollte, so versprach es der damalige Verbraucherminister Horst Seehofer, mit einer Farbe gekennzeichnet werden, damit uns Fleischabfälle nicht als Lebensmittel untergejubelt werden. Und was ist herausgekommen? Die Verwendung von Farbe wurde Gesetz, aber sie darf bei bestimmten Fleischabfällen geruch- und farblos sein!! Nein, das ist kein verspäteter Karnevals-Scherz. Das ist ein Angriff auf die Demokratie und deren wichtigstes Prinzip: Der Wille des Volkes und nicht Wirtschaftsverbände sollen uns regieren. Mehr als 30.000 Lobbyisten in Brüssel - ja, sie haben richtig gelesen, 30.000 Lobbyisten, also fast 40 pro Europaparlamentarier - sorgen dafür, dass das Demokratieprinzip immer wieder außer Kraft gesetzt wird. Dass die Demokratie zur Lobbykratie mutiert ist. Lobbykratie zum Ersten: Mit Marktmacht, mit Geld, mit "Think-Tanks", mit Anwaltskanzleien wehrt die Lobbymacht der Industrie Gesetze ab, ja, verwandelt deren Stoßrichtung ins Gegenteil. Eine Milliarde (!!) Euro hat die Lebensmittelindustrie aufgewendet und mit einer jahrelangen Kampagne die "Ampelkennzeichnung" verhindert, die über 70 Prozent der Verbraucher wünschen. Mit der Ampel hätten Käufer auf einen Blick erkennen können, ob ein Lebensmittel viel, mittel oder wenig Zucker, Salz und Fett enthält. Deshalb war die Milliarde aus Sicht der Lebensmittelindustrie sehr gut investiert - im Vergleich zu den drohenden Umsatzverlusten und Gewinneinbrüchen, wenn die Verbraucher plötzlich vermeintliche Fitness-Produkte als Zuckerbomben entlarvt hätten. Lobbykratie zum Zweiten: Dass die Industrie auch nicht davor zurückschreckt, auf Kosten unserer Kleinsten Profite zu machen, verwundert da nicht mehr. Leitlinien für eine gesunde Kindergarten-Ernährung? Nicht mit uns, dachte sich die Lebensmittelindustrie und setzte ihre Lobbymaschine in Bewegung. Ergebnis: Der Spitzenverband der deutschen Ernährungsindustrie brüstete sich in einem internen Rundschreiben unverhohlen damit, es sei gelungen, dass "die (…) Ausgrenzung von (…) Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Süßstoffen/Zuckeralkoholen wieder gestrichen" wurde. Spürbar enttäuscht war der Verband hingegen, dass die Formulierung "keine Süßigkeiten in die Brotbox" trotz Anstrengungen nicht verhindert werden konnte. Liebe foodwatch-Interessierte, es gehört zur Demokratie, dass Interessenverbände sich für ihre Anliegen stark machen und Parlamentarier und Regierungen davon überzeugen dürfen. Auch foodwatch, als Streiter für Allgemeinwohlinteressen, macht von diesem Recht Gebrauch. Was aber nicht sein darf: Dass die Gesetze nach den Interessen einer Wirtschaftsbranche geschrieben werden und unsere Regierungen als Dienstleister der Industrie agieren! Wenn Sie, liebe foodwatch-Interessierte, das auch so sehen, dann schließen Sie sich uns an und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch! Lobbykratie zum Dritten: Eigentlich sollte eine neue Verordnung dafür sorgen, dass Produktverpackungen nicht mehr mit irreführenden Gesundheitsversprechen werben dürfen. Etwa damit, dass ein Jogurt vor Erkältungen schützt und die Abwehrkräfte stärkt. Aber die Lobbyisten von Nestlé und Co. haben auch in diesem Fall ausreichend Schlupflöcher in die Verordnung gestrickt, um weiterhin minderwertige Produkte als "gesund" vermarkten zu können. Der Trick ist so einfach wie perfide: Man spritze einen überflüssigen Vitamin-Cocktail in eine supersalzige und superfette Salami, und - schwuppdiwupp - hat man eine Wurst, die als "Der tägliche Beitrag für eine gesunde Ernährung" beworben werden darf. Offensichtlich ist die Unterwanderung der politischen Institutionen so weit gediehen, dass über die Abwehrversuche gegen diese Praktiken nur noch müde gelächelt wird. Es gibt beispielsweise ein "Transparenzregister" in Straßburg und Brüssel. Hier sollen sich bitte alle Lobbyisten mit ihrem Interesse und Budget eintragen. So der fromme Wunsch. Doch dieses Register ist, mit Verlaub, eine Lachnummer! Warum? Die Eintragung in das Transparenzregister ist freiwillig! Liebe foodwatch-Interessierte, mittlerweile habe ich einige Jahre politischer Erfahrungen hinter mir. Aber ich muss Ihnen leider sagen: Es wird nicht besser, es wird schlimmer! Mit immer ausgefeilteren Methoden und Strategien hebeln Wirtschafts-interessen das Allgemeinwohl aus. Ich bin regelrecht schockiert, wie unsere Demokratie langfristig ganz gezielt ausgehöhlt wird. Und trotzdem: Mein Team und ich wollen das nicht akzeptieren. Es darf nicht sein, dass die Lebensmittelkonzerne die Lebensmittelgesetze schreiben! Unsere Volksvertreter müssen darüber entscheiden. Stärken Sie die Stimme der Verbraucher. Werden Sie Förderin/Förderer von foodwatch. Wir brauchen Ihre Unterstützung, um diesen Kampf für uns alle zu führen. Im Moment sind wir in ganz Deutschland 28.000 foodwatch-Mitglieder. Zur Erinnerung: Allein in der Stadt Brüssel flüstern aber täglich etwa 30.000 Lobbyisten der europäischen Politik ihre Ziele ein. Gemeinsam können wir den Einfluss der Lebensmittellobby zurückdrängen. Ich bitte Sie deshalb, werden Sie ein Teil von foodwatch, werden Sie noch heute Förderer/Förderin von foodwatch. Wirtschaftliche Macht darf nicht mehr Einfluss auf politische Entscheidungen haben als unsere demokratischen Rechte auf Transparenz und Gesundheitsschutz beim täglichen Lebensmitteleinkauf! Werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch! Ich verspreche Ihnen - wir geben nicht auf! Vielen Dank und herzliche Grüße, Ihr Thilo Bode Geschäftsführer P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir Druck ausüben. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht! Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen. Wenn Sie den Newsletter abbestellen oder Ihre E-Mail-Adresse ändern möchten, klicken Sie bitte hier. Impressum Herausgeber foodwatch e.V. Gabriele Richter Brunnenstr. 181 10119 Berlin Germany E-Mail: aktuell@foodwatch.de Info-Telefon: 030 - 28 09 39 95 foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 B, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.
