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November im Yasni Exposé von Wieland von Hodenberg

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Kriege weltweit ächten! Atomwaffen abschaffen! Alle AKW stilllegen!
Homepage: hodenberg.de
Spitzname: "Einstein", Land: Deutschland, Sprache: Deutsch
Ich biete: Friedensaktivist und Autor, auch verantwortl. für Pressearbeit - / Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Bleiberecht für Flüchtlinge, Schutz für Deserteure vor Verfolgung und Einsatz für die universellen Menschenrechte. Außerdem Liebhaber klassischer Musik, Barockmusik, Jazz und Literatur. Sportlich: Tourenradler mit viel Langstreckenerfahrung - und Frischluftfanatiker!
Wieland von Hodenberg @ Solidarische Hilfe e.V., 28277 Bremen

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Juni 08  1
Wieland von Hodenberg - Wieland von Hodenberg
Okt 10  2

934 Informationen zu Wieland von Hodenberg

Kapitulation vor 70 Jahren > Moderne Geschichtsumdeutung im Mai 2015: Kriegsgedenken oder Tanz mit der NATO?

Wenn mehrere geschichtliche Ereignisse auf einen Tag fallen, ist es schwer, allen gerecht zu werden und ihnen den angemessenen Rahmen zum Gedenken zu geben. Problematisch wird es allerdings, wenn die Geschichte umgedeutet wird.   Von Sabine Schiffer | 04.05.2015 14:27   Während am 8. Mai in Deutschland noch einigermaßen ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass an diesem Tag vor 70 Jahren der Zweite Weltkrieg endete, halten andere das Gedenken hoch, dass man von „der Befreiung vom Faschismus“ sprechen müsse. Als genau dieser Tag und als Sieg im Großen vaterländischen Krieg wird der 9. Mai in Russland und den osteuropäischen Ländern gefeiert. Durch die Zeitverschiebung fiel der Zeitpunkt der Unterzeichnung der Kapitulation spät am Abend vor 70 Jahren in Reims für Russland auf den 9. Mai – und erst am 9. Mai deutscher Zeit wurde die letzte Unterschrift in Berlin geleistet. Nicht nur die Rote Armee, auch die Bevölkerungen Osteuropas bezahlten den größten Blutzoll im Zweiten Weltkrieg.   Und nun versucht nicht nur der ukrainische Ministerpräsident Jazenuk diese Fakten umzudeuten. Bei einem seiner Besuche in Deutschland konnte er unwidersprochen behaupten, dass die aktuellen Ereignisse in der Ostukraine denen im Zweiten Weltkrieg ähnelten und man in Russland den Aggressor sehen müsste, während die ukrainischen Faschisten in Kooperation mit den Deutschen dagegen gehalten hätten. Das verkehrt die Tatsachen und klittert die Geschichte. Einseitige Debatten um das Kriegsende   Aber insgesamt tragen die betont einseitigen Debatten um das Kriegsende, die zum Beispiel die Vergewaltigung deutscher Frauen allein schwarzen US-Amerikanern und der Roten Armee zuweisen, ihren Teil dazu bei, dass das Gedenken der Befreier vom Faschismus einen starken Westdrall erhält. Und nun setzt die Bundeswehr und mit ihr die Bundesregierung noch eins oben drauf und geht soweit, dass das Gedenken vollkommen umgedeutet werden könnte.   Zum 70. Jahrestag der Kapitulation NAZI-Deutschlands, um den es schon Streit wegen der Nichtteilnahme Angela Merkels an den Feierlichkeiten in Moskau gab, wird in diesem Jahr nicht Russland, sondern der Bundeswehr und der NATO gedacht. Man lädt zum Ball mit 5-Gänge-Menü ins Palais am Funkturm zu Berlin, um den 60. Geburtstag des Beitritts der Bundeswehr zur NATO zu feiern. Toll.   Offensichtlich ist das nötig, um den Kriegskurs fortsetzen zu können, auf dem wir uns seit nunmehr 16 Jahren befinden. Die NATO-Doktrin 1999 markiert den Wendepunkt, nachdem mit dem NATO-Krieg auf dem Balkan der Damm gebrochen war, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Motto „Nie wieder Krieg!“ ausrufen ließ. Wie uns PR-Agenturen damals auf die Kriegsbeteiligung als „humanitäre Intervention“ eingeschworen haben, ist bei Jörg Becker und Mira Beham nachzulesen: „Operation Balkan – Werbung für Krieg und Tod“. Christlicher Klerus als Vorbild?   Lange vor dem 9. Mai wurde der 9. November vereinnahmt und damit schleichend umgedeutet. Durch den Fehler oder Plan des DDR-Funktionärs Günter Schabowski wurde die für den 10. November durch Egon Krenz geplante Maueröffnung bereits am Abend des 9. November ausgerufen. Seither droht das Gedenken des vielfach historisch belegten 9. November – allem voran wegen des antisemitischen Pogroms 1938 – in den Jubelfeierlichkeiten zur Deutschen Einheit unterzugehen.   Vielleicht hat man hier von der Geschicklichkeit des christlichen Klerus gelernt, alte heidnische Bräuche dadurch zu bekämpfen, dass man sie übernahm und in christliche Feiertage umwandelte. Gegen den Bundeswehrball und die Geschichtsklitterung am 9. Mai macht sich der zärtlich organisierte Widerstand eher bescheiden aus. Am Vormittag sollen am Ehrenmal für die russischen Soldaten in Treptow Blumen niedergelegt werden. Und zum Krachschlagen im wahrsten Sinne des Wortes lädt die Friedenskoordination auf den Hammarskjöldplatz ein – um 18 Uhr.   Auf Medienaufmerksamkeit darf man für beides kaum hoffen, schließlich sind die meisten Vertreter unserer imaginierten Vierten Gewalt konform mit der NATO-Doktrin oder verschweigen ihren Protest.   Dr. Sabine Schiffer leitet das "Institut für Medienverantwortung" in Erlangen und Berlin (mit frdl. Genehmigung veröffentlicht)
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 06.05.15  +  

Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im Mai

Liebe Freunde des Sendesaales, .... und schon ist bald der Mai gekommen. Zeit, Sie vorher über unsere Veranstaltungen im Wonnemonat zu informieren. Sollten Sie um Pfingsten herum in Bremen sein, finden Sie bei uns ein reichhaltiges Konzertangebot, u.a. allein 4 Abende mit herausragenden Musikern aus den benachbarten Niederlanden, am 8.5. das Ensembe Fugara mit eher kontemplativer  Musik (als Gast dabei die Sängerin Simin Tander),  am 13. das Kollektiv Batik um den Pianisten Wolfert Brederode, am 14. ein Solokonzert mit der eindrucksvollen Harfenistin Lavinia Meijer u.a. mit Musik von Ludovico Einaudi, und am 29. das Trio des Pianisten Rembrandt Frerichs. Oder noch als kleiner Extratipp für den 9. Mai die sehr unterhaltsame österreichische Klarinettenkapelle Faltenradio. Nähere Informationen zu diesen und 7 weiteren Veranstaltungen finden Sie weiter unten. Kommen Sie gerne und zahlreich! Für heute allerbeste Grüße Ihr Peter Schulze Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 06.05. Lutz Görner, Nadia Singer: Eine italienische Nacht 08.05. FUGARA feat: Simin Tander 09.05. Faltenradio 10.05. salonorchesterweimar 13.05. Musik aus Holland: Batik 14.05. Lavinia Meijer, Harfe 16.05. Rohrer/Erdmann/Möbus/Courtois 21.05. Saltarello: Alexander Kim 22.05. Cyminology 23.05. Shai Maestro Trio 29.05. Rembrandt Frerichs Trio 30.05. Sinfonia Insieme: Eindeutig Vielfältig 06.05. Lutz Görner, Nadia Singer: Eine italienische Nacht Mittwoch, 06. Mai 2015 | 19:30 Uhr | Tickets 28 Euro Nach ihrem erfolgreichen Beethovenabend im November letzten Jahres kehren der Rezitator Lutz Görner und die Pianistin Nadia Singer mit einer italienischen Nacht in den Sendesaal zurück. Eine italienische Nacht Musik und Texte von Rossini, Bellini, Liszt, Donizetti u. Boccaccio Lutz Görner – Rezitation Nadia Singer – Klavier NADIA SINGER Nadia Singer wird, wie bei den Beethovenabenden, auch mit „Italien“ das Publikum zum Staunen, zum Lächeln und zum Jubeln bringen. Nadia Singer, die seit zwei Jahren in Weimar lebt, kommt aus Rostow am Don, wo sie auch studierte und ihr Konzertexamen abgelegt hat. Betreut wird die junge Künstlerin vom berühmten St. Petersburger Pianisten und langjährigem Professor an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, Grigory Gruzman, der sie innerhalb eines Jahres zum ersten Preis beim internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt/M. geführt hat. Die Presse schrieb: „ Ihre ausgeprägte Musikalität verbindet Nadia Singer mit technischer Perfektion. Sie spielt kraftvoll, sinnlich, bildhaft, frech-frivol, spannungsreich, anregend, fantasievoll und virtuos.“ LUTZ GÖRNER Der ehemalige Rezitator versucht seit vier Jahren auch auf musikalischem Gebiet, seinen Zuhörern Freude zu bereiten und Klavierabende wieder für viele attraktiv zu machen. Nach Abenden mit Liszt, Chopin, Wagner und Beethoven hat er die Highlights der italienischen Musik ausgewählt und wird Franz Liszts Briefe aus und über Italien lesen. Ein Ereignis ganz besonderer Art im Zusammenspiel mit Nadia Singer. Eine Veranstaltung der Konzertagentur Karin Kulmer 08.05. FUGARA feat: Simin Tander Freitag, 08. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Kontemplative Musik aus Europa mit Paul van Kemenade (NL, Altsax), Tom Arthurs (UK, Trompete), Stevko Busch (D, Piano) und Markku Ounaskari (FI, Schlagzeug). Als Gast dabei: die Sängerin Simin Tander. Aus der Stille des Sendesaales heraus. FUGARA Tom Arthurs - Trompete Paul van Kemenade - Saxophon Stevko Busch - Piano Markku Ounaskari - Schlagzeug als Gast: Simin Tander - Gesang Fugara 1. (sufi): Menschen die nichts besitzen – und von nichts besessen sind 2. Orgelregister mit dem Klang einer Hirtenflöte Das Glühen im Zentrum Artikel von Henning Bolte Das Quartett des Pianisten Stevko Busch macht Musik mit Einflüssen aus unterschiedlichsten östlichen und westlichen Quellen, die von ihm und den anderen Musikern wohlerwogen gewählt und transformiert werden. Der Pianist erscheint eher als zurückhaltender Musiker, der seine Aufgabe hauptsächlich darin sieht, bei seinen Mitmusikern etwas auf den Weg zu bringen, das diese zum Strahlen bringt und das Zentrum der Musik zum Glühen. Sein Duo mit dem vielseitigen Altsaxofonisten Paul van Kemenade bietet die Keimzelle für die Art der Musik, die auf dem Album CONTEMPLATION zu hören ist. Busch und Van Kemenade verbinden hier die Spiritualität von Abdullah Ibrahims Musik mit der Inbrunst und Versunkenheit orthodoxer Klänge Russlands und anderer östlicher Quellen. Brachte Busch dabei Van Kemenade in eine neue Richtung, so öffnete Van Kemenade der Musik mit seinem bewegenden Saxofonton weiterreichende Klanghorizonte. Hieraus ergab sich eine natürliche Verbindung zu zwei Musikern, von denen jeder auf seine Weise diesen Horizonten Kontur verleihen kann und die Klanglandschaft in zusätzliche wunderbare Lichtschattierungen tauchen lässt. Dies gilt auf Bläserseite für den subtilen und beweglichen Trompetenklang von Tom Arthurs sowie auf der Seite der perkussiven Farbgestaltung für das melodiegerichtete Schlagzeug von  Markku Ounaskari. Beide Musiker tauchen hier in einen musikalischen Zusammenhang ein, der offen für wechselseitige Tönung ist. Diese entsteht aus den verschiedenen Komplementaritäten, etwa der beiden Bläserstimmen oder von Linienführung und Einbettung. Seit seinem Debut 2011 mit Markus Stockhausen hat FUGARA auf internationalen Festivals Erfolge gefeiert. Seit 2014 hat  der jüngere Tom Arthurs dessen Part übernommen, und erweitert damit das Spektrum der Gruppe mit seinem Spiel und seinen Kompositionen um feine Nuancen. 09.05. Faltenradio Samstag, 09. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aus Österreich kommt diese so hochprofessionelle wie lustig kurzweilige Kapelle von Klarinettisten. Entertainment vom Feinsten! Faltenradio ist übrigens kein Radio zum Falten sondern ein anderer Ausdruck für Ziehharmonika - und die gibt es neben all den Klarinetten auch zu hören. FALTENRADIO Alexander Maurer- Klarinette, Baßklarinette, Harmonika, Perkussion Alexander Neubauer- Klarinette, Bassetthorn, Baßklarinette, Harmonika Stefan Prommegger - Gesang, Baßklarinette, Klarinette, Harmonika Matthias Schorn - Klarinette, Perkussion, Harmonika Lukas Beck - Fotos und Regie Klarinetten, wunderschön gespielt, berühren Sie wie menschliche Stimmen, singen klar und fein, tanzen virtuos und dann … ... dann setzt ein Faltenradio ein…und dann noch ein Faltenradio. Wild und gefährlich, romantisch und edel. Die vier jungen Männer wissen, was Stil hat, darum haben sie sich für ihr erstes Programm auch in einem Elektroboot ablichten lassen. Aber das ist eine andere Geschichte. Wer etwas über Musik weiß, kann bei Faltenradio noch mehr erfahren, miterleben und sogar ein Quiz gewinnen. Wer nichts von Musik versteht, genießt und lernt und genießt. (Regisseur Lukas Beck über Faltenradio) Kritiker und Zuhörer geraten bei Auftritten von Faltenradio gleichermaßen ins Schwärmen. Von „Musikantentum im allerbesten und allerersten Sinne“ ist die Rede, von „Musik, die in keine Schublade passt“ oder von einem „Flirt mit der Musikgeschichte, der anregender nicht sein hätte können“.Wieso hat das österreichische und deutsche Publikum über Jahrzehnte warten müssen, bis sich vier junge Burschen all den Themen, die Bildungspolitikern und Feuilletonjournalisten seit vielen Jahren unter den Nägeln brennen, annehmen? Zum Glück sind sie jetzt ja da, die vier Multiinstrumentalisten aus Salzburg und der Steiermark.Mit ihren bisher zwei Bühnenprogrammen „Faltenradio“ (2009) und „ZOO“ (2012) setzen sie völlig neue Maßstäbe. Die Instrumente werden gewechselt wie die Hemden, die vier Musiker sind eben alles: Kabarettisten, hochbegabte und gut ausgebildete Musikanten, in Volkstänzen bewanderte Akrobaten und allesamt Comedians, die für eine gute Bühnenshow die seltsamsten Positionen einzunehmen bereit sind.Gefeierte Auftritte führten die vier Musiker in den Wiener Musikverein, ins Wiener Konzerthaus oder ins Wiener Radiokulturhaus. Auf Reisen gastiert Faltenradio bei renommierten internationalen Musikfestivals wie Rheingau Musikfestival, Luzern Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Festival Allegro Vivo, Attergauer Kultursommer, Drumherum Regen, Horizonte Landeck, Güssinger Kultursommer, PalmKlang Oberalm oder Diabelli Sommer Mattsee. Faltenradio hat verstanden, dass die Volksmusik es wert ist, auf die  Bühne gebracht zu werden. Musik ist nicht weniger wichtig, nur weil sie aus der Tradition stammt. Und klassische Musik wird durchaus befruchtet und neu beleuchtet, wenn sie sich neben Jazz oder Klezmer platzieren kann. In diesem Sinne ist Faltenradio ein Ensemble mit im wahrsten Sinne des Wortes vier Global Playern, die an das Phänomen Musik glauben! „They serenaded, jazzed and rocked the Mozartsaal – always at the highest professional level.“ (ConcertoNet.com, Juni 2012) Faltenradio sind: ALEXANDER MAURER - Klarinette, Baßklarinette, Harmonika, Perkussion geboren 1985 in Salzburg – Musikstudien in München und Linz Unterrichtstätigkeit im Fach Diatonische Harmonika Moderator und Volksmusikant aus Leidenschaft ALEXANDER NEUBAUER - Klarinette, Bassetthorn, Baßklarinette, Harmonika geboren 1976 in der Steiermark – Musikstudien in Graz und Wien Klarinettist und Bassklarinettist der Wiener Symphoniker Genießer und Volksmusikant aus Leidenschaft STEFAN PROMMEGGER - Gesang, Baßklarinette, Klarinette, Harmonika geboren 1982 in Salzburg – Musikstudien in Salzburg und Linz Unterrichtstätigkeit am Musikum Salzburg Allrounder und Volksmusikant aus Leidenschaft MATTHIAS SCHORN - Klarinette, Perkussion, Harmonika geboren 1982 in Salzburg – Musikstudien in Salzburg und Wien Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker Workaholic und Volksmusikant aus Leidenschaft LUKAS BECK - Fotos und Regie geboren 1967 in Wien – freischaffender Künstler Lichtbildner und Regisseur aus Leidenschaft 10.05. salonorchesterweimar Sonntag, 10. Mai 2015 | 17:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 9 Euro) Berlin - Paris - San Francisco Das salonorchesterweimar setzt vielen bekannten, während des NS-Regimes vertriebenen oder ermordeten jüdischen Künstlern ein musikalisches Denkmal von wunderbarer Leichtigkeit. salonorchesterweimar: Boris Raderschatt - Gesang Justyna Niznik - Violine Franziska Frolik - Violine Klaus Wegener - Klarinette/Saxophon Stefan Rauschelbach - Klavier Martin Lentz - Kontrabass Jürgen Schneider - Schlagzeug Regie: Dominik Wilgenbus Eine unglaubliche Anzahl großartiger jüdischer Künstler ist während der NS-Herrschaft ermordet, ins Exil getrieben und ihrer Heimat, der deutschen Sprache, beraubt worden. Einer dieser fantastischen Textdichter war Fritz Löhner Beda, der unvergessenen Gassenhauern wie 'Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren' oder 'Ausgerechnet Bananen' den sprachlichen Odem einhauchte. Neben Schlagern von Interpreten wie Kurt Gerron, der in den zwanziger Jahren der erste Mackie Messer in Brechts Dreigroschenoper war, erklingen auch Melodien von Walter Jurmann, der als Person fast vergessen ist. Nicht so aber seine Lieder: 'San Francisco', die Hymne der kalifornischen Metropole und 'A message from the man in the Moon', welches Josephine Baker sang, werden vom salonorchesterweimar neu interpretiert. Unter den großartigen Komponisten, die Deutschland verlassen mussten, fanden sich aber auch bekannte Namen wie Friedrich Hollaender, Georg Kreisler und Werner Richard Heymann. In einer bunten, kontrastreichen und ebenso mitreißenden wie bewegenden Reminiszenz erinnert das salonorchesterweimar an diese kreativen Künstler, um ihnen ein musikalisches Denkmal zu setzen. Ohne Schwermut, sondern mit der Leichtigkeit und dem Charme jener wunderbaren kleinen Kunstwerke, die jedem Hörer noch immer ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Begleiten Sie das salonorchesterweimar auf seiner musikalischen Reise von Berlin bis nach San Francisco. Eine Veranstaltung von salonorchesterweimar 13.05. Musik aus Holland: Batik Mittwoch, 13. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das neue Kollektiv um den Pianisten Wolfert Brederode und den Schlagzeuger Joost Lijbart bringt meditative Musik in der Sendesaal. Batik Joost Lijbaart – Schlagzeug/Perkussion Wolfert Brederode - Piano Ed Verhoeff - Gitarre 
 Mark Haanstra - Bass Batik ist ein neues Kollektiv, das hervorgegangen ist aus dem Duo Lijbart und Brederode, welches bereits seit 2005 zusammenspielt. Wobei die Verschmelzung der Instrumente miteinander bei Batik eine neue Dimension gewinnt. Das zeigt sich auf dem neuen Album Headland, das inspiriert wurde von der Stoffkünstlerin Claudy Jongstra, die auf sehr spezielle Weise mit Wolle und Pflanzen und nur mit ihren eigenen Händen  durch filzen sehr lebendige Wandteppiche  herstellt. Es gibt kein besseres Symbol für das, worum es bei Batik geht. Das sagt die Presse über Headland ... The new quartet delivers a beauty of an album .. (4 Sterne, Jasper Jan Tamboer, Parool) …Just wonderful ... (4 Sterne, Gijsbert Room, De Volkskrant) So subtle ... and played with nuance that you get butterflies in your stomach ... (Mattie Poels, Music Frames) ... ein Fest für die Ohren ... (5 Sterne, Dutch Dagblad) 14.05. Lavinia Meijer, Harfe Donnerstag, 14. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Die niederländische Starharfenistin mit koreanischen Wurzeln, Lavinia Meijer, hat schon die Komponisten Philip Glass und Ludovico Einaudi mit ihren Bearbeitungen von deren Kompositionen ins Staunen gebracht. Lavinia Meijer - Harfe spielt Werke von Philip Glass, Erik Satie, Ludovico Einaudi u.a. Lavinia Meijer wurde 1983 in Korea geboren und 1985 von einer holländischen Familie adoptiert. Mit 9 Jahren begann sie Harfe zu spielen, zwei Jahre später studierte sie bereits am Konservatorium in Utrecht und später in Amsterdam. Sie gewann diverse Wettbewerbe in den USA, Frankreich, der Schweiz, Israel und Österreich und konzertiert in den großen Sälen der Welt wie der Carnegie Hall in New York oder dem Musikvereinssaal in Wien. Im Dezember 2014 debütiert sie in der Berliner Philharmonie. Neben dem klassischen Harfenrepertoire experimentiert Lavinia Meijer mit elektronischer Musik, Theatermusik, klassischer Moderne, Jazz und Pop. Einige Komponisten haben ihr Kompositionen gewidmet und Komponisten wie Philip Glass oder Tan Dun preisen ihre hohen technischen Fertigkeiten. Sie erreicht durchaus ein junges Publikum und spielt im traditionellen Concertgebouw in Amsterdam ebenso gerne wie im Rockschuppen Paradiso. 2009 bekam sie in Holland die höchste Auszeichnung für klassische Musiker, den Dutch Music Prize. 2011 folgte der Edison Award für ihr Album Fantasies & Impromptus. Ebenfalls 2011 unterstützte der Komponist Philip Glass persönlich Lavinias Einspielungen seiner Kompositionen für die CD Metamorphosis/The Hours, die höchstes Lob in der Presse erntete und Platinstatus erreichte. Im Funkhaus Nalepastrasse/Berlin nahm der renommierte Tonmeister Andreas Neubronner Lavinia’s CD Passagio mit Kompositionen von Ludovico Einaudi auf. Er produzierte dort auch das aktuelle Album Voyages mit Stücken von Maurice Ravel, Claude Debussy, Érik Satie und Yann Tiersen, das im März 2015 erscheint. 16.05. Rohrer/Erdmann/Möbus/Courtois Samstag, 16. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der Schweizer Schlagzeuger Samuel Rohrer kommt in den Sendesaal zurück, um mit dem Saxophonisten Daniel Erdmann, dem Gitarristen Frank Möbus und dem Cellisten Vincent Courtois seine neue Produktion „Eleven Songs About Real Utopia“ vorzustellen. Daniel Erdmann -Saxophon Frank Möbus - Gitarre Vincent Courtois - Violoncello Samuel Rohrer - Schlagzeug Dieses Quartett setzt auf den reichhaltigen Schatz der jeweiligen musikalischen Erfahrungen seiner Mitglieder: Rocksounds, Jazzfeeling, Popmusik, Freie Improvisationen ebenso wie klassische Kompositionen - alles braut sich zusammen und führt klanglich organisch zu einer eigenwilligen stilistischen Synthese. Daniel Erdmann spielt sein Saxophon in der ihm eigenen Vielfalt bei doch klarer Identität. Cellist Vincent Courtois wechselt ebenso so schnell von Bogen zu Pizzicato wie von Basslinien zur Melodieführung. Frank Möbus jagt seine Gitarre durch ein ganzes Arsenal von Effektgeräten zu sphärischen Klängen oder heulenden Rocksounds. Co-Leader Samuel Rohrer steuert einige einfallsreiche Kompositionen zum Bandrepertoire bei. Er behandelt sein Schlagzeug als weit mehr als nur rhythmisches als ein melodisches Instrument, das alle dynamischen Möglichkeiten auslotet und sich elastisch und stets punktgenau in den Bandklang einbringt. Ulrich Steinmetzger schreibt zu dem neuen Album Eleven Songs About Real Utopia, das am 17. April 2015 erscheint: Auf dieser wieder imponierenden und nun schon dritten CD schreiben Daniel Erdmann, Samuel Rohrer, Frank Möbus und Vincent Courtois ihre schweizerisch-französisch-deutsche Geschichte fort. Diese Band ist ein Glücksfall. Ihr Spektrum ist breit, es setzt auf Gemeinschaft und nicht auf das Selbstdarstellerische des Einzelnen. Es ist eine gute Nachricht, dass die Band ihr Konzept schlüssig weiterentwickeln konnte. Mal schwelgerisch schwebend, dann wieder enorm zupackend, immer wach und fintenreich und voll von musikalischem Raffinement lädt das in offene Räume ein, die ausgeschritten und bedachtsam gefüllt werden. Die ersten beiden CDs hatten das Schwebende von Wolken im Titel als schöne Metapher für diese Klänge, in denen sich Komposition und Improvisation die Waage halten. Grunge-Einflüsse kann man ebenso hören wie ein kammermusikalisches Cello, auf- und abschwellende Gitarrenmorsezeichen ebenso wie ein emanzipiertes Schlagzeug als Melodieinstrument, das Saxofon kann Rhythmusfunktion übernehmen, aber auch erdig losgehen. Und vor allem spielt diese betörende Band nie am Hörer vorbei. Nun geht es um reale Utopien und den Sound dafür. Es geht nicht darum, ob der nun Jazz, Rock, Pop oder moderne Klassik heißt. Das tritt hinter das Staunen über diese ausgreifende und doch konzise Musik zurück. Es zählt der Gruppenklang, der sich mit erstaunlicher Tiefenschärfe entfaltet, immer schlüssiger wird und in unverbrauchter Weise Stimmungen, Nuancen und Details zum Abheben bringt, ohne allerdings die Bodenhaftung zu verlieren. Die Elastizität dieser mit Drive und Dramaturgie geknüpften Geflechte ist enorm, der Bandorganismus hat etwas Magisches. Aufgerauter Impressionismus in einer unverwechselbaren Formensprache: Jeder der Beteiligten ist in diversen Kontexten als außergewöhnlicher Instrumentalist gefeiert worden. Diese Musik hat das zur Voraussetzung, ohne es ausstellen zu müssen. Sie definiert auf wundersame Art dieses Mehr, das nur gute Kunst zu erzeugen vermag, und muss sich dabei nicht aufdrängen, viel zu bewusst ist sie sich ihrer Mittel. „Ungeahnte tonale Möglichkeiten“, bescheinigte ein Kritiker dem Debüt von 2011, ein anderer hörte „eigentümliche, bei aller Zartheit fesselnde Musik“ als „H.henflüge der verschiedensten Arten“, als „Ereignis“, als „enorm abwechslungsreiche  Gruppenverschränkungen. Erdig, detailprall, rockig, zeitgemäß.“ Der Hörer sei eingeladen, „sich von den coolen Songs das Herz wärmen zu lassen“. Exakt darum geht es. 21.05. Saltarello: Alexander Kim Donnerstag, 21. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Den Saltarello Preis beim TONALi Grand Prix 2014 in Hamburg erhielt der koreanische Geiger Alexander Kim. Dies ist sein Preisträgerkonzert. Alexander Kim - Violine Boris Kusnezow - Piano Programm: Johannes Brahms: 3. Sonate Claude Debussy: Sonate Franz Waxman: Carmen-Fantasie u.a. Alexander Kim wurde 1992 in Südkorea geboren, kam 1996 nach Deutschland und hatte im Alter von 6 Jahren seinen ersten Geigenunterricht bei Herrn Houssam Mayas an der Westfälischen Schule für Musik in Münster. Von 2002 bis 2013 war er Jungstudent an der Musikhochschule in Münster bei Prof. Helge Slaatto. Seit 2013 ist er Student bei Prof. Antje Weithaas an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Weitere musikalische Akzente erhielt er durch Meisterkurse bei Rainer Kussmaul, Ana Chumachenko und Zakhar Bron. 2007 konnte Alexander Kim bei einem Jugendwettbewerb in Kopenhagen, ausgeschrieben von der dänischen Tageszeitung Berlinske Tidende, eine Goldmedaille gewinnen und wurde beim Bundeswettbewerb Jugend Musiziert in der Kategorie Alte Musik mit dem 1. Preis ausgezeichnet. 2010 gewann er beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert“ in Lübeck den ersten Preis in der Kategorie Violine Solo. Ausserdem erhielt er im September 2012 den Förderpreis Rising Stars des Initiativkreises Mönchengladbach. Auf Empfehlung der Deutschen Stiftung Musikleben spielte er im Sommer 2012 beim Rheingau Musik Festival. 2014 war er Finalist beim „Tonali Grand Prix“ in Hamburg und erhielt zudem den saltarello-Preis. Boris Kusnezow Der Durchbruch des Pianisten Boris Kusnezow begann 2009 mit dem Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbs. Zwei Jahre später feierte er sein Debüt in der Carnegie Hall und wurde für eine beeindruckende Interpretation („most impressive interpretation“) von der New York Times hoch gelobt. Boris Kusnezow erhielt erste Preise beim Steinway-Wettbewerb in Hamburg und in Berlin. 2009 war er Preisträger beim internationalen Wettbewerb Concours Grieg in Oslo und beim KlavierOlymp im Rahmen des Kissinger Sommers. 2011 wurde er mit dem ersten Pianistenpreis beim „Paula-Salomon-Lindberg“-Wettbewerb in Berlin ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt Boris Kusnezow gemeinsam mit der Geigerin Byol Kang ein Fellowship des renommierten britischen Borletti-Buitoni Trusts. Boris Kusnezow wurde 1985 in Moskau geboren und erhielt seinen ersten Klavierunterricht an der traditionsreichen Gnessin-Akademie. Seit 2004 studiert er bei Prof. Bernd Goetzke an der Musikhochschule Hannover. Dazu ergänzt Boris Kusnezow seine Ausbildung durch ein Studium der Liedbegleitung und Kammermusik bei Prof. Jan Philip Schulze und Prof. Markus Becker. Seine Konzerte führten Boris Kusnezow in zahlreiche europäische Länder sowie nach Asien, die USA und Südafrika. In Deutschland trat er unter anderem im großen Saal der Laeiszhalle Hamburg, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, im Prinzregententheater sowie im Gasteig München und in der Berliner Philharmonie auf. Boris Kusnezow ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes. 22.05. Cyminology Freitag, 22. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das Quartett aus Berlin um die persischstämmige Sängerin Cymin Samawatie präsentiert seine neue CD Phoenix und bringt als Gast den Bratschisten Martin Stegner von den Berliner Philharmonikern mit. Cyminology Cymin Samawatie - Gesang Benedikt Jahnel -­ Piano Ralf  Schwarz -­ Bass    Ketan Bhatti -­ Schlagzeug Special Guest: Martin Stegner -­  Viola (Berliner Philharmoniker) Das Berliner Quartett Cyminology verbindet persische Lyrik und kammermusikalische, zeitgenössische Musik: Ost und West, Alt und Neu in berührender Synthese. Die subtile, doch dynamische und sanft pulsierende Musik der Gruppe (gegründet 2002) entsteht aus dem Klang der persischen Sprache heraus. „Phoenix“ (Frühjahr 2015) ist bereits die dritte Veröffentlichung der Band für das Münchner Label ECM. Cyminology wird auf diesem Album bereichert durch Gastmusiker Martin Stegner (Viola, Berliner Philharmoniker), der auch als special guest bei diesem Konzert dabei sein wird. In den Kompositionen von Cymin Samawatie verschmelzen die Klangfarben des Impressionismus mit der Lebendigkeit des zeitgenössischen Jazz. Sie vereint neue Kompositionsstrukturen mit Kammermusik, freie Improvisationen und Minimalismus mit persischer Lyrik von Rumi, Hafis und Khayyam. Das neue Album „Phoenix“ widmet sich vor allem der persischen Dichterin des 20. Jahrhunderts Forough Farrokhzaad. Cyminology erschafft einen Raum, in dem sich postmigrantische europäische Kultur in Musik und Poesie ausdrückt. Es ist ein spannungsreiches Erlebnis, Cyminology live zu hören und die einfühlsame Interaktion des Ensembles zu erleben. 23.05. Shai Maestro Trio Samstag, 23. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das Trio des israelischen Pianisten Shai Maestro, das im letzten Jahr bei der jazzahead! für Furore sorgte, mit neuem Album unterwegs. Shai Maestro Trio Shai Maestro – Piano Jorge Roeder – Bass Ziv Ravitz – Schlagzeug Als besonders spielfreudiger und einfallsreicher Pianist sorgt der in New York lebende Israeli Shai Maestro bereits in der Band des Bassisten Avishai Cohen international für großes Aufsehen. Nach fünf gemeinsamen Jahren auf den großen Bühnen der Welt trat er 2011 mit seinem eigenen Trio ins Rampenlicht und präsentierte sein Debüt-Album beim renommierten französischen Label Laborie Jazz. Shai Maestro, Jahrgang 1987, lernte ab fünf Jahren Klavier, gewann während und nach seinem Studium in Israel mehrere wichtige Preise sowohl für klassisches als auch Jazz-Piano und kommt nach seinem Studienabschluss mit einem Stipendium nach New York. Das junge Trio mit Musikern aus Brooklyns aktueller Jazzszene, seinem Landsmann Ziv Ravitz  (Zusammenarbeit  u. a. mit Lee Konitz,  Joe Lovano, Florian Weber und  Nicolas Simion) und dem peruanischen Bassisten Jorge Roeder (Zusammenarbeit u. a. mit Gary Burton, Roy Haynes, Steve Lacy und Kenny Werner) bereichert die Tradition des klassischen Jazz-Trios mit vielen eigenen Ideen. Ein starker Fokus auf dem Rhythmus und die vielschichtige Dynamik zeichnen sein Klavierspiel aus. Seine Musik verbindet Pop, Jazz und Improvisation. 
 Shai Maestro wurde international als eines der ganz großen neuen Glanzlichter unter den Jazz-Piano-Virtuosen gefeiert und bereits in 20 Länder eingeladen, um seine Musik zu präsentieren, u. a. bei den großen internationalen Jazzfestivals in  Paris (Jazz à la Villette und St.- Germain des Près), Marciac Jazz Festival, Nice Jazz Festival, Limoges (Festival Eclat d´Email), Chamonix (Cosmos Jazz Fest), Venezia Jazz Festival, Verona (Cantine dell´Arena), Padova Jazz Festival, Stockholm (Skansen Festival), Athen (Municipal Jazz Festival), Madrid Jazz Festival, JazzFestBrno, Ostende (Festival Storm), Saarbrücken (Jazz-Syndikat Festival), Jazzkaar Festival (Tallin, Estland), Montreal Jazz Festival, Sao Paulo (Jazz nos Fundos) und Belo Horizonte (Savassi Festival). Shai Maestros im Herbst 2013 vorgelegtes zweites Album „The Road To Ithaka stellte er im Herbst 2013 und Frühjahr und Sommer 2014 in Europa, Nordamerika und Japan auf großen mehrwöchentlichen Release-Tourneen vor. Das dritte Album des Trios wird im März 2015 ebenfalls wieder bei Laborie Jazz erscheinen. 29.05. Rembrandt Frerichs Trio Freitag, 29. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Zum wiederholten mal im Sendesaal: das Trio des lyrischen Pianisten Rembrandt Frerichs aus den Niederlanden. Rembrandt Frerichs Trio Rembrandt Frerichs - Piano Guus Bakker - Bass Vinsent Planjer - Schlagzeug Rembrandt Frerichs ist ein Pianist mit weitem Horizont. Er ist vertraut mit der amerikanischen Jazztradition, will aber ausgetretene Pfade vermeiden. Es inspiriert ihn sowohl die klassische europäische Musik als auch seine Leidenschaft für arabische Musik, die er in einem 2-jährigen Ägyptenaufenthalt entwickelte. Der jetzt 34-jährige machte mit 23 sein Debut beim North Sea Festival und studierte sowohl in New York als auch in Holland. Bereits sein Debutalbum 2007 wurde für den Edison Award nominiert. 30.05. Sinfonia Insieme: Eindeutig Vielfältig Samstag, 30. Mai 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 10 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Hochschulorchester der HfK Bremen Solisten:  Han Tol, Harrie Starreveld und andere Leitung:    Thomas Klug Das Semesterkonzert des Hochschulorchesters der HfK Bremen steht unter dem Motto 
„eindeutig vielfältig“. 
Als Orchesterwerk wird die fünfte Sinfonie von Franz Schubert erklingen, die Flötisten Han Tol und Harrie Starreveld werden ein Doppelkonzert von Telemann spielen. Es gibt Jazz und auch noch ein zeitgenössisches Werk. Das genaue Programm finden Sie auf unserer Website www.sendesaal-bremen.de unter Konzerte. Eine Veranstaltung der Hochschule für Künste Bremen Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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Newsletter Sendesaal Bremen: >> Unsere Konzerte im April

Liebe Freunde des Sendesaales, Produktionen aus dem Sendesaal erlangen immer häufiger internationale Anerkennung. Das freut uns sehr. Die Produktion der Kammeroper La Descente D'Orphée Aux Enfers von M. A. Charpentier, die im Juli 2013 mit dem Boston Early Music Festival Orchestra im Sendesaal entstand, wurde von der amerikanischen Recording Academy in Los Angeles mit einem Grammy als weltbeste Opernaufnahme des Jahres ausgezeichnet. Die Nachfolgeproduktion Niobe, die im Januar 2015 veröffentlicht wurde, erhielt im Februar in Frankreich den begehrten Diapason d'or und wurde im März in England Record of the Month im Gramophone Magazine. Ebenfalls einen Diapason d'or erhielt im März die neue CD des Tetzlaff Quartetts, die 2013 im Sendesaal aufgenommen worden war - und eine ravisante Rezension im Gramophone Magazine dazu. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten an dieser Stelle, besonders auch den beiden Produzenten Renate Wolter-Seevers und Christoph Franke. Nun zu unseren Konzerten im April. Neben zwei Liederabenden mit Armin Kolarczyk (11.4.) und Julian Prégardien (21.4.) gibt es im wesentlichen Konzerte aus dem weiten Bereich des Jazz: z.B. den finnischen Pianisten Iiro Rantala (12.4.), das angesagte Trio Phronesis (18.4.), das Andromeda Mega Express Orchestra (22.4.) und während der jazzahead! clubnight (25.4.) ein besonderer Höhepunkt: die renommierte Plattenfirma ECM präsentiert gleich vier ihrer neuesten Veröffentlichungen live auf der Bühne des Sendesaales. Alles Nähere finden Sie weiter unten. Für heute allerbeste Grüße und ein frohes Osterfest einstweilen Ihr Peter Schulze Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 11.04. Liederabend: Armin Kolarczyk 12.04. Solopiano: Iiro Rantala 17.04. Michael Jaeger KEROUAC (CH) 18.04. Phronesis 19.04. Christian Lillingers GRUND 21.04. residenz@sendesaal: Julian Prégardien „An die Geliebte“ 22.04. Andromeda Mega Express Orchestra 25.04. jazzahead! ECM clubnight 11.04. Liederabend: Armin Kolarczyk Samstag, 11. April 2015 | 19:30 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) In seinem neuen Liederabend beschäftigt sich der Bariton Armin Kolarczyk unter dem Titel "Wie das Meer ist die Liebe" mit Alma Mahler-Werfel. Begleitet wir er von seiner neuen Pianistin Jeannette La Deur. Armin Kolarczyk - Bariton Jeannette La Deur - Klavier Liederabend „Wie das Meer ist die Liebe“ Alma und Gustav Mahler Alexander Zemlinsky Alma Mahler-Werfel gehört zu den bemerkenswertesten und zugleich umstrittensten Frauengestalten des 20. Jahrhunderts. Sie hatte enge Beziehungen nicht nur zu Gustav Mahler, Franz Werfel und Alexander Zemlinsky, sondern auch zu Gustav Klimt, Walter Gropius und Oskar Kokoschka. Franz Werfel sagte über sie: "Sie gehört zu den ganz wenigen Zauberfrauen, die es gibt." Anlässlich ihres 50. Todestages präsentieren der Bariton Armin Kolarczyk und die Pianistin Jeannette La-Deur Lieder von Alma Mahler-Werfel, Gustav Mahler und Alexander Zemlinsky. Der Bariton Armin Kolarczyk ist aus seiner Bremer Zeit am Theater in bester Erinnerung Er wurde in Trento (Italien) geboren und wuchs zweisprachig italienisch/deutsch auf. Zunächst studierte er Violine am Konservatorium in Trento und schloss das Studium 1986 ab. Ein Jahr später begann er sein Gesangsstudium bei Ada Zapperi in München. Es wurde ergänzt durch den Besuch verschiedener Meisterklassen bei Ada Zapperi, Erik Werba, Giuseppe Taddei und anderen. Parallel widmete sich Armin Kolarczyk dem Jurastudium, das er 1992 an der Universität in Innsbruck zum Abschluss brachte. Nach dem juristischen Examen sah er seinen Schwerpunkt ausschließlich im Gesang. Von 1997 bis 2007 gehörte er dem Ensemble des Bremer Theaters an, wo er viele große Partien seines Faches sang. Gastspiele führten ihn an viele Theater wie Köln, Wiesbaden, Essen und Kopenhagen. 
 Neben seinen Verpflichtungen auf der Musiktheaterbühne widmet sich Armin Kolarczyk dem Liedgesang und gibt im Sendesaal bereits seinen vierten Liederabend. Darüber hinaus tritt er regelmäßig als Solist in Opern- und Oratorienkonzerten sowie in Konzerten mit zeitgenössischer Musik in Erscheinung. Seit März 2007 ist er am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert. Jeannette La-Deur wuchs im Raum Hamburg auf und studierte an den Musikhochschulen Hamburg und Würzburg. Als Kammermusikpartnerin konzertiert sie mit Solisten zahlreicher großer Orchester darunter SWR-Sinfonieorchester, Staatsoper Darmstadt, Beethovenorchester Bonn. In den Kammerkonzerten des Badischen Staatstheaters Karlsruhe ist Jeannette La-Deur seit vielen Jahren ständiger Gast in diversen Ensembles, zuletzt bei den Internationalen Händelfestspielen Karlsruhe mit dem von ihr mitgegründeten „Trio La- Deur“. Darüber hinaus ist sie eine gefragte Pianistin für Liedinterpretation und arbeitet regelmäßig mit namhaften Sängern wie Armin Kolarczyk, Bernhard Berchtold, Diana Tomsche, Berit Barfred-Jensen u.a. zusammen. Ihr weitgefächertes Repertoire umfasst neben klassischen und romantischen Liedern auch die Werke unbekannter Komponisten und der Moderne. Seit 2011 beschäftigt sie sich intensiv als Herausgeberin, Pianistin und Projektleiterin mit der Wiederentdeckung der Karlsruher Komponistin Margarete Schweikert. Zwei vom SWR produzierte CDs mit Liedern und Kammermusikwerken, sowie begleitende Konzerte und Rundfunksendungen finden auch international große Beachtung. 12.04. Solopiano: Iiro Rantala Sonntag, 12. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der phänomenale finnische Pianist Iiro Rantala kommt nach vier Jahren zum zweiten Mal in den Sendesaal. Iiro Rantala - Piano Iiro Rantala ist ein „Naturereignis an den Tasten“ (Jazzthing), ein Alleskönner, von dem der New Yorker Pianist und Arrangeur Gil Goldstein völlig zu Recht sagt: „Iiro Rantala ist eine pianistische Sensation und der stärkste mir bekannte Grund, an Reinkarnation zu glauben: Weil seine Technik wie sein musikalischer Sensus aus Tiefen spricht, die unmöglich in einem Leben alleine ergründet sein können.“ Bislang war der Name Rantala vor allem mit dem Trio Töykeät verbunden, einem der wildesten, witzigsten und visionärsten Klaviertrios der internationalen Jazzszene: Da lotete der finnische Pianist alle Möglichkeiten dieser klassischen Besetzung aus, mal als energiegeladener Tastenlöwe, mal als feinfühliger Romantiker, dann wieder als burlesker Spaßvogel. Sein Spiel sprengte zwar alle Stile und war ebenso kompromisslos wie zugleich unterhaltsam, doch wurde es stets von einem magischen Dreieck zusammengehalten: grenzenlose Technik, Sinn für Humor und untrüglicher Geschmack. Qualitäten, die sich Rantala bewahrt hat, auch nachdem er 2006 das Trio Töykeät nach 18 Jahren aufgelöst hatte, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Diese kam in Schwung als Rantala mit Lost Heroes 2011 seine erste Soloplatte herausgab, die er im selben Jahr auch bereits im Sendesaal präsentiert hatte. Darauf zollt der Finne seinen musikalischen Helden von Jean Sibelius, Esbjörn Svensson bis hin zu Luciano Pavarotti mit Eigenkompositionen Tribut. Rantala vermeidet dabei jegliche Sentimentalitäten zugunsten einer großen, ehrlichen Geste der Verehrung, und bleibt dabei ganz er selbst: Einer der souveränsten Pianisten des skandinavischen Jazz. Die Einspielung wurde als eine der besten Pianosolo-Aufnahmen der letzten Jahre begeistert gefeiert. Die Süddeutsche Zeitung sprach von einem „Meisterstück“, die Deutsche Schallplattenkritik kürte Lost Heroes zum Jazzalbum des Jahres und Rantala wurde im Juni 2012 mit dem ECHO Jazz als bester internationaler Pianist geehrt. 17.04. Michael Jaeger KEROUAC (CH) Freitag, 17. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Die Working Band um den Züricher Tenorsaxophonisten Michael Jaeger steht für ausgesprochen kreativen  Jazz aus Europa. KEROUAC ist mit eigenständigen und bekannten Exponenten der aktuellen Schweizer Jazzlandschaft spektakulär besetzt. KEROUAC Michael Jaeger- Tenorsax, Baßklarinette Vincent Membrez – Piano Luca Sisera – Bass Norbert Pfammater – Percussion, Schlagzeug „Kerouac spielt mit Rhythmen und Klängen und Räumen», schreibt der Jazzkritiker Bert Noglik in den Linernotes zur aktuellen CD Dance Around in Your Bones. «Ohne jeden Zweifel, Kerouac, die Band, ist schon auf einem Hochplateau angelangt, doch noch immer on the road.» «Groove ist ein Schlüsselbegriff für dieses Album – eine physische Bewegungsenergie, die die Gedanken und die Knochen in Schwingungen versetzt. Das Rhythmische verknüpft sich mit dem Magischen, zuweilen auch mit dem Ekstatischen, mit der Beschwörung eines Rituals … Michael Jaeger spielt aus dem Geist schwarzer Balladen. Es sind heutige Geschichten, die da erzählt werden und die sich verzweigen. Wenn es hier einen Anklang an John Coltrane, dort eine Annäherung an Evan Parker und schließlich auch eine kleine Hommage an Jimmy Giuffre gibt, dann geht es weder um das Ausborgen von Idiomen noch ums Zitieren, sondern um das Spiel mit dem Reichtum der Erfahrungen.» «Jaeger knüpft bei Coltrane an, wo der am abgeklärtesten, am serensten war. Er ist ein grosser Melodiker. » Die Weltwoche; Peter Rüedi, Nov. 2007 Die Working Band um den Züricher Tenorsaxophonisten Michael Jaeger steht für ausgesprochen kreative progressive Jazzmusik aus Europa, für – „the sound of surprise“ (Die Weltwoche, Peter Rüedi).  KEROUAC ist mit eigenständigen und bekannten Exponenten der aktuellen Schweizer Jazzlandschaft spektakulär besetzt. Seit 2006 war KEROUAC auf sechs internationalen Tourneen erfolgreich durch Europa unterwegs, war zu Gast an verschiedenen Festivals und hat mit internationalen Musikerpersönlichkeiten wie Greg Osby oder Urs Leimgruber zusammen gearbeitet. Michael Jaeger - Tenorsaxophon, Klarinette Michael Jaeger, 1976 in Zürich geboren, 1999-2004 Studium bei Nat Su an der Hochschule Luzern am Institut Jazz mit Auszeichnung abgeschlossen. Michael Jaeger fällt schnell durch die Individualität seines Improvisationsstils und seines Spielkonzepts auf. Seit 2004 ist er in der schweizerischen und europäischen Jazzszene aktiv. Zusammenarbeit unter anderem mit Greg Osby, Urs Leimgruber, Tom Rainey oder Philipp Schaufelberger. Mit seinem Quartett Michael Jaeger KEROUAC veröffentlichte er zwei CDs, die national und international viel Begeisterung auslösten. Zahlreiche interdisziplinäre Projekte in den Bereichen Tanz, Theater, Elektronik und Literatur. Tourneen führen ihn auch ausserhalb Europas nach Ägypten und in die USA. Luca Sisera - Kontrabass 1998 – 2004 Doppelstudium Performance und Pädagogik Musikhochschule Luzern (Fak.III Jazz). Unterricht und Masterclasses bei Heiri Känzig, Jan Schlegel, Wolfgang Zwiauer, Herbie Kopf, Peter Herbert, Marc Dresser. 2004 Annerkennungspreis der Axelle und Max Koch Kulturstiftung für Diplomabschluss. 2005 Kulturförderpreis des Kantons Graubünden. 2009 6-monatiger „Artist in Residence – Aufenthalt in Kairo. 2012 Literarischer Werkbeitrag der Stadt Chur. 2012 Anerkennungspreis der Stadt Chur. Seit ca. acht Jahren ein gefragter Bassist der Schweizer Jazzszene. Im In- und Ausland auf diversen Festival- und Jazzclubbühnen anzutreffen. Bis anhin wurden fünfundzwanzig Tonträger mit seiner Beteiligung veröffentlicht. Spielt und spielte mit: Urs Leimgruber, Irène Schweizer, Co Streiff, Peter Landis, Greg Osby, Philipp Schaufelberger, Kurt Rosenwinkel, Silvio Cadotsch, u.v.a. Vincent Membrez - Piano Ausgehend von einem Ideal des Klanges, in dem der Musiker sich ausblendet um die Musik sich befreien zu lassen, erforscht Vincent Membrez dieses Gleichgewicht seit mehreren Jahren in allen Projekten an denen er beteiligt ist. Sowohl am Piano, als auch am analogen Synthesizer, entwickelt er eine eigene Sprache, in der Spontanität, Energie und Groove einige Schlüsselbegriffe bilden. Seine Vielseitigkeit und sein Interesse für jegliche musikalische Genres haben ihm die Zusammenarbeit mit namhaften Musikern im Bereich des akustischen Jazz, des Rock, der zeitgenössischen Musik und der freien Improvisation in der Schweiz und in Europa ermöglicht. Norbert Pfammatter - Schlagzeug Norbert Pfammatter wurde am 12. September 1959 in Visp geboren. Mit etwa 11 Jahren beginnt er autodidaktisch Schlagzeug zu spielen und entdeckt nach ersten Erfahrungen in Rock Bands schon bald sein Interesse für Jazz und Improvisation. 1980 zog es ihn nach Bern, um dort bis 1985 an der Swiss Jazz School bei Billy Brooks zu studieren.  Seit 1994 ist er Dozent für Schlagzeug an der Hochschule Luzern. Er ist Autor der «Rhythm Lines», einer umfangreichen Sammlung von didaktisch strukturierten Rhythmustexten. Seit den 80er Jahren ist er als vielbeschäftigter Sideman und Coleader an unzähligen Projekten im Bereich Jazz und Improvisation beteiligt. Tourneen und Festival Auftritte führten ihn durch Europa, nach Australien, Afrika, Asien, Südamerika. Er arbeitete mit den meisten Exponenten der nationalen Szene, sowie mit vielen grossen und kleinen Stars der internationalen Jazz – und Improszene. Diese Arbeit ist mittlerweile auf über 50 CD’s dokumentiert. 18.04. Phronesis Samstag, 18. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) "Augenblicklich eine der aufregendsten Formationen auf dem Planeten!" (Jazzwise,UK) Nach ihrem ersten Konzert im Dunkeln vor 2 Jahren kommt das Power-Trio nunmehr im Hellen in den Sendesaal. Phronesis Jasper Høiby (Dänemark) – Kontrabass Ivo Neame (GB) – Piano Anton Eger (Schweden) - Schlagzeug Das Trio wird das fünfte Album der Band Life to Everything präsentieren. Energisch vorwärts treibender grooviger Sound, der sich trotz seiner hochkomplexen Strukturen erstaunlich zugänglich zeigt. Diese Musik hat mitreißende Pop-Power und ist zugleich Kunst für Kenner, die unbedingte Konzentration einfordert. 19.04. Christian Lillingers GRUND Sonntag, 19. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Die Großformation des aufsehenerregenden Berliner Schlagzeugers Christian Lillinger. Christian Lillingers Grund Tobias Delius - Tenorsax Pierre Borel - Tenorsax Achim Kaufmann - Piano Christopher Dell - Vibraphon Robert Landfermann - Bass Jonas Westergaard - Bass Christian Lillinger - Schlagzeug, Kompositionen Hierbei handelt es sich um Christian Lillingers persönliche Traumbesetzung. Alle Musiker waren und sind in unterschiedlichen Besetzungen verknüpft und haben alle international einen hohen Anerkennungsgrad erlangt. Wir haben hier unterschiedliche Lager, die sich wiederum innerhalb der Musik unterschiedlich verschalten. GRUNDlage sind Kompositionen, die alles zulassen und den Solisten (in diesem Falle allen) sehr viel  uneingeschränkten Platz lassen. Das bedeutet: Energiefelder innerhalb einer Improvisation nehmen zur gleichen Zeit an Spannung zu und ab. „Ich sehe diese Band als ein kompromissloses Organ“, so Lillinger. GRUNDs GRUNDmaterialien sind komplexer Architektur, reichen vom Jazz bis zur kompletten Dekonstruktion, verlangen dem Hörer einiges an Konzentration ab und bereichern ihn zugleich mit einer Fülle von Licht. DIE ZEIT vom 29. November 2012: „Drum-Revoluzzer“ Spiegel Online vom Januar 2013: „Wunderschlagzeuger“

 “Schlagzeuger Christian Lillinger, ein stupender Spieler mit grandioser Technik und ungeheuer facettenreicher Musikalität” Beate Sampson BR März 2012 Märkische Oderzeitung 18.Mai 2013: “Christian Lillinger zählt zu den ganz großen Jungtalenten des Jazz” “Grund ist die erste eigene Band des Berliner Schlagzeugers Christian Lillinger. Der 26-Jährige, Meisterschüler von "Baby" Sommer, ist eines der größten Talente der deutschen Jazzszene und gibt vor allem der freien Improvisation neue Impulse.” Freiberger Jazztage 2010 „(...) one of the most ascendant and exciting players to emerge in recent years  (...)“ Downbeat, 2011 21.04. residenz@sendesaal: Julian Prégardien „An die Geliebte“ Dienstag, 21. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Der erste Liederabend in der residenz@sendesaal Reihe mit dem grandiosen Tenor Julian Prégardien, am Flügel begleitet von Christoph Schnackertz. "An die Geliebte" - ein Liederabend mit Julian Prégardien - Tenor Christoph Schnackertz - Piano "Ein ganz besonderes Ereignis wird für uns der erste Auftritt eines Sängers in unserer Reihe ! Wir Instrumentalisten schauen immer mit Neid auf die unmittelbare emotionale Wucht , die der Gesang  auf die Zuhörenden ausüben kann - leider finden sich nicht allzu oft Berührungspunkte in der Kammermusikwelt-- aber als wir Julian Pregardien bei einer Produktion von Beethovens Fidelio trafen (er sang den jungen Joaquino) waren wir so begeistert von der schlanken, ausdrucksvollen Art diesen Part zu gestalten, dass  sofort der Wunsch aufkam, zusammen Musik zu machen und ihn zuerst einmal hier bei uns im Sendesaal mit einem Liederabend zu erleben." Tanja Tetzlaff/Florian Donderer Programm: Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) An die ferne Geliebte opus 98 Carl Maria von Weber (1786 - 1826)
 Die vier Temperamente beim Verluste der Geliebten opus 46 Richard Strauss (1864 - 1949) Mädchenblumen opus 22 Hugo Wolf (1860 - 1903) Lieder nach Eduard Mörike Was ich seitdem, von Lust und Leid bezwungen, geliebt, geirrt, gesungen: ich knie vor Dir in all den tausend Bildern. (aus "An die Entfernte", Joseph von Eichendorff) 22.04. Andromeda Mega Express Orchestra Mittwoch, 22. April 2015 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Kurz vor seinem showcase auf der jazzahead! macht das quicklebendige Andromeda Mega Express Orchestra noch einmal Station mit einem vollen Konzert im Sendesaal. Andromeda Mega Express Orchestra Daniel Glatzel - Komposition, Klarinetten, Saxophone Oliver Roth - Flöten Laure Mourot - Flöten Sebastian Hägele - Fagott Johannes Schleiermacher - Saxophone, Flöte Ritsche Koch, Magnus Schriefl - Trompete Maria Schneider - Vibraphon, Percussion Jörg Hochapfel - SynthesizerSampler, Klavier Anna Viechtl - Harfe Kalle Zeier - Gitarre Matthias Pichler - Kontrabass Andi Haberl - Schlagzeug Matthew Lonson - Violine Grégoire Simon - Violine Johannes Pennetzdorfer - Bratsche, Blockflöte Martin Stupka - Bratsche, Blockflöte Isabelle Klemt - Cello Das Berliner Andromeda Mega Express Orchestra besteht aus 18 jungen Musikern unterschiedlichster musikalischer und kultureller Herkunft. Gegründet 2006, spielt diese außergewöhnliche Formation Kompositionen des Ensembleleiters und Saxophonisten Daniel Glatzel. „Seine Musik passt in keine Schublade, changiert zwischen Jazz und Neuer Musik mit kräftigen Griffen in die traditionelle Zitatenkiste, voll verblüffender, verrückter Wendungen und von erfrischender Ironie." (nmz) Nach dem großen Erfolg des Albums Take Off! erschien im Mai 2012 das zweite Album BUM BUM bei alien transistor und wurde von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. „Bei einigen der Stücke läuft das so: Kaum hat uns ein Groove, eine Tonfolge, eine Harmonik gepackt, wirft eine Stimme aus einer ganz anderen Klangwelt uns wieder aus der Bahn. Zur musikhistorischen Einordnung des eben gehörten bleibt keine Zeit, denn das Orchester schraubt sich in Schwindel erregende Höhen. Lustgewinn durch Überforderung.“ (Guido Möbius) Das Andromeda Mega Express Orchestra wurde von Kritikern (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung …) gefeiert und spielte unter anderem beim Jazzfest Berlin, Philharmonie/Berlin, Volksbühne Berlin, Kampnagel Hamburg, Paradiso/Amsterdam, jazzahead!/Bremen, Gasteig München, Philharmonie Köln, Porgy & Bess/Wien, Dresdner Jazztage, JazzBaltica, Gare du nord/Basel, Moods/Zürich und auf Touren in Südkorea, Kasachstan und Südamerika. In den Sendesaal kommt es nun zum zweiten Mal, diesmal in Vorbereitung seines showcases bei der German Jazz Expo auf der jazzahead! zwei Tage später. 25.04. jazzahead! ECM clubnight Samstag, 25. April 2015 | 20:30 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) | clubnight-Ticket (25 Euro / ermäßigt 20 Euro) Bereits zum fünften Mal findet auch im Sendesaal die jazzahead! clubnight statt. in diesem Jahr geben wir dem renommierten ECM Label Gelegenheit, einige ihrer neuesten Produktionen live vorzustellen: das Trio des dänischen Gitarristen Jakob Bro, das Mathias Eick Quintet aus Norwegen, das italienische  Giovanni Guidi Trio und das Quartett des englischen Saxophonisten Andy Sheppard. 20:30 - 21:30 Jakob Bro/Thomas Morgan/Jon Christensen Jakob Bro – guitar Thomas Morgan – double bass 
 Jon Christensen - drums
 21:45 - 22:45 Mathias Eick Quintet Mathias Eick - trumpet
 Ola Kvernberg – violin Andreas Ulvo - piano
 Audun Erlien - double bass
 Torstein Lofthus - percussion 23:00 - 24:00 Giovanni Guidi Trio Giovanni Guidi - piano
 Thomas Morgan – double bass 
 Joao Lobo - drums

 

 00:15 – 01:15 Andy Sheppard Quartet Andy Sheppard - saxophone
 Eivind Aarset - guitar
 Michel Benita - double bass
 Sebastian Rochford – drums

 Die Konzerte können sowohl mit einem Sendesaal-Ticket als auch mit einem clubnight-Ticket besucht werden.Das clubnight-Ticket (25 Euro / ermäßigt 20 Euro) gilt für alle Clubs an dem Abend Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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In memoriam Günter Grass: >> Eine ausführliche Chronologie als Nachruf