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Urteil Hartz-IV-Anspruch > Jobcenter wollte Blindem Geld verweigern

Erstellt 25.02.2014 Landkreistag und Arbeitgeber fordern neue Hartz-IV-Zuverdienstregeln. Foto: DPA/SYMBOL Ein 35-jähriger Hartz-IV-Bezieher hat im Prozess gegen das Solinger Jobcenter gewonnen. Die Behörde hatte dem Mann, der blind ist, Sozialleistungen verweigert. Doch das Sozialgericht urteilte, dass ihm zusätzliches Geld als Ausgleich für Mehrausgaben zustünde. Drucken per Mail Düsseldorf. Angespartes Blindengeld darf bei der Prüfung eines Hartz-IV-Anspruchs nicht angerechnet werden. Das hat das Sozialgericht Düsseldorf rechtskräftig entschieden. Damit setzte sich ein 35-jähriger Blinder gegen das Solinger Jobcenter durch, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Das Jobcenter hatte dem Kläger die Sozialleistungen verweigert und verlangt, dass dieser sein Vermögen von 8000 Euro bis auf einen Freibetrag von 5550 Euro aufbraucht. Erst dann könne er Arbeitslosengeld II beziehen. Das sah das Sozialgericht anders: Das Vermögen stehe dem Blinden als Ausgleich für Mehrausgaben zur Verfügung, die aus seiner Behinderung resultieren. (Az.: S 37 AS 3151/11) (dpa) http://www.ksta.de/wirtschaft/-hartz-i v-anspruch-jobcenter-verliert-gegen-blinden,1 5187248,26342406.html
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Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im März

Liebe Freunde des Sendesaales, gegenwärtig läuft mit Rekordbeteiligung und auf Hochtouren der Europäische Klavierwettbewerb im Sendesaal. Das "reguläre" Konzertleben fängt am 8. März wieder an mit einem Konzert des großen uruguayischen Bandoneonspielers Luis di Matteo. Und dann geht es Schlag auf Schlag: 13 Konzerte erwarten Sie alleine noch im März! Liederabend, Kammermusik, Chor im Dunkeln, Neue Musik, Jazz, Weltmusik - alles, was das Herz begehrt und das Ohr braucht. Kommen Sie gerne und zahlreich. In den letzten Wochen mussten wir (für Sie: leider, für uns: gottseidank) für viele Konzerte "ausverkauft" melden. Schön, dass Sie uns die Treue halten, aber sichern Sie sich am besten frühzeitig Karten, dann gibt es keine Enttäuschung, wenn keine mehr da sind. Sämtliche Konzerte - übrigens auch über den März hinaus - sind bereits online. Seit Februar 2014 gibt es auch eine Neuerung in unserem Eintrittsgefüge, auf die wir Sie gerne noch einmal aufmerksam machen möchten. Wie Sie sehen werden, gibt es bei Eigenveranstaltungen nunmehr zwei  Stufen von Ermäßigungen: ermäßigt 1 gilt dabei für Rentner, Pensionäre und Personen mit Schwerbehinderungen, ermäßigt 2 schreiben wir für Schüler, Studenten und Hartz IV Empfänger aus. Wir hoffen damit der realen finanziellen Situation unserer lieben Sendesaal-Besucher Rechnung zu tragen und bitten diejenigen, auf die die Ermäßigung zutrifft, sich entsprechend auszuweisen mit Rentner- oder Studentenausweis o.ä. Unsere Kassenkräfte sind angewiesen, sich die Ausweise vorlegen zu lassen. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 08.03. Luis di Matteo, Bandoneon 09.03. Liederabend: Armin Kolarczyk 12.03. Preisträgerkonzert Jugend musiziert 13.03. konzert im dunkeln: Improchor Bremen Leitung Gabriele Hasler 14.03. Benedikt Jahnel Trio 15.03. Christa Couture (CAN) und Rivers of England (UK) 18.03. Trio Ad Libitum Bremen 19.03. Tim McMillan Trio 21.03. musica assoluta: Hommage 22.03. FisFüz feat Gianluigi Trovesi 28.03. Eple Trio (NOR) 29.03. Franziska Hölscher Trio 30.03. Matinee Althastedter Kammerorchester 08.03. Luis di Matteo, Bandoneon Samstag, 08. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der große Bandoneonist Luis di Matteo aus Uruguay kommt noch einmal nach Deutschland. Luis di Matteo - Bandoneon Der in Montevideo lebende LUIS DI MATTEO gehört zu den letzten großen südamerikanischen Bandoneon-Virtuosen seiner Generation. Unter ihnen ist er derjenige, der die Bandoneonmusik am weitesten in Richtung E-Musik, insbesondere in Richtung Kammermusik entwickelt hat. Sein musikalisches Lebenswerk zeigt von Anfang an eine beeindruckende Eigenständigkeit, die einerseits in seinen Kompositionen Ausdruck findet, aber auch bei seinen Auftritten deutlich wird. Luis Di Matteo wurde am 10. Mai 1934 als Sohn italienischer Einwanderer in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, geboren. Er wuchs in einer Tangoatmosphäre auf. 1971 erschien seine erste Platte Estudio Para Tres. Seit den 80er Jahren tritt er regelmäßig auch in Europa auf. 09.03. Liederabend: Armin Kolarczyk Sonntag, 09. März 2014 | 19:30 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Unter dem Titel 'Schönheit schenkten wir uns' (frei nach Arnold Schönberg) gibt der Bariton Armin Kolarczyk, begleitet von Stefan Veselka einen Liederabend mit Liedern von Beethoven, Schumann, Wolf u.a. Armin Kolarczyk - Bariton Stefan Veselka - Piano Programm: Ludwig van Beethoven: An die Ferne Geliebte Op. 98 Robert Schumann: Liederkreis op. 24 Johannes Brahms: 4 ernste Gesänge Op. 121 Außerdem einige Mörike-Lieder von Hugo Wolf und Arnold Schönberg: "Dank" Op.1 Nr.1 (aus diesem Lied stammt übrigens der Titel des Liederabends "Schönheit schenkten wir uns") Nach Schuberts Schwanengesang und Winterreise und Der schönen Magelone von Brahms, widmen sich der Bariton Armin Kolarczyk und sein Pianist Stefan Veselka diesmal drei kurzen und wunderschönen Liederzyklen von Beethoven, Schumann und Brahms. Der Bariton Armin Kolarczyk ist aus seiner Bremer Zeit am Theater in bester Erinnerung Er wurde in Trento (Italien) geboren und wuchs zweisprachig italienisch/deutsch auf. Zunächst studierte er Violine am Konservatorium in Trento und schloss das Studium 1986 ab. Ein Jahr später begann er sein Gesangsstudium bei Ada Zapperi in München. Es wurde ergänzt durch den Besuch verschiedener Meisterklassen bei Ada Zapperi, Erik Werba, Giuseppe Taddei und anderen. Parallel widmete sich Armin Kolarczyk dem Jurastudium, das er 1992 an der Universität in Innsbruck zum Abschluss brachte. Nach dem juristischen Examen sah er seinen Schwerpunkt ausschließlich im Gesang. Von 1997 bis 2007 gehörte er dem Ensemble des Bremer Theaters an, wo er viele große Partien seines Faches sang. Gastspiele führten ihn an viele Theater wie Köln, Wiesbaden, Essen und Kopenhagen. 
 Neben seinen Verpflichtungen auf der Musiktheaterbühne widmet sich Armin Kolarczyk dem Liedgesang und gibt im Sendesaal bereits seinen vierten Liederabend. Darüber hinaus tritt er regelmäßig als Solist in Opern- und Oratorienkonzerten sowie in Konzerten mit zeitgenössischer Musik in Erscheinung. Seit März 2007 ist er am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert. Sein zuverlässiger Klavierbegleiter Stefan Veselka wurde als Sohn tschechischer Eltern im norwegischen Stavanger geboren. Er studierte zunächst Klavier bei Christoph Lieske am Salzburger Mozarteum, anschließend bei Hans Leygraf and der Hochschule der Künste in Berlin. Aus mehreren internationalen Klavierwettbewerben – darunter der Europäische Klavierwettbewerb in Luxemburg, der Beethoven-Klavierwettbewerb in Wien oder der Artur-Schnabel-Klavierwettbewerb – ging er als Preisträger hervor. Nach Dirigierunterricht bei Kerry Taliferro und Kazushi Ono ist Stefan Veselka auch als Dirigent tätig mit Auftritten in Städten wie z.B. Amsterdam, Berlin, Bremen, Manchester, Oslo, Stavanger und Stuttgart. Zur Zeit ist er 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD am Stadttheater Bremerhaven, nachdem er zuvor als Kapellmeister am Badischen Staatstheater Karlsruhe (2004 – 2011) und als Assistent des Generalmusikdirektors an den Schleswig-Holsteinischen Landesbühnen (2003 – 2004) engagiert war.   Ab Januar 2014 wechselt Stefan Veselka als 1. Kapellmeister und Stellvertreter des GMD an das Theater Münster. 