Günter Grass (* 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr, Freie Stadt Danzig; † 13. April 2015 in Lübeck[1]) war ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker. Grass war Mitglied der Gruppe 47 und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Jahr 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.   Lebenslauf Herkunft und Familie Günter Grass (zur Zeit seiner Geburt „Graß“ geschrieben) war der Sohn eines protestantischen Lebensmittelhändlers und einer Katholikin kaschubischer Abstammung und verbrachte seine Kindheit in Danzig in einfachen Verhältnissen. Die Eltern betrieben ein Kolonialwarengeschäft im Danziger Stadtteil Langfuhr (heute: Wrzeszcz). Die kleine Zweizimmerwohnung hatte kein eigenes Bad. Durch seine katholische Mutter geprägt, wurde Günter Grass Messdiener. Später geriet er unter den Einfluss der NS-Ideologie, obwohl er nach eigenen Angaben von der Hitlerjugend nicht begeistert war.[2] Kindheit und Jugend Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich mit 15 Jahren – nach eigenen Angaben, um aus der familiären Enge zu entkommen – freiwillig zur Wehrmacht.[3][4] Nach dem Einsatz als Luftwaffenhelfer und der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes wurde er am 10. November 1944 im Alter von 17 Jahren zur 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ der Waffen-SS einberufen.[5] Nach einer Verwundung am 20. April 1945 bei Spremberg wurde Grass am 8. Mai 1945 bei Marienbad gefangen genommen und war bis zum 24. April 1946 in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Es ist umstritten, ob er als Gefangener in Bad Aibling mit Joseph Ratzinger zusammengetroffen ist.[6][7][8][9] Grass gab sich bei seiner Gefangennahme den Amerikanern gegenüber als Angehöriger der Waffen-SS zu erkennen. In den bis 2006 veröffentlichten Biografien des Schriftstellers hieß es stets, er sei 1944 Flakhelfer geworden und danach als Soldat in die Wehrmacht einberufen worden. In seinem autobiografischen Werk Beim Häuten der Zwiebel aus dem Jahr 2006 gab Grass bekannt, dass er sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet und daraufhin im Alter von 17 Jahren zur Waffen-SS eingezogen worden sei.[10][11] Seit Oktober 2014 zeigt das Lübecker Günter-Grass-Haus ein neues Dauerausstellungsmodul: „Grass als Soldat“. In einer Multimedia-Installation lassen sich unter anderem die Marschroute jener SS-Panzerdivision, der Grass angehörte, abrufen sowie seine Kriegsgefangenenakte und Fotografien des Jugendlichen 1944 in Uniform des Reichsarbeitsdienstes. Eine Vitrine zeigt Seiten des Originalmanuskripts von Beim Häuten der Zwiebel, sie verdeutlichen den Schreibprozess. Tagebuchnotizen von Klaus Wagenbach aus dem Jahr 1963 belegen, dass Grass ihm damals von seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS erzählt hatte.[12] Ausbildung und Beziehungen In den Jahren 1947/1948 absolvierte er ein Praktikum bei einem Steinmetz in Düsseldorf. Danach studierte er von 1948 bis 1952 an der Kunstakademie Düsseldorf Grafik und Bildhauerei. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zusammen mit dem später bekannt gewordenen Maler Herbert Zangs als Türsteher im Lokal Csikos auf der Andreasstraße in der Düsseldorfer Altstadt. Später verewigte er Herbert Zangs, der wie Grass im Krieg Soldat war, als eigenwilligen Maler Lankes in der Blechtrommel. Das Studium setzte er von 1953 bis 1956 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin als Schüler des Bildhauers Karl Hartung fort. Danach lebte er bis 1959 in Paris. 1960 zog er erneut nach Berlin-Friedenau, wo er bis 1972 wohnte. Von 1972 bis 1987 lebte er in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein. 1954 heiratete Grass die Schweizer Ballettstudentin Anna Schwarz, aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Die Zeit von Anfang 1956 bis Anfang 1960 verbrachte er mit Anna Schwarz in Paris, wo auch das Manuskript für Die Blechtrommel entstand. 1957 wurden dort die Zwillinge Franz und Raoul geboren. 1961, nach der Rückkehr nach Berlin, folgte die Tochter Laura, 1965 wurde der Sohn Bruno geboren. 1972 trennten sich Günter Grass und Anna Schwarz. Die Schauspielerin Helene Grass, geboren 1974, ist die gemeinsame Tochter mit der Architektin und Malerin Veronika Schröter, mit der Grass in den 1970er-Jahren eine mehrjährige Beziehung hatte. 1979 wurde Nele Krüger, Grass’ Tochter mit der Lektorin Ingrid Krüger, geboren. Im selben Jahr heiratete er in zweiter Ehe die Organistin Ute Grunert, die selbst zwei Söhne in die Ehe mitbrachte. In dem autobiographischen Roman Die Box lässt Grass seine sechs leiblichen Kinder und die Söhne von Ute Grunert als „seine acht Kinder“ auftreten.[13][14] Von August 1986 bis Januar 1987 lebte Günter Grass zusammen mit Ute Grunert in Indien, meist in Kalkutta. Schaffenszeit und politische Aktivitäten In den Jahren 1956/57 begann Grass neben ersten Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin schriftstellerisch tätig zu werden. 1956 debütierte er als Lyriker, 1957 als Dramatiker und Librettist von Balletten.[15] Bis 1958 entstanden vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die Grass dem poetischen oder absurden Theater zuordnet. Mit seinem ersten Roman Die Blechtrommel gelang 1959 dem damals 31-jährigen der literarische Durchbruch. Der Entwicklungsroman, der später auch von Regisseur Volker Schlöndorff erfolgreich verfilmt wurde, repräsentiert ein Stück deutscher Zeitgeschichte: er umspannt die fünf Jahrzehnte von 1899 bis in die Anfänge der Bundesrepublik. In seinem Werk thematisiert er auch die kollektive Verdrängung der Zeit während des Dritten Reiches durch die deutsche Bevölkerung. Grass ging es dabei auch um eine Kritik an der mangelnden Aufarbeitung dieser Zeit.[16] In der Wohnung von Grass’ Nachbarn und Freund Uwe Johnson in Berlin-Friedenau, der sich zu jener Zeit in New York aufhielt, zogen am 19. Februar 1967 die Mitglieder der zum Jahresanfang gegründeten Kommune I ein. Es war Johnsons West-Berliner Atelier- und Arbeitswohnung, die er neben seiner eigentlichen Wohnung in der Stierstraße 3 unterhielt und während seines Auslandsaufenthaltes an Ulrich Enzensberger untervermietet hatte. Johnson erfuhr davon erst aus der Zeitung. In der Wohnung wurde das „Pudding-Attentat“ auf US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey geplant. Es flog auf, führte aber zu ausführlicher Medienberichterstattung. Auf Bitte Johnsons, der zu der Zeit nicht in Deutschland weilte, ließ Günter Grass die Wohnung von der Polizei räumen. Nach einer Lesung von Grass auf dem Evangelischen Kirchentag 1969 in Stuttgart nahm sich ein ehemaliges SS-Mitglied mit Zyankali das Leben. Den Vater der späteren Journalistin und Politologin Ute Scheub hat Grass im Tagebuch einer Schnecke in der Figur des „Manfred Augst“ geschildert.[17][18] Im November 1971 nahm Grass an einer Woche der Deutschen Kultur in Tel Aviv teil und wurde von der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir zu einem Gespräch empfangen.[19] Grass unterstützte oft die SPD in den Wahlkämpfen und wurde 1982 deren Mitglied. 1965 veröffentlichte er das Taschenbuch dich singe ich demokratie - loblied auf willy;[20] Willy Brandt hatte er 1961 kennengelernt. Dann rief er mit anderen das „Wahlkontor deutscher Schriftsteller“ ins Leben.[21] Er war enttäuscht, als Willy Brandt ihn nach seinem Wahlsieg nicht mit einer Aufgabe betraute.[22] 1974 trat Grass aus Protest gegen die Haltung der Bischöfe in der Frage des Abtreibungsrechts und der geforderten Abschaffung des § 218 aus der Kirche aus.[23] Mit seinen Ansichten eckte er unter anderem innerhalb der SPD oftmals an. So sprach er sich im Februar 1990 gegen die Wiedervereinigung und für eine Konföderation der beiden deutschen Staaten aus, um dem Osten die Möglichkeit zu geben, „sich wirtschaftlich und demokratisch [zu] festigen“.[24] 1992 kündigte Grass aus Protest gegen den Asylkompromiss[25] seine SPD-Mitgliedschaft wieder auf. Gleichwohl war er auch danach politisch tätig und setzte sich für die Ideen der Sozialdemokraten ein: 2005 unterstützte er die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis in ihrem Wahlkampf und warb für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer für Besserverdienende. Als Mitgründer des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), heute in ver.di, gehörte Grass zu den Kritikern der Verbandspolitik, die seiner Meinung nach unter Vorsitz von Bernt Engelmann gegen osteuropäische Diktaturen oft allzu duldsam war. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Hamburg (24. bis 26. September 1987) ließ er sich in den Bundesvorstand wählen, trat aber auf dem Kongress in Stuttgart 1988 mit dem gesamten Vorstand zurück, weil eine Diskussion über Alternativen zum Beitritt des Verbandes in die IG Medien – Grass hatte eine eigene Autorengewerkschaft unter dem Dach des DGB vorgeschlagen – ausblieb. Mit ihm verließen die VS-Bundesvorsitzende Anna Jonas und rund 50 weitere Autorinnen und Autoren den Verband.[26][27] Seit 1968 war Grass Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, dessen Ehrenpräsident er seit 2009 war.   Grass war 1996 Mitunterzeichner der Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform. Auch in neueren Werken verwendete Grass weiterhin die traditionelle Rechtschreibung. 1999 erhielt Günter Grass im Alter von 72 Jahren den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk. 2005 gründete er den Autorenzirkel Lübeck 05. Grass engagierte sich außerdem gegen Atomkraft, z. B. bei einer Lesung vor dem Kernkraftwerk Krümmel im April 2011.[29] Günter Grass lebte bis zu seinem Tod in Behlendorf im Kreis Herzogtum Lauenburg in der Nähe der Kreisstadt Ratzeburg und etwa 25 Kilometer südlich von Lübeck. In Lübeck befindet sich das Günter-Grass-Haus mit dem überwiegenden Teil seiner literarischen und künstlerischen Originalwerke. Werk und Wirken Schreiben gegen das Vergessen Als Intention der Werke Grass’ ist das „Schreiben gegen das Vergessen“ auszumachen. Seine Werke thematisieren Nationalsozialismus bzw. handeln vor dessen Hintergrund. Auch die Werke Grass’, die in der Nachkriegszeit spielen (beispielsweise Im Krebsgang, 2002), behandeln die Thematik des Vergessens und die der Schuld. Laut Begründungsschrift des Komitees für seinen Nobelpreis wurde er dafür geehrt, dass er „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat.“[30] Erzählende Werke Der Roman Die Blechtrommel (1959) ist in einer sehr bildlichen Sprache geschrieben. Er handelt von dem infantilen Sonderling Oskar Matzerath, der von seiner „Kinderperspektive“ aus die Erwachsenenwelt beschreibt und dank seiner Blechtrommel auch über Ereignisse berichten kann, an denen er nicht unmittelbar beteiligt war, wie zum Beispiel die Geburt seiner Mutter. Mit der Blechtrommel, in der Grass erstmals historische Ereignisse mit seiner surreal-grotesken Bildersprache konfrontierte, hatte er seinen Stil gefunden. Als einer der ersten deutschsprachigen Schriftsteller stellte er sich den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges und entschied sich bewusst für die gegenständliche Beschreibung des historischen Zusammenhangs. Auch die Kaschubei fand durch dieses Werk Aufnahme in die Weltliteratur. Für den Roman erhielt Grass, nach Lesung aus dem noch unveröffentlichten Manuskript, 1958 den Preis der Gruppe 47, deren Mitglied er seit 1957 war. 1960 wollte die Jury des Bremer Literaturpreises Grass für die Blechtrommel prämieren, was aber vom Bremer Senat verhindert wurde. In diesem und dem folgenden Jahr wurde der Preis nicht verliehen. Die Blechtrommel wurde 1979 von Volker Schlöndorff verfilmt. Sein ebenfalls im Danzig des Zweiten Weltkrieges spielendes zweites Buch Katz und Maus, in dem er die Geschichte des Jungen Joachim Mahlke erzählt, wurde dagegen zunächst Anlass eines Skandals. Hauptsächlich wegen einer „Onanierszene“ beantragte der hessische Minister für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen 1961 bei der Bundesprüfstelle, die Novelle wegen unsittlichen Inhalts zu indizieren. Auf Protest der Öffentlichkeit und anderer Schriftsteller wurde der Antrag allerdings wieder zurückgezogen. Zwei Jahre später erschien Hundejahre, das letzte Werk der Danziger Trilogie. Mit Die Plebejer proben den Aufstand erschien 1966 ein weiteres Drama von Grass, das sein bekanntestes Theaterstück wurde. Es thematisiert den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR und die Rolle der marxistischen Intellektuellen. Die Hauptfigur des „Chefs“ ist mit zahlreichen Zügen von Bertolt Brecht ausgestattet. Gegen eine Deutung, die das Drama auf ein Anti-Brecht-Stück reduziert, hat sich Grass jedoch stets verwahrt. 1968 veröffentlichte Grass das Buch Briefe über die Grenze, ein Dialog zwischen dem tschechischen Schriftsteller Pavel Kohout und Grass zum Thema „Prager Frühling“. 1969 erschien Grass’ Roman örtlich betäubt. Hierin verteilte der Autor seine eigene (anarchistische und sozialdemokratische) politische Einstellung auf verschiedene Personen, im Mittelpunkt ein Zahnarzt, die sich mit aktuellen Problemen auseinandersetzen. Es war das erste Mal, dass Grass über ein aktuelles Thema schrieb (Studentenbewegung). Andere Bücher hatten immer einen starken Vergangenheitsbezug. In den USA wurde das Buch euphorisch aufgenommen, während sich in Deutschland die Kritiker eher zurückhielten.[31] Nach dem Erscheinen der Erzählung Aus dem Tagebuch einer Schnecke (1972), welche den Bundestagswahlkampf 1969 beschreibt, zog Grass sich vorübergehend aus dem politischen Leben zurück. 1977 wurde Grass’ Roman Der Butt veröffentlicht, der seinen internationalen Ruf als Epiker untermauerte. Zwei Jahre später brachte Grass die Erzählung Das Treffen in Telgte heraus. Einige Poeten der Barockzeit treffen sich dort im Jahr 1647 während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Das Treffen verläuft weitgehend nach den Gepflogenheiten der 300 Jahre später von Hans Werner Richter ins Leben gerufenen Gruppe 47. Die Erzählung ist Richter gewidmet. Der erste Satz von Der Butt („Ilsebill salzte nach.“) wurde 2007 von einer Prominenten-Jury zum schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur gewählt. Eine Asienreise inspirierte Grass 1980 zu Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus, einem erzählenden Werk, welches unter anderem damalige politische Ereignisse behandelt. Acht Jahre später folgte das Prosawerk Die Rättin, das 1997 verfilmt wurde und ein apokalyptisches Feature über den Selbstmord der Menschheit zeichnet. 1992 erschien die Erzählung Unkenrufe, die Grass’ Bemühen um die Versöhnung der Deutschen mit sich und den östlichen Nachbarn zeigt. Sein bisher letzter Roman, Ein weites Feld, erschien 1995. Er spielt in Berlin zwischen Mauerbau und Wiedervereinigung und ist ein Panorama deutscher Geschichte von der Revolution von 1848 bis zur Gegenwart. Eine bis heute nicht nachlassende Langzeitwirkung entfaltete der Roman durch den zum geflügelten Wort gewordenen Satz über die DDR: „Wir lebten in einer kommoden Diktatur“. Für dieses heftig umstrittene, politisch orientierte Buch erhielt Grass den Hans-Fallada-Preis. Der Protagonist des Romans, Fonty, ist an das Alter Ego von Theodor Fontane angelehnt und schlägt so den Bogen vom 19. Jahrhundert bis heute. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit stark diskutiert, was unter anderem dazu führte, dass bereits nach acht Wochen die fünfte Auflage in Druck ging. 2002 erschien die Novelle Im Krebsgang, die den Untergang des mit Flüchtlingen besetzten Schiffs Wilhelm Gustloff am Ende des Zweiten Weltkrieges behandelt. Ein Jahr später erschien Letzte Tänze, eine Sammlung vorwiegend erotisch geprägter Gedichte und Zeichnungen. Beim Häuten der Zwiebel, ein autobiografisch geprägtes Buch ohne explizite Gattungsbezeichnung, erschien im August 2006. In diesem Erinnerungsbuch „häutete“ sich der Autor, indem er Schichten seiner Jugenderinnerungen freilegte. Beim Freilegen einer dieser „Häute“ sorgte Grass damit für Aufsehen, dass er nach über 60 Jahren bekannt gab, im Herbst 1944 als 17-jähriger zur Waffen-SS eingezogen worden zu sein.[32] Dieser Umstand wurde der Öffentlichkeit jedoch schon kurz vor Erscheinen des Buches durch ein Interview bekannt, das Grass der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab.[33][3] Lyrische Werke Neben seinen Romanen schrieb Grass auch einige Gedichtbände, die er mit eigenen Bildern und Zeichnungen ergänzte. Später erklärte er, am meisten liege ihm die Lyrik, von der er eigentlich komme. Sie erschien ihm als die Form des Schreibens, die am klarsten und deutlichsten sei und mit der er sich selber am besten in Frage stellen und ausmessen könne. Sein literarischer Werdegang begann im Frühjahr 1955, als er Gedichte an einen Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks schickte und dort auf Anhieb den dritten Preis gewann. Von der Preisverleihung zurückgekehrt, fand er ein Telegramm von Hans Werner Richter vor, mit dem er zur Tagung der Gruppe 47 in Berlin eingeladen wurde. Seine Lesung weckte das Interesse Walter Höllerers. In der Folge veröffentlichte der Luchterhand-Verlag 1956 sein erstes Buch.[34] Die Vorzüge der Windhühner verkaufte sich in den ersten Jahren zwar nur 700 mal, doch beurteilten Kritiker das Buch recht positiv als einen „Weg zur realistischen Darstellung des Alltags“. Im 1960 erschienenen Gleisdreieck geht er auf die damals gerade erschienene Blechtrommel ein. Neben große und düstere Kohlezeichnungen gesellen sich 55 Gedichte, die sehr stark die Wirklichkeit einbeziehen oder Gegenstände beschreiben. Er erzählt von Berlin. Im nächsten Lyrikband, Ausgefragt von 1967, bezieht sich Grass besonders auf zwei Dinge: Biographisches und Politisches. Er dichtet über persönliche Erfahrungen und verarbeitet den 1965er Wahlkampf, in dem er für die SPD und Willy Brandt eintrat. Neben einigen weniger eminenten Werken (zum Beispiel Liebe geprüft) und einigen Sammelbänden, erschien 1983 Ach Butt, dein Märchen geht böse aus. In diesem Werk wurden überwiegend die Gedichte aus den Romanen Der Butt und Die Rättin zusammengetragen. Inhaltlich beschreiben sie zum Teil detailliert Nahrungsmittel oder den Kot (als menschliches Endprodukt). Grass’ Gedichte sind realistisch geprägt, aber oft mit typisch scharfer Ironie gewürzt, wie auch sein kürzestes Gedicht Glück: Ein leerer Autobus stürzt durch die ausgesternte Nacht. Vielleicht singt sein Chauffeur und ist glücklich dabei. (Ironisches Schlüsselwort des Gedichtes ist das Wort Vielleicht. In dem Verbinden eines sinnlosen Geschehens mit einem Glücksgefühl des an diesem Geschehen Beteiligten verweist es auf religiöse, metaphysische Spekulationen, bei welchen trotz eines sinnlosen Erdendaseins auf ein jenseitiges Glück spekuliert wird.[35]) Im Jahr 2012 veröffentlichte Grass in verschiedenen Tageszeitungen die politischen Gedichte Was gesagt werden muss und Europas Schande.[36][37] Grass als politisch aktiver Intellektueller Auch außerhalb seines literarischen Schaffens war Grass politisch aktiv. Er kommentierte häufig das politische und gesellschaftliche Tagesgeschehen. Grass nutzte seine Popularität als Schriftsteller von Weltrang, um für die SPD zu werben. Er selbst wurde besonders beeinflusst von Kurt Schumachers Reden von 1947 bis 1950. Sein politischer Standpunkt ist irgendwo links von der Mitte. Er begrüßte die rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder. Nach eigener Aussage war er schon immer politisch, was man auch in der Danziger Trilogie erkennen könne. Im 1961er-Wahlkampf unterstützte er Willy Brandt (SPD), indem er dessen Reden redigierte. Beim nächsten Wahlkampf (1965) sprach Grass zum Thema „Es steht zur Wahl“ in 50 Städten. Seine politischen Ziele waren in viele kleine Forderungen untergliedert (zum Beispiel die Abschaffung der 5%-Klausel). Nachdem die CDU ein weiteres Mal die Mehrheit bekam, wurde der Autor Grass immer mehr zum Politiker. Im Dezember 1966 äußerte er sich kritisch zur Wahl von Kurt Georg Kiesinger zum Bundeskanzler: „Wie sollen wir der gefolterten und ermordeten Widerstandskämpfer, wie sollen wir der Toten von Auschwitz und Treblinka gedenken, wenn Sie, der Mitläufer von damals, es wagten, heute hier die Richtlinien der Politik zu bestimmen?“[38] Grass verarbeitete seine Kritik später im Roman örtlich betäubt. Im Bundestagswahlkampf des Jahres 1969 reiste er 31.000 Kilometer durch Deutschland und hielt an verschiedenen Orten insgesamt 94 Reden zugunsten des im selben Jahr zum Bundeskanzler gewählten SPD-Politikers Brandt.[4] Im Buch Tagebuch einer Schnecke berichtete Grass biografisch von Wahlkämpfen und Politik. Brandts Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 kommentierte er in mehreren Schriften.[39] Als Brandt wegen seiner Spionageaffäre zurücktreten musste, äußerte sich Grass enttäuscht und zornig über seinen politischen Lehrer. Grass wurde erst 1982 Mitglied der SPD, verließ sie aber wegen der Asylpolitik nach zehn Jahren wieder. 1985 machte Grass seine Ablehnung gegen den Besuch eines Bitburger Soldatenfriedhofs durch den damaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) und den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan deutlich. Er warf Helmut Kohl „Geschichtsklitterung“ vor und wendete sich gegen das Ausstellen von „Unschuldszeugnissen“. Seiner Meinung nach spricht Unwissenheit nicht frei. „Sie ist selbst verschuldet, zumal die besagte Mehrheit wohl wußte, daß es Konzentrationslager gab […] Kein selbstgefälliger Freispruch hebt dieses Wissen auf. Alle wußten, konnten wissen, hätten wissen müssen.“[40] Auf dem Soldatenfriedhof liegen deutsche und amerikanische Soldaten, aber auch 49 Männer der Waffen-SS begraben. 32 der dokumentierten Waffen-SS-Gefallenen waren unter 25 Jahre alt.[40] (Siehe zu Grass’ persönlichem Dilemma das folgende Kapitel). Grass äußerte sich 2006 zur Reaktion von Muslimen auf Mohammed-Karikaturen dänischer und französischer Zeitungen mit den Worten „Woher nimmt der Westen diese Arroganz, vorzugeben, was gemacht werden muss und was nicht?“[41] und wurde daraufhin kritisiert. In der Monopolisierung des Zeitungsmarktes sieht Grass einen „tagtäglich am Kiosk“ vollzogenen Verfassungsbruch, da die den Zeitungsmarkt beherrschenden Konzerne keine Meinungsvielfalt mehr zuließen.[42] Im April 2010 forderte Grass bei einer Rede in Tarabya eine Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch die Republik Türkei und vertrat die Auffassung, es sei „von höchster Stelle der Türkei eine Entschuldigung bei den Armeniern fällig.“ In türkischen Medien wie der Tageszeitung Hürriyet wurde die Stellungnahme positiv kommentiert. Hürriyet kommentierte, Grass habe seine Erfahrungen darüber offenbart, wie „die Menschheit in Frieden leben könne.“[43] Grass gehörte im Dezember 2010 zu den Künstlern, die sich – erfolglos – bei der israelischen Regierung dafür einsetzten, dass Mordechai Vanunu ausreisen dürfe, um die Carl-von-Ossietzky-Medaille von der Internationalen Liga für Menschenrechte entgegenzunehmen.[44] Zugehörigkeit zur Waffen-SS Als Grass im August 2006 bekanntmachte, mit 17 Jahren der Waffen-SS angehört zu haben, begann eine umfangreiche Debatte um seine Rolle als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland. Er sprach darüber zuerst in einem Interview aus Anlass des Erscheinens seines autobiographischen Werkes Beim Häuten der Zwiebel.[45] In dem Buch schrieb Grass, er werde die Waffen-SS in seiner Jugend „als Eliteeinheit“ gesehen haben, „die doppelte Rune am Uniformkragen“ sei ihm „nicht anstößig“ gewesen.[46] Er war nach eigenen Angaben während seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS an keinen Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges beteiligt, er habe darüber hinaus keinen Schuss abgegeben. Nach eigenen Angaben war er Ladeschütze und somit für das Nachladen, nicht aber für das Schießen zuständig.[47] Er hatte seine SS-Mitgliedschaft auch bei seiner Gefangennahme am 8. Mai 1945 gegenüber der US-Army angegeben.[48] Bereits 20 Jahre vor Beim Häuten der Zwiebel hat Grass mehreren Schriftstellerkollegen seine Zeit bei der Waffen-SS zur Kenntnis gegeben, darunter dem 1944 geborenen österreichischen Lyriker, Autor und Regisseur Robert Schindel und dem gleichaltrigen Theaterautor Peter Turrini.[49] In Reaktion auf die Aussagen Grass’ bezüglich seiner Vergangenheit gab es zahlreiche, sowohl kritische als auch milde, Kommentare: Charlotte Knobloch (Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland) sah das Bekenntnis von Grass als PR-Maßnahme an und sagte: „Die Tatsache, dass dieses späte Geständnis so kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Buches kommt, legt […] die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine PR-Maßnahme zur Vermarktung des Werkes handelt.“[50] Der Journalist und Hitler-Biograf Joachim Fest äußerte sein Unverständnis, „wie sich jemand 60 Jahre lang ständig zum schlechten Gewissen der Nation erheben kann, gerade in Nazi-Fragen – und dann erst bekennt, dass er selbst tief verstrickt war“.[51] Klaus Staeck (Präsident der Akademie der Künste in Berlin) vertrat den Standpunkt, dass „das künstlerische Werk und auch seine politische und moralische Integrität auch nach seinem Bekenntnis außer Zweifel“ ständen.[4] Zu seiner Verteidigung wird zudem angeführt, gegnerische Publizisten wie Hannes Stein und Henryk Broder hätten folgenreich Interview-Äußerungen ungenau und missverständlich, wenn nicht verfälschend, dargestellt.[52] Weiterhin gab es auch Forderungen nach der Aberkennung oder Rückgabe von verliehenen Auszeichnungen. So forderte der polnische Politiker Lech Wałęsa zunächst, Grass solle die Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig ablegen.[53] Die CDU-Politiker Wolfgang Börnsen und Philipp Mißfelder forderten ihn zur Rückgabe seines Nobelpreises auf.[54][55] Nach einem Reue bekennenden Schreiben an die Stadt Danzig und dem Anerkennen der Reue durch Lech Wałęsa verebbte die Diskussion. Wałęsa nahm seine Kritik wieder zurück.[56] Nach einer Umfrage vom August 2006 unter den Einwohnern der Stadt Danzig sprachen sich zwei Drittel der Bevölkerung dagegen aus, Grass die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Der Danziger Bürgermeister Paweł Adamowicz äußerte, dass das späte Bekenntnis von Grass nichts an der Qualität seiner Literatur und seinen Verdiensten für die deutsch-polnische Aussöhnung ändere.[57] Auch das Nobelpreiskomitee schloss eine Aberkennung des Nobelpreises aus.[58] Max A. Höfer, Co-Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, zitierte im Frühjahr 2007 die Neue Zürcher Zeitung, der „penetrante moralische Rigorismus“ von Grass sei eine „Ersatzhandlung“, „deren Polemiken vielleicht nie ausschließlich und allein auf die Sache zielten, die sich vielmehr aus dem Glutkern von verschwiegener Scham und Schuld speiste“, und hoffte, von Grass werde „sich wohl niemand mehr die Leviten lesen lassen“.[59] Im November 2007 erhob Grass durch seinen Anwalt Unterlassungsklage gegen die Verlagsgruppe Random House, zu der der Goldmann Verlag gehört. Die Klage zielte gegen die Behauptung, Grass habe sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, in einer aktualisierten, bei Goldmann erschienenen Fassung der Grass-Biografie von Michael Jürgs.[60] Zu einer Gerichtsverhandlung kam es nicht. Grass und Random House einigten sich auf einen Vergleich, wonach sich Jürgs verpflichtete, den strittigen Passus in einer Neuauflage dahingehend zu ändern, dass Grass in seiner Autobiographie geschrieben habe, als Siebzehnjähriger im Herbst 1944 zur Waffen-SS-Division „Frundsberg“ eingezogen worden zu sein.[61] Dies entsprach auch der Darstellung von Robert Schindel, wonach Grass – nachdem er sich freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet hatte und dort nicht genommen worden war – zur Waffen-SS rekrutiert wurde.[49] Beobachtung durch die Stasi 2010 veröffentlichte Kai Schlüter eine Dokumentation mit dem Titel Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte. Die Dokumentation enthält auch Kommentare von Günter Grass und von Zeitzeugen. Schlüter bereitet darin Grass’ Stasi-Akte auf. Die Stasi begann diese Akte kurz nach dem Mauerbau im August 1961. Sie ließ Grass bis Herbst 1989 nicht mehr aus den Augen, sammelte Material über ihn und die Gruppe 47 und überwachte ihn bei seinen Besuchen in der DDR.[62] Grass wäre im August 1961 beinahe von der Stasi festgenommen worden.[63] Verhältnis zum Springer-Konzern Um die seit 1967 bestehende Gegnerschaft zwischen der Gruppe 47 und der Axel Springer AG beizulegen, unternahm deren Vorstandschef Mathias Döpfner 2006 einen Vorstoß bei Grass. Dieser hielt sich weiterhin an den von der Gruppe im Oktober 1967 beschlossenen Boykott von Springer-Zeitungen. Die Schriftsteller befürchteten eine „Einschränkung und Verletzung der Meinungsfreiheit“ und eine „Gefährdung der Grundlagen der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ durch die Marktmacht des Konzerns. Grass hatte nach Jahrzehnten zu verstehen gegeben, von dem Boykott abrücken zu wollen, wenn sich der Konzern für die verletzende Art entschuldige, mit der die Zeitungen des Konzerns das Werk von Heinrich Böll begleitet hätten. Grass erklärte sich bereit, Döpfner in seinem Haus in Behlendorf bei Lübeck zu empfangen. Das Treffen fand am 27. März 2006 statt. Über den Inhalt des Gesprächs gab es keine Auskunft, doch kam es Ende April 2006 zu einem weiteren Gespräch, das Grass und Döpfner wiederum in Behlendorf führten. Auszüge des Streitgesprächs, das der Publizist Manfred Bissinger moderierte, wurden im Juni 2006 im Spiegel (25/2006) abgedruckt. Zwar blieb Grass bei seiner grundsätzlichen Kritik am Springer-Verlag, doch sei seine Ablehnung nichts Festgefügtes. Er wünsche sich, dass Döpfner „ein größeres Differenzieren“ im Verlag durchsetze. Döpfner erklärte sich bereit, „im Hinblick auf 1968 für den Axel Springer Verlag eine selbstkritische Revision zu führen“.[64] Das Gespräch wurde im August/September 2006 im Steidl-Verlag unter dem Titel Die Springer-Kontroverse als Taschenbuch herausgegeben. Kontroverse über das israelkritische Gedicht Was gesagt werden muss → Hauptartikel: Was gesagt werden muss Am 4. April 2012 löste Grass’ in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichtes Prosagedicht Was gesagt werden muss eine breite gesellschaftliche und mediale Diskussion aus. In diesem Text wirft er Israel vor, mit seinen Kernwaffen den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ zu gefährden und einen „Erstschlag“ gegen den Iran zu planen, „der das … iranische Volk auslöschen könnte“ und kritisiert im gleichen Zusammenhang die Lieferung von deutschen Unterseebooten an Israel. Zugleich setzt sich Grass mit einer von ihm behaupteten Tabuisierung eines unkontrollierten Kernwaffenarsenals Israels auseinander. Die Missachtung dieses Tabus würde als Antisemitismus beurteilt.[65] Am Folgetag gab Grass mehrere Interviews. So sagte er zur israelischen Politik bezüglich des Westjordanlands: „Es gibt nur wenige Länder, die UNO-Resolutionen so missachten wie Israel. Es ist oft genug von der UNO darauf hingewiesen worden, dass diese Siedlungspolitik beendet werden muss. Sie geht weiter.“ Er führte weiter aus: „Dieses Aussparen, dieses feige sich Wegducken, das schlägt schon in Nibelungentreue. ‚Ja keine Kritik an Israel‘ ist das schlimmste, was man Israel antuen kann“ und: „Israel ist nicht nur eine Atommacht, sondern hat sich auch zur Besatzungsmacht entwickelt.“[66] Das Gedicht wurde nach seiner Veröffentlichung von israelischer Seite, Vertretern des Judentums in Deutschland, deutschen Politikern[67] sowie den meisten deutschen Medien ablehnend aufgenommen und zum Teil als israelfeindlich und antisemitisch kritisiert.[68][69] Am 8. April 2012 erklärte die israelische Regierung Günter Grass, aus juristischen Gründen, offiziell aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS, zur Persona non grata und verhängte ein Einreiseverbot.[70] Die Reaktionen von israelischer Seite wurden von einem Teil der israelischen Medien als übertrieben und hysterisch bezeichnet.[71][72] Das deutsche P.E.N.-Zentrum lehnte im Mai 2012 einen Antrag auf Aberkennung der Ehrenpräsidentschaft von Grass ab. Da sich die Vereinigung der Freiheit des Wortes verschrieben habe, werde sie sich auch nicht inhaltlich zu dem Gedicht äußern.[73] Rezeption Günter Grass’ Werk wird als bedeutsamer Teil des literarischen Kanons betrachtet. Die Romane, nicht nur Die Blechtrommel, sind weltweit bekannt. An seinen „pikaresken“ Schreibstil knüpften unter anderem solche Autoren wie John Irving und Salman Rushdie an. Letzterer setzte sich insbesondere auch mit Grass’ Verarbeitung des Heimatverlustes auseinander, was sich zum Beispiel in Rushdies Roman Mitternachtskinder zeigt, der deutlichen Bezug auf die Blechtrommel nimmt – etwa in der Verarbeitung der Geburtsszene, die wiederum auf einer Verfremdung der Goetheschen Darstellung seiner Geburt in Dichtung und Wahrheit beruht. Seine öffentliche Wirkung zeigt sich auf der Cicero-Liste der führenden 500 Intellektuellen im deutschsprachigen Raum, auf der er 2013 auf dem ersten Platz rangierte.[76] Günter Grass erhielt im Jahr 1999 den Nobelpreis für Literatur, weil er – so die Begründung der Jury – „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“ (“[he is the author] whose frolicsome black fables portray the forgotten face of history”). Darüber hinaus hat Grass noch etliche Auszeichnungen erhalten, von denen im Folgenden einige genannt werden. 1958 erhielt Grass den Förderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V.,[77] 1965 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen, „für sein Werk in Lyrik und Prosa, worin er kühn, weitausgreifend und kritisch das Leben unserer Zeit darstellt und gestaltet.“ 1967 wurde er mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet, 1968 mit dem Fontane-Preis. 1969 erhielt er den Theodor-Heuss-Preis. 1994 verlieh ihm die Bayerische Akademie der Schönen Künste ihren Großen Literaturpreis. 1995 wurde Grass mit der Hermann-Kesten-Medaille ausgezeichnet, im Jahr darauf mit dem Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck (...)     (Entnommen aus der "Wikipedia"-Seite)
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Denkwürdiges Konzert "Weltmusik für den Frieden" im Bremer Sendesaal

Das hat es im alt-ehrwürdigen Sendesaal Bremen noch nicht gegeben: Politik in Musik. Das Publikum feierte voller Begeisterung das Jugendsinfonieorchester Bremen-Nord der Musikschule Bremen unter der Leitung von Martin Lentz, sowie den Chor „Sol-la-la“ mit den Chorleiter Christian Höffling. Viele internationale Gäste mit den jeweils landestypischen Instrumenten und Stimmen bereicherten zusätzlich das Programm. Der Musikabend fand im Rahmen der Bremer Nakbar*-Ausstellung statt. Besonders hervorzuheben ist das unprätentiöse Auftreten der Sängerin Batoul Jazbeh aus Syrien. Die einführenden Worte sprach Arno Hopp, u.a. Mitglied der Bremer Linkspartei. Das Konzert begann mit der „Lystspil-Ouvertüre“ für Orchester von Niels Wilhelm Gade. Es folgten sieben Lieder in sieben Sprachen, beginnend mit dem Tanzlied „Zena zena“ aus Israel, gefolgt von dem persischen Stück „Mastom mastom“. Anschließend war „Sto mi e milo“ aus Mazedonien zu hören. „Die Gedanken sind frei“ sang der Chor unter Martin Höffling. Die weiteren Titel: „Yarem Gorani“ aus Armenien, „Vem kann segla förutan vind?“ Schweden, „Shalom aleichem“ Israel, „Ya Mahla el-Fusha“, Syrien, „Mawtini“, Irak, „Hal Asmar el-Loun“, Syrien, „Jerusalem“, Libanon. Nach einer 20-minütigen Pause folgten noch weitere acht internationale Stücke. Das Publikum – viele Menschen unter Anderem aus dem Bremer Friedensforum, sowie Künstler, Publizisten und Schriftsteller – quittierten diese einmalige Weltmusik-Darbietung für den Frieden mit lang anhaltendem Beifall. *Zur Erläuterung des Begriffs "Nakbar" (lt. Wikipedia): Als Nakba oder an-Nakba (arabisch), deutsch Katastrophe oder Unglück, wird im arabischen Sprachgebrauch die Flucht und Vertreibung von etwa 700.000 arabischen Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet Palästina, das zu einem Teil am 14. Mai 1948 als Staat Israel seine Unabhängigkeit erlangte, bezeichnet. Der UN-Teilungsplan für Palästina sah die Gründung eines jüdischen Staates vor, der mehr als die Hälfte des Mandatsgebiets ausmachen sollte. Der Exodus der arabischen Bevölkerung begann während des arabisch-jüdischen Bürgerkriegs, der der Annahme des UNO-Teilungsplans im November 1947 folgte. Er setzte sich im unmittelbar nach der Erklärung der Unabhängigkeit des Staates Israel von den arabischen Staaten begonnenen arabisch-israelischen Krieg fort. Aus israelisch-jüdischer Sicht, der sich die meisten westlichen Staaten angeschlossen haben, werden die Kriege als „israelischer Unabhängigkeitskrieg“ bezeichnet. Die Gründe, die zur Flucht von rund der Hälfte der arabischen Bevölkerung des seinerzeitigen britischen Mandatsgebietes Palästina führten, waren umstritten. (Wikipedia)  
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"Hilfzahlungen" an Griechenland - Wie die Maintream-Medien die Wahrheit auf den Kopf stellen

Die wochenlange Auseinandersetzung zwischen der neuen griechischen Regierung und der Troika hat ein anschauliches Beispiel dafür geliefert, wie die Mainstream-Medien der Politik in die Hände spielen und dabei die öffentliche Meinung in unserem Land zu manipulieren versuchen. Während die Troika Athen durch wirtschaftliche Erpressung unter Druck setzte und ihr jegliche Zugeständnisse verweigerte, starteten die Leitmedien eine breit angelegte Desinformations-Kampagne mit dem Ziel, die Bevölkerung auf die Fortsetzung der bisherigen Sparpolitik einzuschwören.   Zunächst wurde die neu gewählte Regierung in Athen nicht als eine Koalition aus einer liberalen Gruppierung und einer extrem rechts stehenden Partei dargestellt, sondern pauschal und wahrheitswidrig mit den Etiketten „radikal“, „ultralinks“ und „revolutionär“ versehen – in der offensichtlichen Absicht, sie als unmittelbare Gefahr für die bestehende Ordnung erscheinen zu lassen. Dass sich mehr als ein Drittel der griechischen Bevölkerung vom Bündnis Syriza die Beendigung der erdrückenden Sparmaßnahmen erhoffte, wurde weitestgehend aus der Berichterstattung ausgeklammert, die sozialen Notstände - wie die bei sechzig Prozent liegende Jugendarbeitslosigkeit, der Zusammenbruch des Gesundheitswesens oder die Zunahme der Zahl hungernder Rentner - fanden überhaupt keine Erwähnung mehr.   Statt dessen wurde das Bild eines Landes gezeichnet, das jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat, in dem Korruption und Vetternherrschaft den Alltag bestimmen und dessen Bürger die Hand gern aufhalten, es aber mit der Rückzahlung geliehenen Geldes nicht so ernst nehmen. Die an Zins- und Zinseszinszahlungen und zudem an härteste Bedingungen geknüpften Kredite der Troika wurden grundsätzlich und ohne Erwähnung dieser Konditionen als „Hilfszahlungen“ und „Rettungspakete“ bezeichnet. Der griechische Mindestlohn wurde nicht etwa angeprangert, sondern den noch niedrigeren Mindestlöhne in den baltischen Staaten gegenübergestellt – ganz offenbar in der Absicht, am Existenzminimum lebenden griechischen Arbeitern Unverschämtheit und Anspruchsdenken zu unterstellen.   Schließlich wurden nicht nur die griechische Regierung, sondern „die Griechen“ insgesamt zur Einhaltung von Verträgen aufgefordert, die das Land „auf einen guten Weg gebracht hätten“, obwohl der Anstieg der Staatsverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 125 Prozent zu Beginn der Krise auf mittlerweile 175 Prozent das Gegenteil beweist. Den Höhepunkt der Kampagne bildete eine Aktion der Bildzeitung, die einzelne Leser dazu animierte, sich mit einem Titelblatt, auf dem ein klares „Nein“ an Griechenland abgebildet war, fotografieren und der Öffentlichkeit präsentieren zu lassen.   Obwohl die Kampagne verschiedene Bildungsschichten auf unterschiedliche Weise ins Visier nahm, waren drei Ziele durchgehend zu erkennen:   1. Das Ausblenden der sozialen Katastrophe in Griechenland diente dazu, von der moralischen Verwerflichkeit der Politik der Troika abzulenken.   2. Die Darstellung der Schieflage Griechenlands als „selbstverschuldet“ zielte darauf ab, die kriminelle Rolle der Finanzindustrie zu verschleiern.   3. Die ständige Erwähnung von Korruption und Vetternwirtschaft verfolgte die Absicht, die Mehrheit des ums alltägliche Überleben kämpfenden Griechen in den Augen der deutschen Öffentlichkeit als Verschwender und undankbare Empfänger von Hilfsmaßnahmen darzustellen.   Auf der Grundlage dieser umfassenden medialen Vorbereitung geriet die Abstimmung im Bundestag schließlich zu einem Höhepunkt politischer Heuchelei: Die Abgeordneten, die für den Aufschub des Reformprogramms und damit für nichts anderes als eine zeitverzögerte Fortsetzung der brutalen Austeritätspolitik stimmten, stellten sich als Opfer von Gewissenskonflikten dar, die sich angesichts der wenig unterwürfigen Haltung der Griechen nur unter Selbstvorwürfen für weitere „Hilfsmaßnahmen“ entscheiden konnten. Die Abgeordneten, die gegen den Aufschub stimmten, begründeten dies allen Ernstes damit, dass sie dem deutschen Steuerzahler keine weitere Enteignung zumuten könnten – demselben Steuerzahler, dessen Geld sie seit vier Jahren in Milliardenhöhe ohne die geringste Hemmung in die Tresore von Gläubigerbanken geleitet haben!   Der abstoßende Charakter der Kampagne, wie auch der Aufwand und die Vehemenz, mit der sie geführt wurde, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie kein Zeichen der Stärke, sondern ein klares Indiz für die zunehmende Schwäche einer Branche ist, die an einem rasant fortschreitenden Verfall ihrer Glaubwürdigkeit leidet. So glaubten nach einer Befragung des NDR vom Dezember 2014 zwei Drittel der Nutzer den Leitmedien nicht mehr. Einer bereits im November von Journalisten-Watch veröffentlichten Untersuchung der „Freien Welt“ zufolge hielten 72 Prozent der Nutzer die Leitmedien für „überhaupt nicht vertrauenswürdig“.   Es ist dieser Vertrauensverlust und die explosionsartig zunehmende Verbreitung nicht manipulierter Informationen über die sozialen Netzwerke, die die Mainstream-Medien in zunehmende Bedrängnis bringen und sie dazu zwingen, bei der Wahl ihrer Mittel zu immer plumperen Mitteln zu greifen und sich gleichzeitig immer weiter von der Wirklichkeit zu entfernen – eine Entwicklung, die mit Sicherheit dazu führen wird, dass in Zukunft noch mehr Menschen erkennen, wessen Interessen sie in Wahrheit vertreten und welche Rolle sie in unserer Gesellschaft spielen.     Autor Ernst Wolff bei "scharf-links.de" am 02.03.2015    
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 03.03.15  +  

Rosa Luxemburg: "Sozialismus oder Untergang in Barbarei"

Anm. Wieland von Hodenberg: Prophetische Worte von einst erfüllen sich heute schon wieder! Niemand hat offenbar von Rosa Luxemburg und der Geschichte gelernt! Willi Gerns, Autor zahlreicher linker Publikatinen wie 'Blätter für deutsche und internationale Politik' hat einen passenden Text dazu geschrieben:   "Am 9. Januar haben in Berlin Zehntausende des 90. Jahrestages der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, der Führer des Spartakusbundes und der KPD gedacht. Heute sind wir hier zusammengekommen, um an die Bremer Räterepublik und ihre blutige Niederschlagung vor neun Jahrzehnten zu erinnern. Beide Ereignisse haben den gleichen Hintergrund.   Mit der Novemberrevolution 1918 hatten die Arbeiter, Matrosen und Soldaten das Kaiserreich hinweggefegt. Sie sollte den Schlussstrich ziehen unter den mörderischen ersten Weltkrieg und zugleich Auftakt sein für die Errichtung einer neuen, sozialistischen Ordnung. Die neue, von den sozialdemokratischen Führern Ebert, Scheidemann, Noske getragene Regierung verkündete 'der Sozialismus marschiert'. In Wirklichkeit musste zwar der Kaiser gehen, aber seine Generale blieben. Und vor allem blieben die Kriegsgewinnler, die Großkapitalisten und preußischen Junker. Dagegen mobilisierten Liebknecht und Luxemburg, erhoben sich die Arbeiter an vielen Orten, darunter in Bremen, wo am 10. Januar 1919 die 'Sozialistische Republik Bremen' ausgerufen wurde. Die Herrschaft des Großkapitals und der Junker geriet in Gefahr. Zum Instrument der wirtschaftlich Herrschenden machten sich die Führer der Sozialdemokratie. Sie ließen die von kaiserlichen Offizieren geführten Freikorps von der Kette. Unter ihren Kugeln und Gewehrkolben starben tausende Revolutionäre, darunter auch sozialdemokratische Arbeiter.   Liebknecht und Luxemburg wurden ermordet. Wer waren ihre Mörder und deren Hintermänner?   Darüber erfährt man von dem Publizisten und Historiker Sebastian Haffner in seinem Buch 'Der Verrat - Deutschland 1918/1919' u. a. das Folgende: 'Nach den Januarkämpfen der Berliner Arbeiter, die im Auftrag der Ebert, Scheidemann und Noske von reaktionären Truppen blutig niedergeschlagen wurden, erschien am 13. Januar 1919 im sozialdemokratischen Zentralorgan Vorwärts ein Gedicht mit folgender Schlussstrophe:   'Vielhundert Tote in einer Reih - Proletarier! Karl, Rosa, Radek und Kumpanei - Es ist keiner dabei, es ist keiner dabei! Proletarier!'   Eine unverhüllte Mordaufforderung! Zuvor war bereits auf Liebknecht und Luxemburg ein Kopfgeld von je 50 000 Mark ausgesetzt, und zwar von Scheidemann und Georg Sklarz, einem mit Scheidemann eng befreundeten neureichen Kriegsmillionär. Zudem hatte Noske dem Leutnant Friedrich Wilhelm von Örtzen persönlich den Befehl gegeben, den Telefonanschluss Liebknechts zu überwachen und alle Bewegungen Liebknechts dem Hauptmann Pabst von der Gardekavallerie-Schützendivision zu melden. Es war dieser Befehl, der zur Ergreifung Liebknechts und Rosa Luxemburgs führte, und Pabst war der Leiter des Mordkommandos.   Pabst selbst erinnerte sich in seinen Memoiren: 'Nach der Einlieferung von Liebknecht und Luxemburg ging ich wieder in mein Büro um mir zu überlegen, wie die Exekution an diesen beiden ... durchgeführt werden solle. Dass sie durchgeführt werden musste, darüber bestand bei Herrn Noske und mir nicht der geringste Zweifel.' Dieser Gustav Noske, der bekanntlich von sich selbst gesagt hat: "Einer muss der Bluthund sein", trägt auch die volle Verantwortung für die Niederschlagung der Bremer Räterepublik. Am 25. Januar 1919 befahl er der Division Gerstenberg, dem sich ein Freikorps aus bremischen Bürgersöhnen anschloss, den Angriff auf Bremen. Der begann am 4. Februar. Nach heftiger Gegenwehr gegen eine große Übermacht mussten die Arbeiter den Kampf einstellen. 29 Verteidiger der Räterepublik ließen ihr Leben.   Mit der Niederschlagung der Revolution und der Ermordung tausender Revolutionäre durch Freikorps, die zum Teil schon damals das Hakenkreuz am Stahlhelm trugen, wurde der Keim für die Zerschlagung der kaum geborenen Republik gelegt und der Boden bereitet, auf dem das deutsche Großkapital Hitler an die Macht bringen konnte.   "Sozialismus oder Untergang in der Barbarei!"   In dem von Rosa Luxemburg verfassten Programm der an der Jahreswende 1918/1919 gegründeten KPD wird auf dem Hintergrund der Erfahrungen des ersten Weltkrieges und der Verantwortung des Großkapitals für das Völkergemetzel die Alternative formuliert 'Sozialismus oder Untergang in der Barbarei!' Die Geschichte hat dies mit der Barbarei des Faschismus und dem noch größeren Gemetzel des zweiten Weltkrieges eindringlich bestätigt.   Und wie steht es heute um die Gefahr des Untergangs in der Barbarei?   Wir befinden uns zwar nicht in einem dritten imperialistischen Weltkrieg in der aus der Geschichte bekannten Art. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges findet jedoch ein permanenter Weltkrieg auf Dutzenden Schauplätzen rund um den Erdball statt. Dies in Gestalt direkter Kriegsabenteuer der imperialistischen Mächte wie dem Korea- oder dem Indochinakrieg, den Kriegen im Irak und Afghanistan oder auf dem Balkan. Auch Deutschland ist wieder dabei. Dies in Stellvertreterkriegen für die imperialistischen Mächte. Dies in ethnisch oder religiös motivierten Kriegen, wobei diese Motivation meist nur vorgeschoben ist und sich dahinter handfeste materielle und Machtinteressen verbergen. Die Opferzahlen der seit 1945 geführten Kriege übersteigen die der beiden imperialistischen Weltkriege. Zu welcher Barbarei die heutigen Kriege, insbesondere gegen die Zivilbevölkerung führen, erlebten wir gerade in erschütternder Weise am Krieg Israels im Gazastreifen.   Nicht weniger verheerend ist der unerklärte Krieg gegen die armen Völker. Fast eine Milliarde Menschen hungern. Annähernd 20 000 von ihnen sterben dadurch tagtäglich. Hinzu kommen täglich viele Tausend, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser und elementarer medizinischer Versorgung haben. Dabei würden z. B. 30 Milliarden Dollar im Jahr ausreichen um den Hunger in der Welt auszurotten. Das ist ein 40. Teil der jährlichen globalen Rüstungsausgaben und ein Bruchteil der hunderte Milliarden, die über Nacht locker gemacht werden konnten um die Großbanker zu retten, die sich in ihrer Gier nach immer höheren Profiten verzockt hatten. Und selbst in den reichen kapitalistischen Metropolen nimmt Armut zu. So ist inzwischen jedes sechste Kind in Deutschland davon betroffen. Dies alles, weil in der Welt des Kapitals nicht die Bedürfnisse der Menschen sondern der Profit die Entwicklung bestimmt.   Die Profitjagd ist auch der Hauptgrund für die Umweltzerstörung. Wenn dem nicht Einhalt geboten wird, wird es zu schrecklichem Gemetzel um die verbleibenden Lebensgrundlagen kommen.   Schon heute deuten sich solche Kriege um die immer begrenzter werdenden Energievorräte an.   Wenn der Untergang in der Barbarei verhindert werden soll, muss an die Stelle der kapitalistischen Profitgesellschaft eine auf Gemeineigentum gegründete Gesellschaft sozialer Gerechtigkeit treten. Eine Gesellschaft, in der die Menschheit in Frieden leben kann, in der alle Menschen genug zu essen haben, eine gute Gesundheitsversorgung genießen, in der allen, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht, alle Möglichkeiten der Bildung und die Reichtümer der Kultur offen stehen.   Für eine solche Gesellschaft haben Liebknecht und Luxemburg, die Männer und Frauen der Bremer Räterepublik, Generationen von Humanisten und Revolutionären gelebt und gekämpft. Ihr Vermächtnis an uns heißt: über alle Rückschläge und Niederlagen hinweg unermüdlich für dieses Ziel weiterzuwirken."
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 03.02.15  +  

DIE LINKE: >> Es gibt keine Gewissheiten, aber immer Alternativen

Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen nach all den Jahren der Stagnation, der geistigen, wirtschaftlichen, politischen, den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit." Vor mehr als einer halben Million Menschen sprach Stefan Heym am 4. November 1989 diese Worte auf einer Kundgebung, zu der Berliner Theaterschaffende aufgerufen hatten. Es war nicht das erste Mal in diesen Herbsttagen, dass Bürgerinnen und Bürger von ihrem Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch machten, aber es war die größte Demonstration, die die DDR jemals erlebt hatte und erleben sollte. Noch wenige Wochen zuvor beging die SED-Führung mit viel Pomp den 40. Jahrestag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Längst jedoch war das System des real existierenden Sozialismus in Auflösung. Seit Wochen verließen Tausende das Land, ihr Land, und kehrten diesem System den Rücken. Am 9. Oktober 1989, zwei Tage nach den Jubiläumsfeierlichkeiten, versammelten sich Zehntausende in Leipzig, um friedlich gegen die Politik der Partei- und Staatsführung zu protestieren. Der real existierende Sozialismus scheiterte nicht zuerst an äußeren Umständen, sondern an seinen eigenen inneren Widersprüchen, an seinen Fehlern und Verbrechen, an Unfreiheit und ideologischem Dogmatismus, an seiner wirtschaftlichen Ineffizienz – und auch nicht nur in der DDR, sondern zugleich in zahlreichen anderen Ländern, vor allem auch in der UdSSR. Schon Jahre zuvor gelang es der SED nicht mehr, eine Mehrheit der Menschen in der DDR von der Richtigkeit ihrer Politik ernsthaft zu überzeugen. Im Herbst 1989 hatte sie auch das letzte Vertrauen verspielt. Die Menschen in der DDR gingen auf die Straßen, weil sie das Gefühl hatten, ihnen fehle die Luft zum Atmen. Sie hatten sich für Demokratie und Selbstbestimmung entschieden und gegen einen Staat, der zwar für ein gewisses Maß an sozialer Sicherheit sorgte, aber ihnen in wichtigen Bereichen das Recht absprach, für ihr Land und ihre persönliche Entwicklung selbstbestimmt Entscheidungen zutreffen. Vielen erschienen die Entwicklungen in der damaligen Sowjetunion, die mit den Begriffen Glasnost und Perestroika verbunden waren, als Vorbild für einen ähnlichen politischen Prozess in der DDR. Dies alles geschah in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft und dies alles geschah friedlich. 25 Jahre später dankt DIE LINKE – nicht zum ersten Mal – diesen mutigen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Zivilcourage. Sie tut dies in dem Wissen darum, dass sich dieser Protest gegen die Politik der SED richtete, also gegen eine politische Praxis, für die zwar die meisten heutigen Mitglieder der Partei DIE LINKE keine persönliche Verantwortung tragen, der sich die Partei jedoch insgesamt bis heute zu stellen hat. Die Entschuldigung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der DDR und der unwiderrufliche Bruch mit dem Stalinismus als System – ausgesprochen auf dem Außerordentlichen Parteitag der SED/PDS im Dezember 1989 – wirken bis heute nach. Für DIE LINKE heißt es darum: Kein Sozialismus ohne Freiheit, kein Sozialismus ohne Demokratie. Der Herbst des Jahres 2014, 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution, sollte Anlass sein zu erinnern, aber auch auf die gesellschaftlichen Zustände heute zu schauen, hier bei uns in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus. Er ist Anlass, an die Hoffnungen der Menschen, an den Aufbruch zu erinnern – und es ist gleichzeitig Zeit danach zu fragen, wie es heute um Freiheit und Gerechtigkeit bestellt ist. Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte. Heute zeigt sich überdeutlich, dass die Gesellschaft durch tiefe, dem Kapitalismus eigene Widersprüche gekennzeichnet ist. Offensichtlich bringt er keine Lösung für die zentralen Zukunftsfragen wie sozialen Zusammenhalt und gesellschaftlichen Fortschritt, Demokratie, Umwelt und Frieden. Viele Bürgerinnen und Bürger sind der Auffassung, dass sie ohnehin keinen Einfluss mehr auf politische Prozesse nehmen können, weil mächtige wirtschaftliche Interessen, mediale Macht und politische Ignoranz dies unmöglich machen. Dazu kommt eine sehr reale Basis für gesellschaftliche Ausgrenzung, Armut verfestigt sich, soziale Unsicherheit ist bis weit in die so genannte Mitte hinein schon lange kein Fremdwort mehr. Für DIE LINKE ist die (Wieder-) Einbeziehung breiter Bevölkerungsschichten in demokratische Prozesse eine entscheidende Zielstellung. Wir wollen sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, anstatt Spaltung zu vertiefen. Die Teilung Deutschlands und die Gründung zweier deutscher Staaten 1949 standen sinnbildlich für die Spaltung Europas nach 1945 – sie waren gleichermaßen undenkbar ohne die furchtbaren Verheerungen des II. Weltkrieges, der von deutschem Boden entfesselt wurde. Die Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945 und unser antifaschistisches Erbe bleiben dauerhafte Verpflichtung für DIE LINKE. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 war auch von der Hoffnung auf eine Überwindung nicht nur der deutschen, sondern der europäischen Teilung getragen. Über viele Jahrzehnte bedeutete der Prozess der europäischen Integration friedliche Nachbarschaft und wirtschaftliche Kooperation einstmals verfeindeter Staaten. Doch kriegerische Auseinandersetzungen sind wieder zurückgekehrt nach Europa, an den Außengrenzen der Europäischen Union sterben Jahr für Jahr tausende Flüchtlinge. Der reiche Norden und der arme Südosten prägen europäische Realität. Wir wollen Mauern überwinden, statt neue zu errichten. Wir wollen Menschen hier bei uns willkommen heißen, Schutzbedürftigen Schutz gewähren statt abzuschieben, Solidarität üben statt auf Kosten anderer zu leben. Auch dies ist für uns eine Lehre der jüngeren Geschichte. "Auf der einen Seite wünschen wir uns eine Erweiterung des Warenangebots und bessere Versorgung, andererseits sehen wir deren soziale und ökologische Kosten und plädieren für die Abkehr von ungehemmtem Wachstum. Wir wollen Spielraum für wirtschaftliche Initiative, aber keine Entartung in eine Ellenbogengesellschaft. Wir wollen das Bewährte erhalten und doch Platz für Erneuerung schaffen, um sparsamer und weniger naturfeindlich zu leben. Wir wollen geordnete Verhältnisse, aber keine Bevormundung. Wir wollen freie, selbstbewusste Menschen, die doch gemeinschaftsbewusst handeln. Wir wollen vor Gewalt geschützt sein und dabei nicht einen Staat von Bütteln und Spitzeln ertragen müssen..." So hieß es in einem Text des Neuen Forums, einem zentralen Anker des demokratischen Protestes gegen die Verhältnisse in der DDR, im Jahre 1989. Vieles davon hat nichts – wenn auch heute unter gänzlich anderen Bedingungen – an Aktualität verloren. Die Friedliche Revolution war getragen von den Hoffnungen vieler Bürgerinnen und Bürger der DDR auf eine bessere Zukunft. Viele wurden erfüllt, manche bitter enttäuscht. Hoffnungen sind es, die zivilgesellschaftliches Engagement überall auf der Welt bis heute begründen – auf mehr Demokratie und soziale Rechte, auf persönliches Glück und ein selbstbestimmtes Leben. 1989 haben wir gelernt, es gibt keine Gewissheiten, aber immer Alternativen. Es lohnt sich, die großen Fragen zu stellen und Antworten zu geben, die vorhandene gesellschaftliche Veränderungspotenziale nicht unterschätzen. Als LINKE stehen wir nicht nur zu unserer historischen Verantwortung, sondern auch zu unserer politischen Konsequenz - dem demokratischen Sozialismus.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 04.12.14  +  

Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im Dezember

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu (kaum, dass es begonnen hat) und es beginnt die besinnliche Zeit. Ein Konzert haben wir noch im November, am heutigen Sonnabend können Sie die kammermusikalische Fassung der 4. Mahler Sinfonie hören mit dem Detmolder Kammerorchester, Im Dezember dann unter anderen ein besinnliches Konzert im Dunkeln mit Stimme und Shakuhachi, oder auch das "Leise Zeit"-Konzert des Duos Fjarill. Unten finden Sie sämtliche Konzerte für Dezember näher vorgestellt. Ich freue mich auf Ihren Besuch und wünsche Ihnen schon jetzt im Namen des Vereins Freunde des Sendesaales und unserer Mitarbeiter eine frohe und friedliche Weihnachtszeit. Ihr Peter Schulze Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt Gutschein gefällig? 29.11. Detmolder Kammerorchester 04.12. konzert im dunkeln: Duo Kairos 06.12. Saltarello: Karol Gajda 07.12. DuoKlavitarre 11.12. Russische Abende II: Anna Gorbachyova, Sopran, Evgeny Cherepanov, Klavier 13.12. Fjarill: Leise Zeit 14.12. Komponistenpolyphonie: Fabian Panisello 21.12. residenz@sendesaal: Süssmann Trio Gutschein gefällig? Konzert-Gutschein zu Weihnachten Die Gelegenheit ein Konzert freier Wahl in stilvoller Atmosphäre im Sendesaal zu verschenken! Gutscheine erhalten Sie über unsere Website www.sendesaal-bremen.de, dort können Sie unter Konzerte einen Konzert-Gutschein auswählen, der gewünschte Betrag wird dann von Ihrem angegebenen Konto abgebucht und der Gutschein an Ihre Postadresse versendet. Auch an der Kasse der Konzertabende können Sie Gutscheine erwerben, die Sie dort bar bezahlen können. ... und dann kann der Gutschein zu einem beliebigen Konzert im Sendesaal eingelöst werden! 29.11. Detmolder Kammerorchester Samstag, 29. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das renommierte Detmolder Kammerorchester unter Alfredo Perl ist bereits zum dritten Mal im Sendesaal. Solistin der auf Kammermusikstärke reduzierten 4. Sinfonie von Gustav Mahler ist die Sopranistin Catalina Bertucci. Detmolder Kammerorchester Leitung: Alfredo Perl Catalina Bertucci - Sopran Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur Arnold Schönberg: 6 Orchesterlieder op. 8 Beim dritten Gastspiel des DKO im Sendesaal ist die chilenische Sopranistin Catalina Bertucci die Solisten des Abends, in dem das Detmolder Ensemble erneut ein sinfonisches Werk von Gustav Mahler in einer Bearbeitung für Kammerorchester aufführen wird. Die 4. Sinfonie schwankt im Ausdruck zwischen kindlicher Heiterkeit, groteskem Humor und verstörender Klage. Catalina Bertucci hat dieses Werk kürzlich für das New Yorker Label „Mode records" auf CD eingesungen. Die den Abend ergänzenden Orchesterlieder mit Schönbergs frühem opus 8 stehen noch unter dem harmonischen und melodischen Einfluss Richard Wagners und sind hier in der Fassung für Gesang und Kammerensemble zu hören.   Mitschnitt Deutschlandradio Kultur und Radio Bremen     04.12. konzert im dunkeln: Duo Kairos Donnerstag, 04. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Nach dem konzert im dunkeln mit dem Kairos Quartett im Oktober kommt nun ein zweites Projekt mit dem Namen Kairós in das Dunkel des Saales. Als richtiger Zeitpunkt der Entscheidung zielt Kairos auf den Moment und nicht auf die Dauer. Der Obertonsänger Reinhard Schimmelpfeng und der Shakuhachi-Spieler Dieter Weische haben ein Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Reinhard Schimmelpfeng - Obertongesang Dieter Weische - Shakuhachi Die Frage, wie sich die Klänge der japanischen Bambusflöte mit chinesischer Windharfe, australischem Didgeridoo, indischer Tambura, tibetischem Muschelhorn und Obertongesang verbinden, beantworten Dieter Weische und Reinhard Schimmelpfeng gleich im ersten Ton ihres Zusammenspiels. Im rauschigen Klang der Shakuhachi spielt der Atem als eigenständiges Klangelement eine zentrale Rolle. Jeder Ton eine Kostbarkeit, geschmeidig, variabel, erfühlt und erfüllt in einer Dynamik, die von gehauchter Tongebung bis zu aufbrausenden Episoden reicht. Die Obertonlinien von Reinhard Schimmelpfeng beeindrucken durch ihre strahlende Leuchtkraft. Dabei reicht die Variabilität seiner Stimme von mittelalterlichen Gesängen bis zu tibetischem Untertongesang. Wir spüren, wie der Künstler tief in die Klänge hineinlauscht, sich mit ihnen verbindet und ihr Wesen in eine musikalische Aussage formt. Kairos ist ein Begriff aus der griechischen Mythologie und meint den günstigen Augenblick, das rechte Maß für eine Entscheidung, für die Erledigung einer Aufgabe und den Moment des Seins - im Unterschied Chronos, der die vergängliche Zeit misst. Unsere Musik möchte die Hörer einladen, mit den Klängen mitzuschwingen und dabei etwas von der lebendigen Atemkraft dieses kairos zu erfahren. Dieter Weische studierte Querflöte und erlernte die traditionelle Spielweise der Shakuhachi in der Schweiz, in Japan und Deutschland. Er arbeitet als Musiker und Musikpädagoge. Reinhard Schimmelpfeng arbeitet als freier Obertonkünstler, Komponist und Klangtherapeut. Umfangreiche Konzert- und Seminartätigkeit in Deutschland und dem benachbarten Ausland. „Als ich vor 27 Jahren bei einem der ersten Obertonkonzerte überhaupt mit Obertönen in Berührung kam, öffnete sich mir eine bis dahin völlig neue Klangwelt, die sich durch ihre Kraft und Reinheit, ihre Tiefe und Energie sowie durch ihre Ausbreitung im Raum und in mir selbst von all dem, was ich bislang gehört hatte, vollkommen unterschied. Seit meinem fünften Lebensjahr mache ich Musik und hatte doch bis dahin diese tiefe innere Verbindung mit den Klängen nicht gefunden, blieb meist äußerer Betrachter und Kritiker, auch beim Musizieren selbst. In meinem Instrumentalunterricht überwogen die technischen Aspekte. Und dann dieses Erlebnis, das eine bis dahin ungeahnte Sehnsucht in mir berührte – Kommunion mit Klang, Einverstandensein, Stimmigkeit. Ich hatte das Gefühl, dass diese Klänge mir zuhörten und nicht umgekehrt. Seitdem erlebe ich Musik nicht nur als Folge von Tönen, sondern vor allem als Anordnung von Räumen, die zu durchschreiten, zu durchgleiten sind – geladene und entspannte, intensivst gefüllte oder auch leere, vibrierende, plastische, formbare Klangräume, die zwischen den Tönen zu entdecken sind. Musik, die atmet, die mich atmen lässt und einlädt, auch meine inneren Räume zum Schwingen zu bringen." Mit freundlicher Unterstützung der Waldemar Koch Stiftung Foto © Frank Pusch 06.12. Saltarello: Karol Gajda Samstag, 06. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Erstmals bei der Konzertreihe mit Ausnahmetalenten im Sendesaal ein Posaunist als Solist: der junge polnische Musiker Karol Gajda. Karol Gajda - Posaune Mariya Kim - Klavier Programm: Paul Hindemith - Sonata Johann Georg Albrechtsberger - Konzert B-Dur für Altposaune Folke Rabe - Basta für Posaune solo Pause Launy Gröndahl - Concerto Zygmunt Stojowski - Fantasie Jacques Castérède - Sonatina Karol Gajda Der 1991 in Polen geborene Karol Gajada studierte zunächst in Krakau und zur Zeit in Hannover.  Der Stipendiat des polnischen Kulturministeriums ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe; so gewann er erste Preise 2011 beim Internationalen Wettbewerb „Citta di Porcia“ und 2010 beim Internationalen Wettbewerb Markneukirchen, einen dritten Preis beim Prager Frühling 2011 sowie weitere Auszeichnungen. Mit dem Gustav Mahler Jugendorchester und dem Schleswig-Holstein-Festivalorchester sammelte er Orchestererfahrungen, und schon am Anfang seiner jungen Karriere trat Karol als Solist auf mit dem Prager Kammerorchester, der Vogtland Philharmonie, der Chursächsischen Philharmonie, dem Baltic Philharmonic und dem Jupiter Chamber Orchestra. Mit Solo-Recitals, wie er es im Sendesaal spielen wird, präsentierte er sich u.a. in Hannover, Texas und Paris. Mariya Kim Geboren in einer Musikerfamilie in Sevastopol (Ukraine), erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht in Sevastopol und studierte später in Hannover und Warschau. Sie erhielt erste Preise bei Internationalen Wettbewerben in der Ukraine, in Frankreich, Polen, Italien, Griechenland, China, Korea, den USA... Konzertengagements führten sie durch viele weitere Länder sowohl als Solistin mit namhaften Orchestern als auch mit Klavierabenden. Ihre Debüt-CD mit Werken von Schumann ist bei Naxos erschienen. 07.12. DuoKlavitarre Sonntag, 07. Dezember 2014 | 18:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aus Polen stammt das Duo von Klavier und Gitarre, das sich Bearbeitungen polnischer und südamerikanischer Musik widmet. DuoKlavitarre Jolanta Ziemska - Klavier Maciej Ziemski - Gitarre Programm: Astor Piazzolla (1921 - 1992) -  Oblivion     Astor Piazzolla (1921 – 1992)  - Adios Nonino     Astor Piazzolla (1921 – 1992)   -  Libertango Claude Debussy (1862 – 1918) -   Golliwogg’s  cake–walk     Owen Middleton (1941) -    Variations on a Nursey Luigi Boccherini (1743 – 1805)  -  Introduction and Fandango   Vittorio Monti (1868-1922)  - Czardas                                         * Pause * Johann Kaspar Mertz (1806 – 1856)  - Divertissement über Motive der Oper "Rigoletto" von Giuseppe Verdi Op. 60 Fryderyk Chopin (1810 – 1849)  – Walc cis-moll     Op. 64 nr2        Fryderyk Chopin (1810 – 1849) –  Nokturn Es-Dur  Op. 9 nr 2      Fryderyk Chopin (1810 – 1849) – Mazurek g-moll Paulo Bellinati (1950)  - Jongo          Stanley Myers (1933 – 1993) -  Cavatina Gerhard Schwertberger (1941 - 2014) -   Cuatro piezas para dos         Roland Dyens (1955)   Tango en skai Nicht nur ein Ehepaar, sondern auch ein erfolgreiches Duo sind die aus Polen stammenden Musiker Jolanta Ziemska (Klavier) und Maciej Ziemski (Gitarre). Das Duo Klavitarre existiert seit zwölf Jahren. Beide Künstler absolvierten mit Auszeichnung die Musikakademie in Lodz, wo sie ihre Liebe und die Liebe zum gemeinsamen Spiel entdeckten. Jolanta Ziemska hat mit viel Erfolg an Wettbewerben und Festivals teilgenommen (u. a. bekam sie eine Auszeichnung beim Chopinwettbewerb in Lodz ( 2000). Die Künstlerin gibt Solokonzerte und spielt auch in Kammerensembles sowohl in Polen als auch in mehreren Ländern Europas: Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark, Italien, Bulgarien, und auch in Kanada und in den USA. Maciej Ziemski war während der Studienzeit Stipendiat des polnischen Ministers für Kultur und Kunst. Fortsetzend studierte er an der Hochschule für Künste in Bremen in der Meisterklasse von Jens Wagner und absolvierte sein Konzertexamen bei Prof. Bernard Hebb. Er machte etliche Aufnahmen für Radio und Fernsehen, darunter einige Uraufführungen der Modernen Musik ( Z. Szostak, S. Zamuszko, J. Bauer, C. Atilano, M. Bialas, R. Dantello…) Maciej ist nicht nur Konzertgitarrist sondern unterrichtet als Dozent gegenwärtig an der Hochschule für Künste in Bremen. Jolanta und Maciej haben die Internationalen Festivals in Grotniki und Jaroslaw (Polen) geleitet. Außerdem haben sie in Bremen die eigene Musikschule (ConTakte) gegründet. Als Duo Klavitarre bieten sie instrumentale Virtuosität, gepaart mit Spontaneität und traumhaft sicherem Zusammenspiel. Die ungewöhnliche Kombination ihrer Instrumente sowie überraschende Arrangements versprechen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Das Repertoire umfasst Barock, Klassik, Romantik und Moderne. 11.12. Russische Abende II: Anna Gorbachyova, Sopran, Evgeny Cherepanov, Klavier Donnerstag, 11. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Am zweiten Russischen Abend erleben Sie Romanzen und Lieder zusammen mit der russischen Sopranistin Anna Gorbachyova und dem Pianisten Evgeny Cherepanov am Klavier. Russische Abende II Anna Gorbachyova - Sopran Evgeny Cherepanov - Klavier Auf dem Programm stehen u.a. 6 Romanzen von Sergei Rachmaninow op. 38 und ausgewählte Romanzen von Peter Tschaikowski Anna Gorbachyova (Sopran) wurde im sibirischen Schuschenskoje geboren, studierte an der Royal Academy Opera in London bei L. Watson und A. Hyland. Schon während ihres Studiums debütierte sie erfolgreich als Musetta in Puccinis „La Bohème“ in der ungarischen Staatsoper, als Zhou bei der Weltpremiere von Davies „Kommilitonen!“ und als Königin der Nacht in Mozarts „Die Zauberflöte“ in der Royal Academy Opera, als Calisto in Cavallis „La Calisto“ bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, als Nymphe bei der Weltpremiere von Auerbachs „Gogol“ im Theater an der Wien und in der Hauptrolle in Strawinskis „Le Rossignol“ in der Lyon Oper. Gorbachyova ist die Gewinnerin der Gesangswettbewerbe in Innsbruck und Karlsbad und interessiert sich leidenschaftlich für Kammermusik. Sie trat beim internationalen Kammermusikfestival in Nürnberg, sowie beim Festival „Vier Jahrhunderte der französischen Musik“ im Moskauer Kreml auf. Evgeny Cherepanov (Klavier) wurde in Sverdlovsk Russland geboren, studierte am Ural Staatskonservatorium und an den Musikhochschulen in Hannover und Berlin bei den Professoren Arie Vardi und Gabrielle Kupfernagel. Seit 2010 lebt er mit seiner Familie in Bremen. Nachdem Evgeny Cherepanov den 2. Preis beim G. Enescu internationalen Musikwettbewerb und den 1. Preis beim L. Janacek internationalen Musikwettbewerb gewonnen hat, ist er nach Frankreich, Japan, Österreich, Rumänien und weiteren Ländern eingeladen worden und ist unter anderem unter Dirigenten wie Misha Katz, Nicholas Carthy und Emil Simon aufgetreten. Eine Veranstaltung von Evgeny Cherepanov 13.12. Fjarill: Leise Zeit Samstag, 13. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel, diesmal wieder als Duo im Sendesaal, treffen die vorweihnachtliche Stimmung perfekt: Leise Zeit. Fjarill Aino Löwenmark - Gesang, Flügel Hanmari Spiegel - Violine, Gesang Leise Zeit Tour Nach der rhythmischen Tiden-Tournee Anfang des Jahres 2014, die sie auch in den Sendesaal führte, lässt Fjarill das Ende des Jahres ganz besinnlich ausklingen mit dem Leitgedanken „Leise Zeit“. Sehr intim und sanfter denn je spielen Hanmari Spiegel (Südafrika) und Aino Löwenmark (Schweden) sowohl unveröffentlichte als auch bekannte Fjarillsongs, wie die Fans sie lieben. Es geht um die Ruhe, sphärische Klänge und den Blick nach innen. „Das Wesen ist an und es spürt sich selbst“, wie die Schwedin Aino Löwenmark die innere Wahrnehmung beschreibt. „Das Wesen kann die Seele, aber es kann auch ein Schmetterling sein. Wenn Hanmari und ich zusammenspielen, sind wir ganz nah bei uns selbst, so wie wir sind, ganz ohne Ablenkung. Mit unserer Musik kommen wir unserem Inneren näher.“ In feinen Arrangements wird das Publikum in der träumerische Klangwelt von Fjarill auf eine harmonische zeitlose Reise mitgenommen. www.fjarill.com Foto © Tristan Ladwein 14.12. Komponistenpolyphonie: Fabian Panisello Sonntag, 14. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das jährliche Porträtkonzert des Instituto Cervantes, in dem ein zeitgenössischer spanischer Komponist vorgestellt wird. In diesem Jahr ist es Fabian Panisello. Es spielt das Plural Ensemble Leitung: Fabian Panisello Iwona Sobotka - Sopran (als Gast) Rui Borges - Flöte Carmen Domínguez - Klarinette Ema Alexeeva - Violine Ana Maria Alonso - Viola David Apellaniz - Violoncello Alberto Rosado - Klavier Programm: Fabián Panisello Responsoriales für Violine und Klavier Fabián Panisello Cadenza  für Violine solo Fabián Panisello Canciones de Silvia  für Stimme und Klavier Fabián Panisello Cinco piezas métricas für Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Violoncello Pause Fabián Panisello Moment Hebel  für Violine, Cello und Klavier, Chaos’ Dream für Violoncello und Klavier Fabián Panisello Estudios für Klavier Fabián Panisello Poemas de Alejandra Pizarnik für Stimme, Viola und Klavier   Fabián Panisello L’ ineluttabile destino di ogni cosa für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier Fabián Panisello wurde 1963 in Buenos Aires geboren und wuchs dort auf. Er studierte am Mozarteum in Salzburg. Heute lebt und arbeitet er in Madrid. Zu seinen Lehrern zählen Francisco Kröpf, Boguslaw Schaeffer, Elliott Carter, Franco Donatoni, Brian Ferneyhough und Luis de Pablo. Durch Peter Eötvös kam er zum Dirigieren; Fabián Panisello gründete sein eigenes Ensemble, das Plural Ensemble. Als Komponist erhielt er u.a. Aufträge durch das Orquesta Nacional de España, das Orchester der Comunidad de Madrid und das Arditti Quartet. Sein Stück Cuadernos para Orquesta erhielt 2004 den Rodolfo Halffter Preis. Heute zählt Panisello zu den führenden Persönlichkeiten in Madrids Musikleben; er ist Akademischer Direktor der Escuela Superior de Música Reina Sofía und des Instituto Internacional de Música de Cámara. Panisello ist außerdem Mitglied der Gruppe Música Presente, die herausragende Komponisten und Interpreten zusammenbringt, um die zeitgenössische Musik zu fördern und in der Gesellschaft präsenter zu machen. Mitschnitt Radio Bremen/Nordwestradio 21.12. residenz@sendesaal: Süssmann Trio Sonntag, 21. Dezember 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) Für dieses vorweihnachtliche Konzert holen sich Tanja Tetzlaff und Florian Donderer ihre langjährige Kammermusikfreundin, die norwegische Pianistin Gunilla Süssmann, als Partnerin. Florian Donderer - Violine Tanja Tetzlaff - Violoncello Gunilla Süssmann - Klavier Programm: Lili Boulanger: Deux pièces en trio (Piano Trio) (1918) Frank Martin: Klaviertrio über irische Volkslieder (1925) Felix Mendelssohn-Bartholdy: Trio d-Moll für Violine, Violoncello und Klavier, op. 49 (1839) Kurz vor Weihnachten sind wir sehr glücklich, unsere liebe Freundin  Gunilla Süssmann wieder im Sendesaal zu Gast zu haben, und das mit einem uns sehr ans Herz gewachsenen Trioprogramm, das wir immer wieder, auch in ihrer Heimat Norwegen, gern gespielt haben. Die zwei Stücke der hochbegabten, leider viel zu früh verstorbenen Lili Boulanger waren für uns echte Entdeckungen und führen einen von tiefster Verzweiflung zu der Fröhlichkeit eines unbesorgten Frühlingsmorgens. Das Trio von Martin basiert auf Themen und Rhythmen irischer Volksmusik und macht dementsprechend einen Riesenspass beim Spielen (endlich Fiddelmusik spielen dürfen!) und Zuhören ...Und wie so oft bei Mendelssohn rührt auch das d- Moll Trio auf ganz besondere Weise  an und drückt tief menschliche und verletzliche Seelenzustände aus. Wie wünschen allen  mit diesem Abend einen abwechslungsreichen Übergang in die Weihnachts- und Winterzeit !! Tanja Tetzlaff und Florian Donderer Mit freundlicher Unterstützung der Heinz-Peter und Annelotte Koch Stiftung
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 30.11.14  +  