12.03. Preisträgerkonzert Jugend musiziert Mittwoch, 12. März 2014 | 20:00 Uhr | Eintritt frei Das Preisträgerkonzert des Landeswettbewerbs Jugend musiziert findet traditionell im Sendesaal statt. Das genaue Programm gibt es naturgemäß zeitnah, d.h. nach dem Wettbewerb am 8. März. Die besten jungen Talente treffen aufeinander: Die Preisträger der Regionalwettbewerbe von Jugend musiziert nehmen am 8. März am Landeswettbewerb in Bremen teil. Am Ende entscheidet auch hier die Fachjury: Wer spielt das Preisträgerkonzert im Sendesaal? Seit dem 1. Wettbewerb „Jugend musiziert“ 1964 haben über mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche an „Jugend musiziert“ teilgenommen, für viele von ihnen war dies der Start in eine Weltkarriere. „Jugend musiziert“ bietet den Vergleich miteinander und eine künstlerische Standortbestimmung. Getragen wird „Jugend musiziert“ vom Deutschen Musikrat, die Schirmherrschaft hat der Bundespräsident. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt die Grundfinanzierung sicher. Die Regionalwettbewerbe und der Landeswettbewerb in Bremen werden vom Senator für Kultur und der Sparkasse Bremen finanziell sichergestellt. Organisatorische und logistische Unterstützung erfahren die Wettbewerbe in Bremen durch den Landesmusikrat, die Musikschule Bremen, die Hochschule für Künste und die Arbeit des Landesverbands. Der Eintritt ist frei. Tickets gibt es an der Abendkasse. 13.03. konzert im dunkeln: Improchor Bremen Leitung Gabriele Hasler Donnerstag, 13. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Ein besonderes Konzerterlebnis im Dunkeln verspricht dieses Mal der Auftritt des  Improchors Bremen zu werden. Um als Chor ein Feld aus vokaler Improvisation in völliger Dunkelheit zu schaffen, braucht es bei den Beteiligten gute Ohren und vor allem blindes Verständnis und viel Vertrauen. Mit anderen Worten: das aufeinander Hören kann gar nicht anders als zum Lauschmodus zu werden, also die völlige Hingabe an Klang und Stille. Lässt sich musikalische Schwarmintelligenz überhaupt im Dunkeln dirigieren? Eine auch für das Publikum aufregende Versuchsanordnung! schreibt Gabriele Hasler zu diesem speziellen konzert im dunkeln. Der Improchor Bremen wurde von der Bremer  Stimmkünstlerin Gabriele Hasler im Herbst 2012 gegründet und widmet sich unter ihrer Anleitung dem Circle Singing, Lautmalereien, Minimal Strukturen und freien Feldimprovisationen. Die Chormitglieder freuen sich schon auf das Singen im Dunkeln! GABRIELE HASLER erhielt ihre Ausbildung u.a. am Berklee College of Music, Boston, USA. Seit ca. 1983 ist sie als Sängerin /Komponistin /Lyrikerin im Bereich Jazz und improvisierter Musik tätig und gilt als eine der kreativsten und eigenständigsten Stimmen Europas. Mit ihrem langjährigen Quartett Gabriele Hasler & Foolish Heart war sie bei zahlreichen internationalen Festivals zu Gast und für das Goethe Institut auf Südasien- und Nordafrikatour. 1985 erhielt sie den SWF Jazzpreis. 1986 gründete sie ihr eigenes Plattenlabel Foolish Heart, auf dem bisher 18 Produktionen erschienen sind. Sie schrieb zahlreiche Auftragskompositionen für Ensemble und Chor, unter anderem nach Texten des Dichters Oskar Pastior, mit dem sie zwischen 1994 und 2006 eine enge Zusammenarbeit verband. War sie in den ersten Jahren mehr dem zeitgenössischen Jazz verpflichtet, wurde sie mehr und mehr zur experimentellen Klangerforscherin vor allem mit der eigenen Stimme, auch unter Hinzunahme von Loops und Elektronik. 2012 gründete sie Vokal Interplay und den Improchor Bremen. Gabriele Hasler ist Initiatorin zahlreicher Veranstaltungsreihen in Bremen („Flow“, „G.sänge“, „Vokale Unikate“). Im August 2013 erschien die neue Solo CD „im bauch der vokale“ (Foolish Music 211 113). www.improchor-bremen.de www.gabrielehasler.de 14.03. Benedikt Jahnel Trio Freitag, 14. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das internationale Trio des Pianisten von Cyminology und max.bab erstmals im Sendesaal. Besetzung: BENEDIKT JAHNEL, Piano OWEN HOWARD (CA), Schlagzeug ANTONIO MIGUEL (ES), Kontrabaß Intelligenter, mehrdimensionaler Jazz aus Deutschland – der Pianist Benedikt Jahnel steht, wie nur wenige andere, für dies... Und mehr. Jahnel gilt als Hoffnungsträger der aktuellen Jazzszene: Seine musikalische Laufbahn ist gesäumt von Preisen, Stipendien, Konzerten in über 35 Ländern darunter Festivals wie das Montreal Jazz Festival (CA) und JazzBaltica in Salzau (D) , sowie internationalen CD-Veröffentlichungen. Benedikts musikalische Ausbildung begann im Süden von München mit klassischem Klavierunterricht. Es folgten sechs Jahre im Landes- und BuJazzO, Studium an der Universität der Künste Berlin bei David Friedman und Hubert Nuss und am City College New York bei John Patitucci, Kenny Werner u.v.m.... Jahnel ist außerdem Diplommathematiker und forscht auf dem Gebiet der „Interagierenden Teilchensysteme“. Jahnel, vielen auch als Mitglied von Cyminology bekannt, hat sein musikalisches Profil  durch die Arbeit mit dem Metropol Orchestra, Phil Woods, Johannes Enders, Charlie Mariano, Wolfgang Muthspiel, Dave Liebman und John Abercrombie geschärft und brilliert schon seit längerem in der Königsdisziplin des Jazz: dem Piano-Trio. Sein Debut-Album “Modular Concepts” (material records, 2008) hat einen Sturm begeisterter Presse entfacht. Die Nachfolge-CD "Equilibrium" wurde von Manfred Eicher persönlich in Lugano für ECM produziert und schafft die Synthese zwischen der vielgelobten Energie und Intelligenz des Trios sowie der berühmten Atmosphäre und Brillianz einer ECM Aufnahme, wobei die sieben Stücke auf „Equilibrium“ – ausnahmslos Jahnel-Kompositionen – durch eine ganz eigene, delikate Balance zwischen auskomponierten und improvisierten Anteilen bestechen. Denn durch ausgiebige Tourneen ist das deutsch/amerikanisch/spanische Trio zu einer bemerkenswert kompakten und stilistisch unverwechselbaren Gruppe zusammengewachsen. Mit Owen Howard und Antonio Miguel hat Benedikt zwei äußerst gefragte Musiker der New Yorker Szene zu sich gebeten. Beide haben bereits als Bandleader und Sideman auf unzähligen Konzerten und CD-Aufnahmen ihr grandioses Können unter Beweis gestellt. Der kanadische Drummer Owen Howard, Mitstreiter von Musikern wie John Abercrombie, Dave Liebman, Sheila Jordan und Dave Holland, lebt seit über 25 Jahren in New York. Die Freundschaft zwischen Owen und Benedikt geht zurück auf eine Begegnung an der Berliner Universität der Künste. Owens einzigartiger Sound und sein individuelles Time-Konzept machen ihn zu einem der interessantesten Drummer seiner Generation. Antonio Miguel stammt aus Spanien und hat sich bereits nach kurzer Zeit in New York einen großartigen Namen als Begleiter und Solist gemacht. Sein Sound hat eine unglaubliche Mischung aus Weichheit und Prägnanz, aus Rhythmik und Lyrik. Die Verbindung zu Benedikt entstand durch zahlreiche gemeinsame Sessions mit Freunden in New York und Antonios Studium am City College in Harlem. Mittlerweile lebt Antonio wieder in Madrid. Und das schreibt die Presse: "Phasenübergänge (...) beherrscht er mit seinem Benedikt Jahnel Trio meisterhaft: Wo enden auf seinem exzellenten ECM-Debüt "Equilibrium" die Kompositionen, wo beginnt die Improvisation? Der Aggregatzustand dieser Musik: fließend!"stern, Oktober 2012 "Was für eine Schatzkiste an prächtiger Musik wird auf diesem Album geöffnet! Equilibrium bietet in 7 Kompositionen einen faszinierenden Überblick über die Klasse dieses Trios und mag mit Recht einer der Jazzhöhepunkte des Jahres genannt werden." Dirk Hovenga, Written in Music, September 2012 15.03. Christa Couture (CAN) und Rivers of England (UK) Samstag, 15. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 18 Euro (ermäßigt 14 Euro / 10 Euro) Die kanadische Singersongwriterin Christa Couture in einem Songs & Whispers Special im Doublebill mit Rivers of England im Sendesaal. Christa Couture - Gitarre, Piano, Gesang Die kanadische Indie-Folk-Pop-Sängerin Christa Couture ist in ihrer Heimat und in Großbritannien schon ziemlich bekannt. Bei uns wird sie von den wenigen, die sie schon kennen, als schillernder Geheimtipp gehandelt. Im letzten Jahr war sie bereits in einem Circuit von Songs & Whispers zu hören. Christa Couture ist eine Musikerin in der Tradition der indianischen Cree-/Metis-Kunst. Singen hat sie sozusagen von Kindheit an im Blut. Ihre skandinavische Mutter sang in einem Folk-Trio, der Vater, ein Cree-Indianer, pflegte Gesänge der indigenen Ureinwohner Kanadas. Ihre Eltern haben das Sangestalent ihrer Tochter inspiriert und gefördert. Gesang hat sie seit ihrer Kindheit begleitet. Überwiegend autodidaktisch hat sich Christa Couture Gitarre und Klavier spielen beigebracht. Komponiert hat sie von frühesten Teenagertagen an. Nach Umwegen über Film und Radio in Vancouver kam die Mittdreißigerin wieder zum Gesang. 2005 hat sie ihr Debüt gegeben und seitdem ist sie mit Lob und Auszeichnungen versehen worden. Ihre CD The Living Record wurde im kanadischen Radio CBC zu den "Besten Alben des Jahres 2012" gewählt. Rivers of England Robin Spalding - Gitarre, Gesang Annie Tyhurst - Cello, Jacob Tyghe - Bass Brian Madigan - Percussion Nach ihrem überaus erfolgreichen Besuch im Rahmen des „SONGS & WHISPERS“ Open Air 2013, kommen Rivers Of England erneut nach Bremen, um ihr Debut-Album „Of Trivial And Gargantuan“ zu präsentieren. Im März kommt die Band mit dem einzigartigen akustischen Sound aus Cello, Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang als Quartett in die Hansestadt. Den Rahmen traditioneller Folklore sprengend und inmitten der Arbeiten am zweiten Album, experimentieren Rivers Of England mit minimalistischen Klängen, kunstvoll eingebettet in zeitlose Melodien, um so eine noch unvergesslichere Erfahrung zu kreieren.       18.03. Trio Ad Libitum Bremen Dienstag, 18. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 18 Euro (ermäßigt 14 Euro / 10 Euro) Zeitgenössische Kammermusik mit Andreas Salm, Klarinette, Karsten Dehning, Cello und Juliane Busse, Klavier, u.a.  mit einer Uraufführung von Andrew Glover Trio Ad Libitum Bremen Andreas Salm -  Klarinette / Bassklarinette Karsten Dehning -.  Cello Juliane Busse -  Klavier Programm Mark-Anthony Turnage -   Cortège for Chris  (1997) Helmut Lachenmann -   Allegro sostenuto  (1986) *** Andrew Glover -   Earth-Stepper Runes  (2013)  UA Erwin Koch-Raphael -   composition nr. 42  (1991) Karsten Dehning -  Trio  (2006) Andreas Salm -   Mandala  (1994/2012) Das Trio Ad Libitum Bremen hat sich auf Zeitgenössische Musik konzentriert und konzertiert seit 1981 in wechselnder Besetzung. Konzertreisen, Rundfunkaufnahmen, Festivalteilnahmen und CD-Produktionen führten das Ensemble durch ganz Europa. Andreas Salm studierte Klarinette bei Endre Homoki in Bremen und Hans Deinzer in Hannover mit dem Abschluss der "Künstlerischen Reife". In Birmingham (UK) schloss er ein Kompositionsstudium bei Andrew Downes an und promovierte in Musikwissenschaft bei Peter Johnson. Er arbeitet freischaffend als Musiker und Komponist und hat 1997 in Poznan (Polen) einen Sonderpreis für seine Kinderoper "Space" erlangt sowie 2000 mit der "Camerata Instrumentale Bremen", in der er 14 Jahre lang Soloklarinettist war, beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Karlsruhe einen Ersten Preis für seine Sinfonie "Farben der Nacht". Karsten Dehning studierte bei Klaus Storck an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover Cello und schloss 1985 mit dem Konzertexamen ab. Seitdem ist er dort Lehrbeauftragter.  Er arbeitet freiberuflich als Musiker und Komponist und ist 1993 Mitglied des "Neuen Ensembles Hannover" Juliane Busse studierte bei Birgit von Rohden an der Hochschule für Künste in Bremen. Nach dem Staatsexamen folgten weitere Studiengänge: Klavier bei Olga Rossin in Karlsruhe (Diplom 1989), "Neue Musik" bei Bernhard Wambach an der Folgwanghochschule-Ruhr (Examen 1992) und Privatstudien bei Vitaly Margulis. Juliane Busse hatte 1990/91 ständige Aufführungen mit dem Ballettensemble der Opernhäuser Duisburg und Düsseldorf, sie nahm an den Ruhrfestspielen teil und machte Konzerte und Rundfunkaufnahmen in ganz Europa. Die Interpretation romantischer und zeitgenössischer Lieder bildet einen besonderen Schwerpunkt im Schaffen der Pianistin. Juliane Busse ist Dozentin für Klavier an der Hochschule für Künste Bremen. In Kooperation mit Radio Bremen Nordwestradio. Mitschnitt Radio Bremen Nordwestradio. 19.03. Tim McMillan Trio Mittwoch, 19. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der australische Ausnahmegitarrist Tim McMillan ist bereits zum dritten Mal mit seinem Trio im Sendesaal und präsentiert sein neues Album Wolves of Stünz. Tim McMillan - Gitarre, Gesang Alex Bökelund - Schlagzeug Richard Stone - Gitarre, Gesang Tim McMillan aus Melbourne, Australien, ist ein abtrünniger Durchschnittsbürger und ein ganz und gar einzigartiger Musiker. Er präsentiert seine virtuosen akustischen Fähigkeiten in nahezu athletischen Gitarrenkniffen und einem scharfsinnigen und melodischen Songwriting. Musiker werden gerne einem bestimmten Genre zugeordnet, in einer Schublade verstaut und bei Bedarf wieder herausgeholt. Doch für Tim McMillan passt keine Schublade. Er ist überall und doch nirgendwo einzuordnen. Tim McMillan ist auf seinem Instrument ein Virtuose, ein Ausnahmekönner. Goblincore“ (Goblin bedeutet Kobold) würde der Australier auf seine Schublade schreiben. Die Bezeichnung hat er sich selbst ausgedacht für das ungezähmte, fantastische Element seiner Musik. Seine lebendigen Auftritte, sein Sinn für Humor und seine Fähigkeit das Publikum zu begeistern haben ihn zu einem beliebten Live Künstler gemacht. In seinem Heimatland Australien hat Tim zahlreiche Preise gewonnen, unter anderem den Maton Young Guitarist of the Year und Cole Clark & Ben Harper Guitar Award als bester Instrumentalist. 
Er spielte mit Gitarrenlegenden wie Al Di Meola, Dominic Miller (Sting) und Kaki King. Tim McMillan kommt bereits zum dritten Mal mit seinem Trio in den Sendesaal. Die Presse schreibt über ihn:
 Die Songs weisen im allgemeinen keine klaren Strukturen auf, es wird ganz einfach musiziert, wie auf einem flauschigwarmen Teppich, auf dem ich gern mitfliege. So kann es vorkommen, dass sich mitten im Titel ein Wechsel einstellt, dadurch bleibt der Spannungsbogen über die ganze Platte erhalten. Zwischendurch immer wieder brillante Soloeinwürfe auf der Gitarre, wobei McMillan sich als meisterlicher und individueller Picker erweist. Berauschend, diese Musik! www.rocktimes.de link zu Tim McMillan 21.03. musica assoluta: Hommage Freitag, 21. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das Ensemble des Komponisten Thorsten Encke ist bekannt durch seine interessanten Programme. Es ist erstmals bei uns zu hören mit Kompositionen von Giovanni Gabrieli, Thorsten Encke, Paul Hindemith und Claude Debussy. Solisten: Julia Bartha, Klavier und Tanja Tetzlaff, Violoncello musica assoluta Leitung Thorsten Encke « Hommage » Giovanni Gabrieli (geb. um 1557): Canzoni per sonar a quattro (ca.1590) Thorsten Encke (*1966): Hommage für 14 Spieler (Uraufführung) Paul Hindemith (1895 - 1963) Kammermusik Nr.2 op.36/1 für Klavier und Ensemble   Kammermusik Nr.3 op.36/2 für Cello und Ensemble  Claude Debussy (1862 - 1918): Six épigraphes antiques musica assoluta besteht aus erstklassigen jungen Musikern, ergänzt durch einige etablierte junge Professoren und Orchestermusiker. Die Mischung aus Erfahrung und Unverbrauchtheit erscheint ideal um persönliche Stärken zu entfalten und dem Ganzen Kraft und Hingabe zu verleihen. Allen gemeinsam sind ein hohes Stilempfinden und der Wille, einen Klangkörper von außergewöhnlicher Homogenität zu formen. Nicht nur technisch - musikalische Qualitäten, sondern in besonderem Maße Kommunikation und Initiative jedes einzelnen sind dem künstlerischen Leiter Thorsten Encke bei der Auswahl wichtig. Die Praxis hat zudem gezeigt, daß die projektbezogene Arbeit zu frischer und motivierter Herangehensweise führt. Violine: Elisabeth Kufferath, Yuki Kasai, Lucja Madziar, Kana Sugimura, Mirjam Klein, Hannah Zimmer, Krzysztof Specjal, Christine Krapp, Jakob Encke, Johannes Haase Viola: Barbara Linke-Holicka, Monika Apostol, Donata Böcking, Anastasia Denisova, Tomasz Neugebauer Violoncello: Inga Raab, Maike Reisener, Volker Bohnsack, Jan Bauer, Leonhard Disselhorst Kontrabaß: Hiroyuki Yamazaki, Holger Michalski Flöte, Oboe: Martin Glück, Sandrine Vialette, Claire Sirjacobs Klarinette, Fagott: Ishay Lantner, Eric Artelt Horn: Susanne Lorenz Trompete, Posaune: Magdalena Stockmann, Mikael Rudolfsson Schlagzeug, Klavier: Marcus Linke, Nicholas Rimmer 22.03. FisFüz feat Gianluigi Trovesi Samstag, 22. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der italienische Großmeister der Klarinette Gianluigi Trovesi trifft auf die nächste Generation mediterraner Musiker. FisFüz feat Gianluigi Trovesi Annette Maye - Klarinette Gürkan Balkan - Oud, Gitarre Murat Coşkun - Perkussion Gianluigi Trovesi - Klarinette Seit drei Jahren geben FisFüz + Trovesi gemeinsam Konzerte; seit Herbst 2012 ist das ein festes Projekt, das auf Tour geht. Der Reiz dieses Quartetts liegt nicht nur in der musikalischen Verbindung von Orient und Okzident, nicht nur in dem weiten musikalischen Feld von traditionell anmutenden Stücken aus der Türkei oder Italien, aus Einflüssen jüdischer Musik oder dem Swing von Benny Goodman - mit dem ensemble FisFüz + Trovesi treffen Musiker aus zwei Generationen zusammen, die über ein hohes Maß an Erfahrung verfügen und diese mit der Authentizität ihres kulturellen Hintergrundes zusammenführen. Der 68jährige Gianluigi Trovesi aus Bergamo zählt zu den profiliertesten Klarinettisten weltweit. Er kombiniert gekonnt Jazzmusik und E-Musik mit Volksliedern aus seiner Heimat und wurde dafür schon von der US-Zeitschrift „Down Beat" mit fünf Sternen ausgezeichnet. Das Ensemble FisFüz begeistert seit mehr als 15 Jahren das Weltmusikpublikum mit einer eigenständigen Musik, die Grenzen überwindet und in die Herzen geht. Die Klarinettistin Annette Maye , der Ud- und Gitarrenspieler Gürkan Balkan und Perkussionist Murat Coskun spielen eine musikalische Mixtur, die vom Balkan bis nach Andalusien reicht und mit einem Schuß Jazzmusik garniert wird. Gemeinsam mit Trovesi kommen italienische Volksmusik und europäische Avantgardemusik dazu. Zum Repertoire tragen alle Beteiligten bei, und im Zusammenspiel verschmilzt Orientalisches mit Europäischem, ungerade Hinkerhythmen (Aksaks) mit italienischen Tanzrhythmen, Jazzphrasierung mit türkisch- melismatischer Melodik, vollmundige Klarinettenklänge mit dem warmen Timbre der Kurzhalslaute Ud und wild pulsierenden Rahmentrommeln. 28.03. Eple Trio (NOR) Freitag, 28. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Die  Musiker des Eple Trios haben bereits zweimal im Sendesaal gespielt mit dem Saxophonisten Karl Seglem und der Sängerin Elin Furubotn. Als Eple Trio sind sie mit ihren meditativen Klängen erstmals auf Tour in Deutschland. Andreas Ulvo - piano Sigurd Hole - bass
 Jonas H. Sjøvaag - drums Die  Musiker des Eple Trios haben bereits im Sendesaal gespielt mit dem Saxophonisten Karl Seglem und der Sängerin Elin Furubotn. Auch mit dem Trompeter Mathias Eick arbeiten sie häufig. Als Eple Trio  haben sie seit fast zehn Jahren einen sehr eigenen Weg des Zusammenspiels entwickelt, in dem Improvisation und Melodik wichtige Rollen spielen.  Ihre Einflüsse sind vielfältig und weisen weit über den traditionellen Jazzbegriff hinaus zu Klassik, Folk, zeitgenössischer Musik und Pop. Das lebendige Ergebnis sind starke melodische Linien getrieben von treibenden Rhythmen und dynamischen Improvisationen. Die Interaktion ist ein so zentrales Element, dass der Beitrag jedes Einzelnen nicht solistisch sondern nur als Teil  dieses sehr energiereichen und vielfältigen Trios zu verstehen ist. Das Eple Trio hat bisher 3 Alben herausgebracht, die hohes Lob in der Presse sowohl Norwegens als auch international erfahren haben. Getourt hat das Trio bislang in Norwegen, Belgien und Japan. 29.03. Franziska Hölscher Trio Samstag, 29. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Kammerkonzert mit Franziska Hölscher, Violine, Julian Arp, Violoncello und Caspar Frantz, Piano mit Werken von Brahms, Gade und Schumann. Franziska Hölscher - Violine Julian Arp - Violoncello Caspar Frantz - Piano Programm: Johannes Brahms: Klaviertrio c-moll op. 101 Niels Gade: Klaviertrio F-Dur op. 42 *** Robert Schumann: Klaviertrio d-moll op. 63 Franziska Hölscher ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe und Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Deutschen Stiftung Musikkleben, der Stiftung „villa musica“ und des Deutschen Musikrates. Auftritte als Solistin und in unterschiedlichen Kammermusikformationen führten sie auf einige der bedeutendsten Konzertpodien und zu den renommiertesten Musikfestivals. Ihr Debut als Trio hatten Franziska Hölscher, Julian Arp und Caspar Frantz beim Schleswig-Holstein-Musikfestival und sind seither regelmäßig in dieser Besetzung zu hören. Julian Arp und Caspar Frantz lernten sich 1996 als Solisten beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ kennen, bei welchem sie im Jahr 2000 den 1. Preis in der Duowertung erhielten. Sie konzertieren inzwischen als festes Ensemble im In- und Ausland und erhielten sowohl als Solisten als auch im Duo Preise bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Philharmonischen Gesellschaft. 30.03. Matinee Althastedter Kammerorchester Sonntag, 30. März 2014 | 11:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 8 Euro) Die Frühjahrsmatinee des Althastedter Kammerorchesters u.a. mit zwei Violinkonzerten von Louis Spohr und 2 jungen Bundespreisträgern Jugend musiziert als Solisten. Althastedter Kammerorchester Solisten: Daniel Stoll, Jannis Rieke - Violine Dirigent: Grigori Pantijelew Programm: Ludwig van Beethoven: Coriolan, Ouvertüre op. 62 Louis Spohr: Violinkonzert Nr. 11 op. 70 Louis Spohr: Violinkonzert Nr. 15 op. 128 Erik Satie: Ballettmusik Relâche (1924) Das Alt-Hastedter Kammerorchester wurde 1983 von Laienmusikern, Musikstudenten und Berufsmusikern gegründet, mit dem Ziel, anspruchsvolle Werke der klassischen, romantischen und modernen Musikliteratur in regelmäßigen wöchentlichen Proben, ursprünglich in der Alt-Hastedter Kirche, bis zur Konzertreife zu erarbeiten und aufzuführen. Der damalige Domorganist, Prof. Heintze, setzte als Gründungsdirigent die musikalischen Maßstäbe. Seitdem gibt das Orchester jährlich 1-2 Konzerte, seit 2003 unter der Leitung von Grigori Pantijelew. Eine Veranstaltung des Alt-Hastedter Kammerorchesters Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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Flucht bis heute ist direkte Konsequenz der kolonialen Zerstörung - Bericht von der 2. Konferenz in Hamburg