Robin Wood-Newsletter: >> Protest gegen Atomtransporte

Lebensgefährliche Atomtransporte finden permanent und quer durch die Republik statt, ohne dass die Bevölkerung informiert wird und ohne dass die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend sind. In jüngster Zeit kam es dabei verschiedene Male fast zu Katastrophen, so zum Beispiel beim Brand eines Atomschiffs auf hoher See. Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, hatten Aktivist_innen am 10. November in Hamburg einen Uran-Zug mehr als sieben Stunden lang aufgehalten. Am 19. November beriet im Bonner Bundesforschungsministerium der Aufsichtsrat des Atomforschungszentrums Jülich über den Export von Unmengen hochradioaktivem Atommüll in die USA. Auch hier protestierten Aktive gegen diese rechtswidrigen und unverantwortlichen Transporte (hier ein Artikel aus dem aktuellen ROBIN WOOD-Magazin dazu) mit dem Slogan: ”Auf Schiene, auf Straße, im Hafen und Meer – Atomtransporte stoppen, wir stellen uns quer!“.
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 30.11.14  +  

(Connection e.V.) > USA: Irakkriegsverweigerin vor Militärgericht

Wie uns die US-Organisationen Courage to Resist und Nuclear Resister mitteilten, wird die Irakkriegsverweigerin Sara Beining am 9. Dezember 2014 wegen zweimaliger Unerlaubter Abwesenheit vor einem Militärgericht stehen. Derzeit ist Sara Beining in einem zivilen Bezirksgefängnis inhaftiert. Sara Beining droht eine lange Haftstrafe. Sara Beinings Dienst im Geheimdienst der US-Armee im Irak von Dezember 2005 bis November 2006 ließ bei ihr ernsthafte Zweifel aufkommen, ob es für sie überhaupt möglich sein würde, ihre Werte, auf die sie den Eid geleistet hatte, in der Armee zu bewahren. Sie stellte tägliche Berichte über die Opferzahlen zusammen und sah die Bänder der Videoüberwachung zu den Kämpfen in Bagdad durch. Wiederholt sah sie Tod und Blutbäder, war aber machtlos, um irgendwie helfen zu können. "Je länger ich im Irak war, umso mehr realisierte ich, dass wir dort tatsächlich nichts taten, um unsere eigene Verfassung zu verteidigen. Im Irak gab es keine Massenvernichtungswaffen. Das Schlimmste, was es dort an Waffen gab, war das abgereicherte Uran im Süden des Landes. Viele irakische Frauen gebaren Kinder mit Geburtsfehlern und die erste Frage war dann: ‚Ist das normal?‘ Es hatten auch viele SoldatInnen Symptome der Verstrahlung. Zweifellos halfen wir dort drüben nicht unserem Land." Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann verließ sie vor sechs Jahren die Armee und tauchte unter. Im September 2008 bekamen sie eine Tochter, die Sara Beining seit ihrer Trennung alleine erzieht. Am 14. September 2013 wurde sie wegen eines Verkehrsdelikts angehalten, verhaftet und schließlich dem Militär in Fort Carson, Colorado, überstellt. In Fort Carson wurde Sara Beining nicht in Haft genommen, sondern hatte Aufgaben im Büro zu erledigen und sollte abwarten, wie das Militär weiter verfährt. Sie hoffte darauf, dass sie, wie andere Verweigerer zuvor, ohne Strafverfahren aus dem Militär entlassen wird. Aber sie wurde als Konsequenz für ihre Antikriegs-Aktivitäten wiederholt mit der Eröffnung eines Vorverfahrens bedroht sowie dem Verlust des Sorgerechts für ihre Tochter. "Ich versuchte ein weiteres Jahr das Spiel mitzuspielen", sagte sie "aber ich wurde nur hingehalten". Im Juli 2014, nachdem die USA die Bombardierungen im Irak durch die Luftwaffe wieder aufgenommen hatte, konnte Beining nicht länger im Dienst auf eine Entscheidung warten. Sie entschied, sich erneut unerlaubt zu entfernen, sich erneut öffentlich gegen den Krieg auszusprechen und die Regierung dazu zu zwingen, in ihrem Fall zu handeln. Connection e.V. bittet gemeinsam mit Courage to Resist und Nuclear Resister um Solidaritätsschreiben an Sara Beining. Diese können online über http://www.Connection-eV.org/beining-form versandt werden.   gez. Rudi Friedrich   Weitere Informationen unter www.Connection-eV.org/article-2044
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 27.11.14  +  

TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V.: Wer kriegt den "Zornigen Kaktus"?

Negativ-Preis für sexistische Werbung: Ab dem 3. November können Sie online für ihren Favoriten für den Zornigen Kaktus abstimmen „Sex Sells“ ist leider immer noch eine beliebte Strategie der Werbeindustrie. Da viele Unternehmen trotz Kritik ignorant sind, setzen wir mit unserem Negativ-Preis zu frauenfeindlicher Werbung ein Zeichen: Wir wehren uns! Über 100 Firmen wurden von Ihnen für den Zornigen Kaktus vorgeschlagen. Aktuell wählt die Jury aus diesen Vorschlägen drei Favoriten aus. Danach haben Sie das letzte Wort: Ab dem 03.11. können Sie auf unserer Internetseite und bei Facebook die frauenfeindlichste Werbung auswählen.   Ihre Vorschläge für den Negativ-Preis "Der zornige Kaktus"  
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 01.11.14  +  

Solidarität mit Kobane und Sengal !

Nachdem die Terrmormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und im Irak Gebiete erobert hat, sind seit mehreren Monaten die Stadt Kobanê und die Region Şengal stark umkämpftes Gebiet. Bei den Angriffen in Şengal wurden Tausende, überwiegend yesidische Kurd_innen vom IS ermordet und hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Aktuell drohen weitere Massaker.   In Kobanê leisten die lokalen Selbstverteidigungskräfte YPG und YPJ gemeinsam mit der PKK und verbliebenen Bewohner_innen der Stadt seit Wochen verzweifelt Widerstand. Sollte der IS die Stadt Kobanê einnehmen, droht die ganze Region Rojava zu fallen und damit das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher kultureller und religiöser Gruppen vom Terror des IS zerstört zu werden. In Rojava hat sich in den letzten Jahren ein basisdemokratisches Selbstverwaltungsmodell entwickelt, dessen Grundlagen eine gemeinschaftliche Wirtschaftsweise, Ökologie und Gleichberechtigung sind. In Rojava wird versucht, ein alternatives menschlicheres und gerechteres Zusammenleben zu gestalten, das nun in höchster Gefahr ist.   Die Türkei spielt dabei ein doppeltes Spiel: Obwohl sie offiziell Teil der Anti-IS-Allianz ist, blockierte sie wochenlang militärische und humanitäre Hilfe für die bedrohte Stadt Kobanê. An der Grenze werden Flüchtlinge durch türkische Sicherheitskräfte angegriffen. IS-Kämpfer_innen können hingegen die Grenzen ungehindert passieren und nutzen die Türkei als Rückzugs- und Anwerbegebiet. Proteste in der Türkei gegen diesen Kurs der Regierung werden äußerst brutal niedergeschlagen; es gibt bereits zahlreiche tote Demonstrant_innen.   Erdogan will ein unabhängiges, selbstverwaltetes Rojava verhindern. Die türkische Regierung setzt die demokratischen Verteidiger_innen von Rojava offen mit den faschistischen Kämpfer_innen des IS gleich.   Auch in der Bundesrepublik ist die PKK bis heute verboten und Unterstützer_innen werden auch hierzulande juristisch verfolgt. Die Kriminalisierung der PKK, die eine progressive und demokratische Entwicklung in der Region propagiert, wirkt geradezu absurd. Stattdessen verkaufen deutsche Unternehmen Waffen an Saudi Arabien und Katar. Beide Staaten haben den IS finanziert.   Eine Unterstützung durch Bodentruppen der NATO oder der Türkei lehnen die Kämpfer_innen in Kobanê ab. Stattdessen fordern sie eine Ende der Unterstützung des IS durch die Türkei und einen Korridor über die türkische Grenze nach Kobanê für humanitäre und militärische Hilfsgüter.   Noch ist der Widerstand in Kobanê und Şengal nicht gebrochen und es liegt an uns allen, uns solidarisch zu zeigen und alle vom IS-Terror Betroffenen bestmöglich zu unterstützen. Erhöhen wir den Druck – auch hier in Deutschland. Es gilt auch hier IS-Sympathisant_innen und Salafisten entschlossen entgegen zu treten. Genauso stellen wir uns gegen die rassistischen Mobilisierungen gegen den IS, wie aktuell durch rechte Hooligans in Köln, die das Thema für ihre menschenfeindliche Ideologie instrumentalisieren.   Am 1. November werden alle Menschen, die sich mit dem Widerstand von Kobanê und Şengal solidarisieren, dazu aufgerufen, im Rahmen des weltweiten Aktionstages „Global Rally for Kobanê“ auf die Straße zu gehen. Am 1. November soll überall auf der Welt gezeigt werden, dass der Widerstand gegen den IS-Faschismus nicht alleine ist.   Solidarität mit den Menschen in Rojava und Şengal! Unterstützung der basisdemokratischen selbstverwalteten Strukturen in Rojava! Stoppt die Unterstützung des IS! Für die Aufhebung des PKK-Verbotes!
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
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yasni 29.10.14  +  

Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im November

Auch im kommenden Monat ist im Sendesaal Hochsaison. 15 Konzerte erwarten Sie: u.a. das renommierte Amaryllis Streichquartett, das bei uns eine neue eigene Konzertreihe beginnt (herzlich willkommen!), auch der Pianist Evegeny Cherepanov hält den ersten von 3 Russischen Abenden. Der Cellist Stephan Schrader gibt an einem Tag sämtliche Bach Solosuiten. Freunde Neuer Musik kommen auf ihre Kosten: es steht der 90. Geburtstag des Komponisten Klaus Huber mit 2 Konzerten an, und auch 2 Konzerte des Festivals der projektgruppe neue musik (pgnm) finden im Sendesaal statt. Ein eigenes kleines Festival gönnt sich Songs & Whispers zum 5-jährigen Bestehen der Tourneereihe. Uli Beckerhoffs International Škoda Allstar Band macht bei uns Station, ebenso wie der holländische Pianist Rembrandt Frerichs, der norwegische Fiddler Gjermund Larsen und die kubanische Pianistin Marialy Pacheco mit ihren Trios u.a. Einzelheiten finden Sie weiter unten. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 05.11. amaryllis 3x3: Rauschende Klänge 06.11. Russische Abende I: Evgeny Cherepanov, Klavier 07.11. Rembrandt Frerichs Trio (NL) 08.11. Songs & Whispers Pure & Acoustic Special #3 09.11. Geburtstagskonzert zu Klaus Hubers 90. 12.11. International Skoda Allstar Band 13.11. Gjermund Larsen Trio (NO) 16.11. Stephan Schrader spielt sämtliche Bach Cello-Solosuiten 18.11. Sinfonia Insieme 19.11. Triosence 21.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik I 22.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik III 27.11. Marialy Pacheco Trio feat. Joo Kraus 28.11. Lutz Görner: Beethoven - sein Leben, seine Musik 29.11. Detmolder Kammerorchester 05.11. amaryllis 3x3: Rauschende Klänge Mittwoch, 05. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 25 Euro / 10 Euro) amaryllis 3x3, heißt die neue Streichquartett-Reihe, die das renommierte Amaryllis Quartett im Sendesaal macht, das bisher immer nur nicht-öffentlich bei uns seine CDs aufgenommen hat. Amaryllis Quartett Gustav Frielinghaus - 1. Violine Lena Wirth - 2. Violine Lena Eckels - Viola Yves Sandoz - Violoncello "Rauschende Klänge" Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett KV 499 "Hoffmeister" György Ligeti: Streichquartett Nr. 1 Claude Debussy: Streichquartett g-Moll Ganz im Zeichen der rauschenden Klänge, des Klang-Rausches, steht das erste Konzert des Amaryllis Quartetts im Sendesaal. Den Anfang macht Mozarts sogenanntes Hoffmeister-Quartett, das in seiner Harmonik schon auf Schubertsche Wendungen vorausweist. Die Klänge in Ligetis wildem, aufregendem erstem Streichquartett wirken oft orchestral, sind geprägt von Clustern und Glissandi und illustrieren die Orientierung des jungen Komponisten an Bartok und Berg. Debussys Streichquartett, ein impressionistisches Klanggemälde, in dem die Themen in harmonischer Mehrdeutigkeit schillern und ständigen Veränderungen unterworfen sind, das aber auch voller rhythmischer Finessen steckt, beschließt den Abend. Veranstalter: Freunde des Amaryllis Quartetts e.V. 06.11. Russische Abende I: Evgeny Cherepanov, Klavier Donnerstag, 06. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro / 15 Euro) In drei Russischen Abenden wird Ihnen Evgeny Cherepanov vor allem die Stücke von russischen Komponisten präsentieren, die man in Konzerten eher seltener erleben kann. Den Anfang macht er in einem Klavierabend mit Stücken von Skrjabin, Borodin und Rachmaninow. Russische Abende I Evgeny Cherepanov - Klavier Programm Alexander Skrjabin: 24 Präludien op. 11 Klaviersonate No. 4 op. 30 Pause Alexander Borodin: Aus Petite Suite Sergei Rachmaninow: Klaviersonate No. 2 op. 36 (1. Fassung, Jahr 1913) Evgeny Cherepanov (Klavier), wurde in Sverdlovsk Russland geboren, studierte am Ural Staatskonservatorium und an den Musikhochschulen in Hannover und Berlin bei den Professoren Arie Vardi und Gabrielle Kupfernagel. Seit 2010 lebt er mit seiner Familie in Bremen. Nachdem Evgeny Cherepanov den 2. Preis beim G. Enescu internationalen Musikwettbewerb und den 1. Preis beim L. Janacek internationalen Musikwettbewerb gewonnen hat, ist er nach Frankreich, Japan, Österreich, Rumänien und weiteren Ländern eingeladen worden und ist unter anderem unter Dirigenten wie Misha Katz, Nicholas Carthy und Emil Simon aufgetreten. Eine Veranstaltung von Evgeny Cherepanov 07.11. Rembrandt Frerichs Trio (NL) Freitag, 07. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Nach seinem eindrucksvollen Konzert im Dunkeln im letzten Jahr ist das Trio des holländischen Pianisten Rembrandt Frerichs nun im Hellen zu hören. Rembrandt Frerichs Trio Rembrandt Frerichs - Piano Guus Bakker - Bass Vinsent Planjer - Schlagzeug Rembrandt Frerichs ist ein Pianist mit weitem Horizont. Er ist vertraut mit der amerikanischen Jazztradition, will aber ausgetretene Pfade vermeiden. Es inspiriert ihn sowohl die klassische europäische Musik als auch seine Leidenschaft für arabische Musik, die er in einem 2-jährigen Ägyptenaufenthalt entwickelte. Der jetzt 34-jährige machte mit 23 sein Debut beim North Sea Festival und studierte sowohl in New York als auch in Holland. Bereits sein Debutalbum 2007 wurde für den Edison Award nominiert. 08.11. Songs & Whispers Pure & Acoustic Special #3 Samstag, 08. November 2014 | 16:00 Uhr | Tickets 25 Euro (ermäßigt 20 Euro) Zu 5 Jahre Songs & Whispers gibt es dieses kleine Festival, in dem ab 16:00 Uhr einige der Protagonisten der Reihe an einem Abend auftreten werden. Line-Up (alphabetisch): AIREENE ESPIRITU  (US) AXEL KRUSE  (GER) BREMER UKULELENORCHESTER (GER) DAISY CHAPMAN  (UK) JAIMI FAULKNER  (AU) OLLY WILLS (THE EPSTEIN)  (UK) RICHARD NEUBERG (VIAROSA)  (UK) SOMEDAY JACOB  (GER) TOM CORBETT (US) Die Songs & Whispers-Konzerte im Bremer Sendesaal sind längst kein Geheimtipp mehr und zählen zu den jährlichen Höhepunkten des Musiknetzwerks. Anlässlich seines fünf-jährigen Bestehens macht das Musiknetzwerk Songs & Whispers ein ganzes Festival. In der dritten Ausgabe unter dem Motto „Pure and Acoustic“ werden sowohl Künstler auftreten, die seit der Gründung im Jahr 2009 Teil des Netzwerks sind, aber auch jene, die in den letzten ein oder zwei Jahren hinzugekommen sind. Allen gemeinsam sind Bestrebungen nach zukünftigen Projekten mit Bremens Ausnahme-Kulturprojekt. „Das Programm ist so bunt, wie das Regenbogen-Logo von Songs & Whispers - eine Mischung aus alten Songs & Whispers-Hasen und neu dazugekommenen Künstlern aus verschiedenen Musikrichtungen!“, so Veranstalter Heiko Grein über das Geburtstags-Festival. "Fünf Formationen - vom Duo bis hin zum Ukulelenorchester - aus drei Kontinenten werden handgemachte Musik aus den Bereichen Folk, Indie, Bluegrass und einem Hauch Country präsentieren.“ Die selbsternannte „Sinner-Songwriterin“ DAISY CHAPMAN in Begleitung ihrer Violinistin Sue Lord sind in Deutschland längst keine Unbekannten mehr, so blicken beide auf ausverkaufte Konzerte im Sendesaal, aber auch in anderen renommierten Spielstätten zurück. Derartige Erfolge mündeten unlängst in einer Nominierung für die American Songbirds und Guests im März 2015. Ein Heimspiel haben die Bremer AXEL KRUSE und Jörn Schlüter alias SOMEDAY JACOB, die beide ihre Bandmitgleider aus ganz Deutschland zusammen trommeln. Someday Jacob, der einst das allererste Songs & Whispers Konzert bestritt, bekommt Besuch auf der Bühne; zwei weitere Musiker aus der Anfangszeit haben sich als Special Guests angekündigt: Richard Neuberg alias VIAROSA und Olly Wills, Bandleader von THE EPSTEIN. Kruse knüpft mit seiner Performance an seinen Sendesaal-Auftritt aus dem November 2013 an und kündigt an: „Es wird noch mehr krachen als beim letzten Mal!“. Die gebürtige Filipina und Ukulelen-Virtuosin AIREENE ESPIRITU staunte nicht schlecht, als sie in ihrer Wahlheimat USA die Worte „Songs & Whispers“ in einem Vortrag von TOM CORBETT hörte. Der Mandolinen-Spieler Corbett und Espiritu waren unabhängig voneinander in Deutschland auf Tour und fanden in der Ferne dank ihrer gemeinsamen Erfahrung zusammen. Nun haben sie speziell für das Konzert am 8. November gemeinsame Songs eingeübt, die sogar das Interesse des Bremer Ukulelenorchesters geweckt haben, das zusammen mit den beiden Musikern auf der Bühne stehen wird. 09.11. Geburtstagskonzert zu Klaus Hubers 90. Sonntag, 09. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Q3G dreigenerationenquartett spielt zum 90.Geburtstag des Komponisten Klaus Huber. Q3Gdreigenerationenquartett Egidius Streiff - Violine Daphné Schneider - Violine Mariana Doughty - Viola Walter Grimmer - Cello Programm: Klaus Huber - „Von Zeit zu Zeit“ 2. Streichquartett (1985)   Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartett in C, KV465 „Dissonanzenquartett“ *************** Klaus Huber . Moteti – Cantiones, 1. Streichquartett (1963) Klaus Huber (geb. 30.11.1924 in Basel) ist einer der wichtigsten lebenden Komponisten und vor allem Kompositionslehrer. Generationen von heute prägenden Komponisten sind durch seine Schulen in Basel, Boswil und Freiburg  gegangen. Ein weiteres Konzert zu Klaus Hubers 90. Geburtstag findet am 18. November bei uns statt. Das Q3Gdreigenerationenquartett wurde von Walter Grimmer ins Leben gerufen: Der Doyen unter den Schweizer Cellisten spielt zusammen mit dem Geiger Egidius Streiff, der Solobratschistin des Kammerorchester Basel Mariana Doughty sowie mit der jungen Daphné Schneider, die gegenwärtig bei Adelina Oprean ihr Masterstudium abschliesst. Grimmer beschreibt das Vorhaben so: „Über die Generationen hinweg suchen wir einen neuen Zugang zu Klaus Hubers Musik als Geburtstagsgeschenk –  für ihn wie für uns!“ Walter Grimmer studierte in Bern bei Richard Sturzenegger. Bern war auch sein erster Wirkungsort, zuerst als Solocellist des Berner Symphonieorchester und der Camerata Bern,  sowie als Professor der Musikhochschule und später als Cellist im Berner Streichquartett und im Trio mit Igor Ozim und Ilse von Alpenheim. Ebenso wichtig war sein Einfluss als Pädagoge in Bern und später an der ZHdK in Zürich, liest sich seine Schülerliste doch wie ein Who’s who der Schweizer Celloszene: Demenga, Rosenfeld, Schneider, Singer, Nyffenegger u.v.a.m. Seine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Holliger, Yun und insbesondere Klaus Huber führte zu gefeierten Uraufführungen, so z. B. mit "...die Seele muss vom Reittier steigen“ in Donaueschingen. www.waltergrimmer.com Mariana Doughty wurde in Cornwall geboren spielte schon früh Geige und seit ihrem zwölften Lebensjahr Bratsche.  Sie erhielt ihre Ausbildung in der Chethams School of Music in Manchester und erwarb einen MA in Cambridge. Sie ist jetzt in Basel zu Hause und genießt die Abwechslung zwischen zeitgenössischer und alter Musik, sowie zwischen Orchester- und Kammermusik. Mit dem Streiff Trio und dem Ensemble Antipodes war sie an den meisten wichtigen Festivals zu hören. Mariana ist seit zehn Jahren Solobratschistin des Kammerorchesters Basel und unterrichtet an der Musik Akademie Basel. Daphné Schneider (1991) erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von 4 Jahren an der Musik-Akademie Basel. Gegenwärtig absolviert sie einen Master of Performance bei Prof. Adelina Oprean an der Hochschule für Musik Basel, welchen sie im Frühjahr 2014 abschliessen wird. Zugleich studiert sie Barockvioline an der Schola Cantorum Basiliensis bei David Plantier. Daphnés besondere Liebe fliegt zur Kammermusik, so hat sie in verschiedenen Formationen gewirkt, u.a. im La Strada Quartett. Sie gewann mehrere Preise beim schweizerischen Jugendmusikwettbewerb und nahm an diversen Meisterkursen teil, so erhielt sie wichtige musikalische Impulse u.a. von Rainer Schmidt, Gerhard Schulz, Ernst Kovacic, John Holloway und Silvia Simionescu. Egidius Streiff studierte bei Hansheinz Schneeberger. Seither hat er unzählige zeitgenössische Werke zur Uraufführung gebracht, so Wang Xilings Violinkonzert op. 39 mit dem China National Symphony Orchestra in Beijing, Lothar Voigtländers Violinkonzert „Emphasis“ in Dresden, oder auch im September 2012 das zweite Violinkonzert von Harry Crowl mit dem Orquestra de Parana in Curitiba. Bis 2007 war er künstlerischer Leiter des Ensemble Antipodes (ISCM Ensemble in residence2006) und Kurator der international beachteten Ausstellung „Adolf Busch in Riehen“ (2009). Er ist Gründer der mongolischen Chuluun Stiftung für den zentralasiatischen Austausch und Initiant des innerkoreanischen Begegnungsprojekt „parallel worlds“ unter dem Patronat der Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey: Unvergesslich bleibt die Aufführung von Schoecks Violinkonzert mit dem YII-Orchester Pyöngyang in 2005, und das daraus resultierende Projekt pyongyangklang.ch vom November 2008 gilt als Meilenstein der kulturellen Zusammenarbeit mit Nordkorea. 2012 gründet er mit dem inhaltsorientierten Genossenschaftslabel streiffzug.com einen Gegenentwurf zur rein gewinnorientierten CD-Produktion. www.streiffzug.com Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens-Stiftung und Pro Helvetia 12.11. International Skoda Allstar Band Mittwoch, 12. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Spiritus rector der International Škoda Allstar Band, die seit Jahren in wechselnden Besetzungen namhafter Europäischer Jazzmusiker auftritt, ist der Trompeter Uli Beckerhoff. Als Gast dabei diesmal die Sängerin Norma Winstone. Besetzung: Uli Beckerhoff – Trompete / Deutschland Matthias Nadolny – Saxofon / Deutschland Peter O`Mara – Gitarre / Australien Glauco Venier – Piano / Italien Ingo Senst – Bass / Deutschland Bruno Castellucci – Schlagzeug / Belgien als Gast:  Norma Winstone – Gesang / England Die Musiker der International Škoda Allstar Band kennen sich untereinander schon seit vielen Jahren und haben in den unterschiedlichsten Besetzungen miteinander gearbeitet. In dieser Besetzung trafen sie sich zum ersten Mal beim internationalen Workshop des Jazzclubs Eurocore in Trier, der sie dreizehn Jahre lang als Dozententeam verpflichtet hat. Bei den alljährlichen Dozentenkonzerten in Trier entstand die Idee, mit dieser Band weitere Konzerte in Deutschland zu geben. So traten in den vergangenen Jahren die Musiker gemeinsam bei mehr als 90 Konzerten auf Festivals, Fernsehkonzerten und in Theatern, Philharmonien und auch mit dem Symphonie-Orchester der Stadt Trier beim europäischen Kulturstadt-Jahr 2007 in Luxemburg und Trier mit großem Erfolg auf. Mit Unterstützung des Kulturpartners Škoda Auto Deutschland gibt die Band im November wieder Konzerte in Deutschland. Nach vielen renommierten Stars der internationalen Jazzszene wie John Taylor, Maria Pia DeVito, Ack van Rooyen, Sonnica Yepes, Rosani Reis und Charlie Mariano konnte für die Tournee im Jahre 2014 die Sängerin Norma Winstone als Gaststar gewonnen werden. Die Musik der International Škoda Allstar Band ist so vielfältig wie die unterschiedlichen musikalischen und kulturellen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder. Sie bezieht ihre Quellen aus dem zeitgenössischen Jazz, der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts und dem „american songbook“.  Das Programm besteht überwiegend aus Kompositionen der einzelnen Musiker und wird in den unterschiedlichsten Besetzungen vom Duo bis zum Septett dargeboten. Da alle Gruppenmitglieder vom Publikum und den Journalisten als große Persönlichkeiten und Stilisten auf ihren Instrumenten angesehen werden, kann man diese Formation durchaus als ein musikalisches Großereignis ansehen. So erwartet das Publikum  bei den Konzerten dieser außergewöhnlichen Gruppe ein Abend von großer musikalischer Ausdruckskraft, Intensität und Kreativität, stupenden instrumentalen Fähigkeiten, großer musikalischer Vielfalt, Spielfreude und Humor. Als diesjähriger Gast ist dabei:
 Norma Winstone - Gesang Norma Winstone ist die erste Europäerin, die eine weltweite Karriere als Jazzsängerin gemacht hat. Sie ist die erste. Die die Voraussage ihres berühmten Kollegen Jon Hendricks in die Tat umgesetzt hat: „ Eines Tages wird ein/e Sänger/in zugleich über Lyrics und Musik improvisieren können.“ Sie hat einen unverwechselbaren Sound und Ausdruck mit Ihrer Stimme entwickelt, der die Kritiker weltweit zu Lobeshymnen hinreißt und den das Jazzjournal International schreiben lässt: „ Norma Winstone`s voice is one oft he glories of contemporarry jazz ! „ Norma Winstone studierte am Trinity College in London Piano und Orgel und gegann gleichzeitig eine Karriere als Jazzsängerin. Durch Auftritte im berühmten Ronnie Scott`s Club machte sie sich schnell einen Namen in der englischen Jazzszene. So arbeitete sie u.a. zusammen mit Musikern wie Michael Garrick, Mike Westbrook, John Taylor, Michael Gibbs und John Surman. Sehr schnell führte sie dann die die Listen der besten Jazzsängerinnen in Jazz-Polls internationaler Magazine an. Gemeinsam mir Kenny Wheeler und John Taylor gründete sie die Gruppe Azymuth, die weltweit, unterstützt durch viele Veröffentlichungen auf dem renommierten Label ECM, Konzerte gab. Ihr eigenes, legendäres Album   „ Somewhere called home „ , ebenfalls auf ECM, gilt mittlerweile als Klassiker. Ihre Stimme wurde ein wichtiger Klang in der Musik des Trompeters Kenny Wheeler, was besonders auf der CD „ Music for small and large ensemble „ (ECM) von Kenny Wheeler deutlich wird. Darüberhinaus hat Norma Winstone mit ausdrucksstarken und poetischen Lyrics für Kompositionen von u.a. Ralph Towner, Egberto Gismonti, Kenny Wheeler, Ivan Lins und Steve Swallow zum weltweiten Erfolg vieler Titel beigetragen. Sie arbeitete zusammen u.a. mit Dave Holland, Peter Erskine, John Abercrombie, Fred Hersch, Gary Burton sowie vielen Radio Big Bands in Europa. Mit Colin Towns  und der NDR Big Band verbindet sie eine äußerst erfolgreiche Produktion „ It is later than you think „ , die bei vielen Live-Konzerten in Deutschland und Europa aufgeführt wurde. Im Jahr 2007 war sie Solistin bei einer  großen Produktion von Michael Gibbs und der INTERNATIONAL SKODA ALLSTAR BAND mit dem Sinfonieorchester der Stadt Trier anläßlich der europäischen Kulturhauptstadt Luxembourg 2007. Im gleichen Jahr wurde Norma Winstone als erste Musikerin  von der englischen Königin persönlich mit dem MBE Award ausgezeichnet. Seit vielen Jahren arbeitet sie im Trio mit dem italienischen Pianisten Glauco Venier und dem deutschen Saxophonisten Klaus Gesing zusammen und hat drei Alben bei ECM veröffentlicht. Mit diesem Trio erhielt sie 2009 eine Grammy Nominierung. Im Jahr 2012 war sie Solistin gemeinsam mit Uli Beckerhoff, Matthias Nadolny und Glauco Venier bei Veniers Kompositionen für Sinfonieorchester und Big Band. Diese wurden aufgeführt im Theater in Udine und sind 2014 als DVD und CD erschienen. Mehr Infos unter: www.normawinstone.com Uli Beckerhoff - Trompete/Flügelhorn Seit über 30 Jahren gehört Uli Beckerhoff zu den namhaftesten Trompetern in Europa. Als Trompeter und Komponist ist er auf mehr als 40 LPs / CDs vertreten, viele davon unter eigenem Namen. Er spielte auf nahezu allen großen Festivals in Europa und gastierte für das Goethe-Institut in elf afrikanischen Staaten und ganz Europa. Zusammenarbeit u.a. mit Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano, John Scofield, Norma Winstone, John Taylor, Maria João, Adam Nussbaum, Marilyn Mazur, Arild Andersen, Anders Jormin, John Abercrombie, Dave Liebman und Michael Gibbs. Er komponiert Film-, Theater- und Hörspielmusik für diverse Ensembles, Big Bands und Sinfonieorchester. Er arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Werner Schroeter, Hans Kresnik und Rudolf Thome zusammen. Er ist Professor für Jazztrompete an der renommierten Folkwang Hochschule in Essen und Dozent bei nationalen und internationalen Jazzworkshops. Er war künstlerischer Berater bei der Kulturhauptstadt Europas (Weimar 1999) und ist "artistic director" von jazzahead!, dem großen internationalen Festival und Forum für Jazz in Bremen. www.ulrich-beckerhoff-jazz.com Matthias Nadolny -  Tenorsaxofon   Tourneen, Konzerte und Festivalauftritte führten ihn durch ganz Europa. Als Solist in Bands verschiedenster Stilistiken arbeitete u.a. zusammen mit Toto Blanke, John Taylor, Eje Thelin, John Abercrombie, Trilok Gurtu, Benny Bailey, Lee Konitz, Norma Winstone, Glauco Venier und Maria de Fátima. Er ist Dozent an der renommierten Folkwang Hochschule in Essen und bei diversen Jazzworkshops in Italien, Holland und Deutschland. Immer wieder rühmt die Kritik seinen rauchigen, sonoren und unverwechselbaren Tenorsound, der auf vielen CD-  und Rundfunkproduktionen u.a. mit Gunnar Plümer, Silvia Droste, Maria de Fátima und Uli Beckerhoff zu bewundern ist. Im Duo mit Gunnar Plümer produzierte er die CD "You`ll never walk alone" und trat mit großem Erfolg beim Jazzfest Berlin 1996 auf. In den letzten Jahren trat er auch im Duo mit den Pianisten John Taylor und Glauco Venier auf. Peter O’Mara - Gitarre Peter O`Mara gehört zu den gefragtesten Gitarristen in Europa. Geboren in Sydney, Australien, ging er nach New York, von wo aus er 1981 nach München übersiedelte. Er war und ist als Gitarrist und Komponist beteiligt an mehr als 30 CD-Produktionen, bei den meisten davon als Bandleader. Unter seinem Namen spielten Musiker wie Dave Holland, Adam Nussbaum, Anthony Jackson, Russel Ferrante, Henning Sieverts, Kenny Wheeler, Joe Lovano und Alex 
Acuña. Er war Mitglied des Jazz und Rock Ensembles und ist Gitarrist der aktuellen Band Passport von Klaus Doldinger. Er ist Professor an der Anton-Bruckner-Hochschule in Linz und am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Er unterrichtet bei verschiedenen Jazzwork-shops in Australien, Deutschland, Italien und Österreich und ist Verfasser von Schulen für Jazzgitarre und Improvisation. Glauco Venier - Piano Er ist einer der bekanntesten Pianisten und Komponisten in Italien. Er bestreitet Konzerte in Europa, Südamerika und Asien und wurde als Pianist mit diversen Preisen bei Wettbewerben in Paris, Washington und Vienne ausgezeichnet. Er war an diversen CD-Produktionen beteiligt und arbeitete u.a. mit Kenny Wheeler, Paolo Fresu, Dave Liebman, Charlie Mariano, Enrico Rava und Eric Vloeimans. Er komponiert Film- und Ballettmusik und ist Professor am Konservatorium in Triest. Als Dozent unterrichtet er bei internationalen Jazzworkshops in Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien. Rundfunk- und Fernsehproduktionen u.a. in Italien, England, Russland, Österreich und Deutschland. Im Trio mit der englischen Sängerin Norma Winstone und dem deutschen Saxophonisten Klaus Gesing kam im Frühjahr  2008 die neue CD bei dem renommierten Label ECM auf den Markt. Mit diesem Trio war er 2009 für einen Grammy in Los Angeles nominiert. Bruno Castellucci - Schlagzeug Bruno Castellucci ist einer der meist beschäftigten und vielseitigsten Drummer der europäischen Jazzszene. Schon in jungen Jahren mit Preisen ausgezeichnet, wurde er sehr schnell zu einem der europäischen Stars am Schlagzeug. Die Namen der Musiker, mit denen er zusammen arbeitete, liest sich wie ein "who is who " der internationalen Musikszene: Johnny Griffin, Joe Pass, Jan Akkerman, Niels-Henning Ørsted-Pedersen, Bobby McFerrin, Jaco Pastorius, Lee Konitz, Toots Thielemans, Chet Baker, Freddie Hubbard, Richard Galliano, John Taylor, Quincy Jones, Chaka Khan und viele mehr. Er spielte mit den Big Bands von Bob Mintzer, Peter Herbolzheimer sowie BRT Radio Jazzorchestra, NDR Big Band u.a. 
Er ist Professor am Conservatoire de Bruxelles und unterrichtet bei Jazzworkshops weltweit. Ingo Senst - Bass Er ist einer der vielseitigsten und meistbeschäftigten Bassisten in Deutschland. Er begann mit einer klassischen Ausbildung am Kontrabass in Braunschweig und studierte danach in Holland  an der Jazzabteilung des Konservatorium der Stadt Hilversum. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: in Deutschland mit dem Jazzförderpreis und Solistenpreis der Stadt Celle sowie als Preisträger des Jazzpodiums des Landes Niedersachsen. In Holland bekam er den Großen Preis der Niederlande mit der Gruppe "Raise the Roof " und war Sieger im Heineken Crossover Award, der mit einer Konzertreise nach New York verbunden war. Er ist festes Mitglied der Gruppen Triosence, Cologne Concert Big Band, des Glenn Miller Orchestras sowie Interzone und Raise the Roof. Zusammenarbeit u.a. mit Benny Bailey, Ramesh Shotham, Tony Lakatos, Philip Catherine, Ack van Rooyen, Stefan Bauer und dem Modern String Quartet. 13.11. Gjermund Larsen Trio (NO) Donnerstag, 13. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Zum zweiten Mal im Sendesaal zu Gast: das sensibel elegische Folktrio des norwegischen Fiddlers Gjermund Larsen. Gjermund Larsen Trio Gjermund Larsen - Fiddle Andreas Utnem - Piano, Harmonium Sondre Meisfjord -   Kontrabass Manchmal könnte man meinen, dass man in den weiten Fjordlandschaften Norwegens nicht viel von dem, was in der Welt vor sich geht, mitbekommt. Und tatsächlich machen die Norweger nicht jeden Trend mit und besinnen sich lieber auf ihre eigenen reichen Traditionen. Trotzdem treibt gerade die norwegische Folkmusikszene eine ungeheure Neugier an, verbunden mit der bezaubernden Fähigkeit, verschiedene Einflüsse in ihre Musik einzubauen. Gjermund Larsen ist das beste Beispiel dafür. In seiner bedachten, gefühlvollen Musik findet der Geiger eine Balance zwischen Klassik, Jazz und den Volksliedern seiner Heimat. Die norwegische Musik klingt für mitteleuropäische Ohren vertraut und fremd zugleich. Manchmal möchte man an irische oder schottische Melodien denken, nur um im nächsten Moment durch eine neue Wendung überrascht zu werden. Gjermund Larsen ist Preisträger des „FolkFidel Awards“ und des „Spellemanprisen“, dem norwegischen Grammy. Er ist mit seinem Trio bereits zum zweiten Mal im Sendesaal zu Gast. Hier geht's zur website der Künstler 16.11. Stephan Schrader spielt sämtliche Bach Cello-Solosuiten Sonntag, 16. November 2014 | 18:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Stephan Schrader, Cellist der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Sendesaalaktivist der ersten Stunde, spielt an einem Abend sämtliche 6 Bach Solosuiten für Violoncello. „Wie ein Fest!“ - J.S. Bach: Alle sechs Cello-Suiten an einem Tag Stephan Schrader - Violoncello Stephan Schrader, der vielseitige Cellist der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, erfüllt sich einen alten Wunsch und tourt mit diesem außergewöhnlichen Programm durch Litauen, Schweden, Dänemark und verschiedene deutsche Städte. Die sechs Cello-Suiten von Bach in ihrer Reihenfolge hintereinander zu hören, eröffnet auch Kennern dieser wunderbaren Musik neue Perspektiven. Jede Suite wird eingeordnet in den Kontext eines Zyklus', die Entwicklung von der recht kurzen ersten Suite mit ihrem heiter idyllischen Grundcharakter zu der langen sechsten Suite, die (für ein 5saitiges Instrument geschrieben) mit ihrem erweiterten Tonumfang ein Höhepunkt der Virtuosität und des Jubels ist, wird zu einem sogartigen Erlebnis: jede Suite bietet einen Kontrast zur vorhergehenden, Umfang und Komplexität nehmen stetig zu. „Jede Suite hat eine eigene Persönlichkeit“, sagt Stephan Schrader, „jedes Präludium und die darauf folgenden fünf Tänze zeigen uns verschiedene, aber zusammengehörende Aspekte eines Grundcharakters. Und die sechs Grundcharaktere ergänzen sich wie die Mitglieder einer Familie!“ Stephan Schrader spielt ein Cello von Pieter Rombouts, Amsterdam ca. 1710. Das überlange Konzert hat zwei Pausen, in denen Gelegenheit für einen Imbiss im benachbarten Restaurant Geerdes besteht. Ablauf des Abends: 18:00 Suiten 1 (G), 2 (d), 3 (C) 19:30 Suiten 4 (Es), 5 (c) 21:00 Suite 6 (D) 18.11. Sinfonia Insieme Dienstag, 18. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 10 Euro (ermäßigt 8 Euro / 5 Euro) Auch das Hochschulorchester der HfK Bremen widmet sein Herbstkonzert in Kooperation mit dem Atelier Neue Musik dem 90. Geburtstag des Komponisten Klaus Huber. Orchester der Hochschule für Künste Bremen Leitung: René Gulikers und Marco Thomas Programm Anton Webern: Fünf Stücke für Orchester op. 10 (1913) W. A. Mozart: Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 595 (1791) Patrick O’Byrne - Klavier Klaus Huber: Intarsi - Kammerkonzert für Klavier und siebzehn Instrumente (1994) Hwa-Kyung Yim - Klavier Dieses außergewöhnliche Konzert, das die Fachgruppe Orchester der HfK gemeinsam mit dem Atelier Neue Musik zum neunzigsten Geburtstag des Komponisten Klaus Huber veranstaltet, umfasst drei herausragende Werke unterschiedlicher Epochen, denen im wesentlichen der Verzicht auf äußerliches Auftrumpfen gemein ist, Werke ohne lautstarke Reklame für sich selbst, ohne „Event-Charakter“, Musik, die aber gerade deshalb um so intensiver aus ihrem Innern heraus leuchtet. Weberns radikal reduzierte musikalische Signale eines solistisch besetzten Orchesters heben den Unterschied zwischen Orchester- und Kammermusik auf. Mozart verzichtet in seinem letzten Klavierkonzert auf alle bloß äußerlichen Effekte zugunsten einer quasi ins Innere gerichteten Virtuosität. Klaus Huber schließlich bezieht sich in seinem Kammerkonzert direkt auf dieses Mozartsche Konzert und stellt damit bewusst gewisse Klischees „avantgardistischer“ Klaviermusik in Frage. 19.11. Triosence Mittwoch, 19. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das Trio des zur Zeit in Bremen lebenden Pianisten Bernhard Schüler feiert den release seiner neuen CD One Summer Night mit einem Konzert bei uns. Triosence Bernhard Schüler - Piano     Matthias Nowak - Bass     Stephan Emig - Schlagzeug Seit Entstehung der Band im Jahr 1999 hat triosence in Deutschland so ziemlich alles abgeräumt, was es an Jazzpreisen zu gewinnen gibt. Nach dem ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ folgte der Ostsee-Jazz-Förderpreis, der Studiopreis des Deutschlandfunks, der Kulturförderpreis der Stadt Kassel und viele andere, bis hin zur Nominierung zum Preis der deutschen Schallplattenkritik und dem besten Neueinstieg in die Internationalen Jazzcharts in Deutschland. In Japan zählt die Band seit ihrer Debüt-CD „First Enchantment“ sogar zu den besten Jazz-Newcomern und „der Band die den Eindruck vom steifen deutschen Jazz weggewischt hat.“ (Swingjournal, Japan 2005) Was die Musik des Trios neben der Gleichberechtigung der Instrumente vor allem auszeichnet sind die Stärke und Klarheit ihrer Melodien. Zu einem hohen Grad lyrisch und poetisch bilden sie den Kern aller Kompositionen. In Kombination mit der stilistischen Bandbreite, die von Jazz über Fusion, Folk, Pop und Worldmusic reicht, definiert die Band dadurch einen ganz eigenen Stil, den sie selbst als „songjazz“ bezeichnet. Die „Trio-Essenz“ liegt in der Gleichberechtigung von Klavier, Bass und Schlagzeug; sie wird erreicht durch die Kompositionen von Bernhard Schüler und die starke Individualität der drei Musiker. Jedes Instrument kann in den Vordergrund gerückt werden, wodurch ein wesentlich größeres Klangspektrum entsteht als bei traditionellen Trios dieser Art. Das begeistert nicht nur Kenner, sondern auch jene, die mit Jazz bislang wenig anfangen konnten. 21.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik I Freitag, 21. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik Ausführende: Nadar Ensemble (Belgien) MAM. Manufaktur für aktuelle Musik (Deutschland) idm theft able (USA) Musiker/Performer Programm: Luigi Nono: Omaggio a Vedova (1960) für Tonband Michael Beil: exit to enter (2013) für Ensemble mit Live-Audio & Live-Video Mark Andre S1 (2012) für zwei Klaviere id m theft able Stimme und Elektronik Alexander Schubert: Point Ones (2012) für erweiterten Dirigenten, kleines Ensemble und Live-Elektronik escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik escape fast gleich enter. Eine Bewegung, die „fast“ an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt. Zwei Computerbefehle – verbunden durch ein mathematisches Zeichen – ergeben den Titel des diesjährigen Festivals. Zusammen mit dem ergänzenden Untertitel „reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik“ stellt das Festival Strömungen aktuellen Komponierens vor: Bereits vorhandenes Material wird aufgegriffen, kopiert, umgeformt und rekombiniert, so dass sich die Klangphänomene und ihre Kontexte ändern. Welches Selbstverständnis der KomponistInnen ergibt sich daraus und wie ändert sich das Komponieren, wenn das Material selbst nicht mehr neu sein muss und wenn alles Material werden kann? Wie wandelt sich die Rolle der Interpret/innen durch die genutzten Medien? Ist die Eigengesetzlichkeit der Klänge als Maßgabe für die Kunstmusik infrage gestellt? Wie verhält es sich mit Musik, die nicht auf bereits vorhandenes Material zurückgreift? In den Konzerten korrespondieren Kompositionen aus diesem aktuellen Spektrum des „Neuen“ mit älteren Werken der instrumentalen und elektronischen Musik, deren bahnbrechende Neuerungen heute noch spürbar sind. Das Konzert wird von Radio Bremen/Nordwestradio mitgeschnitten Eine Veranstaltung der projektgruppe neue musik (pgnm) 22.11. 18. Festival der projektgruppe neue musik III Samstag, 22. November 2014 | 20:30 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) escape≃enter reProduzieren als Erfahrung zeitgenössischer Musik Ausführende: Nadar Ensemble (Belgien) Mark Knoop (England) - Klavier MAM.Manufaktur für aktuelle Musik (Deutschland) Thomas Hummel (Deutschland) - Komponist/Klangregie Programm: Valdimir Gorlinsky: Beiklang III.Sun.Disc.Minotaurus (2010) für Ensemble und Elektronik Steven Kazuo Takasugi: Die Klavierübung: 1st Movement (2007/09) UA  Live-Version for Solo Pianist and Electronic Playback (2014) Thomas Hummel: Sinaida Kowalenko(2014) UA für 6 Instrumente und ePlayer-Orchester Steven Kazuo Takasugi: Die Klavierübung: 3rd+4th Movement (2007/09) Johannes Kreidler: Der Weg der Verzweiflung (Hegel) ist der chromatische. (2011/12) für 9 Instrumente, Audio und Video Playback Eine Veranstaltung der projektgruppe neue musik (pgnm) Das Konzert wird von Radio Bremen/Nordwestradio mitgeschnitten 27.11. Marialy Pacheco Trio feat. Joo Kraus Donnerstag, 27. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Marialy Pacheco, immer wieder gern gesehener Gast im Sendesaal, mit ihrem aktuellen Trio und dem Trompeter Joo Kraus als Gast. Marialy Pacheco - Piano Juan Camilo Villa Robles - Bass Miguel Altamar de la Torre - Schlagzeug. special guest: Joo Kraus -Trompete In diesem Konzert wird die wunderbare kubanische Pianistin Marialy Pacheco ihre neue CD "Introducing" vorstellen, auf der sie mit ihren beiden kolumbianischen Triokollegen kubanische Komponisten wie wie Eliseo Grenet, Moises Simons, Felipe Rosario Goyco und Antonio María Romeu vorstellt. Neben ihrem Trio ist auf der CD und im Konzert auch der Trompeter Joo Kraus zu hören. Mal wieder eine neue Besetzung, mit der sie im Sendesaal auftritt nach diversen anderen Konstellationen. In der Zwischenzeit hat sie nicht nur als erste Frau den Montreux Jazz Solo Piano Competition gewonnen. Sie hat im August 2014 auch in Australien als klassische Pianistin debütiert mit dem Queensland Symphony Orchestra und einem Klavierkonzert von J.S. Bach. Immer für Überraschungen gut. 28.11. Lutz Görner: Beethoven - sein Leben, seine Musik Freitag, 28. November 2014 | 19:30 Uhr | Tickets 28 Euro Lutz Görner präsentiert Ludwig van Beethoven - und Nadia Singer Lutz Görner - Rezitation Nadia Singer - Piano Seit drei Jahren begeistert ‘die lyrische Stimme Deutschlands‘, wie die FAZ Lutz Görner nennt, sein Publikum, mit den von ihm erfundenen Klavierabenden. Diese Abende sind immer eine Mischung aus Literatur und Musik. Literatur von und über den Komponisten, dessen Musik Sie hören. Lutz Görner vertieft durch seine Textauswahl das Verständnis für diese Musik, die ja nie aus heiterem Himmel gefallen ist, sondern immer an eine bestimmten Zeitgeschmack und eine Lebensepoche des jeweiligen Komponisten gebunden ist. Was für Welten liegen zum Beispiel zwischen dem C-Dur Rondo des 12-jährigen Ludwig und dem C-Dur Rondo aus der Waldstein-Sonate des 32-jährigen van Beethoven! Lutz Görner fragt nach, versucht in seinen Programmen eine solche Entwicklung für sein Publikum nachvollziehbar und verständlich zu machen. Und so ist aus dem ‘poetischen Staubwedel‘, wie ihn der ‘Spiegel‘ auf Grund seiner ‘Lyrik für alle‘-Serie bei 3sat nannte, die Woche für Woche siebzehn Jahre lang ausgestrahlt wurde, der ‘musikalische Staubwedel‘ geworden, der ein wenig frischen Wind in die Klavierabende bringen will, um sie für viele Menschen genussreicher zu machen. In seinem neuesten Programm erzählt Lutz Görner Beethovens Leben anhand der Briefe des Komponisten und zahlreicher Zitate über ihn. Zitate von Liszt, Chopin, Czerny, Grillparzer, Bettine Brentano und Goethe. Auf diese Weise spürt der Rezitator den Menschen hinter dem Jahrtausend-Komponisten auf und macht die große Schere sichtbar zwischen Beethovens musikalischem Genie und seinem elenden, tagtäglichen Leben, das schon mit sechsundfünfzig Jahren ein von langer Krankheit geprägtes Ende fand. Theodor W. Adorno sagt über ihn: „Beethoven war ein Kraftgenie. Launisch, ungestüm, sonderbar, bengelhaft, roh, unbescheiden, stolz, eitel, wankelmütig, heute fremd und kalt, morgen der wärmste Freund. Aber dabei dennoch auch gutmütig, edel und empfindsam.“ Nadia Singer ist die Entdeckung des Sommers 2014! Jung, dynamisch, lebensfroh und mit unglaublicher Technik und Spielsicherheit ausgestattet, wird Nadia Singer das Publikum zum Staunen, zum Lächeln und zum Jubeln bringen. Wie schon bei den wenigen Voraufführungen, als die Presse über sie schrieb: „ Ihre ausgeprägte Musikalität verbindet Nadia Singer mit technischer Perfektion. Sie spielt kraftvoll, sinnlich, bildhaft, frech-frivol, spannungsreich, anregend, fantasievoll und virtuos.“ Nadia Singer, die seit knapp zwei Jahren in Weimar lebt, kommt aus Rostow am Don, wo sie auch studierte und ihr Konzertexamen abgelegt hat. Sie entstammt einer deutschen Familie die vor langer Zeit nach Russland ging. Mit drei Jahren begann sie mit dem Klavierspielen und schnell schon wurde ihr Talent sichtbar und dementsprechend, seit sie fünf war, gefördert.Doch als Teenager ging sie lieber in die Clubs der Millionenstadt Rostow, um dort Jazz-Standards zu singen. Vielleicht hat ihr diese kurze Phase geholfen, locker zu bleiben und die so genannte Klassik nicht mit allzu strengen Augen anzuschauen und dadurch ihre eigene Individualität und das Ihr-Gemäße zu finden.Betreut wird sie vom berühmten St. Petersburger Pianist und langjährigem Professor an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, Grigory Gruzman, der sie innerhalb eines Jahres zum ersten Preis beim internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt/M. geführt hat. Eine Veranstaltung der Konzertagentur Karin Kulmer Foto Lutz Görner und Nadia Singer © Felix Hüsch-Waligura 29.11. Detmolder Kammerorchester Samstag, 29. November 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das renommierte Detmolder Kammerorchester unter Alfredo Perl ist bereits zum dritten Mal im Sendesaal. Solistin der auf Kammermusikstärke reduzierten 4. Sinfonie von Gustav Mahler ist die Sopranistin Catalina Bertucci. Detmolder Kammerorchester Leitung: Alfredo Perl Catalina Bertucci - Sopran Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur Arnold Schönberg: 6 Orchesterlieder op. 8 Beim dritten Gastspiel des DKO im Sendesaal ist die chilenische Sopranistin Catalina Bertucci die Solisten des Abends, in dem das Detmolder Ensemble erneut ein sinfonisches Werk von Gustav Mahler in einer Bearbeitung für Kammerorchester aufführen wird. Die 4. Sinfonie schwankt im Ausdruck zwischen kindlicher Heiterkeit, groteskem Humor und verstörender Klage. Catalina Bertucci hat dieses Werk kürzlich für das New Yorker Label „Mode records" auf CD eingesungen. Die den Abend ergänzenden Orchesterlieder mit Schönbergs frühem opus 8 stehen noch unter dem harmonischen und melodischen Einfluss Richard Wagners und sind hier in der Fassung für Gesang und Kammerensemble zu hören.   Mitschnitt Deutschlandradio Kultur und Radio Bremen     Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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yasni 29.10.14  +  

Ein Roland will nie wieder Krieg / Gastbeitrag eines Bremer Wahrzeichens

Seit über 600 Jahren stehe ich, der Roland von Bremen, nun auf dem Marktplatz dieser Hansestadt. So allerlei mußte ich erleben in all diesen Jahren. Zunächst war ich ein Symbol für Recht und Freiheit, inzwischen bin ich eine der ältesten und größten und laut den UNESCO-Experten die repräsentativste und schönste der Statuen von uns Roländern.   Ich beobachte gerne die Menschen auf dem Marktplatz. Gleich da vorne ist wieder eine Mahnwache für den Frieden zu sehen. So etwas gab es früher leider nicht. Da sind die Menschen oft jubelnd in den Krieg gezogen. Das bittere Ende kam dann hinterher. So erinnere ich mich zum Beispiel noch an den dreißigjährigen Krieg, Anfang bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals hatten die Bremer noch keine Truppen bereitgestellt. Das taten sie dann später um so williger.   Für den ersten Weltkrieg wurde eine hölzerne Nachbildung von mir zwischen 1915 und 1918 in die Nähe des Rathauses gestellt und wer wollte, der durfte gegen eine Spende für ein Bremer Soldatenheim einen Nagel in meinen Zwilling schlagen. Das Soldatenheim war ja nicht nötig gewesen, wenn es diesen Krieg nicht gegeben hätte, schon 1914 mußte das Bremer Regiment starke Verluste hinnehmen und Verwundete versorgen. Grauenvolle Bilder habe ich da gesehen.   Wie habe ich mich gefreut und ernsthaft an eine Verbesserung der Verhältnisse geglaubt, als die Bremer Räterepublik infolge der Novemberrevolution 1919 ausgerufen wurde. Ein Arbeiter- und Soldatenrat wollte die Stadt regieren, nur dem Wähler verpflichtet. Demokratisch und friedlich sollte es fortan zugehen. Aber schon im darauffolgenden Februar wurde die Räterepublik niedergeschlagen. Es war wieder nix mit dem Frieden, im Gegenteil, es sollte noch viel schlimmer kommen.   1939 begann der Zweite Weltkrieg. Mich haben sie in eine mit Sand gefüllte Holzverschalung und wenig später in einen gemauerten Splitterschutz gepackt. Geschützt vor Bomben war ich nun, aber auch elendig eingesperrt. Irgendeiner muß mir zu dieser Zeit in mein Inneres eine Kassette mit Nazipropaganda gelegt haben. Als das 1989 entdeckt wurde, habe ich mich so geschämt. Überhaupt war dieser Zweite Weltkrieg eine einzige Katastrophe. Am Ende lagen über 60 Prozent der Stadt in Trümmern, rund 4000 Bremerinnen und Bremer starben im Bombenhagel. Und von unseren einst fast 1500 jüdischen MitbürgerInnen waren nur noch 250 geblieben, die anderen lagen gefoltert und ermordet in den Konzentrationslagern. Ich will so etwas nie wieder erleben.     Mit friedensbewegten Grüßen Euer Roland zu Bremen   (übernommen aus dem Newsletter "Agnes Alpers aktuell" Nr. 15, www.agnes-alpers.de)  
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yasni 20.10.14  +  

Eltern sehen Einsatz von Arbeitslosen in Kitas kritisch

Gelsenkirchen. Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in NRW möchte Hartz-IV-Empfänger in Kitas und Altenheime schicken. Vor allem Langzeitarbeitslose sollen so wieder in Lohn und Brot gebracht werden. Eltern in Gelsenkirchen sehen den Einsatz von „Aushilfen“ allerdings sehr kritisch. Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Hartz-IV-Empfänger, die kaum Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als Assistenten in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als Gehalt gezahlt. Oberbürgermeister Frank Baranowski steht an der Spitze des Vordenker-Gremiums. Doch wie denkt man hier über die Pläne? Geteilte Resonanz - „Wir brauchen qualifizierte Kräfte" Dirk Sußmann, stellvertretender Leiter des Integrationscenters für Arbeit (IAG) bewertet die Idee als „Schritt in die richtige Richtung, Langzeitarbeitslosen in eine sinnstiftende Arbeit zu bringen“. Diese Idee gehe noch über die des Projekts „Aktivjobber“ hinaus, die weiter Hartz IV bezögen und pro Stunde Arbeit mit 1,50 Euro bezahlt würden – das aber befristet für maximal ein Jahr. Die neue Idee sieht vor, dass „Betroffene kein Hartz IV mehr beziehen und per Arbeitsvertrag in eine längerfristige Beschäftigung wechseln“. Bei einer Quote von 70 Prozent Langzeitarbeitslosen in Gelsenkirchen“, sagt Sußmann, „ein guter Ansatz.“ Allerdings auch einer, „der Zweifel nährt“, wie bei Stadtrat Dr. Manfred Beck (Grüne): „Wir brauchen qualifizierte Kräfte, klar, aber die Arbeit in Heimen und Kitas erfordert hohe Qualifikationen. Offen ist, wer diese Anforderungen meistern kann und für den Job überhaupt geeignet ist.“ Ansonsten bliebe es für jene nur bei einfachen Helfertätigkeiten – das sei zu wenig. Langzeitarbeitslose blühen später auf Aus städtischen Kindertageseinrichtungen hört man, dass man vor Ort mit „Aktivjobbern“ oder auch Teilnehmern an der Aktion „Bürgerarbeitsplatz“ durchaus gute Erfahrungen gemacht hat – weil diese Aufgaben übernehmen, für die Erzieherinnen und Stammpersonal keine Zeit haben, wie etwa Gartenarbeiten, Fahrdienste oder Besorgungen. „Wir nennen sie die ‘Kita-Kümmerer’“, verrät eine Kita-Leiterin der WAZ. Die Aufgaben von Erziehern würden diese zusätzlichen Kräfte aber nicht übernehmen: „Wir haben aber schon oft erlebt, dass die Langzeitarbeitslosen aufblühen, wenn sie hier einen geregelten Arbeitstag haben und in die Pflicht genommen werden.“ In der Elternschaft sieht man den Einsatz von „Aushilfen“ in Kitas kritisch: „Das Thema ist für uns nicht neu. Wir Eltern bestehen allerdings darauf, dass Menschen, die mit unseren Kindern in Kontakt kommen, vorher entsprechend geschult und ausgebildet werden. Und sicherlich eignet sich auch nicht jeder für so einen Job“, sagt Stefan Bungard, der Vorsitzende des Jugendamtselternbeirat Gelsenkirchen. Ähnlich sieht das auch Heike Schlossarek, die bei der Stadt den Geschäftsbereich „GeKita“ leitet. „Wir gucken uns jede Person, die uns über solche Programme zugewiesen wird, genau an und achten dabei auch auf eine entsprechende Vorbildung im erzieherischen Bereich. Zudem ist uns wichtig, dass die Langzeitarbeitslosen zusätzlich eingesetzt werden und keine anderen Mitarbeiter verdrängen.“ 220 Plätze für Langzeitarbeitslose in Gelsenkirchen durch neues ESF-Programm Um Langzeitarbeitslose in Lohn und Brot zu bringen, legt die Bundesregierung im nächsten Jahr ein neues Europäisches Sozial Fonds-Programm (ESF) auf, wie Dirk Sußmann berichtet. „Geplant ist“, so der stellvertretende IAG-Leiter, „dass sich die Stadt mit 220 Plätzen daran beteiligt“. Anvisiert als Starttermin ist das Frühjahr 2015. Die Rahmenbedingungen in Gänze wird das Jobcenter im November bekommen. Kommentar Verdrängungspro zess Die Idee hat Charme, wirkt aber unausgegoren. Wenn die Arbeit mit Kindern, Alten und Kranken einfach wäre, dann gäbe es in den Berufsfeldern nicht einen so hohen Fachkräftebedarf, oder?   Womit wir bei der Qualifikation wären. Dass unter Langzeitarbeitslosen auch solche zu finden sind, die, na sagen wir, ein Händchen für diese Klientel haben – klar. Das aber zu verallgemeinern, wäre ein Fehler. Das Projekt wird daher nur wenige erreichen, auch wenn der Markt für Gesundheits- und Sozialberufe ein wachsender ist.   Es ist ein Schritt. Mehr nicht. Denn Schulung und Qualifikation kosten Millionen – ohne sie blieben die Langzeitarbeitslosen nur billige Hilfsarbeiter. Apropos: Wer garantiert, dass die Quereinsteiger die Fachkräfte nicht verdrängen, weil sie schlichtweg billiger sind? Nikos Kimerlis Parallel zum neuen ESF-Programm verstärkt sich das IAG in Gelsenkirchen. Eingestellt werden so genannte Akquisiteure, die in lokalen Unternehmen nach freien Stellen für diese Klientel suchen. Zudem wird es Jobcoaches geben, die die Betroffenen begleiten und ihnen beim Wiedereinstieg helfen. „Das kann unter anderem auch ein Besuch bei der Familie sein, um zu schauen, welche Umstellungsschwierigkeiten es gibt, wenn Vater oder Mutter plötzlich wieder täglich acht Stunden arbeiten gehen“, sagt Sußmann. Anne Bolsmann und Nikos Kimerlis http://www.derwesten.de/staedte/gel senkirchen/eltern-sehen-einsatz-von-arbeitslo sen-in-kitas-kritisch-id9940700.html  
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IPPNW-Informationen: Energiepolitische Hintergründe der Krise in der Ukraine