Bericht von der Konferenz der Gruppe "Lampedusa in Hamburg" und der Karawane vom 8. Februar 2014 in Hamburg Die komplette Konferenz ist filmisch dokumentiert und ist auf Kürze hier und auf youtube zu sehen. 1. Februar 2014 - Konferenz I „Warum verlassen Menschen ihre Heimatländer? Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ 8. Februar 2014 - Konferenz II „Der Europäische Krieg gegen Flüchtlinge – das stille Sterben in den Lagern“ Am vergangenen Samstag, den 8. Februar 2014, nahmen wieder wie bei der ersten Konferenz etwa 200 Menschen an der zweiten Konferenz zur Stärkung des Kampfes der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ teil. Nach dem bei der ersten Konferenz vornehmlich die Fluchtursachen im Vordergrund standen, sollte bei der zweiten Konferenz vermehrt die Situation der Flüchtlinge hier in Europa im Fokus stehen. Der europäische Krieg gegen die Flüchtlinge und das stille Sterben in den Lagern war der Titel der Konferenz. In der Einleitung wurde darauf hingewiesen, dass diese Wortwahl keine Übertreibung darstelle. Jede und jeder in Deutschland hat die Möglichkeit vor Ort und jederzeit sich über die Situation in den Isolationslagern zu informieren. Die zweite Konferenz verfolgt das Ziel allen Interessierten zu verdeutlichen, warum die Mitglieder der „Lampedusa in Hamburg“ sich nicht in dem zerstörerischen deutschen Asylsystem begeben wollen, welches Menschen langsam zermürbt und für einige den Tod bedeutet. Weiterhin sollte der durch die Konferenz geschaffene Raum die Möglichkeit bieten, dass sich die aus dem bundesweiten Netzwerk der KARAWANE angereisten Flüchtlingsaktivisten und die Mitglieder der „Lampedusa in Hamburg“ austauschen und Wege suchen, wie die Verbindungen klarer und stärker im alltäglichen Kampf stärker zum Ausdruck kommen. Bevor die Konferenz durch den Hauptvortrag von Rosa Amelia Uribe-Plumelle, Autrorin des Buches "Weisse Barbarei, Vom Kolonialrassismus zur Rassenpolitik der Nazis", eröffnet wurde, gedachten die anwesenden Personen den drei Verstorbenen des Brandes in dem Hamburger Flüchtlingsheim am 6. Februar 2013. Es folgten Vorträge von Conny Gunßer zur europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX. Anschließend berichteten die Flüchtlingsaktivistinnen Badassawe und Nack Nyemeck sowie der Flüchtlingsaktivist Rex Osa über die Situation in den Lagern und dem Kampf gegen diese Zustände. Vorträge der Mitglieder der Lampedusa in Hamburg Friday Emitola und andere über die Situation in Italien sowie Vertretern von MigrantInnen-Organisationen aus Italien bildeten den Abschluss. Europas Staaten schüren Ängste vor der Migration, die sie selbst verursachen Rosa Amelia Uribe-Plumelle begann ihren Vortrag mit einer Beschreibung des aktuellen Diskurses in Europa über die Migration nach Europa. Sie stellte fest, dass in Europa die Regierungen und Staaten Ängste schüren. Sie behaupten die eigene Kultur und Identität sei durch die Migration von Menschen nach Europa bedroht. Gleichzeitig erklären sie, dass sie nicht in der Lage seien die Probleme der Welt zu lösen. Ferner kategorisieren sie die zugewanderten Menschen in politische und wirtschaftliche Flüchtlinge. Frau Uribe Plumelle sagt aber, dass die Ursache für die Migration unabhängig vom Grund letztendlich dieselbe Ursache hat. Sie stellte vor ihren Ausführungen die Frage: „Warum müssen viele Afrikanerinnen und Afrikaner ihr Land, ihre Freunde, Bekannte, Familien verlassen? Warum treffen sie diese schwerwiegenden Entscheidungen und nehmen das Risiko auf, an den Toren Europas anzuklopfen, wo sie mit Erniedrigungen und Tod konfrontiert werden?“ Horror der Deportation 500 Jahre alt Um diese Frage zu klären, zeichnete sie in ihrem Vortrag die historischen Gründe und führte bis in die Gegenwart, um die Kontinuität der kolonialen Unterdrückung zu belegen. Sie berichtete über die afrikanischen Gesellschaften vor dem 15. Jahrhundert. Diese seien in ihrem sozialen und wirtschaftlichen Aufbau fortschrittlicher und besser gewesen, als die europäischen Gesellschaften ihrer Zeit. Obwohl zahlreiche archäologische Funde und Berichte von Geographen, Reisende und Navigatoren über diese Gesellschaften existieren, werden die Wahrheiten über diese Gesellschaften von den sogenannten Afrikaexperten totgeschwiegen. Es wird nicht darüber berichtet, dass die Agrikultur auf dem afrikanischen Kontinent beispielhaft für die damalige Zeit war. Mitte des 15. Jahrhunderts fand die erste militärische Aggression durch die Portugiesen statt. Danach folgten in der Geschichte die anderen europäischen Länder England, Frankreich, Niederlande, Spanien, Belgien, Deutschland und Italien. Ab dem 15. Jahrhundert begann das Zeitalter der industriellen Deportation in dem Konzentrationsuniversum Lateinamerikas, die Epoche der Jagd nach Köpfen mit einer enormen Brutalität barbarischen Ausmaßes. Dieser Horror wurde fortgesetzt in den folgenden fünf Jahrhunderten. Im 19. Jahrhundert wurden die Expansionskriege auf verschiedene Teile der Erde ausgeweitet. Die Aufteilung und Zerstückelung Afrikas fand von November 1884 bis Februar 1885 in Berlin unter Teilnahme fast aller damaligen europäischen Staaten statt. Der Kolonialismus -nicht nur in Afrika- war gekennzeichnet durch Vernichtungskriege gegen die Bevölkerung, missachtete jedes Menschenrecht und zerstörte letztendlich die Kulturen, das soziale Gefüge dieser Länder und ihre Ökonomien. Nie hat einer der verantwortlichen Staaten bis heute Verantwortung übernommen für diese Zerstörungen. Bis heute wurde keine Wiedergutmachung geleistet. Diese Verbrechen gegen die Menschheit sowie die Schuld bleiben bestehen. Aufstieg des 2. Deutschen Reiches zur Kolonialmacht: Konzentrationslager und Genozid in Namibia Um den Charakter der Kolonialunternehmungen zu beschreiben, konzentrierte Frau Uribe-Plumelle sich auf die Vorgehensweise der deutschen Kolonialherren in Namibia. Die Besitznahme des heutigen Namibias durch deutsche Kolonialherren begann 1893. Um die Macht zu festigen wurde jedes Mittel ergriffen. Um den kolonialen Charakter und den Blick der Kolonialisten auf die Bevölkerung Namibias darzustellen, zitierte Frau Uribe-Plumelle Briefe von Lothar von Trotha und von dem Oberkommando aus Berlin. Lothar von Trotha war der Organisator des Genozids an Herrero und Nama. In der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia wurden 80% der Herrero-Bevölkerung und die Mehrheit der Nama ermordet. Die ersten Konzentrationslager wurden in der damaligen Kolonie gebaut. Dort wurden die Überlebenden des Genozids systematisch zu Zwangsarbeit gezwungen bis sie starben. Frau Uribe-Plumelle betonte, dass die Schilderungen über Namibia keine Besonderheit darstellen. Sie sind typisch und charakteristisch für alle Kolonien. Das Ziel der Kolonien war, durch Inbesitznahme von Land, die Rohstoffe zu plündern und die dortige menschliche Arbeitskraft auszubeuten. Die Profite flossen in die Zentren der Kolonien nach Europa. Am Ende ihrer Ausführungen über die Kolonialgeschichte, wiederholte sie eine Aussage mit der sie in Europa häufiger konfrontiert wird: „Das sind Geschichten aus der Vergangenheit, lass uns die Gegenwart und die Zukunft anschauen.“ Daher bewegte sie sich fort in der Geschichte und begann über die Phase der Unabhängigkeitskriege zu berichten. Weltbank und Internationaler Währungsfond Instrumente zur Fortführung der kolonialen Ausbeutung Nach der Erlangung formeller Unabhängigkeit von den europäischen Ländern hat sich die Situation in den ehemaligen Kolonien nicht verbessert. Vor der Unabhängigkeit hatte die Weltbank den meisten Kolonialisten Kredite zur besseren Ausbeutung der Rohstoffe zur Verfügung gestellt. Diese Kredite dienten den Kolonialherrschern zur Aneignung der Mineralien und der Agrarprodukte und zum Ausgleich von Währungsdifferenzen. Nach der formellen Unabhängigkeit gingen diese Kredite an die neugegründeten Staaten über. Sie waren somit direkt nach der Staatsgründung verschuldet und daher abhängig von der Weltbank und dem internationalen Währungsfond, die Kontrollorgane der westlichen Staaten waren. Fatal für die neuen Staaten war, dass das für Bildung, Gesundheit und für den Aufbau eigener Strukturen notwendige Geld an das Ausland gezahlt werden musste. Die Staaten waren nur in der Lage die Zinsen dieser enorm hohen Kredite zu zahlen. Die afrikanischen Komplizen und Marionetten mit dem alten System wurden ebenfalls von den Mitteln der Weltbank und dem Internationaler Währungsfonds gezahlt. Die sogenannten „Strukturanpassungsprogramme“ der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds dienten dazu, die öffentliche Verwaltung dieser Länder sowie die Kontrolle der Wirtschaft aus den Händen der einheimischen Bevölkerung zu entreißen und das Geld ins Ausland zu transferieren. Diese neue Form der kolonialen Dominanz führte zur weiteren Verarmung und Entkommen war nicht möglich. Nationale Persönlichkeiten sowie Bewegungen gegen diese Dominanz wurden ermordet bzw. unterdrückt. Frau Uribe-Plumelle schloss diesen mittleren Teil ihres Vortrages wiederholt mit der Aussage ab, die sie in Europa häufig zu hören bekommt: „Das ist Geschichte! Wo steht Afrika heute?