Hinter der aktuellen Krise in der Ukraine steht eine langjährige Auseinandersetzung um energiepolitische Fragen. Die dezentrale Energiewende bietet perspektivisch einen Ausweg aus den ständigen Krisen und Kriegen um Energie. Kurzfristig kommt es darauf an, mit diplomatischen Mitteln den Frieden in Europa zu bewahren. Gasvertrag der Regierung Tymoschenko Die Ukraine leidet seit 2009 unter den weit überhöhten Gaspreisen des Energieriesen Gazprom. Es war die mit Westhilfe ins Amt beförderte Ministerpräsidentin Julia Tymoschenko, die Anfang 2009 einen Gasvertrag unterzeichnete, auf dessen Grundlage die Ukraine in einem nicht benötigtem Umfang Gas von Russland abnehmen und einen Gaspreis bezahlen muss, der den in Polen oder in Deutschland zu zahlenden Preis weit übersteigt. 1 Frau Tymoschenko war ab 1995 als Chefin des Energiekonzerns „Vereinigte Energiesysteme der Ukraine“ zu einem milliardenschweren Vermögen und zu erheblichem Einfluss gekommen. Ihr Unternehmen entwickelte sich „dank zwielichtiger Gaslieferverträge mit dem russischen Konzern Gazprom“ zu einem der mächtigsten Konzerne der Ukraine. 2 Wegen des Gazprom-Vertrages von 2009 wurde sie im Jahr 2011 angeklagt und verurteilt. Es ging um Amtsmissbrauch, da sie den Gasliefervertrag 2009 ohne die Zustimmung des Kabinetts unterzeichnet habe und die vereinbarten Preise zu hoch gewesen seien und die ukrainische Wirtschaft ruiniert hätten. 3 Import-Reduktionsstrategie der Regierung Janukowytsch Die Konrad-Adenauer-Stiftung weist in einer Länder-Analyse darauf hin, dass die Ukraine seit 2012 dazu übergangen ist, das Volumen der Gasabnahme aus Russland drastisch zu verringern. Es ging der Regierung um die Entlastung des Staatshaushaltes. Denn im Jahr 2012 musste das Land durchschnittlich 426 US-Dollar pro tausend Kubikmeter Erdgas und für eine Gesamtmenge von 42 Milliarden Kubikmeter bezahlen – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf („take –or -pay“). 2011 wurden noch 45 Milliarden Kubikmeter abgenommen. 2012 aber waren es nur noch 33 Milliarden, also 27 Prozent weniger. Das strategische Ziel der ukrainischen Regierung von Wiktor Janukowytsch 1 Friedrich-Ebert-Stiftung: Das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union (DCFTA) Potential für Reformen der ukrainischen Gesellschaft und die Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft. Ina Kirsch van de Water. August 2011. S. 8. 2 Wikipedia: Julija Tymoschenko. Eingesehen 18.03.2014. 3 Wikipedia: Julija Tymoschenko. Eingesehen 18.03.2014. war eine Halbierung der Erdgas-Importe auf nur noch 27 oder sogar 20 Kubikmeter im Jahr 2013. 4 Das hätte für den Energiekonzern Gazprom einen massiven Einbruch der Einnahmen aus dem Geschäft mit der Ukraine bedeutet. Die Regierung Janukowytsch stellte also ein erhebliches Risiko für die Profitinteressen von Gazprom dar. Damit dürfte es maßgeblich zusammenhängen, dass es im November 2013 auf dem Majdan in Kiew zu massiven und zuletzt gewalttätigen Protesten kam, die schließlich zur Putsch-artigen Ablösung der Regierung Janukowytsch führten. Wer profitiert vom russischen Erdgas? Nun sollte man annehmen, dass allein der russische Staat als Gazprom-Eigner ein Interesse an diesen Entwicklungen hatte, die sich inzwischen zu Spannungen mit der Gefahr eines Krieges in Europa ausweiteten. Tatsächlich aber gehört nur die eine Hälfte von Gazprom dem russischen Staat. Die andere Hälfte der Aktien (49,998 %) wird von anderen Anteilseignern gehalten. Alleine 27 Prozent der Aktien hält die traditionell im Energiegeschäft engagierte und mit anderen transnationalen Konzernen eng verflochtene US-amerikanische Großbank The Bank of New York Mellon. 5 , 6 Das bedeutet: Gazprom ist ein Ost-West-Konzern. Es besteht nicht nur in Russland, sondern ebenso auch bei einer US-Großbank ein erhebliches Interesse an hohen Gazprom-Gewinnen. 7 Und die Regierung Janukowytsch stand dabei im Weg. Gescheiterte EU- und NATO-Integration Sie stand dem Westen auch insofern im Weg, als sie sich zuletzt weigerte, ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen. Nach seinem Amtsantritt im Februar 2010 hatte Janukowytsch zudem erklärt, die Ukraine wolle ein blockfreies Land sein und er erteilte einer NATO-Mitgliedschaft eine klare Absage. 8 Mit dem Assoziierungsabkommen wollte die EU für den Gas-Transit nach Westeuropa der Ukraine ursprünglich weitreichende Zugeständnisse abpressen. So hatte die EU in den Verhandlungen verlangt, dass die Ukraine Ausfälle beim Gastransit automatisch kompensieren und Garantievorleistungen erbringen muss. Auch hierbei stellte sich die Regierung Janukowytsch den EU- Interessen selbstbewusst in den Weg: Vize-Premierminister Andriy Klyuyev hatte in harten Verhand- 4 Konrad -Adenauer-Stiftung: Diversifizierung der ukrainischen Energiequellen. Von Christine Rosenberger (Auslandsbüro Ukraine). April 2013. S. 1. 5 Gazprom: Shares. http://www.gazprom.com/investors/stock . Eingesehen 18.03.2014. 6 The Bank of New Mellon entstand im Jahr 2007 aus einer Fusion der Bank of New York und der Mellon Financial Corporation. Mellon Financial finanzierte u.a. den Elektroriesen und Kraftwerkshersteller Westinghouse. Die frühere Ölgesellschaft Gulf Oil soll zu den lukrativsten Investments von Mellon Financial gezählt haben. Vgl. Wikipedia: The Bank of New York Mellon. 7 Auch in Deutschland ansässige transnationale Großkonzerne wie BASF, E.On und Siemens haben aus unterschiedlichen Gründen ein Interesse am wirtschaftlichen Erfolg von Gazprom (gemeinsame Projekte, als Kunde, evtl. Aktienanteile). E.On hielt jahrelang gut 6 Prozent der Gazprom -Aktien. E.On-Manager Burckhard Bergmann saß jahrelang im Aufsichtsrat von Gazprom und ist derzeit internationa-ler Berater von Gazprom -Chef Alexey Miller. Vgl. Gazprom: E.On. Mehr als nur eine Partnerschaft. http://www.gazprom.de/collaboration/europe/eo n. Gazprom: Alexey Miller appoints Burckhard Bergmann as his Advisor. Gazprom News. June 30, 2011. http://www.gazprom.com/press/news/2011/june /article114559. 8 Wikipedia: Wiktor Janukowytsch. Eingesehen 18.03.2014. lungen mit EU-Handelskommissar De Gucht und Energiekommissar Oettinger er-reicht, dass die EU auf diese Forderungen verzichten musste. 9 Kein günstiges „Investitionsklima“ für transnationale Konzerne Generell beklagten die transnationalen Konzerne ein für sie ungünstiges „Investitionsklima“ in der Ukraine. „ Trotz hoher Wachstumsraten bis 2008 ging die Transformation der ukrainischen Wirtschaft nur schleppend voran“, moniert beispielsweise das deutsche Auswärtige Amt . Wichtige Reformen seien lange nicht in Angriff genommen worden. Das umfangreiche Reformprogramm für die Jahre 2010 bis 2014 mit der beabsichtigten nachhaltigen Verbesserung des Investitionsklimas sei nur ansatzweise umgesetzt worden. Im Vergleich mit anderen Ländern der Region seien die Direktinvestitionen pro Kopf niedrig (seit der Unabhängigkeit insgesamt ca. 54 Milliarden US-Dollar). 10 Erdgas-Förderung der Ukraine Die Ukraine strebte eine zunehmende Eigenständigkeit auf dem Erdgas -Sektor an. Die eigene Gasgewinnung der Ukraine belief sich Anfang 2013 auf rund 20 Milliarden Kubikmeter, bei einem Verbrauch von rund 60 Milliarden Kubikmeter. 11 Mit dem einstigen Ziel der aus dem Amt geputschten Regierung Janukowytsch, die Importe auf 20 Milliarden Kubikmeter zu senken, hätte sich die Ukraine bereits zu rund 50 Prozent selbst mit Erdgas versorgen können. Die Unabhängigkeit der Ukraine von Gazprom könnte weiter zunehmen, wenn verstärkt Erdgas und auch Öl in der Ukraine selbst ausgebeutet werden würden. 12 In diesem Zusammenhang ist vielfach die Rede von Möglichkeiten, per „Fracking“ Schiefergas zu fördern. Entsprechende Verträge wurden mit den Energiekonze rnen Royal Dutch Shell sowie mit Chevron abgeschlossen. Angeblich sollen in der Ukraine die drittgrößten technisch förderbaren Reserven an Schiefergas in Europa liegen. 13 Dazu, einmal abgesehen von den Umweltaspekten: Der Schiefergas-Hype stützt sich nur auf sehr vage Prognosen und es wird bereits die Frage gestellt, ob die Öl-konzerne mit dem im Vergleich zu konventionellem Gas ungleich teureren Frackinggas tatsächlich Erdgas - , oder vielmehr nur Spekulationsgeschäfte mit Hilfe von geprellten Anlegern realisieren wollen. Es war bzw. ist aber auch geplant, gemeinsam mit den Konzernen Royal Dutch Shell und ExxonMobil weiteres konventionelles Erdgas im Schwarzen Meer zu fördern (Skifska gas field). 14 9 Friedrich-Ebert-Stiftung: Das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union (DCFTA) -Potential für Reformen der ukrainischen Gesellschaft und die Modernisierung der ukrainischen Wirtschaft. Ina Kirsch van de Water. August 2011. S. 9. 10 Auswärtiges Amt: Länderinformationen. Ukraine. Wirtschaft. http://www.auswaertiges - amt.de/DE/Ausse npolitik/Laender/Laenderinfos/Ukraine/Wirtsch aft_node.html. Eingesehen 18.03.2014. 11 Germany Trade & Invest: Ukraine zieht Milliardeninvestitionen zur Gasgewinnung an. 14.02.2013. http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade /maerkte,did=759928.html (Gesellschaft der Bundesre-publik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing.). 12 Ria Novosti: US-Energiefirma verspricht Ukraine Unabhängigkeit von Öl-und Gasimporten. 15.04.2008. http://de.ria.ru/business/200804 15/105148341.html. 13 Konrad-Adenauer-Stift ung: Diversifizierung der ukrainischen Energiequellen. Von Christine Rosenberger (Auslandsbüro Ukraine). April 2013. S. 2. 14 Bloomberg: Ukraine Crisis Endangers Exxon’s Black Sea Gas Drilling. By Stephen Bierman. 11.03.2014. http://www.bloomberg.com/news/2014-03-10/ukra ine-crisis-endangers-exxon-s-black-sea-gas-dr illing-energy.html. Ein kostenorientiertes Energiepreissystem Ein Dorn im Auge ist es den Konzernen ferner, dass die Ukraine das Erdgas nicht nur ebenso wie im Westen – der Industrie, sondern auch den privaten Haushalten kostenorientiert, d.h. sehr günstig verkauft. So gehören rund 80 Prozent der privaten Haushalte der Konsumentengruppe an, die einen durchschnittlichen Gaspreis von nur 83 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas bezahlt. 15 Damit folgt die Ukraine nicht dem von den Energiekonzernen in fast allen Industriestaaten etablierten System, wonach große Industriekonzerne Energie zu Dumpingpreisen erhalten, die Bevölkerung und Kleinbetriebe hingegen willkürlich und maßlos überhöhte Energiepreise zu bezahlen haben, womit die exorbitanten Profite und insofern die enorme Macht der Energiekonzerne und der mit ihnen verbundenen Großbanken realisiert wird.   Finanzierung des Regime-Change Unterm Strich zeigt sich, dass transnationale Energie-Konzerne und dahinter stehende Großbanken gewaltige wirtschaftliche Interessen in der Ukraine verfolgen. Die Regierung Janukowytsch stand diesen energiewirtschaftlichen Interessen vielfach im Weg. Der seit Februar 2014 amtierende Ministerpräsident der Ukraine, Arsenij Jazenjuk, wies auf seiner Homepage aus, wer ihn unterstützt hat: Das US-State Department, die NATO und zahlreiche westliche „Think Tanks“. Nach Angaben von Victoria Nuland vom State Department hat die USA “die Demokratie” in der Ukraine mit mehr als 5 Milliarden US-Dollar unterstützt. 16 Wenn so viel Geld fließt, kann es nur um Geschäftsmöglichkeiten für Großkonzerne gehen, die ein Vielfaches dieser 5 Milliarden Dollar an Erträgen erwarten – sei es mit dem Energiegeschäft im Zuge der Neuordnung der Ukraine, sei es mit dem, was Ölkonzerne durch den Ölverbrauch eines großen Krieges verdienen. Die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine demonstrie ren, wie die global eng ve r- flochtene konventionelle Energiewirtschaft die Souveränität von Staaten beeinträchtigt und Krisen bis hin zu möglichen Kriegen provoziert. Strategie A: Dezentrale Energiewende Langfristig sollte der Weg daher lauten: Die Energiewirtschaft sollte dezentral strukturiert sein mit kleinen Unternehmen, kommunalen Unternehmen und lokalen Energiegenossenschaften, die nicht wie die globale, miteinander eng verflochtene Öl- und Gaswirtschaft Staaten erpressen, bedrohen und mit Krisen und Kriegen überziehen können. Die schrittweise Durchsetzung einer dezentralen Energiewende auf der Basis erneuerbarer Energien ist daher der dringend gebotene Weg, der perspektivisch zur Auflösung der Konzerne führt, die für die globale Gewalt verantwortlich sind. 15 Deutsche Beratergruppe Ukraine: Anhebung von Gastarifen: Schlüssel für Stabilität und Wachstum. Newsletter Ausgabe 44. April 2012. http://www.beratergruppeukraine.de/download/N ewsletter/2012/Newsletter_44_2012_Deutsche%20 Beratergruppe.pdf. Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Energiepolitik der Ukraine. Von Christine Rosenberger (Auslandsbüro Ukraine). 2012. S. 24. 16 ARD/Monitor: Die SPD und das russische Erdgas. Sendung vom 13.03.2014. http://www.ardmediathek.de/das-erste/monito r/monitor-die-spd-und-das-russische-erdgas?do cumentId=20165074.  
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Sendesaal Bremen: Unsere Konzerte im Juni

Liebe Freunde des Sendesaales, hier nun die Konzerte im Juni. Wir beginnen mit dem phänomenalen israelischen Mandolinisten Avi Avital, haben u.a. das Duo Peter Dahm/Henning Schmiedt zu Gast und die tonali-Preisträgerin Elisabeth Brauß. Außerdem gibt es zum dritten Mal bei uns die Tage für Neue Musik NOVA Sendesaal und es beginnt die dritte Ausgabe der Harmonien der Welt-Reihe von Radio Bremen mit dem Saitenzauberer Sergey Malov. Nähere Informationen zu diesen  und weiteren Konzerten  im Juni finden Sie weiter unten. Nähere Informationen zu unseren weiteren Veranstaltungen finden Sie auf unserer website www.sendesaal-bremen.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 10.06. Avi Avital: Between Worlds 14.06. Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord 19.06. Zu Gast aus Bremen: Peter Dahm und Henning Schmiedt 20.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 1: Jade Quartett 21.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 2: Luigi Nono 22.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 3: Ensemble New Babylon 21.06. Saltarello: Elisabeth Brauß - Piano 28.06. Harmonien der Welt I: Sergey Malov 29.06. t.s.e. - Thilo Seevers Ensemble 10.06. Avi Avital: Between Worlds Dienstag, 10. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der virtuose israelische Mandolinist Avi Avital mit seinem aktuellen Projekt Between Worlds. Das ist dort, wo die Mandoline am besten hingehört. Avi Avital - Mandoline Ksenija Sidorova (London) - Accordeon Itamar Doari (Tel Aviv) - Perkussion Mit Werken von Manuel de Falla , Astor Piazzolla, Ernest Bloch, Nikolai Budashkin, J. S. Bach, Béla Bartók und Traditional Balkan Gleichermaßen zu Hause in Barockmusik, Folk oder Pop ist die Mandoline ein wahres Chamäleon in der Musikwelt - jede Kultur und jedes musikalische Genre featured die Mandoline - und Avi Avital (*1978) ist der charismatischste und vielseitigste Exponent dieses schönen Instruments. Nach dem enormen Erfolg seiner Bach-Transkriptionen für Mandoline widersetzt er sich gründlich allen Erwartungen mit einer Auswahl von herrlichen Melodien und wunderbaren Tänzen von Europa bis Nord- und Südamerika, die sämtlich ihre Wurzeln in populären- und Folktraditionen haben, arrangiert von einigen der großen klassischen Komponisten. Der daraus sich entwickelnde Dialog zwischen Nord und Süd, Ost und West, Neu und Alt, klassisch und traditionell bietet eine faszinierende Reise zwischen den Welten ("Between Worlds"). 14.06. Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord Samstag, 14. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 10 Euro (erm 5 Euro nur für Schüler/Studenten an der Tageskasse) Jugend-Sinfonie-Orchesters Bremen-Nord Leitung: Martin Lentz Es ist wieder so weit: Im Juni finden bereits zum 10. Mal in Folge die Frühlingskonzerte des Jugend-Sinfonie-Orchesters Bremen-Nord statt. Die jungen Musiker unter der Leitung von Martin Lentz laden Sie hierfür in den Sendesaal Bremen ein, um gemeinsam mit Ihnen den Sommer einzuläuten. Das Orchester wird sich dem Publikum hierbei in immer wieder neuen, auch ungewöhnlichen Besetzungen präsentieren und Musik aus verschiedenen Epochen aufführen. Überraschungen wechseln sich mit „Klassikern“ ab: Ein Wechselbad der Gefühle und Stile erwartet die Besucher. Eben kein normales Orchesterkonzert! Eine Veranstaltung des Jugend-Sinfonie-Orchesters Bremen-Nord 19.06. Zu Gast aus Bremen: Peter Dahm und Henning Schmiedt Donnerstag, 19. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das eingespielte Duo des Saxophonisten Peter Dahm und des Pianisten Henning Schmiedt, das normalerweise eher im Bremer Westen zu hören ist, erstmals im Sendesaal. Willkommen. Peter Dahm - Saxophone Henning Schmiedt - Piano, Keyboards Der Saxphonist Peter Dahm ist zugleich der künstlerische Leiter der „Kulturwerkstatt Westend“ in Walle. Dorthin hat er in den letzten Jahren häufig den Berliner Pianisten und Arrangeur Henning Schmiedt als „Artist in residence“ geholt, der dort und in der Kulturkirche zur großen Bereicherung der Bremer Kulturszene diverse Projekte u.a. mit Maria Farantouri und Zülfü Livaneli sowie dem Westendprojektorchester realisiert hat. Beide zusammen sind das Duo Schmiedt & Dahm, in dem sie sich nach Herzenslust die musikalischen Bälle zuwerfen. Damit das nicht nur im Bremer Westen bekannt ist, haben wir die beiden sehr herzlich in den Sendesaal eingeladen. Henning Schmiedt hat übrigens im Oktober 2013 im Sendesaal auch bereits die Rumi Suite von Zülfü Livaneli uraufgeführt. 20.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 1: Jade Quartett Freitag, 20. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) In Erinnerung an die historische „pro musica nova“-Konzertreihe veranstaltet der „Verein Freunde des Sendesaales“ zum dritten Mal „tage für neue musik“ im Sendesaal. Zur Eröffnung sind asiatische Gäste aus Taiwan und Süd-Korea zu hören. Das Jade Quartett gibt es seit 2001, lebt in Stuttgart und findet internationale Anerkennung. Neben Kompositionen von Werner Heider und Ernst-Helmuth Flammer erklingt in Bremen erstmalig ein Werk des taiwanesischen Komponisten Jing Peng, der in Deutschland studiert hat. Jade-Quartett (Stuttgart) Hanlin Liang - 1. Violine Hyun-Ji You - 2. Violine Kai-Hsi Fan - Viola Shih-Yu Yu-Holz - Violoncello Programm: Werner Heider (*1930): Lamento passionato (2012) Jing Peng (*1965): „Suite der Jugendlichen für Streicher” Ernst Helmuth Flammer (*1949): Streichquartett Nr. 4 JADE meint nicht nur den bedeutungsvollen Schmuckstein, sondern steht insbesondere auch für „JA“, das chinesische Wort für Asien, und „DE“ für die Wahlheimat Deutschland. Diese Verbindung ist auch Programm des Quartetts, dessen besonderes Anliegen es ist, neben der klassischen europäischen Quartettliteratur, immer auch Werke aus der Heimat Asien zur Aufführung zu bringen. Zahlreiche Kompositionen sind speziell für das Jade Quartett geschrieben. Das Jade Quartett wurde 2001 gegründet. Die Musiker kommen alle aus dem asiatischen Raum: Die Geigerinn Hanlin (Annelie) Liang, die Bratscherin Kai-Hsi Fan und die Cellistin Shih-Yu (Gina) Yu-Holz kommen aus Taiwan, Hyun-Ji (Lisa) You kommt aus Südkorea. Zahlreiche nationale und internationale Preise und eine intensive Konzertkarriere belegen die einzigartige Qualität des Quartetts. Höhepunkte der gemeinsamen Karriere sind der Gewinn des 3. Preises beim 5th Osaka International Chamber Music Competition 2005,  der l. Preis beim deutschlandweiten Hochschulwettbewerb 2004 und die Verleihung des Iris-Marquart Preises. Das Jade Quartett war außerdem Stipendiat der Stiftung Villa Musica und der Karl Klingler Stiftung. Im Jahr 2005 wurden sie im Bereich Streichquartett aufgrund ihres Wettbewerberfolges in Osaka als „Musiker des Jahres 2005“ gekürt. Im Mai 2007 errangen sie den 1. Preis beim internationalen Interpretationswettbewerb für  zeitgenössische Streichquartette „Klangbrücke“ in München. Nach dem Studium beim „Melos- Quartett“ in Stuttgart (Abschluss mit Auszeichnung) verbindet die vier Musiker vor allem mit Prof. Peter Buck (Melos Quartett) und Prof. Wolfram König (Musikhochschule Trossingen) eine intensive musikalische und persönliche Zusammenarbeit. Wesentliche künstlerische Impulse erhielten die Musiker in den vergangenen Jahren insbesondere auch durch Prof. Eberhard Feltz, Prof. Franz Beyer und Prof. Milan Skampa (Smetana Quartett). Neben der Aufführung der klassischen Streichquartettliteratur hat sich das Jade Quartett vor allem durch die Interpretation zeitgenössischer Werke einen Namen gemacht. Mitschnitt Deutschlandfunk 21.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 2: Luigi Nono Dieses Konzert findet nicht im Sendesaal, sondern in der Galerie der Hochschule für Künste, Dechanatstr. 13-15 statt: Samstag, 21. Juni 2014 | 16:00 & 18:00 Uhr | Galerie der HfK | Eintritt frei Dieses Spätwerk von Luigi Nono wird aufgeführt von Roberto Fabbriciani, der an dessen Uraufführung beteiligt war, und Mitgliedern der Hochschule für Künste Bremen. Roberto Fabbriciani - Bassflöte Vokalensemble Alte Musik und Studio für Elektroakustische Musik der HfK Bremen Leitung: Detlef Bratschke und Kilian Schwoon Luigi Nono: „Das atmende Klarsein“ für kleinen Chor, Bassflöte, Live-Elektronik und Tonband (1981) Nach Texten aus den Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke und anderen antiken orphischen Blättern Vergangenes und Zukünftiges, reine Stimmen und neueste instrumentale und elektronische Techniken treffen in Luigi Nonos „Das atmende Klarsein“ aufeinander. Roberto Fabbriciani, der Flötist der Uraufführung von 1981, war eng an der Entstehung dieses Schlüsselwerks des 20. Jahrhunderts beteiligt. In diesem Konzert realisiert er das Stück gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden der Alten und Neuen Musik der Hochschule für Künste Bremen. „Wanderer, deine Spuren sind der Weg und sonst nichts; Wanderer, es gibt keinen Weg, Weg entsteht im Gehen. Im Gehen entsteht der Weg, und schaust du zurück, siehst du den Pfad, den du nie mehr betreten kannst. Wanderer, es gibt keinen Weg, nur eine Kielspur im Meer". Antonio Machado Eine Veranstaltung des Atelier Neue Musik der HfK Bremen mit Unterstützung von klangpol. Netzwerk Neue Musik Nordwest 22.6. NOVA Sendesaal 2014 - Konzert 3: Ensemble New Babylon Sonntag, 22. Juni 2014 | 19:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Im dritten Konzert der Nova stellt sich das neue Bremer Ensemble für Neue Musik Ensemble New Babylon vor: ENSEMBLE NEW BABYLON (Bremen) Benedikt Bindewald - Violine Klaus Heidemann - Viola Lynda Anne Cortis - Violoncello Isabelle Raphaelis - Flöte Benjamin Fischer - Oboe Martin Abendroth - Klarinette Johannes von Buttlar, Hsin Lee - Schlagzeug Mireia Vendrell del Álamo - Klavier Daria Karmina Iossifova - Klavier Dirigent: Ernst Helmuth Flammer Programm: Michael Quell (*1960): Anamorphosis 2 (2002/03) für Ensemble Art-Oliver Simon (*1966): „Schwarze Stille“ (2005) für Kammerensemble Irina Emeliantseva (*1973): „Mirage“ für Kammerensemble Jörg Birkenkötter (*1963): „Schwebende Form“ (1999) für Kammerensemble Alexander Müller (*1987): Lidschlag (2013) für Oboe, Cello und Klavier Andreas Paparousos (*1975): Auftragskomposition: 1·2 (2014) für Klavier solo (UA) Ausgangspunkt für die Programmkonzeption dieses Konzertes war es, in Bremen noch unbekannte Komponisten vorzustellen und das Ensemble New Babylon für die Interpretation zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Dirigenten Ernst-Helmuth Flammer wurden Werke für Kammerensembles von Michael Quell, Art-Oliver Simon und Irina Emiliatseva ausgewählt. Dazu stehen Komponisten auf dem Programm, die mit dem Ensemble New Babylon sehr verbunden sind: Andreas Paparousos mit einem Kompositionsauftrag, sowie Alexander Müller und Jörg Birkenkötter. Das Ensemble New Babylon wurde mit seinem Debutkonzert im November 2012 in der Weserburg unter der Schirmherrschaft des regierenden Bürgermeisters der Hansestadt Bremen Jens Böhrnsen ins Leben gerufen, mit dem Ziel, in Bremen die Neue Musik wieder im Kulturgeschehen zu etablieren. Es trägt seinen Namen aus der Idee heraus, mit Musik Menschen verschiedensten Hintergrunds zusammenzuführen und gemeinsam das Schöne im Ungewohnten und Neuen zu entdecken. Es ist ein festes Anliegen des Ensembles, durch die emotionale Kraft der Musik für mehr Toleranz und Verständnis gegenüber dem "Anderen" zu sorgen. So ist das Projekt ein Beispiel für das friedliche, freundschaftliche und gleichzeitig erfolgreiche Zusammenwirken von völlig unterschiedlichen Menschen, egal welch politischer Hintergrund in ihren Ländern herrscht. Fester Bestandteil der Konzerte des Ensembles ist das Nutzen von ungewöhnlichen Spielorten mit bestimmter Thematik. So entstanden beispielsweise das Projekt mit der Funkband Watson's Mother inklusive eines Auftritts auf der Breminale 2013, für das das Ensemble den Förderpreis des Deutschen Musikrates 2013 erhielt, ein theatral inszeniertes Konzert in der Bremer Shakespeare Company und im Mai 2014 ein Wandelkonzert in der Villa Ichon. Ziel dieser Kooperationen ist es auch, zeitgenössische Musik mit anderen Sparten der Kunst zu vereinen. Zuletzt gastierte das Ensemble auch bei anderen Bremer Konzertreihen wie dem REM-Festival im August 2013, dem Enno Poppe Symposium der Hochschule für Künste Bremen im November 2013 und nun auch beim langjährig etablierten pro musica nova-Festival. Das längerfristige Ziel ist es, nicht nur den Großraum Bremen mit Neuer Musik zu bereichern, sondern auch nationale und internationale Gastspiele zu geben. So findet im Juli 2014 die erste Tournee nach Kassel und Berlin statt. Im September 2014 ist das Ensemble New Babylon beim Festival soundscape in Athen eingeladen. Mitschnitt Radio Bremen 21.06. Saltarello: Elisabeth Brauß - Piano Samstag, 21. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro (ermäßigt 10 Euro / 5 Euro) Die Preisträgerin des TONALi Grand Prix 2013, die junge Pianistin Elisabeth Brauß erstmals in einem Solokonzert im Sendesaal: Elisabeth Brauß - Klavier spielt Werke von Beethoven, Liszt und Hindemith. Elisabeth Brauß, * 1995 in Hannover, erhielt im Alter von 4 Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Mit 6 Jahren wurde sie in die Klavierklasse von Dr. Elena Levit aufgenommen. Von 2004- 2007 war Elisabeth Mitglied der Vorschule des Instituts zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, von 2007-2010 reguläre Früh-Studentin der Hochschule am gleichen Institut (IFF). 2008-2010 Studentin in den Klavierklassen von Dr. Elena Levit und Prof. Matti Raekallio. Seit 2010 ist sie Jungstudentin an der HMTMH in der Klavierklasse von Prof. Bernd Goetzke. 2012 erhielt Elisabeth Brauß den vom Land Niedersachsen mit 5000 € dotierten Nachwuchspreis des Praetorius Musikpreises. 2013 gewann sie den renommierten TONALi Grand Prix. Dieses Konzert ist Teil des Preises. Seit ihrem 6. Lebensjahr bereits tritt Elisabeth Brauß öffentlich auf. Als Solistin oder als Kammermusikpartnerin hat sie schon international konzertiert in Norwegen, der Ukraine, den USA und China. Sie war bereits mehrfach in der Saltarello-Reihe zu hören als Begleiterin. Dies ist ihr erstes Solorecital bei uns. 28.06. Harmonien der Welt I: Sergey Malov Samstag, 28. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Aboticket für drei Konzerte der Reihe Harmonien der Welt: 50 Euro (ermäßigt 40 Euro) Zum dritten Mal gibt es die Sommerreihe Harmonien der Welt, in der Radio Bremen/Nordwestradio ungewöhnliche Musiker und Instrumente vorstellt. Den Anfang macht der russische Ausnahmemusiker Sergey Malov mit dem Violoncello da spalla. Sergey Malov - Violoncello da spalla, Violine, Viola spielt Werke von Pietro Locatelli (1695-1764), Giuseppe Tartini ( 1692-1770), Domenico Gabrielli (1651-1690), Henri Vieuxtemps (1820-1881), Niccolo Paganini (1782-1840), Garth Knox (*1956), Petar Christoskov (1917-2006) und Alfred Schnittke (1934-1998). Mit dem Violoncello da spalla wird in diesem Konzert ein ungewöhnliches Instrument wiederentdeckt: ein Cello, das auf der Schulter („da spalla“) gespielt wird und vorwiegend in der Barockmusik Verwendung fand (Werke von D. Gabrielli, Telemann, und Bach). Sergey Malov ist ein Ausnahmekünstler, der viele Saiteninstrumente höchst virtuos zum Klingen zu bringen vermag. Der Preisträger namhafter Wettbewerbe für Violine und Viola (u.a. Paganini, Heifetz, ARD, Tokyo Viola Competition, W. A. Mozart Salzburg) stammt aus einer russisch-ungarischen Musikerfamilie. Sein breitgefächertes Repertoire vom Barock bis zur Neuen Musik wird er in diesem Soloabend auf gleich drei verschiedenen Streichinstrumenten darbieten und dabei seine musikalische und technische Wandlungsfähigkeit gleichermassen unter Beweis stellen. Sergey Malov war bereits 2010 einmal im Sendesaal zu Gast, damals allerdings noch ohne das Violoncello da spalla. Eine Veranstaltung von Radio Bremen 29.06. t.s.e. - Thilo Seevers Ensemble Sonntag, 29. Juni 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Thilo Seevers - Piano Ivar Krizic - Bass (HR) Bernhard Sorger - Schlagzeug (A) Zum ersten Mal präsentiert sich das junge Jazztrio im Sendesaal, und doch ist es für den gebürtigen Bremer Thilo Seevers ein Heimspiel. Gegenwärtig studiert Thilo in Graz, wo er auch sein Ensemble gebildet hat. Klassische Wurzeln, krumme Takte vom Balkan und sogar steirische Volksmusik, dazu die gemeinsame Liebe für Reggae und schräge Grooves. An der Grazer Kunstuniversität verbinden sie sich, und die Musiker bündeln alles, um sich ihrer Leidenschaft zu widmen, dem Jazz. Ivar Krizic ist in seiner Familie Jazzer in 3. Generation. Bernhard Sorger der Schlagzeuger, Stabspieler und Groover aus Graz. Verwurzelt in der Jazztrio-Tradition der alten Großmeister, mit Anleihen bei ihren Helden wie Oscar Peterson, Ahmad Jamal, Bill Evans oder Tommy Flanagan, überlassen sie die Museumspflege anderen und beleben das Programm mit eigenen Kompositionen sowie frischen Arrangements aus eigener Feder.
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Flucht bis heute ist direkte Konsequenz der kolonialen Zerstörung - Bericht von der 2. Konferenz in Hamburg

Bericht von der Konferenz der Gruppe "Lampedusa in Hamburg" und der Karawane vom 8. Februar 2014 in Hamburg Die komplette Konferenz ist filmisch dokumentiert und ist auf Kürze hier und auf youtube zu sehen. 1. Februar 2014 - Konferenz I „Warum verlassen Menschen ihre Heimatländer? Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“ 8. Februar 2014 - Konferenz II „Der Europäische Krieg gegen Flüchtlinge – das stille Sterben in den Lagern“ Am vergangenen Samstag, den 8. Februar 2014, nahmen wieder wie bei der ersten Konferenz etwa 200 Menschen an der zweiten Konferenz zur Stärkung des Kampfes der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ teil. Nach dem bei der ersten Konferenz vornehmlich die Fluchtursachen im Vordergrund standen, sollte bei der zweiten Konferenz vermehrt die Situation der Flüchtlinge hier in Europa im Fokus stehen. Der europäische Krieg gegen die Flüchtlinge und das stille Sterben in den Lagern war der Titel der Konferenz. In der Einleitung wurde darauf hingewiesen, dass diese Wortwahl keine Übertreibung darstelle. Jede und jeder in Deutschland hat die Möglichkeit vor Ort und jederzeit sich über die Situation in den Isolationslagern zu informieren. Die zweite Konferenz verfolgt das Ziel allen Interessierten zu verdeutlichen, warum die Mitglieder der „Lampedusa in Hamburg“ sich nicht in dem zerstörerischen deutschen Asylsystem begeben wollen, welches Menschen langsam zermürbt und für einige den Tod bedeutet. Weiterhin sollte der durch die Konferenz geschaffene Raum die Möglichkeit bieten, dass sich die aus dem bundesweiten Netzwerk der KARAWANE angereisten Flüchtlingsaktivisten und die Mitglieder der „Lampedusa in Hamburg“ austauschen und Wege suchen, wie die Verbindungen klarer und stärker im alltäglichen Kampf stärker zum Ausdruck kommen. Bevor die Konferenz durch den Hauptvortrag von Rosa Amelia Uribe-Plumelle, Autrorin des Buches "Weisse Barbarei, Vom Kolonialrassismus zur Rassenpolitik der Nazis", eröffnet wurde, gedachten die anwesenden Personen den drei Verstorbenen des Brandes in dem Hamburger Flüchtlingsheim am 6. Februar 2013. Es folgten Vorträge von Conny Gunßer zur europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX. Anschließend berichteten die Flüchtlingsaktivistinnen Badassawe und Nack Nyemeck sowie der Flüchtlingsaktivist Rex Osa über die Situation in den Lagern und dem Kampf gegen diese Zustände. Vorträge der Mitglieder der Lampedusa in Hamburg Friday Emitola und andere über die Situation in Italien sowie Vertretern von MigrantInnen-Organisationen aus Italien bildeten den Abschluss. Europas Staaten schüren Ängste vor der Migration, die sie selbst verursachen Rosa Amelia Uribe-Plumelle begann ihren Vortrag mit einer Beschreibung des aktuellen Diskurses in Europa über die Migration nach Europa. Sie stellte fest, dass in Europa die Regierungen und Staaten Ängste schüren. Sie behaupten die eigene Kultur und Identität sei durch die Migration von Menschen nach Europa bedroht. Gleichzeitig erklären sie, dass sie nicht in der Lage seien die Probleme der Welt zu lösen. Ferner kategorisieren sie die zugewanderten Menschen in politische und wirtschaftliche Flüchtlinge. Frau Uribe Plumelle sagt aber, dass die Ursache für die Migration unabhängig vom Grund letztendlich dieselbe Ursache hat. Sie stellte vor ihren Ausführungen die Frage: „Warum müssen viele Afrikanerinnen und Afrikaner ihr Land, ihre Freunde, Bekannte, Familien verlassen? Warum treffen sie diese schwerwiegenden Entscheidungen und nehmen das Risiko auf, an den Toren Europas anzuklopfen, wo sie mit Erniedrigungen und Tod konfrontiert werden?“ Horror der Deportation 500 Jahre alt Um diese Frage zu klären, zeichnete sie in ihrem Vortrag die historischen Gründe und führte bis in die Gegenwart, um die Kontinuität der kolonialen Unterdrückung zu belegen. Sie berichtete über die afrikanischen Gesellschaften vor dem 15. Jahrhundert. Diese seien in ihrem sozialen und wirtschaftlichen Aufbau fortschrittlicher und besser gewesen, als die europäischen Gesellschaften ihrer Zeit. Obwohl zahlreiche archäologische Funde und Berichte von Geographen, Reisende und Navigatoren über diese Gesellschaften existieren, werden die Wahrheiten über diese Gesellschaften von den sogenannten Afrikaexperten totgeschwiegen. Es wird nicht darüber berichtet, dass die Agrikultur auf dem afrikanischen Kontinent beispielhaft für die damalige Zeit war. Mitte des 15. Jahrhunderts fand die erste militärische Aggression durch die Portugiesen statt. Danach folgten in der Geschichte die anderen europäischen Länder England, Frankreich, Niederlande, Spanien, Belgien, Deutschland und Italien. Ab dem 15. Jahrhundert begann das Zeitalter der industriellen Deportation in dem Konzentrationsuniversum Lateinamerikas, die Epoche der Jagd nach Köpfen mit einer enormen Brutalität barbarischen Ausmaßes. Dieser Horror wurde fortgesetzt in den folgenden fünf Jahrhunderten. Im 19. Jahrhundert wurden die Expansionskriege auf verschiedene Teile der Erde ausgeweitet. Die Aufteilung und Zerstückelung Afrikas fand von November 1884 bis Februar 1885 in Berlin unter Teilnahme fast aller damaligen europäischen Staaten statt. Der Kolonialismus -nicht nur in Afrika- war gekennzeichnet durch Vernichtungskriege gegen die Bevölkerung, missachtete jedes Menschenrecht und zerstörte letztendlich die Kulturen, das soziale Gefüge dieser Länder und ihre Ökonomien. Nie hat einer der verantwortlichen Staaten bis heute Verantwortung übernommen für diese Zerstörungen. Bis heute wurde keine Wiedergutmachung geleistet. Diese Verbrechen gegen die Menschheit sowie die Schuld bleiben bestehen. Aufstieg des 2. Deutschen Reiches zur Kolonialmacht: Konzentrationslager und Genozid in Namibia Um den Charakter der Kolonialunternehmungen zu beschreiben, konzentrierte Frau Uribe-Plumelle sich auf die Vorgehensweise der deutschen Kolonialherren in Namibia. Die Besitznahme des heutigen Namibias durch deutsche Kolonialherren begann 1893. Um die Macht zu festigen wurde jedes Mittel ergriffen. Um den kolonialen Charakter und den Blick der Kolonialisten auf die Bevölkerung Namibias darzustellen, zitierte Frau Uribe-Plumelle Briefe von Lothar von Trotha und von dem Oberkommando aus Berlin. Lothar von Trotha war der Organisator des Genozids an Herrero und Nama. In der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia wurden 80% der Herrero-Bevölkerung und die Mehrheit der Nama ermordet. Die ersten Konzentrationslager wurden in der damaligen Kolonie gebaut. Dort wurden die Überlebenden des Genozids systematisch zu Zwangsarbeit gezwungen bis sie starben. Frau Uribe-Plumelle betonte, dass die Schilderungen über Namibia keine Besonderheit darstellen. Sie sind typisch und charakteristisch für alle Kolonien. Das Ziel der Kolonien war, durch Inbesitznahme von Land, die Rohstoffe zu plündern und die dortige menschliche Arbeitskraft auszubeuten. Die Profite flossen in die Zentren der Kolonien nach Europa. Am Ende ihrer Ausführungen über die Kolonialgeschichte, wiederholte sie eine Aussage mit der sie in Europa häufiger konfrontiert wird: „Das sind Geschichten aus der Vergangenheit, lass uns die Gegenwart und die Zukunft anschauen.“ Daher bewegte sie sich fort in der Geschichte und begann über die Phase der Unabhängigkeitskriege zu berichten. Weltbank und Internationaler Währungsfond Instrumente zur Fortführung der kolonialen Ausbeutung Nach der Erlangung formeller Unabhängigkeit von den europäischen Ländern hat sich die Situation in den ehemaligen Kolonien nicht verbessert. Vor der Unabhängigkeit hatte die Weltbank den meisten Kolonialisten Kredite zur besseren Ausbeutung der Rohstoffe zur Verfügung gestellt. Diese Kredite dienten den Kolonialherrschern zur Aneignung der Mineralien und der Agrarprodukte und zum Ausgleich von Währungsdifferenzen. Nach der formellen Unabhängigkeit gingen diese Kredite an die neugegründeten Staaten über. Sie waren somit direkt nach der Staatsgründung verschuldet und daher abhängig von der Weltbank und dem internationalen Währungsfond, die Kontrollorgane der westlichen Staaten waren. Fatal für die neuen Staaten war, dass das für Bildung, Gesundheit und für den Aufbau eigener Strukturen notwendige Geld an das Ausland gezahlt werden musste. Die Staaten waren nur in der Lage die Zinsen dieser enorm hohen Kredite zu zahlen. Die afrikanischen Komplizen und Marionetten mit dem alten System wurden ebenfalls von den Mitteln der Weltbank und dem Internationaler Währungsfonds gezahlt. Die sogenannten „Strukturanpassungsprogramme“ der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds dienten dazu, die öffentliche Verwaltung dieser Länder sowie die Kontrolle der Wirtschaft aus den Händen der einheimischen Bevölkerung zu entreißen und das Geld ins Ausland zu transferieren. Diese neue Form der kolonialen Dominanz führte zur weiteren Verarmung und Entkommen war nicht möglich. Nationale Persönlichkeiten sowie Bewegungen gegen diese Dominanz wurden ermordet bzw. unterdrückt. Frau Uribe-Plumelle schloss diesen mittleren Teil ihres Vortrages wiederholt mit der Aussage ab, die sie in Europa häufig zu hören bekommt: „Das ist Geschichte! Wo steht Afrika heute?“ NATO Angriff auf Libyen war ein Angriff auf den Emanzipationsprozess eines ganzen Kontinents Im letzten Teil ihres Vortrages berichtete sie zuerst über die Preise für Telekommunikation nach und innerhalb Afrikas. Alle afrikanischen Staaten mussten jährlich 500 Millionen Dollar an einem internationalen Konsortium zahlen, der Afrikas Verbindung zur Welt durch die Bereitstellung eines Satelliten sicherstellte. 1992 gründeten die afrikanischen Staaten eine Gesellschaft namens RASCOM, um einen eigenen Satelliten zu kaufen und beantragten bei der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond einen Kredit in Höhe von 400 Millionen Dollar. 14 Jahre lang wurde dieser Antrag nicht beantwortet bzw. seine Beantwortung verschleppt, bis in 2006 die Regierung Libyens 300 der 400 Millionen Dollars für den Satelliten zur Verfügung stellte. Die restliche Summe wurde von der Afrikabank und der westafrikanischen Bank übernommen. Seit 2007 besitzen die afrikanischen Länder die Möglichkeit günstiger über ihren eigenen Satelliten Telekommunikation ihrer Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Seit dem wurden mehrere Satelliten gekauft. Sie zitierte den afrikanischen Intellektuellen Jean-Paul Pougala: „Gaddafis Libyen kostete den Westen nicht nur die 500 Millionen US-Dollar im Jahr, sondern Milliarden von Dollars an Schulden und Zinsen, die der ursprüngliche Kredit für die kommenden Jahre generiert hätte, mit exponentiellen Steigerungen, und dazu beigetragen hätte, das verborgene System zur Ausplünderung des Kontinentes aufrecht zu erhalten.“ Die Lügen hinter dem Krieg des Westens gegen Libyen Jean-Paul Pougala Sie sagte, wenn wir über das heute sprechen, müssen wir darüber sprechen, warum Libyen angegriffen wurde. Libyen förderte und unterstütze drei afrikanische Projekte: Den Aufbau einer afrikanischen Investitionsbank, den Aufbau eines afrikanischen Währungsfonds und zuletzt den Aufbau einer afrikanischen Zentralbank. Diese Projekte dienten dazu, die afrikanischen Länder aus den Fängen der Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds zu befreien. Die Perspektive eines afrikanischen Währungsfonds beunruhigte die Weltmächte, die das Internationale Währungsfond instrumentalisiert hatten, um Afrika auszubeuten. Die europäischen Westmächte haben diskret versucht, sich an dem afrikanischen Währungsfond zu beteiligen und wurden in Dezember 2010, kurz vor den Unruhen in Libyen abgewiesen. Frau Uribe-Plumelle führte weiterhin aus, dass die Gründung einer afrikanischen Zentralbank das Ende des CFA-Franc und damit das Ende der Herrschaft Frankreichs über die ehemaligen Kolonien bedeutet hätte. 1963 wurde bereits Sylvanus Olympio der erste frei gewählte Präsident Togos aus demselben Grund ermordet. Sie sagte, die westlichen Mächte haben noch nie davor zurückgeschreckt, Regierungen zu stürzen oder Präsidenten zu ermorden, um ihre Interessen durchzusetzen. Der Sturz Gaddafis war nicht nur für Libyen bedeutend sondern für den ganzen Kontinent. Alle Länder des Westens brauchen für den Erhalt ihres Wohlstandes die Reichtümer Afrikas. Die 30 Milliarden Dollar der libyschen Regierung, die Präsident Obama konfiszierte, waren für den Aufbau des afrikanischen Währungsfonds bestimmt. Die genannten Gründe erklären, warum Frankreich und NATO Libyen bombardierten. Die EU hat durch diesen Angriff der NATO Afrika um seinen Emanzipationsprozess betrogen. Nun klopfen die ehemaligen ArbeitsmigrantInnen in Libyen und schwarze Libyer, die von den durch Europa bezahlten Putschisten verfolgt wurden, an den Toren Europas. Frau Uribe-Plumelle sagte zum Abschluss, dass es aus pädagogischer Sicht essentiell sei, die Zusammenhänge zwischen der kolonialen Zerstörung und der Flucht von Menschen zu benennen. Wenn man sich die Kontinuität anschaut, dann versteht man, warum also die Menschen ihre Länder verlassen, warum sie an den Toren Europas anklopfen. Rassentheorie in Ruanda und Burundi durch deutsche Kolonialisten eingeführt Gefragt nach Konsequenzen der deutschen Kolonialgeschichte für das heutige Afrika sagte Frau Uribe-Plumelle: „Die Rassentheorie wurde durch die deutschen in Ruanda und Burundi eingeführt.“ Die Tutsi und Hutu haben die gleiche Sprache, Religion und Kultur. Die Politik der deutschen Kolonialisten hat durch indirekte Bevorzugung der einen Gruppe vor den anderen die Tutsi zu einer Herrenrasse emporgehoben. Die belgischen Kolonialisten führten diese Politik nach dem ersten Weltkrieg weiter. Diese Vorgehensweise sei ebenfalls bezeichnend für viele Kolonien, in denen die Kolonialherrschaft eine Volksgruppe zur Umsetzung ihrer Macht und Herrschaft auswählt. Wiedergutmachung und Beziehungen zwischen den Menschen ohne Ausschluss der historischen Wahrheiten In der Diskussion stellte Frau Uribe-Plumelle fest, dass sie nicht an die Eliten glaube, weil diese ihre gemeinsamen Interessen haben. Sie sagte, dass nur die Verbindungen zwischen der Basis in den dominierten und dominanten Ländern zur Durchbrechung der Dominanz führen können. Sie glaube an die Beziehungen zwischen den Menschen und an Wiedergutmachung. Diese ist jedoch nicht möglich, wenn man historische Wahrheiten ausklammert. Die kolonisierten Länder sind nicht nur ihrer Rohstoffe beraubt, sondern auch ihrer Sprache, Kultur und Spiritualität. Sie forderte zuletzt die Menschen hier auf, die eigene Regierung herauszufordern und den Widerstand gegen die aktuellen und kommenden Interventionen aufzubauen. Abschottung gegen unerwünschte Migration durch FRONTEX In ihrem Vortrag „Flüchtlingspolitik in Europa und Lampedusa in Hamburg“ (kompletter Vortrag als pdf auf der Internetseite des Hamburger Flüchtlingsrates) zählte Frau Conni Gunßer vom Flüchtlingsrat Hamburg zuerst die Ziele der europäischen Flüchtlingspolitik auf: Abschottung gegen unerwünschte Migration, Externalisierung, selektiver Zugang für wenig Erwünschte in Austausch für Wachhundrolle, Beschneidung der Bewegungsfreiheit und Abschiebung der Unerwünschten. Die Instrumente dieser Politik sind die Visapolitik, Abkommen mit Drittstaaten, FRONTEX und EUROSUR, die DUBLIN und Schengen Abkommen, restriktive Asylgesetze, Notfallgesetze und –maßnahmen. Sie ging anschließend detailliert auf die Aufgaben von Frontex ein. Neben der Koordinierung und Beratung ist sie aktiv an der Organisierung von Abschiebungen beteiligt. Sie arbeitet nicht nur an den Außengrenzen sondern sowohl innerhalb der Mitgliedsstaaten als auch außerhalb Europas. Ihr Budget ist von 6,2 Millionen Euro in 2005 auf mittlerweile über 88 Millionen Euro (2011) jährlich angestiegen. Sie arbeitet nicht nur mit den Polizeikräften der europäischen Grenzstaaten zusammen, um Flüchtlinge zurückzuweisen, sondern auch mit paramilitärischen Kräften z.B. in Libyen. Sie ging nochmals auf die Rolle von EUROSUR ein, dass in den Medien als ein Fortschritt zur Rettung von Menschenleben präsentiert wurde. Durch EUROSUR sollen völkerrechtswidrige Push-Back Aktionen perfektioniert und die Kollaboration mit Drittstaaten forciert werden. Sie ist also ein weiteres Instrument zur Abschottung Europas und mordet an den europäischen Außengrenzen. Ein Tier mehr wert als ein Flüchtling Im letzten und dritten Teil der Konferenz berichteten Flüchtlingsaktivisten von ihrer Situation und von dem Kampf der Flüchtlinge. Frau Bhadassawe berichtete zuerst über die Situation in Parchim, in Mecklenburg-Vorpommern. Das Isolationslager liegt in der Nähe eines Waldes am Rande des Ortes. Sie leben mit mehreren Leuten in einem Raum zusammen. Für Flüchtlinge existiert keine Gesundheitsversorgung. Es ist schon vorgekommen, dass Ärzte erst nach dem Tod der Flüchtlinge antreffen. In ihre Region wird Tieren mehr Wert beigemessen als Flüchtlingen. Junge Menschen werden diskriminiert und kriminalisiert. Sie sind vor den Diktatoren geflohen. Jeder erzählte, dass Deutschland demokratisch sei. Sie glaube aber, dass das Leben hier schlimmer sei als unter der Herrschaft der Diktaturen. In ihren Gesellschaften aktive Frauen verzweifeln hier. Junge Menschen werden in den Lagern verrückt oder verfallen dem Alkohol. Sie sagte: „Das Leben ist beschränkt auf Zimmer, Toilette und Küche, Zimmer, Toilette und Küche... Was wird aus einem Menschen nach ein, fünf oder zehn Jahren in dieser Eintönigkeit?“ Es folgte der Bericht von Frau Nack Nyemeck. Sie stellte fest, dass Flüchtlinge in Deutschland ein miserables Leben in einem rassistischen System führen. Sie erzählte von einem Flüchtling, der nach 16 Jahren in Lager verstarb. Keiner seiner Mitbewohner hat bis heute erfahren, warum er sterben musste noch wo er vergraben sei. Sie betonte, dass die Flüchtlinge hier in einer ständig traumatisierenden Situation leben müssen. Die Kinder der Flüchtlinge werden diskriminiert. Sie berichtete, dass sie abgeschoben wurde, dass man sie wie ein Dieb behandelt hätte. „In Flüchtlingslager wirst du wie Prostituierte behandelt, du wirst erniedrigt und ständig musst du Tests ablegen und dich rechtfertigen.“, führte sie weiter aus. Der Rassismus hört nicht mit dem Aufenthalt auf: „Wenn du Aufenthalt hast, erlebst du es bei der Wohnungssuche.“ Sie betonte zum Schluss, dass Solidarität notwendig ist, um zu überleben. Als letzter sprach Rex Osa von THE VOICE Refugee Forum zu den anwesenden Personen. Er begann damit, dass die Geschichte der Unterdrückung Jahrhunderte zurückreicht, aber damit ist auch gleichzeitig die Geschichte des Widerstandes verknüpft. Er schilderte zunächst das Beispiel eines Flüchtlings aus Nördlingen, der die Erlaubnis nun bekommen hatte in eine Privatwohnung zu ziehen, keine aber finden konnte, aufgrund seiner Herkunft. Herr Osa sagte: „Nicht nur das Militär, nicht nur die Regierung, jeder spielt seine Rolle in der rassistischen Gesellschaft!“ Die Kernfrage lautet: „Wer ist ein Mensch und wer nicht!“ Diese Einstellung spürt ein Flüchtling von dem Augenblick, an dem sie oder er ein Asylantrag stellt. Der Flüchtling ist gefangen in den Fängen des deutschen Asylsystems, das Menschen langsam wie ein Krebs tötet. Das System ist ausgetüftelt, die Schuld wird verschleiert, in dem System findet keiner die Verantwortlichen. Gleichzeitig kontrolliert das System mit allen verfügbaren Instrumenten die Flüchtlinge. Herr Osa ging auf die Flüchtlingskämpfe heute ein. Unsere Anwesenheit heute hier und auf der Straße beweist unsere Existenz. Die Geschichte von THE VOICE Refugee Forum ist eine Geschichte des Widerstandes. In den Jahren des Kampfes haben wir gelernt keine Angst von den Herrschenden zu haben. In dem Kampf für Aufklärung für Oury Jalloh haben wir die Angst vor der Polizei abgelegt. Der Kampf der Freunde der „Lampedusa in Hamburg“ ist aus Sicht Herr Osas eng verbunden mit dem KARAWANE-Festival 2010. Er stellte fest: „Was heute passiert, basiert auf den Fundamenten der Solidarität, die in der Vergangenheit aufgebaut worden sind. Früher wussten wir nicht, wo all die Lager sind. Heute sind Netzwerke der Solidarität und Flüchtlinge sind selbstermächtigt.“ Situation in Italien Die Situation in Italien wurde von Frau Wena Flores von Umangat-MIGRANTE aus Rom und von International Migrants Alliance Sektion Europa vorgestellt (Beitrag von Frau Wena Flores). Sie berichteten über die Auswirkungen der Bosso-Finni-Gesetze und ihre Instrumente auf das Leben der MigrantInnen in Italien. Viele MigrantInnenselbstorganisationen seien als Reaktion auf die Gesetze entstanden, weil diese den Rassismus geschürt und das Leben der MigrantInnen getroffen haben. Die Migrationskontrolle und die Unterdrückung der MigrantInnen ist aus Sicht von Frau Flores eine Methode um die Ausbeutung zu verwirklichen. Den schriftlich eingereichten Vortrag von Frau Wena Flores könnt ihr hier nachlesen. Zum Schluss sprach Herr Friday Emitola, einer der Sprecher von „Lampedusa in Hamburg“. Er sagte: „Wir Afrikaner sind hier, um unsere Rechte, die man uns vor langer Zeit genommen hat, zurück zu erobern. Es ist ein globaler Kampf den wir hier führen!“ Um kurz vor 20:00 Uhr verließen die Konferenzteilnehmer und –teilnehmerinnen den Saal. Viele diskutierten bereits, wie sie die Informationen der beiden Konferenzen zur Stärkung des Kampfes der „Lampedusa in Hamburg“ nutzen können. Einer der Hauptfragen blieb, wie der Kampf der Gruppe aus Hamburg mit den Kämpfen der anderen Flüchtlinge in anderen Orten verknüpft werden könnte. Wie der Druck weiter auf die Hamburger Regierung erhöht werden könne. Der Appell von Rosa Amelia Uribe-Plumelle klang noch in den Ohren: „Fordert euren Regierungen heraus und organisiert den Widerstand gegen Militärinterventionen!“ 10. Februar 2014 KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Wieland von Hodenberg @ 28277 Bremen
18x
yasni 21.02.14  +  

Sendesaal Bremen (außer der Reihe): Jazz und einiges mehr

Liebe Freunde des Sendesaales, ein Newsletter ausser der Reihe, der Ihnen die Konzerte mit "Jazz und mehr" bis Mitte März vor Ohren hält. Hören Sie selbst - oder besser: sehen Sie erstmal selbst, um dann zu hören. Es ist bestimmt wieder auch für Sie Spannendes dabei. Ab Februar 2014 gibt es auch eine Neuerung in unserem Eintrittsgefüge, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten. Wie Sie sehen werden, gibt es bei Eigenveranstaltungen nunmehr zwei  Stufen von Ermäßigungen: ermäßigt 1 gilt dabei für Rentner, Pensionäre und Personen mit Schwerbehinderungen, ermäßigt 2 schreiben wir für Schüler, Studenten und Hartz IV Empfänger aus. Wir hoffen damit der realen finanziellen Situation unserer lieben Sendesaal-Besucher Rechnung zu tragen. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Verweilqualität vor und nach den Konzerten im Sendesaal sich durch das öffentliche Restaurant Geerdes am Sendesaal sehr erhöht hat. Geben Sie sich die Zeit. Ein Besuch lohnt sich. Das Geerdes ist auch selbst zu erreichen unter www.geerdesamsendesaal.de Karten für sämtliche Veranstaltungen erhalten Sie außer über unsere website www.sendesaal-bremen.de an der Abendkasse oder als telefonische Vorbestellung unter 0421-33005767 (AB). Für Feedback und Information besuchen Sie uns gern auch auf unserer facebook Seite. Inhalt 19.02. Omer Klein Trio (Israel) 21.02. Holland Baroque Society meets Eric Vloeimans 22.02. Sehnsucht – von Knef bis Alexandra 08.03. Luis di Matteo, Bandoneon 13.03. konzert im dunkeln: Improvisationschor Gabriele Hasler 14.03 Benedikt Jahnel Trio 15.03. Christa Couture (CAN) und Rivers of England (UK) 19.02. Omer Klein Trio (Israel) Mittwoch, 19. Februar 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der israelische Pianist Omer Klein ist immer wieder gern gesehener Gast im Sendesaal, zum zweiten Mal mit seinem Trio. Omer Klein - Piano Haggai Cohen Milo - Bass Amir Bresler - Schlagzeug Der Jazzpianist und Komponist Omer Klein wuchs in Israel auf. Er studierte in Boston und New York, wo er bei seinen Konzerten im Blue Note und in der Carnegie Hall die Aufmerksamkeit der New Yorker Jazzszene auf sich zog. Seit einigen Jahren lebt Klein in Deutschland und tourt weltweit. Er hat mittlerweile 5 CDs produziert. Sein aktuelles Album, „To the Unknown“, das er mit seinem Trio einspielte, erschien weltweit im April 2013 bei dem französischen Label Plus Loin Music. Omer trat mit renommierten Künstlern wie Omer Avital, John Zorn, Lee Konitz, Jeff Ballard und vielen anderen auf. Außerdem komponiert er für das Theater. Er entwickelte die Musik zu dem Stück „Lemon Tree“ am Düsseldorfer Schauspielhaus und zu der Komödie „Popper“ am Cameri-Theater in Tel Aviv. Im Sendesaal spielte er zuletzt im November 2012 mit seinem Trio, zu dem nun anstelle von Ziv Ravitz mit dem Schlagzeuger Amir Bresler ein anderer hochaktueller Vertreter der israelischen Szene auftreten wird. 21.02. Holland Baroque Society meets Eric Vloeimans Freitag, 21. Februar 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Barock trifft Jazz auf ungewöhliche Weise: der profilierte Trompeter Eric Vloeimans trifft auf die offenherzige Holland Baroque Society. Eine spannende Begegnung! Eric Vloeimans - Trompete Holland Baroque Society Die gegenseitige Faszination von dem Jazztrompeter Eric Vloeimans und der Holland Baroque Society am eigensinnigen Zugang zu Musik des jeweils anderen mündete in das Projekt High Speed Oldtimer. In dieser Kooperation leuchten sie  Musik der letzten 400 Jahre (Bach, Tallis, Telemann u.a.) aus und geben dem eine zeitgenössische, unvorhersehbare und doch geschmackvolle  Richtung. So wie Musik aus dem 17. Jahrhundert durch die Ohren von dem Jazzmusiker Eric Vloeimans gehört wird, werden Vloeimans eigene Kompositionen im Stil der Holland Baroque Society interpretiert. Eine faszinierende Begegnung. Einziges Deutschlandkonzert 22.02. Sehnsucht – von Knef bis Alexandra Samstag, 22. Februar 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 15 Euro Unter dem Titel Sehnsucht – von Knef bis Alexandra gibt die Sängerin Gabriele Banko einen musikalische-literarischen Abend. Gabriele Banko, Gesang Eva Huck, Cello Johannes Grundhoff, Klavier Lieder für eine abgrundtiefe Stimme: Die entwaffnende Ehrlichkeit und Wärme der Knef, die liebesverklärte Weltflucht Alexandras, Dalidas seidener Schmalz, das Pathos der Leander, das Mannstolle einer Margot Werner und Lales ewiges Warten unter der Laterne – Gabriele Banko vereint mit ihrem markanten und volltönenden Alt Lieder dieser Frauen zu einem berauschenden Abend zwischen Melancholie und Heiterkeit. Gelegentlich müssen Grundhoff und Huck einschreiten, wenn die Schwermut überhand zu nehmen droht. Gabriele Banko – Preisträgerin beim Bundesgesangswettbewerb in Berlin – und Johannes Grundhoff vom Bremer Kaffeehausorchester sind seit 10 Jahren mit ihren musikalisch-literarischen Abenden unterwegs. Neu hinzu gesellt sich Eva Huck von den „Global Players“, die mit ihrem Cello für die nötigen Seufzer und den samtenen Schmelz sorgt. Eine Veranstaltung von G. v. Breitenbach 08.03. Luis di Matteo, Bandoneon Samstag, 08. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Der große Bandoneonist Luis di Matteo aus Uruguay kommt noch einmal nach Deutschland. Luis di Matteo - Bandoneon Der in Montevideo lebende LUIS DI MATTEO gehört zu den letzten großen südamerikanischen Bandoneon-Virtuosen seiner Generation. Unter ihnen ist er derjenige, der die Bandoneonmusik am weitesten in Richtung E-Musik, insbesondere in Richtung Kammermusik entwickelt hat. Sein musikalisches Lebenswerk zeigt von Anfang an eine beeindruckende Eigenständigkeit, die einerseits in seinen Kompositionen Ausdruck findet, aber auch bei seinen Auftritten deutlich wird. Luis Di Matteo wurde am 10. Mai 1934 als Sohn italienischer Einwanderer in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, geboren. Er wuchs in einer Tangoatmosphäre auf. 1971 erschien seine erste Platte Estudio Para Tres. Seit den 80er Jahren tritt er regelmäßig auch in Europa auf. 13.03. konzert im dunkeln: Improvisationschor Gabriele Hasler Donnerstag, 13. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Ein besonderes Konzerterlebnis im Dunkeln verspricht dieses Mal der Auftritt des 30-köpfigen Improchors zu werden. Um als Chor ein Feld aus vokaler Improvisation in völliger Dunkelheit zu schaffen, braucht es bei den Beteiligten gute Ohren und vor allem blindes Verständnis und viel Vertrauen. Mit anderen Worten: das aufeinander Hören kann gar nicht anders als zum Lauschmodus zu werden, also die völlige Hingabe an Klang und Stille. Lässt sich musikalische Schwarmintelligenz überhaupt im Dunkeln dirigieren? Eine auch für das Publikum aufregende Versuchsanordnung! schreibt Gabriele Hasler zu diesem speziellen konzert im dunkeln. Der Improchor Bremen wurde von der Bremer  Stimmkünstlerin Gabriele Hasler im Herbst 2012 gegründet und widmet sich unter ihrer Anleitung dem Circle Singing, Lautmalereien, Minimal Strukturen und freien Feldimprovisationen. Die 30 Chormitglieder freuen sich schon auf das Singen im Dunkeln! GABRIELE HASLER erhielt ihre Ausbildung u.a. am Berklee College of Music, Boston, USA. Seit ca. 1983 ist sie als Sängerin /Komponistin /Lyrikerin im Bereich Jazz und improvisierter Musik tätig und gilt als eine der kreativsten und eigenständigsten Stimmen Europas. Mit ihrem langjährigen Quartett Gabriele Hasler & Foolish Heart war sie bei zahlreichen internationalen Festivals zu Gast und für das Goethe Institut auf Südasien- und Nordafrikatour. 1985 erhielt sie den SWF Jazzpreis. 1986 gründete sie ihr eigenes Plattenlabel Foolish Heart, auf dem bisher 18 Produktionen erschienen sind. Sie schrieb zahlreiche Auftragskompositionen für Ensemble und Chor, unter anderem nach Texten des Dichters Oskar Pastior, mit dem sie zwischen 1994 und 2006 eine enge Zusammenarbeit verband. War sie in den ersten Jahren mehr dem zeitgenössischen Jazz verpflichtet, wurde sie mehr und mehr zur experimentellen Klangerforscherin vor allem mit der eigenen Stimme, auch unter Hinzunahme von Loops und Elektronik. 2012 gründete sie Vokal Interplay und den Improchor Bremen. Gabriele Hasler ist Initiatorin zahlreicher Veranstaltungsreihen in Bremen („Flow“, „G.sänge“, „Vokale Unikate“). Im August 2013 erschien die neue Solo CD „im bauch der vokale“ (Foolish Music 211 113). Www.improchor-bremen.de www.gabrielehasler.de 14.03 Benedikt Jahnel Trio Freitag, 14. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 20 Euro (ermäßigt 16 Euro / 12 Euro) Das internationale Trio des Pianisten von Cyminology und max.bab erstmals im Sendesaal. Besetzung: BENEDIKT JAHNEL, Piano OWEN HOWARD (CA), Schlagzeug ANTONIO MIGUEL (ES), Kontrabaß Intelligenter, mehrdimensionaler Jazz aus Deutschland – der Pianist Benedikt Jahnel steht, wie nur wenige andere, für dies... Und mehr. Jahnel gilt als Hoffnungsträger der aktuellen Jazzszene: Seine musikalische Laufbahn ist gesäumt von Preisen, Stipendien, Konzerten in über 35 Ländern darunter Festivals wie das Montreal Jazz Festival (CA) und JazzBaltica in Salzau (D) , sowie internationalen CD-Veröffentlichungen. Benedikts musikalische Ausbildung begann im Süden von München mit klassischem Klavierunterricht. Es folgten sechs Jahre im Landes- und BuJazzO, Studium an der Universität der Künste Berlin bei David Friedman und Hubert Nuss und am City College New York bei John Patitucci, Kenny Werner u.v.m.... Jahnel ist außerdem Diplommathematiker und forscht auf dem Gebiet der „Interagierenden Teilchensysteme“. Jahnel, vielen auch als Mitglied von Cyminology bekannt, hat sein musikalisches Profil  durch die Arbeit mit dem Metropol Orchestra, Phil Woods, Johannes Enders, Charlie Mariano, Wolfgang Muthspiel, Dave Liebman und John Abercrombie geschärft und brilliert schon seit längerem in der Königsdisziplin des Jazz: dem Piano-Trio. Sein Debut-Album “Modular Concepts” (material records, 2008) hat einen Sturm begeisterter Presse entfacht. Die Nachfolge-CD "Equilibrium" wurde von Manfred Eicher persönlich in Lugano für ECM produziert und schafft die Synthese zwischen der vielgelobten Energie und Intelligenz des Trios sowie der berühmten Atmosphäre und Brillianz einer ECM Aufnahme, wobei die sieben Stücke auf „Equilibrium“ – ausnahmslos Jahnel-Kompositionen – durch eine ganz eigene, delikate Balance zwischen auskomponierten und improvisierten Anteilen bestechen. Denn durch ausgiebige Tourneen ist das deutsch/amerikanisch/spanische Trio zu einer bemerkenswert kompakten und stilistisch unverwechselbaren Gruppe zusammengewachsen. Mit Owen Howard und Antonio Miguel hat Benedikt zwei äußerst gefragte Musiker der New Yorker Szene zu sich gebeten. Beide haben bereits als Bandleader und Sideman auf unzähligen Konzerten und CD-Aufnahmen ihr grandioses Können unter Beweis gestellt. Der kanadische Drummer Owen Howard, Mitstreiter von Musikern wie John Abercrombie, Dave Liebman, Sheila Jordan und Dave Holland, lebt seit über 25 Jahren in New York. Die Freundschaft zwischen Owen und Benedikt geht zurück auf eine Begegnung an der Berliner Universität der Künste. Owens einzigartiger Sound und sein individuelles Time-Konzept machen ihn zu einem der interessantesten Drummer seiner Generation. Antonio Miguel stammt aus Spanien und hat sich bereits nach kurzer Zeit in New York einen großartigen Namen als Begleiter und Solist gemacht. Sein Sound hat eine unglaubliche Mischung aus Weichheit und Prägnanz, aus Rhythmik und Lyrik. Die Verbindung zu Benedikt entstand durch zahlreiche gemeinsame Sessions mit Freunden in New York und Antonios Studium am City College in Harlem. Mittlerweile lebt Antonio wieder in Madrid. Und das schreibt die Presse: "Phasenübergänge (...) beherrscht er mit seinem Benedikt Jahnel Trio meisterhaft: Wo enden auf seinem exzellenten ECM-Debüt "Equilibrium" die Kompositionen, wo beginnt die Improvisation? Der Aggregatzustand dieser Musik: fließend!"stern, Oktober 2012 "Was für eine Schatzkiste an prächtiger Musik wird auf diesem Album geöffnet! Equilibrium bietet in 7 Kompositionen einen faszinierenden Überblick über die Klasse dieses Trios und mag mit Recht einer der Jazzhöhepunkte des Jahres genannt werden." Dirk Hovenga, Written in Music, September 2012 15.03. Christa Couture (CAN) und Rivers of England (UK) Samstag, 15. März 2014 | 20:00 Uhr | Tickets 18 Euro (ermäßigt 14 Euro / 10 Euro) Die kanadische Singersongwriterin Christa Couture in einem Songs & Whispers Special im Doublebill mit Rivers of England im Sendesaal. Christa Couture - Gitarre, Piano, Gesang Die kanadische Indie-Folk-Pop-Sängerin Christa Couture ist in ihrer Heimat und in Großbritannien schon ziemlich bekannt. Bei uns wird sie von den wenigen, die sie schon kennen, als schillernder Geheimtipp gehandelt. Im letzten Jahr war sie bereits in einem Circuit von Songs & Whispers zu hören. Christa Couture ist eine Musikerin in der Tradition der indianischen Cree-/Metis-Kunst. Singen hat sie sozusagen von Kindheit an im Blut. Ihre skandinavische Mutter sang in einem Folk-Trio, der Vater, ein Cree-Indianer, pflegte Gesänge der indigenen Ureinwohner Kanadas. Ihre Eltern haben das Sangestalent ihrer Tochter inspiriert und gefördert. Gesang hat sie seit ihrer Kindheit begleitet. Überwiegend autodidaktisch hat sich Christa Couture Gitarre und Klavier spielen beigebracht. Komponiert hat sie von frühesten Teenagertagen an. Nach Umwegen über Film und Radio in Vancouver kam die Mittdreißigerin wieder zum Gesang. 2005 hat sie ihr Debüt gegeben und seitdem ist sie mit Lob und Auszeichnungen versehen worden. Ihre CD The Living Record wurde im kanadischen Radio CBC zu den "Besten Alben des Jahres 2012" gewählt. Rivers of England Robin Spalding - Gitarre, Gesang Annie Tyhurst - Cello, Jacob Tyghe - Bass Brian Madigan - Percussion Nach ihrem überaus erfolgreichen Besuch im Rahmen des „SONGS & WHISPERS“ Open Air 2013, kommen Rivers Of England erneut nach Bremen, um ihr Debut-Album „Of Trivial And Gargantuan“ zu präsentieren. Im März kommt die Band mit dem einzigartigen akustischen Sound aus Cello, Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang als Quartett in die Hansestadt. Den Rahmen traditioneller Folklore sprengend und inmitten der Arbeiten am zweiten Album, experimentieren Rivers Of England mit minimalistischen Klängen, kunstvoll eingebettet in zeitlose Melodien, um so eine noch unvergesslichere Erfahrung zu kreieren. Hinweise zum Abonnement: Sie erhalten diesen Newsletter unter der E-Mail Adresse wielandvonhodenberg@web.de.
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