“ NATO Angriff auf Libyen war ein Angriff auf den Emanzipationsprozess eines ganzen Kontinents Im letzten Teil ihres Vortrages berichtete sie zuerst über die Preise für Telekommunikation nach und innerhalb Afrikas. Alle afrikanischen Staaten mussten jährlich 500 Millionen Dollar an einem internationalen Konsortium zahlen, der Afrikas Verbindung zur Welt durch die Bereitstellung eines Satelliten sicherstellte. 1992 gründeten die afrikanischen Staaten eine Gesellschaft namens RASCOM, um einen eigenen Satelliten zu kaufen und beantragten bei der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond einen Kredit in Höhe von 400 Millionen Dollar. 14 Jahre lang wurde dieser Antrag nicht beantwortet bzw. seine Beantwortung verschleppt, bis in 2006 die Regierung Libyens 300 der 400 Millionen Dollars für den Satelliten zur Verfügung stellte. Die restliche Summe wurde von der Afrikabank und der westafrikanischen Bank übernommen. Seit 2007 besitzen die afrikanischen Länder die Möglichkeit günstiger über ihren eigenen Satelliten Telekommunikation ihrer Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Seit dem wurden mehrere Satelliten gekauft. Sie zitierte den afrikanischen Intellektuellen Jean-Paul Pougala: „Gaddafis Libyen kostete den Westen nicht nur die 500 Millionen US-Dollar im Jahr, sondern Milliarden von Dollars an Schulden und Zinsen, die der ursprüngliche Kredit für die kommenden Jahre generiert hätte, mit exponentiellen Steigerungen, und dazu beigetragen hätte, das verborgene System zur Ausplünderung des Kontinentes aufrecht zu erhalten.“ Die Lügen hinter dem Krieg des Westens gegen Libyen Jean-Paul Pougala Sie sagte, wenn wir über das heute sprechen, müssen wir darüber sprechen, warum Libyen angegriffen wurde. Libyen förderte und unterstütze drei afrikanische Projekte: Den Aufbau einer afrikanischen Investitionsbank, den Aufbau eines afrikanischen Währungsfonds und zuletzt den Aufbau einer afrikanischen Zentralbank. Diese Projekte dienten dazu, die afrikanischen Länder aus den Fängen der Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds zu befreien. Die Perspektive eines afrikanischen Währungsfonds beunruhigte die Weltmächte, die das Internationale Währungsfond instrumentalisiert hatten, um Afrika auszubeuten. Die europäischen Westmächte haben diskret versucht, sich an dem afrikanischen Währungsfond zu beteiligen und wurden in Dezember 2010, kurz vor den Unruhen in Libyen abgewiesen. Frau Uribe-Plumelle führte weiterhin aus, dass die Gründung einer afrikanischen Zentralbank das Ende des CFA-Franc und damit das Ende der Herrschaft Frankreichs über die ehemaligen Kolonien bedeutet hätte. 1963 wurde bereits Sylvanus Olympio der erste frei gewählte Präsident Togos aus demselben Grund ermordet. Sie sagte, die westlichen Mächte haben noch nie davor zurückgeschreckt, Regierungen zu stürzen oder Präsidenten zu ermorden, um ihre Interessen durchzusetzen. Der Sturz Gaddafis war nicht nur für Libyen bedeutend sondern für den ganzen Kontinent. Alle Länder des Westens brauchen für den Erhalt ihres Wohlstandes die Reichtümer Afrikas. Die 30 Milliarden Dollar der libyschen Regierung, die Präsident Obama konfiszierte, waren für den Aufbau des afrikanischen Währungsfonds bestimmt. Die genannten Gründe erklären, warum Frankreich und NATO Libyen bombardierten. Die EU hat durch diesen Angriff der NATO Afrika um seinen Emanzipationsprozess betrogen. Nun klopfen die ehemaligen ArbeitsmigrantInnen in Libyen und schwarze Libyer, die von den durch Europa bezahlten Putschisten verfolgt wurden, an den Toren Europas. Frau Uribe-Plumelle sagte zum Abschluss, dass es aus pädagogischer Sicht essentiell sei, die Zusammenhänge zwischen der kolonialen Zerstörung und der Flucht von Menschen zu benennen. Wenn man sich die Kontinuität anschaut, dann versteht man, warum also die Menschen ihre Länder verlassen, warum sie an den Toren Europas anklopfen. Rassentheorie in Ruanda und Burundi durch deutsche Kolonialisten eingeführt Gefragt nach Konsequenzen der deutschen Kolonialgeschichte für das heutige Afrika sagte Frau Uribe-Plumelle: „Die Rassentheorie wurde durch die deutschen in Ruanda und Burundi eingeführt.“ Die Tutsi und Hutu haben die gleiche Sprache, Religion und Kultur. Die Politik der deutschen Kolonialisten hat durch indirekte Bevorzugung der einen Gruppe vor den anderen die Tutsi zu einer Herrenrasse emporgehoben. Die belgischen Kolonialisten führten diese Politik nach dem ersten Weltkrieg weiter. Diese Vorgehensweise sei ebenfalls bezeichnend für viele Kolonien, in denen die Kolonialherrschaft eine Volksgruppe zur Umsetzung ihrer Macht und Herrschaft auswählt. Wiedergutmachung und Beziehungen zwischen den Menschen ohne Ausschluss der historischen Wahrheiten In der Diskussion stellte Frau Uribe-Plumelle fest, dass sie nicht an die Eliten glaube, weil diese ihre gemeinsamen Interessen haben. Sie sagte, dass nur die Verbindungen zwischen der Basis in den dominierten und dominanten Ländern zur Durchbrechung der Dominanz führen können. Sie glaube an die Beziehungen zwischen den Menschen und an Wiedergutmachung. Diese ist jedoch nicht möglich, wenn man historische Wahrheiten ausklammert. Die kolonisierten Länder sind nicht nur ihrer Rohstoffe beraubt, sondern auch ihrer Sprache, Kultur und Spiritualität. Sie forderte zuletzt die Menschen hier auf, die eigene Regierung herauszufordern und den Widerstand gegen die aktuellen und kommenden Interventionen aufzubauen. Abschottung gegen unerwünschte Migration durch FRONTEX In ihrem Vortrag „Flüchtlingspolitik in Europa und Lampedusa in Hamburg“ (kompletter Vortrag als pdf auf der Internetseite des Hamburger Flüchtlingsrates) zählte Frau Conni Gunßer vom Flüchtlingsrat Hamburg zuerst die Ziele der europäischen Flüchtlingspolitik auf: Abschottung gegen unerwünschte Migration, Externalisierung, selektiver Zugang für wenig Erwünschte in Austausch für Wachhundrolle, Beschneidung der Bewegungsfreiheit und Abschiebung der Unerwünschten. Die Instrumente dieser Politik sind die Visapolitik, Abkommen mit Drittstaaten, FRONTEX und EUROSUR, die DUBLIN und Schengen Abkommen, restriktive Asylgesetze, Notfallgesetze und –maßnahmen. Sie ging anschließend detailliert auf die Aufgaben von Frontex ein. Neben der Koordinierung und Beratung ist sie aktiv an der Organisierung von Abschiebungen beteiligt. Sie arbeitet nicht nur an den Außengrenzen sondern sowohl innerhalb der Mitgliedsstaaten als auch außerhalb Europas. Ihr Budget ist von 6,2 Millionen Euro in 2005 auf mittlerweile über 88 Millionen Euro (2011) jährlich angestiegen. Sie arbeitet nicht nur mit den Polizeikräften der europäischen Grenzstaaten zusammen, um Flüchtlinge zurückzuweisen, sondern auch mit paramilitärischen Kräften z.B. in Libyen. Sie ging nochmals auf die Rolle von EUROSUR ein, dass in den Medien als ein Fortschritt zur Rettung von Menschenleben präsentiert wurde. Durch EUROSUR sollen völkerrechtswidrige Push-Back Aktionen perfektioniert und die Kollaboration mit Drittstaaten forciert werden. Sie ist also ein weiteres Instrument zur Abschottung Europas und mordet an den europäischen Außengrenzen. Ein Tier mehr wert als ein Flüchtling Im letzten und dritten Teil der Konferenz berichteten Flüchtlingsaktivisten von ihrer Situation und von dem Kampf der Flüchtlinge. Frau Bhadassawe berichtete zuerst über die Situation in Parchim, in Mecklenburg-Vorpommern. Das Isolationslager liegt in der Nähe eines Waldes am Rande des Ortes. Sie leben mit mehreren Leuten in einem Raum zusammen. Für Flüchtlinge existiert keine Gesundheitsversorgung. Es ist schon vorgekommen, dass Ärzte erst nach dem Tod der Flüchtlinge antreffen. In ihre Region wird Tieren mehr Wert beigemessen als Flüchtlingen. Junge Menschen werden diskriminiert und kriminalisiert. Sie sind vor den Diktatoren geflohen. Jeder erzählte, dass Deutschland demokratisch sei. Sie glaube aber, dass das Leben hier schlimmer sei als unter der Herrschaft der Diktaturen. In ihren Gesellschaften aktive Frauen verzweifeln hier. Junge Menschen werden in den Lagern verrückt oder verfallen dem Alkohol. Sie sagte: „Das Leben ist beschränkt auf Zimmer, Toilette und Küche, Zimmer, Toilette und Küche... Was wird aus einem Menschen nach ein, fünf oder zehn Jahren in dieser Eintönigkeit?“ Es folgte der Bericht von Frau Nack Nyemeck. Sie stellte fest, dass Flüchtlinge in Deutschland ein miserables Leben in einem rassistischen System führen. Sie erzählte von einem Flüchtling, der nach 16 Jahren in Lager verstarb. Keiner seiner Mitbewohner hat bis heute erfahren, warum er sterben musste noch wo er vergraben sei. Sie betonte, dass die Flüchtlinge hier in einer ständig traumatisierenden Situation leben müssen. Die Kinder der Flüchtlinge werden diskriminiert. Sie berichtete, dass sie abgeschoben wurde, dass man sie wie ein Dieb behandelt hätte. „In Flüchtlingslager wirst du wie Prostituierte behandelt, du wirst erniedrigt und ständig musst du Tests ablegen und dich rechtfertigen.“, führte sie weiter aus. Der Rassismus hört nicht mit dem Aufenthalt auf: „Wenn du Aufenthalt hast, erlebst du es bei der Wohnungssuche.“ Sie betonte zum Schluss, dass Solidarität notwendig ist, um zu überleben. Als letzter sprach Rex Osa von THE VOICE Refugee Forum zu den anwesenden Personen. Er begann damit, dass die Geschichte der Unterdrückung Jahrhunderte zurückreicht, aber damit ist auch gleichzeitig die Geschichte des Widerstandes verknüpft. Er schilderte zunächst das Beispiel eines Flüchtlings aus Nördlingen, der die Erlaubnis nun bekommen hatte in eine Privatwohnung zu ziehen, keine aber finden konnte, aufgrund seiner Herkunft. Herr Osa sagte: „Nicht nur das Militär, nicht nur die Regierung, jeder spielt seine Rolle in der rassistischen Gesellschaft!“ Die Kernfrage lautet: „Wer ist ein Mensch und wer nicht!“ Diese Einstellung spürt ein Flüchtling von dem Augenblick, an dem sie oder er ein Asylantrag stellt. Der Flüchtling ist gefangen in den Fängen des deutschen Asylsystems, das Menschen langsam wie ein Krebs tötet. Das System ist ausgetüftelt, die Schuld wird verschleiert, in dem System findet keiner die Verantwortlichen. Gleichzeitig kontrolliert das System mit allen verfügbaren Instrumenten die Flüchtlinge. Herr Osa ging auf die Flüchtlingskämpfe heute ein. Unsere Anwesenheit heute hier und auf der Straße beweist unsere Existenz. Die Geschichte von THE VOICE Refugee Forum ist eine Geschichte des Widerstandes. In den Jahren des Kampfes haben wir gelernt keine Angst von den Herrschenden zu haben. In dem Kampf für Aufklärung für Oury Jalloh haben wir die Angst vor der Polizei abgelegt. Der Kampf der Freunde der „Lampedusa in Hamburg“ ist aus Sicht Herr Osas eng verbunden mit dem KARAWANE-Festival 2010. Er stellte fest: „Was heute passiert, basiert auf den Fundamenten der Solidarität, die in der Vergangenheit aufgebaut worden sind. Früher wussten wir nicht, wo all die Lager sind. Heute sind Netzwerke der Solidarität und Flüchtlinge sind selbstermächtigt.“ Situation in Italien Die Situation in Italien wurde von Frau Wena Flores von Umangat-MIGRANTE aus Rom und von International Migrants Alliance Sektion Europa vorgestellt (Beitrag von Frau Wena Flores). Sie berichteten über die Auswirkungen der Bosso-Finni-Gesetze und ihre Instrumente auf das Leben der MigrantInnen in Italien. Viele MigrantInnenselbstorganisationen seien als Reaktion auf die Gesetze entstanden, weil diese den Rassismus geschürt und das Leben der MigrantInnen getroffen haben. Die Migrationskontrolle und die Unterdrückung der MigrantInnen ist aus Sicht von Frau Flores eine Methode um die Ausbeutung zu verwirklichen. Den schriftlich eingereichten Vortrag von Frau Wena Flores könnt ihr hier nachlesen. Zum Schluss sprach Herr Friday Emitola, einer der Sprecher von „Lampedusa in Hamburg“. Er sagte: „Wir Afrikaner sind hier, um unsere Rechte, die man uns vor langer Zeit genommen hat, zurück zu erobern. Es ist ein globaler Kampf den wir hier führen!“ Um kurz vor 20:00 Uhr verließen die Konferenzteilnehmer und –teilnehmerinnen den Saal. Viele diskutierten bereits, wie sie die Informationen der beiden Konferenzen zur Stärkung des Kampfes der „Lampedusa in Hamburg“ nutzen können. Einer der Hauptfragen blieb, wie der Kampf der Gruppe aus Hamburg mit den Kämpfen der anderen Flüchtlinge in anderen Orten verknüpft werden könnte. Wie der Druck weiter auf die Hamburger Regierung erhöht werden könne. Der Appell von Rosa Amelia Uribe-Plumelle klang noch in den Ohren: „Fordert euren Regierungen heraus und organisiert den Widerstand gegen Militärinterventionen!“ 10. Februar 2014 KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
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Robin Wood-Newsletter: Wald statt Asphalt, Ruhe statt Lärm, gutes Klima statt mehr Flieger!

Die Berliner Protestpappel ist gefällt worden, aber das bestätigt die Aktiven nur in ihrem Widerstand gegen die A 100: Unter Einsatz eines großen Polizeiaufgebots und gegen den Protest von rund 100 Menschen direkt vor Ort hat der Berliner Senat am 3. Februar bewiesen, dass er auch demonstrative Zeichen der Zerstörung für den Bau der A100 einsetzt. Hier ein Video dazu. Dem teuersten Autobahnprojekt Deutschlands - veranschlagt sind 150.000 Euro pro Meter und allein 473 Millionen für das 16. Teilstück - sollen laut Planung viele Wohnhäuser, hunderte Wohnungen und Bäume sowie Kleingartengebiete und Grünflächen zum Opfer fallen. Den Anwohner_innen wird sie Blechlawinen bescheren, die Folge werden mehr Verkehrstote und Klimaschäden sein. Einen Nutzen hat sie augenscheinlich nur für Auto- und Straßenbaulobby. Doch noch ist sie nicht gebaut, und der Berliner Senat wird weiter mit Protestaktionen und Aufbegehren der Bevölkerung rechnen müssen. Auch in Frankfurt ist der Widerstand gegen unsinnige Verkehrsprojekte nicht kleinzukriegen: Am 2. Februar nahmen über 1000 Menschen an einem Waldspaziergang gegen den Flughafenausbau teil (hier ein Quer TV-Video dazu). Denn der Treburer Oberwald, dessen Bannwaldstatus jüngst aufgehoben wurde, soll für das Terminal 3 gerodet werden. Der klimakillende und gesundheitsschädliche Flugverkehr soll sich in Frankfurt um bis zu 25 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen, obwohl der Flughafen jetzt schon das drittgrößte Passagieraufkommen Europas und das elfgrößte weltweit hat. Die Geschichte des Widerstandes gegen den Frankfurter Flughafen ist beeindruckend, angefangen mit der Startbahn West in den 80ern bis in die letzten Jahre, in denen ROBIN WOOD-Aktive sich unter anderem an einer dreivierteljährigen Waldbesetzung beteiligten. Die nächsten Termine zum Thema "Kein Flughafenausbau!" findest Du hier. ROBIN WOOD fordert: Besser mobil statt mehr Verkehr! Umwelttipp Straßenbäume möchten nicht gepökelt werden: Kein Streusalz! Der Winter ist noch nicht gebannt, daher wird in Supermärkten und Baumarktketten noch immer Streusalz verkauft. Der Einsatz solcher und anderer Auftaumittel zur Gehwegreinigung ist jedoch in den allermeisten Kommunen wegen seiner Umweltschädlichkeit verboten - zum Schutz des Bodens und der Vegetation. Vor allem Bäume, aber auch Kraftfahrzeuge, Brücken und Straßen leiden an der . Versalzung. Hier findest Du eine Liste der Städte mit Streusalzverboten.Der Baumarkt Obi betreibt sogar Verbrauchertäuschung, indem er trotz wiederholter Abmahnung von ROBIN WOOD Streusalzsäcke verkauft, die irreführend das Umweltzeichen Blauer Engel tragen. Wenn tatsächlich Glätte droht und Schneeschippen nicht mehr ausreicht, ist umweltschonendes, salzfreies Streugut eine gute Alternative: Sand, Splitt oder Granulat mit dem Blauen Engel bieten sich hier an.
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